Foto © Chord Electronics Ltd.

Chord DAVE - Der neue High-end DAC für DSD und DXD bis 768 kHz

High End 2015: Einmal mehr erweitert Chord Electronics Limited das Angebot im Bereich D/A-Wandler, die über eine Vorstufe und einen integrierten Kopfhörer-Verstärker verfügen. Und man hat sich die Messlatte diesmal besonders hoch angesetzt, denn der neue Chord DAVE soll nicht weniger leisten, als neue Standards zu setzen.

Kurz gesagt...

In gänzlich neue Regionen soll der High-end DAC aus dem Hause Chord vordringen. Dieser erlaubt die Signalverarbeitung von Daten in DSD sowie DXD mit bis zu 768 kHz.

Wir meinen...

Nein, mit dem Chord DAVE reiht sich die englische HiFi-Schmiede Chord Eletronics Ltd. nicht unmittelbar in die Reihe jener ein, die dieser Tage D/A-Wandler und Preamp mit integriertem Kopfhörer-Verstärker auf den Markt bringen, selbst wenn der neue Chord DAVE genau diese Aufgaben erfüllt. Die Engländer verfolgen besonders hohe Ambitionen, die man hier mit ausgeklügelter Signalverarbeitung bis zu 32 Bit und 768 kHz garantieren will.
Hersteller:Chord Electronics Ltd.
Vertrieb:G8 & friends GmbH
Preis:GBP 7995,-

Von Michael Holzinger (mh)
17.05.2015

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Zur CES 2015 hatte die renommierte englische HiFi-Schmiede Chord Electronics Limited allen voran den besonders kompakten D/A-Wandler Chord 2Qute DAC mit im Reisegepäck nach Las Vegas, ebenso den großen Bruder des Chord Hugo, den Chord Hugo TT DAC, wobei letztgenannter bereits sehr hohe Ansprüche bei der Qualität erfüllen kann und somit für besonders anspruchsvolle HiFi-Enthusiasten konzipiert ist. Diese beiden Lösungen hatte man auch für die High End 2015 in München eingepackt, zudem aber auch eine gänzlich neue Lösung, für die sich die Entwickler aus England besonders ambitionierte Ziele setzten, den Chord DAVE.

DAVE, diese Abkürzung steht für Digital to analogue Veritas in Extremis, und soll damit klar zum Ausdruck bringen, dass sich hier ein ganz außergewöhnliches Produkt anschickt, sehr anspruchsvolle HiFi-Enthusiasten zu beglücken. Dabei erfüllt auch der neue Chord DAVE nicht nur die Funktion eines D/A-Wandlers, er ist zugleich Vorstufe und Kopfhörer-Verstärker und soll auch diese Aufgaben mit Bravour auf höchstem Niveau erfüllen können, so die Engländer durchaus selbstbewusst.

Chord DAVE

Natürlich präsentiert sich der neue Chord DAVE mit einem gewohnt extravagantem Design, hier muss die englische HiFi-Schmiede ja durchaus ihrer Tradition treu bleiben, der zufolge eigentlich kein einziges Produkt herkömmlichen, vergleichsweise schlicht gestalteten HiFi-Lösungen auch nur ähnelt. Ein solider Aluminiumblock bildet auch hier die Basis, wobei an der Front ein rundes Display im Mittelpunkt steht, das alle wesentlichen Daten klar ablesbar darstellt. Rechts davon findet man alle Bedienelemente, darunter einen Drehgeber, ausgeführt aus Edelstahl, der bereits beim ersten Kontakt anhand der Haptik High-end Feeling vermitteln soll. Das Gerät ruht in einem Standfuss und präsentiert sich somit als eine Art Pult, das man wohl zweifellos gerne markant sichtbar im Raum platziert, da es ein überaus schicker Blickfang ist.

Die Anschlüsse finden sich allesamt an der Rückseite, und davon stehen hier reichlich zur Verfügung. So kann der Chord DAVE etwa direkt mit einem PC oder Mac verbunden werden, und zwar über eine USB Type B-Schnittstelle. Damit fungiert er als hervorragendes externes Audio-Interface, wobei natürlich auf eine asynchrone Datenübertragung gesetzt wird, bei der allein der Chord DAVE den „Takt“ vorgibt um bestmögliche Ergebnisse zu garantieren.

Chord DAVE

Für digitale Quellen stehen zunächst zwei optische S/PDIF-Schnittstellen, so genannte TOS-Link Buchsen zur Verfügung. Zudem findet man an der Rückseite nicht weniger als vier koaxiale S/PDIF-Schnittstellen, sodass man wohl kaum in die Verlegenheit gerät, nicht ausreichend Schnittstellen für verschiedenste digitale Quellgeräte zur Verfügung zu haben.

Auch Ausgänge stehen hier in digitaler Form zur Verfügung, wobei der Hersteller von „ultra-high-speed coaxial outputs“ spricht, die künftig spezielle Aufgaben in Verbindung mit bislang noch nicht näher spezifizierten Produkten von Chord Electronics Limited erfüllen sollen.

Die Signalverarbeitung erfolgt auf der Basis eines FPGA (Field Programmable Gate Array) sowie einer ausgeklügelten, von den Entwickler von Chord Electronics Limited selbst entwickelten Software, wobei der neue Chord DAVE verschiedene Filter-Algorithmen nutzen kann. Der Chord DAVE zeigt sich nicht nur für alle derzeit aktuellen digitalen Daten gerüstet, sondern auch für künftige Entwicklungen im Bereich High-res Audio. So versteht er sich etwa bei Linear PCM auf die Signalverarbeitung mit Auflösung bis zu 32 Bit und 768 kHz, also weit über die derzeit gängigen 24 Bit und 192 kHz, ja selbst das recht seltene DXD mit 24 Bit bzw. 32 Bit und 352,8 kHz. Zudem kann er auch Signale in DSD verarbeiten.

Analoge Signale werden entweder über ein Paar Cinchbuchsen asymmetrisch, oder symmetrische über zwei XLR-Ausgänge bereitgestellt. Zudem steht natürlich auch ein integrierter Kopfhörer-Verstärker zur Verfügung, wobei auch hierfür ein XLR-Anschluss auf der Rückseite zu finden ist, zusätzlich zum 6,3 mm Stereo Klinkenstecker an der Front.

Bislang gab Chord Electronics Limited nur einen recht wagen Termin für die Markteinführung bekannt. So soll der Chord DAVE im Herbst 2015 erhältlich sein, so das englische Unternehmen. Auch beim Preis ist noch nicht alles finalisiert, wobei das Unternehmen zumindest in englischen Medien mit einer Preisempfehlung von GBP 7995,- zitiert wird. Damit ist klar, dass sich der hohe Anspruch, den die Entwickler hier an sich selbst stellten, einen durchaus ambitionierten Preis niederschlägt…

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