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Dali EPICON 8 im Test - Die Krönung…

Foto © Dali Speaker A/S

High-end HiFi-Lösungen laden zumeist zum Träumen ein, nur wenige HiFi-Liebhaber können sich die allerfeinsten Lösungen renommierter Hersteller auch tatsächlich leisten. Nicht so bei Dali Speaker A/S. Zugegeben, auch hier sprechen wir nicht von Peanuts, aber die Dänen erlauben mit ihrer traditionell moderaten Preisgestaltung so manchem selbst den Einstieg in die Referenz-Linie, bis hin zum absoluten Flaggschiff, der Dali EPICON 8.

Kurz gesagt...

Wenn ein Hersteller jahrzehntelange Erfahrung und Expertise in eine Produktserie packt, dann darf man Großes erwarten, wie etwa bei der Dali EPICON Serie, speziell der Krönung dieser Serie, der Dali EPICON 8.

Wir meinen...

Bislang klaffte in unseren Produkttests bei Dali Speaker A/S eine klare Lücke, und dies ausgerechnet bei jenem System, das wohl die Essenz dessen bedeutet, wofür Dali Speaker A/S steht, nämlich der krönende Höhepunkt der Dali EPICON Referenz-Serie, die Dali EPICON 8. Das wunderbare an High-end HiFi dieser Klasse ist, dass es sich fast um „zeitlose“ Lösungen handelt, die über Jahre hinweg im Angebot der Hersteller zu finden sind und damit dem Kunden eine wertstabile Investition garantieren. Und uns die Möglichkeit bieten, die erwähnte Lücke nun endlich zu schließen.
Hersteller:Dali Speaker A/S
Vertrieb:Audiophil GbR
Deutschand:Dali Deutschland GmbH
Preis:€ 7.199,- pro Stück

Von Michael Holzinger (mh)
31.01.2018

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Zugegeben, es ist schon ein paar Jährchen her, dass die renommierte dänische Lautsprecher-Schmiede Dali Speaker A/S erstmals die Dali EPICON Serie ankündigte. Es war gar bereits im Jahre 2012, als diese Modellreihe erstmals im Rahmen der High End 2012 erstmals in München präsentiert wurde.

Doch das schöne an High-end HiFi-Lösungen, zu denen diese Modellreihe aus dem Hause Dali Speaker A/S zweifelsfrei zählt, ist ja, dass diese geradezu „zeitlos“ erscheinen. Sie entziehen sich den leider immer schnelleren Produktzyklen, die längst auch in der Welt der gehobenen Unterhaltungselektronik Einzug gehalten haben, und erfreuen somit ihre Besitzer mit dem Gefühl, nicht nur ein erstklassiges Produkt erworben zu haben, sondern zudem ein über viele, viele Jahre wertstabiles.

Dies ist im konkreten Fall der Dali EPICON Serie noch spannender als vielleicht bei so manch anderen ähnlich konzipierten Produkten, denn selbst wenn es sich hierbei um die ausgewiesene Referenz-Serie der Dänen handelt, so verfolgt Dali Speaker A/S auch hier die Strategie, die wohl maßgeblich für den großen Erfolg des Unternehmens verantwortlich ist, nämlich eine stets moderate Preisgestaltung. So laden ausgewiesene High-end HiFi-Lösungen zum Träumen ein, doch dabei bleibt es zumeist, schließlich handelt es sich vielfach um Produkte, die für viele HiFi-Liebhaber ganz banal aus finanziellen Gründen außer Reichweite sind. Schnell bewegt man sich in Preisregionen, die für viele jenseits aller Möglichkeiten liegen. Natürlich wird dies für so manchen wohl auch für die Modelle der Dali EPICON Serie gelten, allerdings werden hier Preise aufgerufen, die sich zumindest für eine Vielzahl an HiFi-Enthusiasten in vorstellbaren Regionen bewegen, selbst beim Flaggschiff-Modell dieser Referenz-Serie, der Dali EPICON 8.

