DJ Kid Koala liefert Mini Schallplatten-Spieler zur neuen CD „12 bit Blues“

Musiker tendieren ja mitunter, nicht zuletzt durch „weise“ Ratschläge ihres Labels, zu teils sehr eigentümlichen Maßnahmen, um den Verkauf ihrer Alben zu unterstützen. Eine sehr kreative Idee hatte nun aber der Kanadier DJ Kid Koala, der allen Käufern eines physikalischen Tonträgers einen Mini Schallplatten-Spieler für den Eigenbau samt entsprechendem Tonträger mitliefert.

Von Michael Holzinger (mh)
04.10.2012

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Über die Gründe, warum es so ist, wie es ist, könnte man trefflich streiten, denn sinnvolle Diskussionen ergeben sich bei dieser Thematik ohnedies nur selten. Aber es ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen, dass seit Jahr und Tag die Verkäufe von Tonträgern teils dramatisch zurück gehen. Diese Einbusen sind auch von den durchaus beachtlichen Zuwächsen im Bereich von Download-Angeboten nicht zu kompensieren. So reagieren Künstler etwa mit verstärkten Live-Auftritten und versuchen auch sonst durch mehr oder weniger kreative Ideen den Absatz ihrer Alben zu verbessern.

So kommt nahezu keine Neuveröffentlichung ohne irgendwelche Zusatz-Optionen wie Bonus-Tracks, umfangreichem Booklet oder gar einer DVD als Beigabe aus und ein entsprechender Special Edition-Aufkleber zählt fast schon als Standard.

Eine besonders kreative Idee hatte nun aber der kanadische Künstler DJ Kid Koala bei seinem neuesten Album „12 bit Blues“. Natürlich gibt es auch diese Veröffentlichung bei allen bekannten Online-Anbietern, aber ebenso als physikalisches Medium, sprich auf Audio CD als auch auf Vinyl. Wer sich nicht für den Download, sondern eben tatsächlich für einen „realen“ Tonträger entscheidet, der erhält als Beigabe einen Schallplatten-Spieler im Eigenbau, samt entsprechendem Tonträger.

Gut, man sollte sich nicht allzuviel davon erwarten, denn schlußendlich handelt es sich um einen „Schallplatten-Spieler“ aus Karton, der als „Verstärker“ einen Trichter, und zur Abtastung eine Stecknadel nutzt, im Prinzip also eher einem Grammophon gleicht, aber er funktioniert. Und die entsprechende „Schallplatte“ gibt‘s natürlich auch dazu, sodass man das Ergebnis seines handwerklichen Geschicks auch gleich ausprobieren kann.

Eine überaus kreative Idee, wie wir meinen, die durchaus nachahmenswert erscheint. Oder durch eine ebenso geniale Idee zu übertrumpfen wäre. Wir sind gespannt...

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