CES 2010: Von der als Open Source entwickelten Mediacenter-Lösung Boxee ist nun eine neue Beta-Version verfügbar. Zudem gab D-Link bekannt, dass man im Rahmen der CES 2010 eine speziell auf Boxee zugeschnittene Hardwarelösung präsentieren will." /> Sempre Audio

D-Link DSM-380 mit Open Source Mediacenter Boxee


CES 2010: Das Entwickler-Team der Open Source-Lösung Boxee hat einen weiteren Schritt hin zu einer neuen Version geschafft. Leider nicht allgemein verfügbar, sondern vorerst nur für einen eingeschränkten Kreis verfügbar, steht nun eine Beta-Version des überaus ambitioniert Projekts zur Verfügung. Darüber hinaus kündigt der Netzwerk-Spezialist D-Link an, zur CES einen, auf Boxee zugeschnittenen Mini-PC anbieten zu wollen. Erste Eckdaten sowie Produktbilder des D-Link DSM-380 sehen sehr vielversprechend aus.

Von Michael Holzinger (mh)
10.12.2009

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Schon seit geraumer Zeit entwickelt ein engagiertes Team die auf dem Projekt XMBC Media Center basierende Mediacenter-Software Boxee. Diese steht nun einem ausgewählten Kreis in einer Beta-Version zur Verfügung. Erst im Januar 2010 soll diese Version in eine öffentliche Beta-Phase starten und damit der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung stehen.

Die Besonderheit dieser Mediacenter-Lösung ist nicht nur, dass sie als Open Source, also quelloffenes, und somit kostenlos erhältliches Projekt konzipiert ist, diese Lösung zeichnet sich zudem durch ein überaus aufgeräumtes, gleichzeitig auch sehr elegantes Benutzerinterface und zahlreiche Funktionen aus, die bis zur einfachen Integration von Social Network-Plattformen wie Twitter, Facebook, MySpace oder FlickR, aber auch Online-Dienste wie last.fm reicht. Ermöglicht wird dies über so genannte Apps, die je nach Bedarf nachgeladen und eingebunden werden können.

Zudem ist sie für alle Plattformen, also Apple Mac OS X, Linux und Microsoft Windows, verfügbar. Selbst für Apple TV wird eine adaptierte Version angeboten, die aber nicht direkt vom Boxee-Entwickler-Team betreut wird.

Boxee vereint alle Medien wie Filme, Musik und Fotos unter einer einheitlichen Oberfläche. Musik-Titel und Filme werden natürlich wunderbar mit Cover-Artwork dargestellt, wobei die Software selbstständig fehlende Informationen ergänzt, sofern diese Online verfügbar sind. Diese Mediacenter-Lösung kann alle erdenklichen Formate bei Audio, Video und Fotos abspielen bzw. darstellen. Lediglich DRM-geschützte Titel bleiben außen vor.

Die Entwickler geben an, dass mit der neuen Version die Hardware-Anforderungen an den PC oder Mac nochmals deutlich reduziert werden konnten und so selbst leistungsschwächere Systeme problemlos zum Mediacenter-PC aufgewertet werden können.

Genau so einen Mini-PC wird der Netzwerk-Spezialist D-Link zur CES 2010 in Las Vegas Anfang Januar präsentieren. Dieser Mediacenter-PC mit der Bezeichnung D-Link DSM-380 dürfte wohl nicht mehr sein, als ein schick verpackter Nettop und somit einen Intel Atom-Prozessor sowie eine entsprechende Grafiklösung von NVIDIA nutzen. Als Oberfläche kommt die Mediacenter-Lösung Boxee zum Einsatz, die in der nunmehr vorgestellten Version zur Dekodierung von Videos direkt auf die Ressourcen des Grafikprozessors zugreifen kann und somit, wie bereits erwähnt, auch mit einem vergleichsweise leistungsschwachen Prozessor problemlos selbst Signale in voller HD-Auflösung bis zu 1.080p verarbeiten können soll.

Das wohl Außergewöhnlichste an D-Links neuer Mediacenter-Lösung auf der Basis von Boxee ist jedoch deren Design. Dieses wurde von den Astro Studios entwickelt, die bereits auf eine lange Referenz-Liste verweisen können. Hier finden sich illustre Namen wie Microsoft Xbox360 oder der PC-Tuning-Spezialist Alienware.

Die D-Link DSM-380 Mediacenter-Lösung präsentiert sich somit als kleiner, „abgeschnittener“, schwarzer Würfel, dessen Seitenlänge nicht mehr als 12 Zentimeter beträgt. An seiner Rückseite findet sich in erster Linie ein HDMI-Ausgang, um das Gerät an einen AV-Receiver bzw. einen Flachbild-Fernseher anschließen zu können. Darüber hinaus stehen natürlich auch digitale sowie analoge Audioausgänge zur Verfügung, und mittels eines Ethernet-Anschluss wird das System ins Netzwerk integriert. Selbstverständlich steht bei der D-Link DSM-380 auch Wireless LAN zur Verfügung, wodurch die Einbindung ins Netzwerk auch ohne lästiges Kabel möglich ist.

Darüber hinaus finden sich auf dem Anschlussfeld des D-Link DSM-380 zwei USB 2.0 Ports und auch auf einen Slot für Wechselspeichermedien im SD-Format hat der Hersteller nicht verzichtet, sodass man Daten von einem mobilen Player oder einer Digitalkamera direkt überspielen und nutzen kann.

Im Lieferumfang ist eine kleine, schicke Fernbedienung dabei, die nicht nur zur Wiedergabe-Steuerung dient, mit ihr soll der Kunde auch im Web surfen können. Die übersichtliche Oberfläche von Boxee soll dies möglich machen. Denn eine herkömmliche Tastatur oder gar Maus ist bei dieser Lösung nicht vorgesehen. Auch wenn im Inneren zweifellos ein herkömmlicher PC steckt, das System von D-Link dürfte als echte „Black-Box“ konzipiert sein, bei der der Anwender nichts von dem zugrundeliegenden System zu sehen bekommt. Ein direkter Vergleich mit Apple TV ist also durchaus nicht von der Hand zu weisen.

Derzeit nennt der Hersteller noch keinen Preis für die Lösung. Auch über einen Release-Termin ist derzeit nicht mehr zu erfahren, als das man die D-Link DSM-380 Mediacenter-Lösung 2010 auf den Markt bringen will. Somit ist auch völlig offen, ob das Gerät überhaupt auch für den deutschsprachigen Raum vorgesehen ist, da der Hersteller derzeit vor allem von Vorteilen für US-amerikanischen Kunden im Zusammenspiel mit diversen lokalen Online-Anbietern für Video-on-demand spricht.

Weitere Details will D-Link erst zur offiziellen Präsentation dieser Lösung auf der CES 2010 in Las Vegas bekannt geben. Dann dürfte die Software-Lösung Boxee auch in die breite Beta-Phase starten. Das Entwickler-Team gibt in seinem Blog den 7.1.2010 als Datum für den Start des Beta-Tests an.

Michael Holzinger

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