Referenz-Serie, diesen Begriff verwendet Dali Speaker A/S keineswegs leichtfertig, man ist sich durchaus bewusst, dass man damit immens hohe Erwartungen weckt, zumal man mit zig Produktserien über Jahrzehnte hinweg zumeist sehr eindrucksvoll bewiesen hat, dass man sich famos auf die Entwicklung herausragender Lautsprecher-Systeme mit einzigartigen Technologien versteht. Wenn man also im Zusammenhang mit der Dali EPICON Serie von einer Referenz-Lösung im High-end HiFi-Segment spricht, dann untermauert man dies auch gleich mit einer Vielzahl an Fakten.

So gibt man zu Protokoll, dass es sich bei dieser Lautsprecher-Serie um eine Produktlinie handelt, in die all die Erfahrung und Expertise aus immerhin nahezu 30 Jahren eingeflossen sind. Man habe sich hier das durchaus sehr ambitionierte Ziel gesetzt, ein absolutes Highlight der nunmehr ja bereits durchaus recht langen, und an hervorragenden Produkten nicht gerade geringen Firmengeschichte zu kreieren. Ja, man wolle gar den Begriff High-end im Lautsprecher-Segment neu definieren, und zwar mit Lösungen, die sich mit einer unglaublich dynamischen und gleichzeitig aber auch feinsinnigen Wiedergabe auszeichnen, und damit zum Besten zählen sollen, was das Segment der Lautsprecher-Systeme bereit hält. Wohlgemerkt, dies alles versprach man bereits im Jahre 2012, und wie es sich für ein derart positioniertes High-end System geziemt, gilt das auch noch heute, wie unser aktueller Test der Dali EPICON 8, also dem Flaggschiff der Serie zeigt - soviel vorweg.

Geballte Erfahrung aus 30 Jahren…

Wie beschrieben, nutzte man die Dali EPICON Serie dazu, all die Erfahrungen in der Entwicklung von Lautsprecher-Systemen aus drei Jahrzehnten, und somit all die in dieser Zeit ersonnenen exklusiven Technologien in den Modellen einer Produktserie in ihrer „reinsten“ Form zu konzentrieren. Dennoch, dies allein ist es natürlich nicht, was die Dali EPICON Serie zu einem derart besonderen System macht, vielmehr treibt man es hier auf die Spitze, und gönnt sich etwa so manch Extra, das in den herkömmlichen Produktserien nicht oder nicht in dem Ausmaß möglich wäre, wie etwa völlig neu entwickelte Chassis und eine besonders aufwendige und edle, in Handarbeit gefertigte Gehäuse, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Überaus elegantes Auftreten…

Beginnen wir also gleich mit dem Erscheinungsbild der Dali EPICON 8, die sich als ausgewiesenes Referenz-System, gar als Flaggschiff der Referenz-Serie im Vergleich zu so manch anderen derart konzipierten System letztlich als überaus kompaktes Lautsprecher-System präsentiert. Gerade bei jenen Produkten, die sich als Flaggschiff eines Herstellers präsentieren sollen, neigt so manch Unternehmen dazu, dies auch durch entsprechende Abmessungen zum Ausdruck zu bringen. Nicht so Dali Speaker A/S, die mit der Dali EPICON 8 ein geradezu vergleichsweises schlankes, zumindest die Abmessungen betreffend dezentes Lautsprecher-System offerieren.

So weist die Dali EPICON 8 Abmessungen von 1.262 mm in der Höhe auf, sowie eine Breite von 353 mm, und eine Tiefe von 497 mm. Man muss hier also nicht den Hörraum rund um das Lautsprecher-System konzipieren, vielmehr fügt sich im Fall der Dali EPICON 8 das Beste eines Herstellers harmonisch in nahezu jedes Wohnumfeld ein. Allein dies unterstreicht einmal mehr die vielleicht etwas andere Denkweise der Dänen einmal mehr eindrucksvoll.

