D-Link Boxee Box DSM-380 demnächst erhältlich

Der Name Boxee Box ist in diesem Fall durchaus treffend, denn mehr als ein kleiner „abgenagter“ Würfel ist dieser multimediale Alleskönner nicht. Aber ein Würfel, der es in sich hat. Die kleine Box glänzt durch eine immense Vielfalt an unterstützten Formaten und soll somit nach Ansicht von D-Link die perfekte Lösung sein, um Fotos, Musik und Video aus dem Netzwerk abzuspielen und auf Online-Inhalte über so genannte Apps zuzugreifen.

Von Michael Holzinger (mh)
25.10.2010

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Gleich zu Beginn sei der Vollständigkeit wegen angeführt, dass die Software, die für die Vielseitigkeit dieser Lösung verantwortlich ist, nicht vom Netzwerk-Spezialisten D-Link entwickelt wurde. Vielmehr handelt es sich um eine seit geraumer Zeit erhältliche Media-Center-Lösung eines überaus engagierten Entwickler-Team, das für Microsoft Windows, Apple MacOS X sowie Linux angeboten wird. Selbst für gehackte Apple TV steht eine entsprechende Lösung der Boxee Inc. parat.

D-Link setzt auf diese überaus flexible und bestens bewährte Software und verpackt diese in ein sehr kompaktes Gehäuse, das sich durch ein einzigartiges Design auszeichnet. Das schwarze Gehäuse aus Kunststoff gleicht einem Würfel mit einer Kantenlänge von rund 12 cm, dem allerdings ein Eck fehlt, als wäre es geradewegs in den Tisch gerammt - schick, und garantiert anders!

Die Basis für die D-Link Boxee Box stellt ein Embedded Linux-System sowie ein Intel Atom-Prozessor CE4100 dar. Ins Netzwerk wird diese Lösung entweder über Ethernet oder Wireless LAN nach IEEE 802.11n integriert. Einmal im Netzwerk fungiert sie zunächst als dlna 1.5 zertifizierter Streaming-Client und kann somit Musik, Fotos und Videos von entsprechenden Datenlieferanten - einem PC oder Mac sowie einer NAS mit entsprechender Software - abspielen. Außerdem ist der Zugriff über Samba möglich.

Über USB-Schnittstellen können entsprechende externe Speicherlösungen direkt angeschlossen werden, sei es nun ein Stick oder eine externe Festplatte. Auch ein SD-Kartenslot gehört zur Grundausstattung, sodass etwa Fotos direkt von einer Digitalkamera ohne Umweg über den PC oder Mac angesehen werden können.

Laut Herstellerangaben soll die kleine Box alle gängigen Formate abspielen können. Videos, aber natürlich auch Fotos werden in voller HD-Auflösung von 1.080p ausgegeben.

Dazu bietet die Boxee Box von D-Link einen HDMI 1.3 Ausgang, Audio-Signale können zudem über eine optische Digitalschnittstelle (TOS-Link) sowie einen analogen Ausgang ausgegeben werden.

Neben Inhalten aus dem lokalen Netzwerk soll die Boxee Box auch diverse Online-Inhalte abrufen können. Hier führt D-Link eine sehr lange Liste an Diensten an, die aber leider allesamt nur in den USA verfügbar sind. Lediglich Streaming-Dienste wie etwa YouTube oder Last.fm können auch hierzulande genutzt werden. Der Hersteller verspricht aber, dass zum Marktstart Anfang nächsten Jahres auch lokale Dienste über die Boxee Box, etwa der Zugriff auf Mediatheken von TV-Sendeanstalten möglich sein soll. D-Link kündigt nicht umsonst die Boxee Box als ideale Lösung für so genannte IPTV-Lösungen an.

Zudem kann auf Inhalte über Plattformen wie FlickR sowie Picasa-Web zugegriffen werden. Hier soll die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung gute Dienste leisten, da sie auf ihrer Rückseite eine vollständige QWERTY-Tastatur bietet.

Überhaupt legt der Hersteller sowie die Boxee Inc. viel Wert darauf, eine möglichst umfangreiche Funktionalität jenseits des einfachen Streamens von multimedialen Inhalten anzubieten. So kann direkt auf Social Media-Plattformen wie Twitter und Facebook zugegriffen werden, es kann im Web gesurft und auf speziell aufbereitete Informationen wie News, Wetterberichte usw. zugegriffen werden. Durch die so genannte Open App-Plattform sollen künftig zahlreiche Anwendungen aus den verschiedensten Bereichen folgen, wobei das Angebot bis hin zu Spielen reicht.

Demzufolge wird der Markteinführung in Europa auch ein Entwickler-Contest vorausgehen, den D-Link unter dem Motto „Create your own Boxee Box World“ in Deutschland, der Schweiz und Österreich ausruft. Nähere Informationen darüber findet man auf der Webseite von D-Link.

„Zeitgemäße Lösungen zur Heimvernetzung müssen zugleich anwenderfreundlich und multifunktional sein“, meint Mike Lange, Director Custom Service, Business Development & Product Marketing von D-Link Central and Eastern Europe. „Mit der Boxee Box setzen wir diesen Trend um, denn Anwender können darüber bequem vom Sofa aus beispielsweise auf Apps zugreifen, ihre Videos, Musik und Fotos verwalten oder via Facebook mit Freunden kommunizieren - und das alles über eine komfortable wohnzimmertaugliche Fernbedienung. Als Multimedia- und Internet-Zentrale in einem wird die Boxee Box somit den Weg für künftige IPTV-Anwendungen ebnen.“

Wie bereits einleitend erwähnt plant D-Link die Boxee Box zumindest in den USA bereits im November 2010 auf den Markt zu bringen. Interessenten in Europa werden sich noch ein wenig in Geduld üben müssen. Hierzulande soll die kleine Boxee Box nach Unternehmensangaben voraussichtlich im Januar 2011 im Fachhandel erhältlich sein. Wer es gar nicht erwarten kann, der kann die D-Link Boxee Box DSM-380 bereits jetzt zumindest vorbestellen. Der empfohlene Verkaufspreis wird € 229,- betragen.

Michael Holzinger

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