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Dali CALLISTO 6C im Test - Das ist die Zukunft…

Foto © Dali Speaker A/S

Auf den ersten Blick handelt es sich bei den neuen Lösungen der Dali CALLISTO Serie um weitere Aktiv-Lautsprecher-Systeme, wobei es sich bei der Dali CALLISTO 2C um ein Regal-Lautsprecher-System, bei der Dali CALLISTO 6C um ein Stand-Lautsprecher-System handelt. Doch da ist mehr, viel mehr, wie unser ausführlicher Test der Dali CALLISTO 6C im Zusammenspiel mit dem Dali CALLISTO Sound Hub samt BluOS Modul zeigen soll.

Kurz gesagt...

Dali Speaker A/S präsentiert mit der neuen Dali CALLISTO Serie weit mehr als zwei neue Aktiv-Lautsprecher, vielmehr stellen diese Lösung schlicht die Zukunft hochwertiger Lösungen der Unterhaltungselektronik dar.

Wir meinen...

Für uns ist klar, Lösungen wie das Dali CALLISTO System stellen die Zukunft dar. Wohl nicht für alle, aber mit Sicherheit für die meisten Konsumenten. Gerade wer mit Smartphone und Tablet aufgewachsen ist, in seinem Leben vielleicht noch nie auch nur eine CD gekauft hat, da alle relevanten Inhalte ohnedies jederzeit und überall online zur Verfügung stehen, der dennoch Wert auf hohe Qualität legt, der liegt hier genau richtig.
Hersteller:Dali Speaker A/S
Vertrieb:Audiophil GbR
Deutschand:Dali Deutschland GmbH
Preis:Dali CALLISTO 6C € 3.598,-
Dali CALLISTO Sound Hub € 649,-
BluOS NPM-1 Wireless Streaming Music Plug-In Modul € 499,-

Von Michael Holzinger (mh)
21.06.2018

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So manch einer mag es noch nicht wahrgenommen haben, oder aber auch alle Anzeichen schlicht ignorieren, Fakt ist, der Markt der Unterhaltungselektronik unterliegt derzeit einem wahren Umbruch Klar, Stillstand gab es nie, seit jeher ist die Consumer Electronic einem stetigen Wandel unterzogen, sorgen neue technologische Möglichkeiten für neue Produkte und neue Lösungen, ändern sich die Bedürfnisse und damit Wünsche der Kunden, dies erfolgte aber bislang zumeist mit überschaubarem Tempo. Selbst letztlich rückblickend als wahre Revolutionen zu wertende Entwicklungen passierten nicht „über Nacht“, sondern nahmen allmählich Fahrt auf. Zudem galten immer gewisse Faktoren als gegeben, konnte man sich auf einige Konstanten verlassen, allen voran in der Welt der gehobenen Unterhaltungselektronik, dem klassischen HiFi-Segment.

Doch diese Zeiten sind vorbei, dies muss man klar festhalten. Begonnen hat die gravierende Veränderung des Marktes wohl damit, als die so genannte Konvergenz der Welten ausgerufen wurde, als Consumer Electronic mit der IT und mobilen Lösungen mehr und mehr zusammen wuchs, diese vormals strickt getrennten Bereiche sich nicht nur gegenseitig ergänzten, sondern gar zu einem neuen Ganzen zusammen wuchsen.

Dadurch, dass die IT und Mobile Solutions in die Welt der Consumer Electronic Einzug hielten, wurden mit einem Schlag gänzlich neue Anwendungszenarien möglich, veränderte sich gar die Art und Weise, wie wir Inhalte wie etwa Musik konsumieren, geradezu radikal. Nicht mehr das „CD-Regal“ ist für viele die Grundlage fürs Musik hören, Vinyl ist natürlich wieder ein Thema, aber letztlich dennoch lediglich für eine vergleichsweise kleine Gruppe, die überwiegende Zahl der Konsumenten setzt allein auf Musik-Streaming, ein schnödes Smartphone ist somit im Zweifelsfall also die zentrale Quelle…

Konsumenten, die bereits mit diesen Realitäten aufgewachsen sind, ist es somit nur schwer zu vermitteln, dass man für die Musik-Wiedergabe von einem Smartphone ein mächtiges HiFi-System benötigt, das aus zahlreichen Komponenten besteht. Was diese Kunden letztlich einzig und allein benötigen, ist ein Paar hochwertiger Lautsprecher, in denen tunlichst „alles“ bereits integriert ist.