Allein wenn es darum geht, die Dali EPICON 8 an ihren Platz zu stellen, da sollte man sich Unterstützung sichern, denn es gilt nicht weniger als 47,5 kg zu wuchten. Ein klares Indiz dafür, dass hier wirklich feinste Ausstattung geboten wird, allen voran auch beim Aufbau des Gehäuses.

Schließlich gilt es, schon bei der Konstruktion des Gehäuses optimale Voraussetzungen zu schaffen, dass die Treiber ihr volles Potential auch tatsächlich ausschöpfen und zur Geltung bringen können. Nur eine optimale Gehäusekonstruktion kann dafür sorgen, dass der Luftstrom stets kontrolliert stattfindet, und das klangschädigende Resonanzen unterbunden werden.

Nicht weniger als 33 mm etwa weist die zweischichtige Frontwand der Dali EPICON 8 auf, ein probates Mittel, um dafür Sorge zu tragen, dass die Energie der Treiber nicht in Gehäusevibrationen verpufft.

Die Seitenteile der Dali EPICON 8 werden gar aus sechs einzelnen, miteinander verleimten Lagen aus MDF-Platten aufgebaut.

Um sowohl bei der Front als auch den Seitenteilen die spezielle geschwungene Form - der Hersteller spricht von einer organischen Form - der Dali EPICON 8 zu erzielen, werden diese zunächst erhitzt, und dann gepresst. Diese Formgebung ist ein essentielles Konstruktionsmerkmal, da dadurch stehenden Wellen im Gehäuseinneren im Ansatz eliminiert werden. Zusätzliche Kontrolle erhält man durch ein Separieren der Chassis in eigenen Kammern. Bei der Dali EPICON 8 bedeutet dies, dass sowohl Tiefton-Treiber als auch Mittelton-Treiber sowie Hochtöner jeweils in eigenen Kammern untergebracht sind, sodass sich die einzelnen Chassis in keinster Weise gegenseitig beeinflussen können und somit die von Dali Speaker A/S seit jeher verfolgte Strategie für ein optimales Timing durch ungestörten Luftstrom vollends erfüllt wird. Wobei, dies sei auch angemerkt, die einzelnen Kammern plus Verstrebungen sind natürlich bestens dazu geeignet, die Stabilität der Konstruktion insgesamt zu verbessern.

Selbst bei der Rückwand schöpfte man im wahrsten Sinne des Wortes aus dem „Vollen“, denn hier kommt eine MDF-Konstruktion zum Einsatz, deren Wandstärke nicht weniger als 63 mm beträgt. In diese wurden alle Aussparungen wie etwa fürs Bassreflex-System oder das Anschluss-Panel mit CNC-Fräsen präzise ausgeführt.

Selbst bei der Platzierung der Frequenzweiche ist hier alles so ausgelegt, dass nichts den kontrollierten Luftstrom im Inneren stören kann, diese wird daher direkt auf dem Boden des Gehäuses in einem eigenen Gehäuse untergebracht.

Die Dali EPICON 8 wird mit Echtholz-Furnier veredelt, wobei man diese insgesamt zehn Mal lackiert, so der Hersteller. Dies ergibt eine Lackschicht von insgesamt in etwa 2 mm, wobei nach jedem Auftragen einer Lackschicht von Hand poliert wird, um eine tadellose Oberfläche zu garantieren.

Der Kunde kann bei der Dali EPICON 8 zwischen vier Design-Varianten wählen. So steht neben Schwarz Hochglanz und Weiss Hochglanz auch Walnuss Hochglanz und Ruby Makassar Hochglanz zur Verfügung, letztgenannte Ausführung wäre zumindest unser absoluter Favorit, dies nur so als persönliche Anmerkung, die man uns nachsehen mag…

Ein 3+ 1/2-Wege System…

Ausgelegt ist die Dali EPICON 8 als so genanntes 3+ 1/2-Wege Bassreflex-System. Grob gesagt bedeutet dies, dass hier neben zwei Tiefmittelton-Chassis ein Mitteltöner und ein spezieller Hochton-Treiber, ein so genanntes Hybrid-Hochton-Modul als Kombination eines Bändchen und einer Gewebekalotte zum Einsatz kommen. Ein Bassreflex-System rundet die Wiedergabe zudem nach unten hin ab.

