Foto © Dali Speaker A/S

Dali KUBIK ONE im Test - Die Soundbar mit HiFi-Tugenden…

Als besonders flexibles Soundsystem bewirbt der dänische Lautsprecher-Spezialist Dali das neueste Produkt der Dali KUBIK-Reihe, das Dali KUBIK ONE. Dabei handelt es sich um eine so genannte Soundbar, allerdings spricht das Unternehmen bewusst nicht von einer solchen, sondern vielmehr von einem Soundsystem, das für TV als auch Musik konzipiert wurde.

Kurz gesagt...

Das Dali KUBIK ONE gleicht auf den ersten Blick einer üblichen Soundbar, aber das Soundsystem will mehr sein, nämlich eine besonders flexible Lösung für TV als auch Musik, und schafft dies problemlos.

Wir meinen...

Auch wenn sich das Dali KUBIK ONE in Form einer sehr schicken Soundbar präsentiert, es ist zu mehr berufen. Nicht nur, dass damit der Fernsehabend wohlklingend gestaltet werden kann, auch die Wiedergabe von Musik macht hier Dank bewusst neutraler Abstimmung wirklich Spass. Und da neben zwei analogen gleich zwei digitale Eingänge zur Verfügung stehen, ein USB-Port für Macs und PC vorhanden ist, und auch ein Bluetooth Modul inklusive apt-X für mobile Devices zur Verfügung steht, kann man ohne Übertreibung von einem All-in-One System mit HiFi-Tugenden sprechen.
Hersteller:Dali A/S
Vertrieb:Dali Deutschland GmbH
Preis:€ 999,-

Von Michael Holzinger (mh)
27.11.2014

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Eine so genannte Soundbar oder auch ein so genanntes Sounddesk sind inzwischen unerlässlich geworden, wenn man moderne Flachbild-Fernseher nutzt. Nur so lässt sich die zumeist hervorragende Bildqualität, die Funktionalität allen voran im Netzwerkumfeld, und der Bedienkomfort mit einem ansprechenden akustischen Erlebnis im wahrsten Sinne des Wortes in Einklang bringen. Der Fernseher allein kann dies nicht leisten, schließlich gilt hier zumeist die Prämisse, dass sich dieser möglichst flach und somit unauffällig an die Wand schmiegt, und dezent ins Wohnumfeld integrieren lässt.

Natürlich könnte man den Fernseher mit einem HiFi-System oder gar einem Home Cinema-System verbinden, und somit eine stets optimale Klangkulisse genießen. Abgesehen davon, dass dies leider doch vielfach schlichtweg nicht vorhanden ist, wer will fürs alltägliche Fernsehen tatsächlich den kompletten Gerätepark aktivieren? Daher, wie gesagt, stellt eine zusätzliche Lösung wie etwa eine Soundbar zumeist in jedem Fall die optimale Lösung dar.

Entsprechend groß ist das Angebot inzwischen am Markt, und zwar in den unterschiedlichsten Preisklassen. Dies beginnt bei Lösungen, zumeist von TV-Herstellern selbst, die zwar um wenig Geld viel versprechen, dies aber nicht einlösen können. Wie denn auch, wenn in diesen zusätzlichen ebenfalls sehr kompakt konzipierten Systemen mehr oder weniger die gleichen Komponenten zu finden sind, wie im Fernseher selbst?

Einen gänzlich anderen Ansatz verfolgen hier ausgewiesene Experten, also Lautsprecher-Produzenten, die ihr Handwerk verstehen, und in meist jahrelanger, teils gar jahrzehntelanger Entwicklung enorme Erfahrungen sammeln konnten, und die somit bestens darüber bescheid wissen, wie man selbst aus ansich recht kompakten Produkten besonders ansprechenden Klang zaubern kann.

Und dazu zählt ohne Zweifel auch der dänische Lautsprecher-Produzent Dali A/S, der nunmehr mit dem Dali KUBIK ONE ebenfalls eine Soundbar anbietet.

Wenngleich, die Dänen sehen es gar nicht so gerne, wenn man den neuen Dali KUBIK ONE als Soundbar bezeichnet, selbst wenn dies wohl die primäre Aufgabe dieser Lösung sein wird. Ganz bewusst streicht man deutlich hervor, dass der Dali KUBIK ONE eben mehr sein soll, als nur eine weitere Soundbar. Vielmehr hat man es sich zum Ziel gesetzt, hier ein möglichst flexibles Soundsystem zu konzipieren, das man durchaus als eine Art All-in-One Lösung verstehen kann, das somit für TV als auch Musik bestens geeignet ist. Damit reiht er sich nahtlos in die Familie der jungen Dali KUBIK-Familie ein, die mit dem Dali KUBIK FREE ja bereits ein sehr kompaktes, sehr ansprechendes aktives Lautsprecher-System bietet.