Aus der Sicht der Industrie gilt es, sich darauf einzustellen. Ein Schritt, der in der herkömmlichen Consumer Electronic bereits nahezu vollzogen ist, nicht umsonst zählen etwa Soundbar-Systeme zu den meistverkauften Lösungen im Bereich „Lautsprecher“. Allmählich stellen sich aber auch etablierte Hersteller im klassischen HiFi-Segment darauf ein, allen voran natürlich Lautsprecher-Spezialisten wie das dänische Unternehmen Dali Speaker A/S.

Ein gänzlich neuer Ansatz

Wir HiFi-Enthusiasten ticken anders, dies wird wohl niemand bestreiten. Wir sind stolz auf unsere HiFi-Lösungen, lieben es geradezu, verschiedenste Komponenten optimal zu kombinieren, und wollen dies natürlich auch entsprechend präsentieren. Ein HiFi-System stellt für uns einen integralen Bestandteil des Wohnumfelds dar, mitunter durchaus zum Leidwesen unserer Lebenspartner…

Wir müssen uns aber eingestehen, dass wir damit eine Minderheit darstellen. Dies heisst keineswegs, dass der „Rest der Menschheit“ nicht ebenso hochwertig dargebotene Musik zu schätzen weiss, die Prioritäten sind nur andere. Das Ergebnis ist wohl das gleiche, wenn auch nicht mit all der Akribie, der Weg dahin ist ein gänzlich anderer.

„HiFi“ soll nicht zu sehen sein, soll sich dezent ins Wohnumfeld einfügen, Verstärker, verschiedene Zuspieler, und schon gar keine Kabel sollen irgendwie das Bild trüben. Lautsprecher, ja, an denen kommt man nicht umhin, aber das soll es bitte auch gewesen sein.

Genau diese Anforderungen will Dali Speaker A/S mit der neuen Dali CALLISTO Serie erfüllen können.

Zunächst nur elegante Aktiv-Lautsprecher, aber mit „Systemgedanken“…

Im Mittelpunkt der Dali CALLISTO Serie stehen somit allen voran Lautsprecher-Systeme, und zwar aktuell in Form der Dali CALLISTO 2C, einem so genannten Regal-Lautsprecher-System, sowie dem Stand-Lautsprecher-System Dali CALLISTO 6C, das wir uns für diesen ausführlichen Testbericht auserkoren haben.

Betrachtet man die Lautsprecher-Systeme zunächst für sich allein, so hat man es mit mehr oder weniger konventionellen Aktiv-Lautsprecher-Systemen zu tun. Soweit also nichts besonderes. Allerdings verfolgt Dali Speaker A/S bei der Dali CALLISTO Serie ganz klar einen weitergehenden Ansatz, stellt also ein komplettes System vor, letztlich ist die Dali CALLISTO Serie also als All-in-One System auf HiFi-Niveau ausgelegt, um es derart auf den Punkt zu bringen.

Dies wird durch eine zentrale Komponente erzielt, die als Spielpartner sowohl für die Dali CALLISTO 2C als auch Dali CALLISTO 6C zu verstehen ist, dem so genannten Dali CALLISTO Sound Hub. Hierbei handelt es sich, soviel zunächst vorweg genommen, um die essentielle Steuerzentrale des gesamten Systems, hier stehen also verschiedenste Anschlüsse zur Verfügung, um zahllose Quellen verschiedenster Art nutzen zu können. Die Signalübertragung zu den Lautsprecher-Systemen erfolgt dann mittels Funk.

Doch beginnen wir zunächst damit, uns das für den Anwender wohl wirklich im Fokus stehende Lautsprecher-System etwas genauer anzusehen, die Dali CALLISTO 6C. Die ist es schließlich, die der eingangs skizzierte Kunde in den Mittelpunkt seines Interesses stellt.

Dali CALLISTO 6C - Das Flaggschiff des drahtlosen aktiven HiFi-Systems…

Gleich zu Beginn fällt auf, dass sich die Entwickler des dänischen Lautsprecher-Spezialisten Dali Speaker A/S bei der Dali CALLISTO Serie für ein gänzlich anderes Design-Konzept entschieden, als für die übrigen Lautsprecher-Systeme des breit aufgestellten Produktsortiments.

Geradezu nüchtern zurückhaltend wirkt das Design der Dali CALLISTO 6C, die damit einer schlanken Säule gleicht, schließlich misst sie nicht mehr als 1.004 mm in der Höhe, 200 mm in der Breite, und 346 mm in der Tiefe. Dennoch gilt es hier, satte 22,4 kg durchs Zimmer zu wuchten, wobei im Lieferumfang passende Gummi-Füsse, aber auch Spikes für die stets optimale Aufstellung enthalten sind.