Um diese allgemeine Beschreibung auch gleich mit entsprechenden technischen Eckdaten zu unterfüttern, die Dali EPICON 8 ist in der Lage, einen Frequenzbereich zwischen 35 Hz und 30 kHz abzubilden, wobei die Frequenzweiche bei 550 Hz, 3,1 kHz und 15 kHz ansetzt. Das Bassreflex-System ist auf 28 Hz abgestimmt. Die Impedanz wird vom Hersteller mit 5 Ohm, die Empfindlichkeit mit 89 dB, und die empfohlene Verstärker-Leistung mit 50 bis 500 Watt angegeben.

Doch wie so oft, allein die nackten Zahlen sind zwar durchaus von Relevanz, sagen aber letztlich nicht wirklich klar aus, welch Detailfülle dahinter steckt.

In den tiefen und mittleren Frequenzen…

Sehr markant treten bereits optisch die beiden Tiefton-Chassis der Dali EPICON 8 in Erscheinung, schließlich weisen diese einen Durchmesser von jeweils 200 mm auf und präsentieren sich, wie könnte es anders sein, im typischen rotbraunen Farbton, der längst ein charakteristisches Merkmal aller Lautsprecher-Systeme aus dem Hause Dali Speaker A/S ist, und viel über den eingesetzten Werkstoff verrät.

Hierbei handelt es sich nämlich um ein spezielles Gemisch aus Holzfasern, die bei diesem Lautsprecher-System erstmals mit einer neuen Imprägnierung und einer ebenfalls neuen, erst nach der Montage erfolgten Beschichtung versehen waren. Es ist dieser spezielle Werkstoff, der viele Tuning-Maßnahmen anderer Hersteller obsolet macht, denn für eine optimale Kontrolle der Membran sorgt hier bereits die sich durch die Holzfasern ergebende chaotische Oberfläche der Membran. Zudem erweist sich dieser Werkstoff als überaus steif und dies bei sehr geringem Gewicht.

Gehalten werden diese Membranen durch sehr verlustarme Gummi-Sicken, denn das erklärte Ziel der Entwickler ist es, eine Chassis-Konstruktion zu erzielen, die sehr geringe mechanische Verluste aufweist, die Beweglichkeit der Membran tunlichst durch nichts zu beeinflussen oder zu limitieren. Dazu gehört natürlich auch ein Aufbau der Lautsprecher-Körbe, die eine freie Zirkulation des Luftstroms garantieren.

Ganz besondere Aufmerksamkeit schenkte man dem eigentlichen Antrieb der Chassis, wobei man bei der Dali EPICON Serie und damit auch bei der Dali EPICON 8 auf ein völlig neu entwickeltes Magnet-System, das so genannte Linear Drive Magnet System setzte.

Dieses ist das Ergebnis umfangreicher Berechnungen mit speziellen Simulationsprogrammen, so der Hersteller, aber ebenso ausführlicher, ganz praktischer Versuchsreihen. Erklärtes Ziel war es, ein Antriebssystem zu entwickeln, bei dem Verzerrungen auf ein absolutes Minimum reduziert werden, und das sowohl „Strom“- bzw. Pegel- als auch Frequenz-unabhängig gleichmässige magnetische Bedingungen geschaffen werden, um letztlich stets akkurate Ergebnisse zu liefern.