Im Vergleich zu so manch anderer Soundbar ist der Dali KUBIK ONE nicht auf besonders flache Abmessungen getrimmt. Mit einer Länge von 980 mm und einer Höhe von 162 mm misst das System immerhin 102 mm in der Tiefe. Durch den rechteckigen Querschnitt wirkt dies natürlich noch etwas fülliger, aber genau dies ist auch der Grund für den gewählten Formfaktor. Da man auf einen möglichst flachen Formfaktor verzichtete, gewinnt man einiges an Volumen, und dies ist letztlich maßgeblich für einen möglichst satten Klang.

Dennoch, den Designern von Dali gelang es, eine Formgebung zu realisieren, mit der sich das Dali KUBIK ONE problemlos und sehr dezent in jedes Wohnumfeld integrieren lässt. Und zwar gleichgültig, ob man diese Lösung nun direkt an der Wand unterhalb des Fernsehers montiert, oder etwa auf einem Lowboard oder Sideboard aufstellt. Für die Wandmontage benötigt man übrigens kein optionales Zubehör, die entsprechenden Bohrungen sind bereits direkt in das Gehäuse an der Rückseite integriert. Für die Platzierung auf einem Lowboard oder Sideboard findet man in der Packung passende Gummi-Füsschen, um die Oberfläche der Möbel nicht zu beschädigen.

Gleich beim Auspacken fällt auf, dass der Dali KUBIK ONE recht schwer ausgefallen ist. Immerhin 9,6 kg bringt dieser auf die Waage, deutlich mehr also, als so manches Produkt des Mitbewerbs.

Der Grund dafür liegt allen voran in der Wahl des Werkstoffs fürs Gehäuse. Denn während viele Hersteller bevorzugt auf Kunststoff oder MDF setzen, kommt beim Dali KUBIK ONE Aluminium zum Einsatz. Mehr noch, die Entwickler setzten auf ein durchgängiges, geradezu massives Aluminium-Profil, das somit eine absolut stabile Konstruktion darstellt. Natürlich ist dieses Profil im Inneren entsprechend bedämpft, sodass auch aus akustischer Sicht das Material nur Vorteile, aber keine der ihm oft nachgesagten Nachteile mit sich bringt.

Interessant ist, dass die Entwickler von Dali hier auf eine geschlossene Konstruktion vertrauten, also etwa auf ein Bassreflex-System verzichteten. Man vertraut gänzlich auf zwei 5,25 Zoll Treiber für den Tief- und Mittenton-Bereich, die sich als für Dali geradezu typischen Wood Fibre Cone in der braun-rötlichen Färbung präsentieren. Selbstverständlich konnten die Entwickler hier auf all die Erfahrungen und Technologien zurück greifen, die man im HiFi-Segment aufzuweisen hat. Das gleiche Holzfaser-Papiergemisch für die Membranen, ein besonders leistungsstarker Antrieb basierend auf kräftigen Magneten kommt etwa auch bei den Lautsprecher-Systemen der Dali EPICON- sowie Dali RUBICON-Serie zum Einsatz, und auch die Hochtontreiber, in diesem Fall zwei 25 mm Soft Textile Dome-Treiber mit besonders leichter Membran und ebenfalls sehr leistungsstarken Ferrit-Magneten, kennt man in dieser Form bereits von vielen anderen Produkten der Dänen.

Man setzt hier auf eine DSP-basierte Signalverarbeitung mit immerhin 24 Bit und 96 kHz, die auch als Frequenzweiche fungiert, und bei einer Übergangsfrequenz von 3.000 Hz ins Geschehen eingreift. Angetrieben werden die Chassis mit vier Verstärker-Modulen in Class D, die eine Leistung von jeweils 25 Watt liefern. Damit lässt sich nach Angaben des Herstellers ein mehr als ausreichend hoher Schalldruck von immerhin 103 dB erzielen, und ein Frequenzbereich zwischen 48 Hz und 22 kHz abdecken.

Als Besonderheit steht an der Rückseite unter anderem ein Wahlschalter für den Basspegel zur Verfügung. Dieser dient in erster Linie dazu, um die Wiedergabe der jeweiligen Aufstellung anzupassen, und kann in drei Stufen variiert werden (Natural, Enhanced und Bass Boost Mode).