Natürlich ist das Gehäuse selbst aus MDF gefertigt, und könnte man ins Innere blicken, würden sich in bewährter Art und Weise Verstrebungen präsentieren, die eine solide Grundlage für optimale Klangentfaltung frei von klangschädigenden Resonanzen und Vibrationen bilden. Immerhin, 25 mm starke MDF-Platten kommen hier zum Einsatz, wobei besagte Verstrebungen allesamt so ausgelegt sind, dass sie nach Herstellerangaben das Volumen nicht übermässig reduzieren, und den kontrollierten Luftfluss nicht behindern.

Interessant finden wir, dass man sich bei der Schallwand der Dali CALLISTO 6C für Kunststoff entschied, und zwar im mattem Look, wobei dies eine leicht abgerundete Formgebung erlaubt, die wiederum gut für eine optimale Abstrahlung der hier integrierten Chassis ist.

Angeboten wird die neue Dali CALLISTO 6C übrigens in Weiss oder Schwarz, wobei die weisse Ausführung ein mattweisses Finish, die Variante in Schwarz hingegen eine dezente Holzstruktur aufweist, sodass der Hersteller selbst hierbei von einer hochwertigen Folierung in Esche Schwarz spricht.

Nettes Detail am Rande, während der Ausführung in Schwarz schwarze Stromkabel mit auf den Weg gegeben werden, sind die Stromkabel bei der weißen Variante natürlich in Weiss gehalten.

Uns persönlich gefällt die Dali CALLISTO 6C ohne Lautsprecher-Grill am besten, doch nicht jeder will es riskieren, dass die Treiber ungeschützt sind, kann daher auch einen Lautsprecher-Grill montieren, der mittels Magneten als auch kleiner Stifte in Position gehalten wird.

Zunächst sind es nur Details, die die Dali CALLISTO 6C als besonderes Lautsprecher-System ausweisen, etwa bei einem Blick auf die Rückseite, die ein nach innen versetztes Anschluss-Panel aufweist, das keinerlei Anschlüsse für Lautsprecher-Kabel bereit hält. Lediglich ein Cinch-Anschluss ausgewiesen als „ADC-In“ steht hier zur Verfügung, dafür gibt es einen Stromanschluss, einen Hauptschalter und einen so genannten „Connect“ Button.

Direkt darüber zu Beginn noch nicht zu sehen, wir verraten es aber bereits, verbirgt sich ein Display, über das angezeigt wird, welche Aufgabe der jeweilige Speaker übernimmt - Links, rechts…

Zudem weist bereits beim Auspacken der Lautsprecher ein Zettel, eingeklemmt zwischen Lautsprecher-Grill und Speaker darauf hin, dass an der Oberseite „Empfindliches“ verborgen ist, nämlich ein Sensor-Tastenfeld zur Kontrolle der Lautstärke, das wiederum mit einer LED-Kette korrespondiert, die sich in Form einer Leiste unter den Chassis an der Front findet.

Aus dem reichhaltigen Angebot…

Hersteller wie Dali Speaker A/S haben den großen Vorteil, dass sie für neue Modelle aus einem breit aufgestellten Sortiment selbst entwickelter Treiber schöpfen können, so geschehen natürlich auch bei der neuen Dali CALLISTO 6C. Dass man somit etwa bei den Tiefmitteltönern auf Lösungen der Dali OPTICON und Dali RUBICON Serien vertraut, ist nur allzu verständlich, wobei man jedoch einmal mehr Hand anlegte, um diese für die speziellen Anforderungen eines Aktiv-Lautsprecher-Systems zu optimieren. Dies ist ja schließlich einer der größten Vorteile eines Aktiv-Lautsprecher-Systems, dass die Entwickler hier wirklich Elektronik als auch Chassis optimal auf einander abstimmen können.

Daher sollen die Vorteile, die sch aus den verschiedensten exklusiven Merkmalen der Tiefmitteltöner von Dali Speaker A/S ergeben, noch unmittelbarer bemerkbar machen.

Dazu gehören etwa eine hohe Effizienz durch den Einsatz spezieller Polstücke aus SMC, einem beschichteten magnetischen Granulat, das durch Hochdruckpressen in die entsprechende Form gebracht wird, und durch seine speziellen Eigenschaften für besonders geringe Verzerrungen im Magnetantrieb Sorge tragen soll. Hinzu kommt natürlich die schon geradezu typische Membran gefertigt aus einem speziellen Holzfaser-Gemisch, das durch seine spezielle Struktur eine chaotische Oberfläche bildet und daher klangschädigenden, unkontrollierten Schwingungen vorbeugt. Diese sind, wie könnte es anders sein, schon allein durch ihre spezielle rotbraune Oberfläche zu erkennen.