Erzielt wird dies durch einen völlig neu entwickelten, weichmagnetischen Werkstoff, einem so genannten Soft Magnetic Compound, oder kurz SMC, der anstelle von Eisen als Werkstoff für den Polkern zum Einsatz kommt. Hierbei handelt es sich um ein Pulver, dass in einem aufwendigen Verfahren von einem externen Spezialisten geformt wird, um als Polkern eingesetzt zu werden. Damit wird sichergestellt, dass die Modulationen des Luftspalt-Flusses keinen neuen konkurrierenden Fluss im Luftspalt erzeugen, sobald Strom durch die Schwingspulen-Windungen fließt. Zwei Aluminium-Ringe rund um den Polkern sorgen für eine deutlich reduzierte Schwingspuleninduktivität die zudem über die gesamte Auslenkung bei nur sehr geringen Abweichungen konstant bleibt.

Aber nicht nur die Tiefton-Chassis, auch der Mittelton-Treiber der Dali EPICON 8 ist derart komplex aufgebaut, wobei dieser einen Durchmesser von 165 mm aufweist.

Ein Wort noch zum bereits erwähnten Bassreflex-System, dieses bietet gleich zwei Öffnungen an der Rückseite, man erinnere sich an die Chassis in separaten Kammern. Wesentlich in diesem Zusammenhang ist zudem, dass man die Bassreflex-Rohre bewusst nahe an die Treiber heranführt, sodass der Zeitversatz zwischen Treiber und Bassreflex-System auf ein absolutes Minimum reduziert wird. Dies stellt ein besseres Timing und damit ein genaueres Impulsverhalten sicher. Natürlich sind die Bassreflex-Rohre der Dali EPICON 8 strömungsoptimiert ausgeführt, sprich, an beiden Enden abgerundet ausgeführt. Die bereits erwähnte Abstimmung auf 28 Hz und damit etwas unterhalb der unteren Grenzfrequenz sorgt für einen nahtlosen Übergang und entsprechend Souveränität in der Abbildung.

Hybrid-Hochtonmodul - Aus zwei mach eins…

Erklärtes Ziel der Entwickler war es, nicht weniger als optimale Ergebnisse mit der Dali EPICON 8 zu erzielen. Es liegt also nahe, dass man dafür alle nur erdenklichen Wege einschlägt, und etwa mehrere Lösungsansätze zur optimalen Lösung kombiniert. Wie etwa beim Hochtöner der Dali EPICON 8, der in Wahrheit nicht aus einem, sondern gar zwei Hochtönern besteht, sich somit als so genanntes Hybrid-Hochtonmodul als Kombination eines Kalotten-Treibers mit einem Bändchen-Hochtöner erweist.

Basis ist also zunächst der „normale“ Hochtöner in Form einer 29 mm Gewebe-Kalotte, darüber setzt das Bändchen mit 10 x 55 mm an, wobei der Hersteller hierbei von einem Super-Hochtöner spricht. Nach Ansicht der Entwickler sei dies nahezu die perfekte Lösung für die Wiedergabe hoher Frequenzen, da hier die Vorteile zweier Treiber-Prinzipien auf ideale Weise kombiniert werden können.

Vor allem dann, wenn man diese wie bei der Dali EPICON 8 in einer soliden Aluminium-Platte verankert, sodass die beiden Treiber tatsächlich eine Einheit bilden, und damit akurat von den übrigen Treibern getrennt sind.

Den Hauptteil übernimmt natürlich zunächst der Kalotten-Treiber mit seiner Membran aus Seide, und zwar bereits ab 3,1 kHz. Erst jenseits der 10 kHz beginnt der Bändchen-Treiber nach Angaben des Herstellers zu wirken, und mischt sich ab 15 kHz so richtig ins Geschehen ein, während der Kalotten-Treiber noch bis rund 20 kHz ebenfalls weiter wirkt. Damit garniert der Bändchen-Treiber, überspitzt formuliert, die Wiedergabe des Kalotten-Treibers mit dem letzten Quäntchen Feinzeichnung und Details, und übernimmt dann die alleinige Wiedergabe, wenn die Leistungsfähigkeit der Kalotte endet, und zwar bis hin zu 30 kHz. Durch diese Anordnung bzw. Kombination sei auch eine sehr homogene Abstrahlung der Dali EPICON 8 garantiert.