Einen externen Subwoofer bietet diese Lösung nicht, und zwar aus gutem Grund. Er wird zumeist schlichtweg nicht benötigt. Wer dennoch ein Mehr an Autorität im untersten Frequenzbereich wünscht, der findet nicht zuletzt bei Dali selbst eine breite Palette an passenden Lösungen, und kann diese über einen Subwoofer-Ausgang am Anschluss-Panel des Dali KUBIK ONE einbinden.

Hier stehen zunächst gleich zwei optische S/PDIF-Schnittstellen zur Verfügung, um etwa den Fernseher, einen SAT-Receiver, eine Settop-Box eines Kabel TV-Anbieters, eine Blu-ray Player oder etwa eine Spielkonsole direkt anschließen zu können. Auch ein analoger Eingang in Form eines Cinchbuchsen-Pärchens darf natürlich nicht fehlen. Um eine optimale Abstimmung des Pegels und zu markante Unterschiede zwischen digitalen und analogen Quellen zu vermeiden, erlaubt das Dali KUBIK ONE über einen entsprechenden Regler an der Rückseite die Anpassung der Empfindlichkeit des analogen Eingangs im Bereich von 200 und 900 mV. Ganz offen gesagt, eine derartige Option haben wir bei einer „Soundbar“ bislang noch nie vorgefunden, und es spricht für den hohen Anspruch, den Dali an sich selbst bei der Entwicklung dieses Systems stellte.

Allen voran für mobile Devices steht zudem ein weiterer analoger Eingang in Form einer 3,5 mm Stereo Mini-Klinkenbuchse zur Verfügung. Besonders hervorheben muss man in diesem Zusammenhang eine durchaus sehr praktische Vorrichtung an der Rückseite des Dali KUBIK ONE, die mit einem eigentlich simplen Metall-Bügel alle Kabel „zähmt“ und somit nicht nur bei der Wandmontage dafür sorgt, dass keins der Kabel irgendwo hervor rutscht.

Apropos, gänzlich ohne Kabel klappt die Signalübertragung beim Dali KUBIK ONE natürlich über das integrierte Bluetooth 3.0 Modul. Selbstverständlich setzten die Entwickler hier auf eine Lösung, die nicht nur verlustbehaftet Musik drahtlos übertragen kann, sondern die Unterstützung des Codec apt-X erlaubt, und damit eine Musikwiedergabe in „CD-Qualität“ sicherstellt.

Den Abschluss bildet eine USB-Schnittstelle, und zwar ein Micro USB-Port, um eine Verbindung etwa zu einem PC oder Mac herzustellen.

Die Front des Dali KUBIK ONE präsentiert sich nahezu komplett überzogen mit einem Stoffgewebe, damit dient dieses nicht nur als Schutz der Membranen, also als Lautsprecher-Grill, sondern tatsächlich als wesentliches Design-Element. Folgerichtig bietet Dali den KUBIK ONE dementsprechend in verschiedensten Farbvarianten an. Standard-mässig wird das System derzeit in drei Versionen ausgeliefert, und zwar Schwarz, Weiss und Rot, wobei das eigentliche Gehäuse immer in Schwarz gehalten ist, und somit stets einen sehr reizvollen Kontrast zum besagten Stoffgewebe darstellt. Als optionales Zubehör wird es verschiedenste Ausführungen des Grilles geben, und zwar nicht weniger als insgesamt neun Varianten.

In der Mitte des Dali KUBIK ONE findet man einen Steg aus auf Hochglanz poliertem Kunststoff. Hier findet man an der Oberseite alle Bedienelemente und an der Front Status LEDs in Form verschiedener Grafik-Symbole, die Auskunft über den Betriebszustand, und natürlich den gewählten Eingang geben.

Allerdings wird man wohl selten direkt am Gerät irgendwelche Bedienschritte vornehmen, außer bei der erstmaligen Installation des Systems. Dann nämlich gilt es, das DALI KUBIK ONE auf die Original-Fernbedienung des TV-Geräts anzulernen. Dies geschieht mit wenigen Handgriffen und ist binnen kürzester Zeit erledigt. Damit kann man zumeist gänzlich auf die ebenfalls im Lieferumfang enthaltene Infrarot-Fernbedienung verzichten, und alles mit der Original-Fernbedienung des Fernsehers, oder einer passenden Universal-Fernbedienung erledigen.