Gleich zwei dieser Tiefmitteltöner kommen bei der Dali CALLISTO 6C zum Einsatz, jeweils mit einem Durchmesser von 165 mm, die in Verbindung mit einem mittels zwei Rohren nach hinten abstrahlendem, und auf 40 Hz ausgelegtem Bassreflex-System eine Abbildung bis hinunter zu 30 Hz erlauben.

Für den Hochton-Bereich vertrauen die Entwickler bei der Dali CALLISTO 6C einmal mehr auf die Kombination eines herkömmlichen Treibers, konkret einer 29 mm Gewebekalotte, mit einem so genannten Super Hochtöner, also einem Bändchen-Treiber mit 1 x 17 x 45 mm. Bei dieser Kombination spricht der Hersteller von einem Hybrid-Hochtonmodul dessen Besonderheit darin besteht, dass diese beiden Treiber über weite Teile parallel arbeiten, wobei bereits hierbei die Vorzüge des Bändchens mit einer sehr breiten Abstrahlung zur Geltung kommen, bevor dieser allein die Arbeit übernimmt und den von der Dali CALLISTO 6C abbildbaren Frequenzbereich bis hin zu 30 kHz hochschraubt.

DSP mit hochwertigen Wandlern und diskreter Class D Endstufe

Da es sich ja um ein Aktiv-Lautsprecher-System handelt, nutzten die Entwickler natürlich alle der sich daraus ergebenden Vorteile, vertrauen somit bei der Signalverarbeitung auf einen mit 24 Bit 96 kHz arbeitenden DSP, der unter anderem als Frequenzweiche eingesetzt wird, wobei die Übergangsfrequenz bei 2,6 kHz liegt. Als Wandler kommen Texas Instruments PCM1796 Burr Brown zum Einsatz.

Für die Verstärkung ist hier ein diskret aufgebautes Verstärker-Modul in Class D verantwortlich, das laut Hersteller selbstschwingend sei und mit einer globalen Gegenkopplung arbeite. Damit lasse sich eine Leistung von satten 250 Watt erzielen. Nur wenn alle „aktiven“ Komponenten des Lautsprecher-Systems perfekt harmonieren, könne man auch perfekte Ergebnisse erzielen, so der Hersteller, der daher neben dem DSP und dem Verstärker auch beim Netzteil große Sorgfalt für eine akkurate Stromversorgung walten ließ. Die Kontrolle der Lautstärke erfolgt direkt vor der Endstufe, sei also so ausgelegt, sodass es zu keinerlei Datenreduktion komme und stets die volle Dynamik zur Verfügung steht.

Bislang ein feiner Aktiv-Lautsprecher…

Der Vollständigkeit wegen sei an dieser Stelle erwähnt, dass man die Dali CALLISTO 6C bereits für sich allein genommen als Aktiv-Lautsprecher einsetzen könnte. Einfach ein Signalkabel von einer Vorstufe dran, und das war’s auch schon… Macht aber keinen Spass.

Der beginnt nämlich erst so richtig, wenn man das System auch tatsächlich so nutzt, wie es vom Hersteller erdacht wurde, also bringen wir die bereits erwähnte zentrale Schnittstelle ins Spiel, den…

Dali CALLISTO Sound Hub

Den Dali CALLISTO Sound Hub bezeichnet der Hersteller völlig zu Recht als Herz des gesamten Dali CALLISTO Systems, er stellt nämlich die zentrale Steuereinheit dar und verfügt zunächst über ausreichend analoge und digitale Schnittstellen. Selbst an Streaming hat man hier gedacht, wenngleich man in der Basis-Ausstattung auf Bluetooth beschränkt ist.

Der Dali CALLISTO Sound Hub präsentiert sich zunächst als sehr kompakte Lösung, misst er doch nicht mehr als 76 mm in der Höhe, 300 mm in der Breite, und 213 mm in der Tiefe und wiegt nicht mehr als 1,6 kg. Das in dezentem Schwarz gehaltene Gerät aus hochglänzendem Kunststoff an der Oberseite, mattem Kunststoff an den Seiten, kann somit problemlos in jedes Wohnumfeld integriert werden, Platz dafür dürfte wohl überall sein, und verstecken muss man das chice System auch nicht.

Die Front ziert ein Drehgeber, der gleichzeitig als Display zur Visualisierung der wesentlichsten Informationen dient. Direkt darüber stehen drei Taster zur Verfügung, einer davon als Standby-Taster, einer zum Stumm schalten, und einer zur Eingangswahl. Mehr an Bedienelementen braucht es nicht…

Wobei, eine Fernbedienung ist natürlich auch mit dabei, wenngleich keine herkömmliche Infrarot-Fernbedienung, sondern erfreulicherweise eine mit Bluetooth. Dies bietet den enormen Vorteil, dass schlicht keine Sichtverbindung zum Hub benötigt wird, dieser könnte also etwa gar in einem Kästchen verschwinden, und sei es nur hinter Glas.