Nichts soll in den Signalfluss, was da nicht sein muss…

Getreu diesem Motto ist die Frequenzweiche der Dali EPICON 8 aufgebaut. Dass hier nur handverlesene Bauteile zum Einsatz kommen, versteht sich ohnedies als Selbstverständlichkeit, wobei man die Entscheidung für diese Bauteile allen voran auf Grund ausgiebiger Messungen, aber insbesondere auch intensiver Hörvergleichen traf. Handverlötet wird damit die Frequenzweiche der Dali EPICON 8 realisiert, wobei man bei der Innenverkabelung auf Dali Cordial III mit 37 Strängen mit je 0,32 mm, aufgebaut in vier Lagen und einer Isolierung aus Polyethylen für eine bestmögliche Signalübertragung vertraut. Lediglich der Bändchen-Hochton-Treiber sei mit einem dünneren, für die Übertragung hoher Frequenzen optimierten Kabel, dem Dali Cordial I verbunden, so der Hersteller.

Dass das Anschluss-Panel der Dali EPICON 8 ebenso keinen Grund zum Tadel gibt, dürfte kaum überraschen, zumal hier überaus solide Schraubklemmen zum Einsatz kommen, die natürlich auch Bi-wiring und Bi-amping erlauben. Wie könnte es auch anders sein in dieser Klasse…

Aus der Praxis…

Wir konnten über die Jahre hinweg ja bereits eine Vielzahl an unterschiedlichsten Lautsprecher-Systemen aus dem Hause Dali Speaker A/S unter die Lupe nehmen, schließlich hält das breit aufgestellte Produktangebot der Dänen für nahezu jede Anforderung eine passende Lösung bereit. Eins fällt dabei sehr rasch auf, nämlich, dass es die Entwickler famos verstehen, „ihre“ Philosophie, ihren Anspruch an die Darbietung, an die Klangcharakteristik, wirklich über alle Produktlinien in den unterschiedlichsten Preiskategorien hinweg umzusetzen. Dali „klingt“ eben wie Dali, man weiss also, was zu erwarten ist, und dies ist im positivsten Sinne zu verstehen.

Das bemerkenswerte dabei ist, dass man bereits bei den Einstiegslösungen viel von diesem speziellen Charakter erhält, und sich dies von Klasse zu Klasse hinweg aber dennoch stetig steigert. Immer klarer tritt hervor, welch Intensionen die Entwickler verfolgen, wie sie bestmögliche Musik-Wiedergabe interpretieren und auf welche Merkmale sie hierbei Wertlegen. Bis hin zu Dali EPICON Serie als Referenz, und hier wiederum der Dali EPICON 8, die all dies in konzentrierter, reinster Form repräsentiert.

Dali Speaker A/S versteht sich keineswegs als Hersteller, der sich dazu berufen fühlt, Musik steril zu sezieren, vielmehr erachtet man es als oberstes Ziel, Musik so darzubieten, dass jedwedes Detail tatsächlich dargeboten, aber in erster Linie genossen werden kann.

So handelt es sich etwa bei der Dali EPICON 8 um ein Referenz-System, das wirklich universell einsetzbar ist, sich für verschiedenste Musik-Genres eignet, und zwar ohne bei dem einen oder anderen etwas „bockig“ und widerspenstig zu erscheinen. Dali Speaker A/S versteht seine Lautsprecher-Systeme letztlich als tunlichst untrügliche Werkzeuge, um dem Kunden die Musik in bester Form darzubieten, die dieser bevorzugt, sei es nun sanfter Jazz, erdiger Blues, stimmungsvolle Lounge Musik, Folk, Klassik oder deftigen Rock oder knallharte elektronische Beats.