Kommen wir nun zur wirklich entscheidenden Frage, nämlich jener, wie das Audio-System aus dem Hause Dali klingt. Nun, lassen Sie uns die Antwort folgendermaßen auf den Punkt bringen: die dezente, aber dann doch entscheidende Abgrenzung des Herstellers, dass das Dali KUBIK ONE eben nicht eine weitere Soundbar ist, sondern vielmehr ein möglichst flexibles Soundsystem, macht auch bei unserer Praxis-Erfahrung den wesentlichen Unterschied. Das Dali KUBIK ONE klingt tatsächlich nicht nach „Soundbar“, wobei man nun natürlich erläutern muss, wie eine Soundbar „klingt“. Viele Hersteller in diesem Bereich setzen auf eine gewisse Fokussierung im mittleren Tonbereich, also jenem Frequenzbereich, der für Stimmen entscheidend ist. Hier wird vielfach ein wenig „geschönt“, damit alles etwas voller klingt. Genau darauf verzichteten die Entwickler von Dali offensichtlich, und setzten vielmehr auf eine ganz bewusst neutrale, ausgewogene Klangcharakteristik.

Dies führt aber keineswegs dazu, dass dem Zuhörer irgendetwas „fehlt“, ganz im Gegenteil. Stimmen wirken hier sehr natürlich, erhalten den Raum, in dem sie auch tatsächlich eingefangen wurden, vor allem, wenn man den erwähnten Bass-Regler auf „neutral“ belässt. Wer mehr will, der kann dies ja mit wenigen Handgriffen tun, und zusätzlich noch einen aktiven Subwoofer ins Spiel bringen. Zumeist wird man aber den „ehrlichen“ Ansatz binnen kürzester Zeit zu schätzen wissen, denn mit der Dali KUBIK ONE präsentieren sich auch Filme mit all den Stimmen, Umgebungsgeräuschen und unterlegt mit Musik zu einer wirklich absolut „runden“ Sache. So „wummert“ es hier eben nicht unkontrolliert aus dem Subwoofer, nur weil irgendein Tontechniker es im Bassbereich allzu euphorisch bediente, etwa bei typischen Action-Blockbustern, oder aber auch bei Werbespots.

Und genau diese scheinbar etwas zurückhaltende Abstimmung ist es, die das Dali KUBIK ONE eben auch zu mehr prädestiniert, als zur reinen Soundbar fürs Fernsehen. Denn gerade bei Musik trumpft das System mit einer sehr ansprechenden, stets klaren und durchaus vollen, natürlichen Wiedergabe auf. Man kann also festhalten, dass die dänischen Entwickler die Tugenden der klassischen HiFi hier auf eine „Soundbar“ übertragen, und damit unserer bescheidenen Einschätzung nach genau richtig liegen.

So ist das Dali KUBIK ONE tatsächlich nicht nur eine Lösung für den Fernsehabend, sondern hat durchaus das Zeug zur echten All-in-One Lösung, die wohl für viele Kunden die Aufgabe als zentrales, flexibles Soundsystem im Wohnzimmer, aber ganz sicher etwa im Schlafzimmer, Kinderzimmer, Hobby-Raum, oder wo man eben sonst noch ein derartiges System nutzen will, zur vollsten Zufriedenheit und ohne Kompromisse erfüllen kann. Wenn man also das Dali KUBIK ONE schon als Soundbar bezeichnen will, so ist es zumindest eine Soundbar, die durchaus mit HiFi-Tugenden aufwarten kann, und somit für uns ganz klar eine Empfehlung der Redaktion als eine der derzeit sicher feinsten derartigen Lösungen am Markt einheimsen kann.

Auf den Punkt gebracht

Auch wenn sich das Dali KUBIK ONE in Form einer sehr schicken Soundbar präsentiert, es ist zu mehr berufen. Nicht nur, dass damit der Fernsehabend wohlklingend gestaltet werden kann, auch die Wiedergabe von Musik macht hier Dank bewusst neutraler Abstimmung wirklich Spass. Und da neben zwei analogen gleich zwei digitale Eingänge zur Verfügung stehen, ein USB-Port für Macs und PC vorhanden ist, und auch ein Bluetooth Modul inklusive apt-X für mobile Devices zur Verfügung steht, kann man ohne Übertreibung von einem All-in-One System mit HiFi-Tugenden sprechen.

8,0 (Hervorragend)

The Good

  • Überaus elegantes Design
  • das mittels optionaler Lautsprecher-Abdeckungen in bis zu neun verschiedenen Farben erstrahlt
  • sehr ausgewogener
  • natürlicher Klang
  • benötigt keinen Subwoofer
  • flexible Anschlussmöglichkeiten bis hin zu Bluetooth inklusive apt-X

The Bad

  • Kein wirklicher Nachteil ersichtlich

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