Ach ja, dies darf natürlich nicht vergessen werden, auch direkt an der Oberseite steht eine Art Display zur Verfügung, hier werden die mittels Funk verbundenen Lautsprecher-Systeme angezeigt.

An der Rückseite findet sich zunächst der vom Speaker bereits bekannte „Connect“ Taster, der Anschluss fürs externe Netzteil, und dann natürlich eine Reihe von Ein- und Ausgängen und zwei Einschübe für so genannte Plug-in Module.

Anschluss gesucht…

An Eingängen bietet der Dali CALLISTO Sound Hub zunächst zwei analoge Varianten, einmal ausgeführt als Cincbuchsen-Paar, einmal in Form einer 3,5 mm Stereo Mini-Klinkenbuchse. Über hochwertige Wandler werden analoge Signale unmittelbar gewandelt, und zwar mit 24 Bit und 96 kHz. Für digitale Signale stehen sowohl eine koaxiale, zudem zwei optische S/PDIF-Schnittstellen zur Verfügung. Beide Varianten sind in der Lage, Signale mit bis zu 24 Bit und 192 kHz zu verarbeiten, wobei der Hersteller aber ausdrücklich darauf verweist, dass hier eine Wandlung hin zu 24 Bit und 96 kHz erfolgt.

Eins noch zu den beiden optischen S/PDIF-Schnittstellen, diese unterscheiden sich durch ein wesentliches Detail. Eine davon ist nämlich in erster Linie für TV-Geräte ausgelegt, sodass durch ein Trägersignal der Dali CALLISTO Sound Hub sofort eingeschalten wird. Dadurch ist garantiert, dass man das Dali CALLISTO System perfekt für optimalen Fernsehton einsetzen kann. Bei der zweiten Schnittstelle hingegen wird der Dali CALLISTO Sound Hub allein über ein anliegendes Signal aktiviert bzw. bei keinem anliegenden Signal in den Standby-Modus versetzt.

Wer Smartphones, Tablets oder Notebooks direkt mit dem Dali CALLISTO Sound Hub verbinden, und als Quelle nutzen will, der kann dies über ein integriertes Bluetooth Modul tun, das natürlich dem neuesten Standard entspricht und daher neben dem verlustbehaftet arbeitendem Codec SBC auch AAC für die Apple-Welt, zudem aber auch aptX und gar aptX HD unterstützt. Bei letztgenanntem kann man damit sogar über Bluetooth eine Hi-res Audio-Verbindung herstellen, selbst wenn dabei „nur“ 24 Bit und 48 kHz unterstützt werden.

Eine Netzwerk-Integration ist beim Dali CALLISTO Sound Hub ohne weiteres aber nicht vorgesehen, Streaming übers Netzwerk muss also auf andere Weise erledigt werden.

Etwa durch einen Google Chromecast, den man über einen USB-Port an der Rückseite direkt mit Strom versorgen, und über die analogen bzw. digitalen Eingänge einbinden kann. Dies nur als eine mögliche Option, auf die noch viel elegantere Variante kommen wir gleich zu sprechen.

Zuvor sei noch erwähnt, dass der Dali CALLISTO Sound Hub natürlich auch über einen Vorverstärker-Ausgang verfügt, und zwar in Form eines Cinchbuchsen-Pärchens, zudem darf ein Subwoofer Anschluss auch nicht fehlen, wobei man diesen wohl bei klassischer Stereo-Anwendung eher nicht benötigen wird. Da Dali Speaker A/S rund um das Dali CALLISTO System noch viel vor hat, als Stichwort sei hier Multichannel für Home Cinema genannt…

Eins ist natürlich noch ganz wichtig, nämlich der Hinweis, dass die Signalübertragung vom Hub zu den Speakern ohne klangschädigende Kompression, sondern tatsächlich auf Basis von I2S mit 24 Bit und 96 kHz erfolgt. Damit ist auch geklärt, warum analoge Signale direkt auf diese Auflösung hin gewandelt, und etwaige höhere Auflösungen über die digitalen Schnittstellen herunter konvertiert werden…

Multiroom Audio-Streaming mittels BluOS

Dali Speaker A/S ist der erste Hersteller, der abgesehen von den unter dem Dach der Lenbrook Group vereinten Unternehmen Bluesound International und NAD Electronics International, auf die Plattform BluOS setzt. BluOS ist jene Plattform, die Grundlage für das so genannte Bluesound Wireless Multiroom Hi-res Audio-Streaming-System ist, und die somit alle Produkte von Bluesound International selbst, aber eben auch ausgewählte Lösungen der Marke NAD „antreibt“ und zu einem System vereint. Diese Partnerschaft gaben die beiden Unternehmen erstmals im Mai 2017 anlässlich der High End 2017 bekannt, und diese ist Teil der Strategie von Lenbrook Group, BluOS über das neue Unternehmen BluOS International als Plattform zu vermarkten.