So ergab es sich, dass wir diesen Test bei unseren Freunden von der HeimkinoWelt - Österreichs größter Fachhändler und natürlich Dali Fachhandelspartner - in deren großzügigen Studios absolvierten, und gemeinsam mit dem Geschäftsführer Thomas Chuchlik eine durchaus intensive aber umso entspanntere und kurzweilige Hör-Session absolvierten. Mit dem Apple iPad in der Hand navigierten wir durch eine umfangreiche Mediathek an unterschiedlichsten Musik-Titeln, und stets folgte bereits nach nur wenigen Takten ein wohlwollendes Kopfnicken als Ausdruck dafür, dass es so und nicht anders zu klingen habe.

Das ist wohl eines der wesentlichen Merkmale, die den Autor dieser Zeilen ganz besonders an den Lösungen aus dem Hause Dali Speaker A/S faszinieren, diese Souveränität, Musik einfach so erklingen zu lassen, dass man nie das Gefühl hat, dass da irgendwas fehlen würde, dass es irgendwie anders klingen sollte. Und dabei ist es etwa im Fall der Dali EPICON 8 völlig gleichgültig, ob man persönlich eher zu jenen gehört, die die leise, sanfte Darbietung zu schätzen wissen, denn bereits bei vergleichsweise sehr geringen Pegeln liefert die Dali EPICON 8 ein sehr detailreiches, zudem aber auch dynamisch akkurates Klangbild mit wunderbar über die gesamte Klangbühne aufgefächerter Darbietung. Unserer bescheidenen Einschätzung nach zeichnet allen voran diese Eigenschaft ein erstklassiges Lautsprecher-System aus, denn „laut“ kann bald etwas begeistern, zumindest kurzfristig.

Dies soll aber keineswegs heissen, dass die Dali EPICON 8 nicht auch anders könnte, wer will kann hier den Regler auch recht weit nach rechts drehen, braucht es aber nicht…

Packende Detailtiefe, gar eine bemerkenswerte Verspieltheit liefert die Dali EPICON 8 bis in oberste Frequenzen hinein, sodass man so manch Nuance entdeckt, die bislang verborgen blieb. Souverän zeigt sie sich zudem in den mittleren Lagen, kann Stimmen aber auch Instrumente mit ihrer ganz individuellen Charakteristik und Fülle wunderbar in Szene setzen, natürlich unterstützt von einer Abbildung im Bassbereich, die niemals auch nur den kleinsten Zweifel darüber aufkommen lässt, dass dies nicht mit einer absoluten Leichtigkeit, geradezu einer Nonchalance geliefert wird, da alles auf den Punkt und mit absoluter Präzision dargeboten wird.

Auf den Punkt gebracht

Dass die audiophilen Tugenden des Flaggschiffs der Dali EPICON Serie, eine Darbietung auf höchstem Qualitätsniveau, das ohne den geringsten Zweifel als Referenz einzustufen ist, im Fall der Dali EPICON 8 in vergleichsweiser kompakter, überaus eleganter und damit wohnraumfreundlicher Form geboten werden, erfreut natürlich ganz besonders. Allerdings sollte man sich von diesen kompakten Abmessungen nicht in die Irre führen lassen, es darf durchaus ein etwas größeres Wohnzimmer sein, um der Dali EPICON 8 den entsprechenden Spielraum zu bieten. In Verbindung mit der richtigen Elektronik weiss die Dali EPICON 8 ganz, ganz groß aufzuspielen und sich wahrlich als das Lautsprecher-System aus dem Hause Dali Speaker A/S zu präsentieren, das in reinster Form all das repräsentiert, wofür die dänische Marke steht.

9,0 (Herausragend)

The Good

  • Tadellose Verarbeitung
  • sehr edles Design
  • vergleichsweise kompakte Abmessungen
  • herausragende Detaildarbietung
  • ansprechende Mittenabbildung
  • souveräne Bassdarbietung
  • "musikalischer" Vortrag

The Bad

  • Kein Nachteil ersichtlich
9 Klang
9 Design
9 Preis/Leistung

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Testumfeld:

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