Was aber bedeutet dies nun rund um das Dali CALLISTO System? Nun, für den Dali CALLISTO Sound Hub bietet Dali Speaker A/S ein eigenes Modul an, das in einem der bereits erwähnten beiden Einschübe für Plug-in Module an der Rückseite seinen Platz finden.

Die Installation ist denkbar einfach, es gilt lediglich, zwei Schrauben zu lösen, die Blende zu entfernen, und stattdessen das BluOS NPM-1 Wireless Streaming Music Plug-In Modul einzustecken. Dabei muss man sich nicht einmal Gedanken über den richtigen Einbau machen, es klappt ohnedies nur in einer, der richtigen Richtung…

Das BluOS NPM-1 Wireless Streaming Music Plug-In Modul bietet einerseits eine RJ45 Ethernet Buchse zur Integration ins Netzwerk mittels Kabel, zudem liegt ein WiFi USB-Dongle bei, der an einem der beiden USB-Ports des Moduls eingesteckt wird.

Ist das Modul eingebaut, so steht die volle Funktionalität zur Verfügung, die Bluesound bietet. Das Dali CALLISTO System reiht sich damit nahtlos in alle anderen Lösungen mit BluOS, sei es nun von Bluesound selbst, oder auch NAD.

Bevor wir aber darauf eingehen, wollen wir das Dali CALLISTO System rund um die Dali CALLISTO 6C nun erstmal in Betrieb nehmen.

Man nehme sich etwas Zeit…

…und zwar in etwa fünf Minuten, mehr braucht es nämlich nicht, um das Dali CALLISTO System bestehend aus Dali CALLISTO Sound Hub und Dali CALLISTO 6C in Betrieb zu nehmen und erste Töne erklingen zu lassen.

Zunächst gilt es natürlich, wie zuvor beschrieben, das BluOS NPM-1 Wireless Streaming Music Plug-In Modul in den Dali CALLISTO Sound Hub einzubauen, sofern man ein solches erwirbt.

Anschließend versorgt man den Dali CALLISTO Sound Hub als auch die Dali CALLISTO 6C mit Strom und drückt zunächst am Dali CALLISTO Sound Hub den „Connect“ Taster, danach an einem der beiden Speaker. den „Connect“ Taster.

Unmittelbar nach dem Drücken ertönt ein Dreiklang, das Zeichen dafür, dass sich Speaker und Hub gefunden haben. Danach drückt man den „Connect“ Taster am Speaker erneut, um festzulegen, welche Rolle dieser übernimmt, also ob er dem linken oder rechten Kanal zugeordnet ist. Dies zeigt das bereits zuvor erwähnte beleuchtete Display an der Rückseite der Dali CALLISTO 6C, aber ebenso auch das an der Oberseite des Dali CALLISTO Sound Hub zu findende Display an. Ein erneuter Dreiklang über die Speaker bestätigt, dass man bereits am Ende des Installationsprozess angelangt ist, zumindest für einen Kanal. Man wiederholt dies nun einfach für den zweiten, und schon ist alles erledigt.

Die komplette Online-Welt steht offen Dank BluOS…

Hat man besagtes BluOS NPM-1 Wireless Streaming Music Plug-In Modul installiert, muss man nur noch die entsprechende App laden, die für Apple iOS ebenso zur Verfügung steht, wie für Google Android und sogar Amazon FireOS. Auch für Apple macOS sowie Microsoft Windows steht diese App, der so genannte BluOS Controller, zur Verfügung. Hat man ohnedies bereits ein BluOS-System in Betrieb, taucht der Dali CALLISTO Sound Hub sofort als neues Device auf und kann auch schon eingesetzt werden. Eventuell wird auch gleich ein Update auf die neue Version von BluOS automatisch ausgeführt.

Stellt das Dali CALLISTO System das erste BluOS System dar, gilt es eine Basis-Konfiguration vorzunehmen, etwa festzulegen, wo Audio-Daten im Netzwerk hinterlegt sind, wobei dafür eine simple Datenfreigabe über SAMBA ausreicht, also gar ein UPnP Server vorhanden sein muss. Selbst Musik direkt am Smartphone oder Tablet kann direkt wiedergegeben werden, zudem stehen nahezu alle relevanten Online-Dienste von Spotify über Deezer, Napster bis hin zu TIDAL, Qobuz und HIGHRESAUDIO zur Verfügung. Auch auf Internet Radio muss man natürlich nicht verzichten.

Es würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, würden wir auch nur annähernd auf all die Möglichkeiten eingehen, die dem Dali CALLISTO System durch die Einbindung von BluOS offen stehen, daher sei an dieser Stelle nur noch erwähnt, dass sich die App durch eine sehr flotte, sehr komfortable Steuerung auszeichnet.

Oder darf es doch Roon sein?

Diese wird letztlich nur noch durch eine andere Medienverwaltungs- und Musik-Server-App geschlagen, und das ist ganz klar die Lösung aus dem Hause Roon Labs LLC.

Doch wie erfreulich, alle BluOS-enabled Devices sind automatisch auch kompatibel zu Roon, können also ohne weiteres mit Roon eingesetzt werden, somit auch das Dali CALLISTO System, konkret unser Testmuster Dali CALLISTO 6C.

Damit ist auch klar, womit wir weite Teile unseres ausführlichen Hörtests bestritten haben, schließlich stand uns damit mit einem Schlag und ohne weiteres Zutun unsere gesamte Mediathek inklusive aller Hi-res Audio-Aufnahmen zur Verfügung!

Aus der Praxis

Zunächst sei nochmals darauf verwiesen, wie überaus einfach und simpel dieses System in Betrieb zu nehmen ist. Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man die Funktionalität in Betracht zieht. Die Entwickler von Dali Speaker A/S haben hier wirklich ganze Arbeit geleistet.

Auspacken, beim Hub noch das optionale Modul installieren, etwaige weitere Quellen wie etwa TV-Gerät oder Schallplatten-Spieler über eine Phono-Vorstufe anschließen, alles an den Strom anschließen, und ein paarmal die „Connect“ Tasten drücken, mehr ist es wirklich nicht. Das dürfte selbst absolute Laien vor keine Probleme stellen, die Konfiguration von BluOS tut dies ebensowenig.

Damit sind wir schon bei der Überlegung, für wen diese Lösung geeignet ist. Hier wollen wir an unsere Einleitung anknüpfen und all jene Kunden anführen, die zwar eine Musik-Wiedergabe auf hohem Niveau wünschen, auch bei der Funktionalität und damit den Möglichkeiten keine Abstriche hinnehmen, aber eben mit klassischen HiFi-Lösungen nichts anzufangen wissen. Für diese ist das Dali CALLISTO System geradezu perfekt. An guten Lautsprecher-Systemen kommt man nicht vorbei, dies ist eine unumstössliche Tatsache. Hier erhält man aktive Lautsprecher-Systeme, die in Verbindung mit dem zentralen Hub als Schnittstelle die volle Funktionalität eines modernen HiFi-Systems bieten, Streaming in Hi-res Qualität, ja gar die Grundlage für Multiroom Audio-Streaming sogar inbegriffen. Letztgenanntes erlaubt das das Dali CALLISTO System gar auf Basis des etablierten Systems BluOS, das durch Vielfalt und Qualität, flexible Erweiterbarkeit und allen voran intuitive Bedienung glänzt.

Diese intuitive Bedienung wirkt sich natürlich unmittelbar auf die Bedienung des gesamten Dali CALLISTO Systems aus, denn mit der BluOS Controller App bedient man dies zur Gänze, kann etwa nicht nur auf die verschiedensten Streaming-Inhalte - lokal oder online - zugreifen, sondern auch die zur Verfügung stehenden Eingänge des Dali CALLISTO Sound Hub auswählen.

Für die schnelle Kontrolle der Lautstärke steht direkt auf dem Speaker, an der oberen Front der Dali CALLISTO 6C ein Sensor-Tastenfeld zur Verfügung, wischt man hier mit dem Finger darüber, wird es lauter oder leiser, ein Tippen, und die Speaker verstummen. Ebenso kann man direkt am Hub mittels Drehgeber die Lautstärke kontrollieren, und natürlich den Eingang wählen. Darüber hinaus steht ja auch noch die Bluetooth Fernbedienung zur Verfügung, sodass auch betreffend Bedienung jedwede Vorliebe unterstützt wird, von der App bis hin zum direkten Griff zum Gerät.

Die zahlreichen Anschluss-Optionen decken eigentlich alles ab, was man an Quellgeräten nutzen könnte, analog etwa für Schallplatten-Spieler, digital für Fernseher, Spielkonsole und CD-Player, und ja, auch Bluetooth darf man nicht vergessen, um Smartphones, Tablets, oder auch portable Audio-Player einzubinden. Wir haben es schon vielfach erwähnt, man darf das Dali CALLISTO System durchaus als moderne Interpretation eines All-in-One Systems auf sehr hohem Niveau bezeichnen.

Abschließend sei natürlich noch der wirklich hervorragende Klang explizit hervor gehoben, schließlich stellt die Dali CALLISTO 6C das aktuelle Flaggschiff der Serie dar. Die Klangcharakteristik wollen wir als typisch Dali bezeichnen, wobei dies ganz klar als Kompliment zu verstehen ist. Es ist eben doch ein sehr großer Vorteil, wenn Entwickler ihre Klangvorstellung so unmittelbar umsetzen können, wie dies allein Aktiv-Lautsprecher bieten, da hier Chassis, Gehäuse, Signalverarbeitung und Endstufen aus einer Hand stammen und optimal aufeinander abgestimmt werden können.

Einmal mehr sei damit auch an dieser Stelle gesagt, dass uns bei Lautsprechern aus dem Hause Dali Speaker A/S allen voran die vergleichsweise neutrale, aber eben nicht nüchterne, sondern wirklich musikalische Darbietung begeistert, und dies liefert die Dali CALLISTO 6C in Reinkultur.

Somit eignet sich die Dali CALLISTO 6C als wahres Allround-Talent, zeigt sich weder bei dem einen noch dem anderen Musik-Genre als Diva, sondern überzeugt mit ausgewogenem Klang und Sinn für Dynamik.

Bevor wir nun zu unserem Fazit kommen, lassen Sie uns noch einen kleinen Blick auf die etwaigen Pläne von Dali Speaker A/S rund um die Zukunft des Systems werfen.

Das System der Zukunft, die Zukunft des Dali CALLISTO Systems

Es gibt ja bereits ganz klare Hinweise darauf, dass das, wie es jetzt ist, noch nicht alles gewesen sein wird. Wozu sollte man etwa ein Display integrieren, das für mehr als zwei Lautsprecher-Symbole ausgelegt ist, wenn man dann nicht auch mehrere Lautsprecher-Systeme vorsieht. So arbeiten die Entwickler von Dali Speaker A/S bereits mit Hochdruck daran, dass sich mit dem Dali CALLISTO System Surround Sound für Home Cinema abbilden lässt, also etwa ein 5.1-, 7.1- oder gar 9.1-Kanal-System.

Wozu sollte man zwei Einschübe am Hub vorsehen, wenn man nur ein BluOS Modul im Angebot hat? Wenn wir etwa von Home Cinema sprechen, fehlen doch ganz klar HDMI-Schnittstellen und mit etwas Fantasie könnte man sich ja auch ein Phono-Modul vorstellen… Da gibt es also noch ausreichend Spielraum für künftige Erweiterungen in alle nur erdenklichen Richtungen.

Auf den Punkt gebracht

Für uns ist klar, Lösungen wie das Dali CALLISTO System stellen die Zukunft dar. Wohl nicht für alle, aber mit Sicherheit für die meisten Konsumenten. Gerade wer mit Smartphone und Tablet aufgewachsen ist, in seinem Leben vielleicht noch nie auch nur eine CD gekauft hat, da alle relevanten Inhalte ohnedies jederzeit und überall online zur Verfügung stehen, der dennoch Wert auf hohe Qualität legt, der liegt hier genau richtig. Dali CALLISTO bietet genau jene Qualität, die HiFi ausmacht, aber in Form einer überaus innovativen Lösung, die alles in kompaktest möglicher Form bietet. Mehr kann man nicht weglassen, mehr benötigt es aber auch nicht. In der Klasse Aktiv-Lautsprecher stellt das Dalli CALLISTO System insgesamt eine klare Empfehlung dar, eine derartige Funktionalität bietet hier jedoch bislang niemand, sodass insbesondere die Dali CALLISTO 6C als feiner Stand-Lautsprecher schlicht als herausragende Lösung zu werten ist.

9,0 (Herausragend)

The Good

  • Einzigartiges Konzept
  • Simple Installation des Basis-Systems
  • simple Installation des Streaming-Moduls
  • BluOS als Basis für große Auswahl weiterer Multiroom Streaming-Lösungen
  • elegantes Erscheinungsbild
  • kompakte Abmessungen
  • tadelloser Klang
  • intuitive Bedienung

The Bad

  • Sensor-Touchfeld auf den Speaker ist nicht markiert
8 Klang
10 Bedienung
7 Design
9 Preis/Leistung

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