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Dali OPTICON LCR im Test - Häng sie doch an die Wand…

Foto © Dali Speaker A/S

Lautsprecher-Systeme brauchen Platz, oder doch nicht? Die Dali OPTICON LCR tritt den Beweis an, dass man für feine Speaker eigentlich keinen Platz benötigt, zumindest keinen Stellplatz, denn diese lassen sich elegant an der Wand montieren, und erfüllen dennoch mit Bravour ihre Aufgabe, und zwar nicht nur um Surround-Umfeld, sondern durchaus auch als Speaker für eine feine Stereo HiFi-Lösung.

Kurz gesagt...

Wie löst man elegant ein akutes Platzproblem wenn es um die Aufstellung von Lautsprecher-Systemen geht? Ganz einfach, man wählt ein feines Modell ausgelegt für die Wandmontage, wie etwa die Dali OPTICON LCR.

Wir meinen...

Die Dali OPTICON LCR ist zwar, im Verbund mit der übrigen Dali OPTICON Serie, allen voran für Surround-Anwendungen konzipiert, dennoch kann sie auch hervorragende Dienste als Speaker im Stereo-Umfeld und somit krönender Abschluss eines feinen HiFi-Systems sein. Allen voran wenn es darum geht, ein derartiges HiFi-System rund um ein TV-Gerät zu realisieren, dann nämlich punktet sie ganz besonders durch die hier vorgesehene Wandmontage. Somit nimmt sie eigentlich überhaupt keinen Platz für sich in Anspruch und spielt einerseits für TV nahezu jede Soundbar in Grund und Boden, und ist zudem natürlich auch für Musik die beste Wahl.
Hersteller:Dali Speaker A/S
Vertrieb:Audiophil GbR
Deutschand:Dali GmbH Deutschland
Preis:€ 649,- pro Stück

Von Michael Holzinger (mh)
03.08.2016

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sempre-audio.at Editors Choice Award

Wie der Zufall so spielt… Erst dieser Tage war ich bei einem Bekannten zu Besuch, der mir sein Leid darüber klagte, dass das mit dem Musik-Genuss so nicht wirklich klappen würde. Selbst nur fürs Fernsehen ist das, was er habe, eigentlich nicht mehr als eine Notlösung. Ein Blick genügte, um das Problem auszumachen, denn das, was da stand, bezeichnet wirklich nur der Hersteller dieser Plastik-Würfel als Lautsprecher. Diese Charakterisierung allein ist ein untrügliches Indiz dafür, dass hier akute Selbstüberschätzung vorliegt….

Meinem bei derartiger Sachlage ohnedies stets tunlichst zurückhaltend, überbetont freundlich geäußerten Hinweis darauf, dass diese "Speaker" wohl die Wurzel allen Übels seien, und hier schlicht richtige Lautsprecher fehlen, folgte ein tiefer Seufzer als Ausdruck der Einsicht, gefolgt von dem Satz: „Was soll ich denn machen, mehr hat eben keinen Platz… Soll ich die Speaker an die Wand nageln?“ Ja, genau das wäre die Lösung!

„Du, ich hab da gerade ein Lautsprecher-System für einen Test in der Redaktion, da gibt es auch eine Version, die für die Wandmontage geeignet ist…“, und schon war das Interesse geweckt!

Tatsächlich ist es vielfach schlicht der mangelnde Platz, der einem ansprechenden Musik-Genuss im Wege steht. Besser gesagt, jener Platz, der einer Audio-Lösung zugesprochen wird, ist zu gering bemessen. „Normale“ Lautsprecher-Systeme, etwa gar Stand-Lautsprecher-Systeme kommen da ohnedies nicht in Frage, selbst die Klasse Regal-Lautsprecher-Systeme wird oftmals als störend für die Harmonie im Wohnraum empfunden, sobald diese auch nur irgendwie wahrnehmbar sind. Zumal oftmals die Gegebenheiten eine optimale Aufstellung dieser eigentlich ja recht kompakten Lösungen gar nicht zulassen. Da stünde ein Speaker links im Eck nahezu an der Decke, der andere irgendwie rechts neben dem Fernseher, um ein - zugegeben - sehr extremes Beispiel zu nennen.

Also muss es eine möglichst dezente Lösung sein, und wenn man schon kein „richtiges“ HiFi-System nutzt, dann tun es eben auch irgendwelche Billigst-Lösungen…

Dabei böte der Markt ja wirklich spannende Lösungen, die das skizzierte Problem tatsächlich lösen, und wirklich ansprechenden Klang versprechen, etwa dadurch, dass man die Lautsprecher-Systeme tatsächlich an der Wand montiert, selbst wenn dies für so manchen zunächst als sehr eigentümlich und seltsam erscheinen mag.

Denn tatsächlich gibt es längst verschiedenste Lautsprecher-Systeme etablierter Hersteller, die genau für diese Aufgabe hin optimiert wurden, etwa die Dali OPTICON LCR.

Das dänische Unternehmen Dali Speaker AS ist ja allen voran dadurch bekannt, dass man sich stets Serien widmet, die breit aufgestellt sind, und somit eine tunlichst flexible Nutzung garantieren. Diesen Ansatz verfolgt das Unternehmen nahezu über den gesamten Preisbereich, wobei die Dali OPTICON Serie ja eine preislich besonders attraktive Produktserie darstellt, sich somit an möglichst viele potentielle Kunden richtet. Neben den Stand-Lautsprecher-Systemen Dali OPTICON 8, Dali OPTICON 6 sowie Dali OPTICON 5 stehen im Rahmen dieser Serie auch die Regal-Lautsprecher-Systeme Dali OPTICON 2 sowie Dali OPTICON 1 zur Verfügung, und mit dem Dali OPTICON VOKAL präsentiert sich der passende Center-Speaker.

Und dann ist da noch besagte Dali OPTICON LCR, die in erster Linie natürlich als so genannter Surround-Speaker konzipiert ist, wenn man diese im Verbund mit ihren Geschwistern im Rahmen eines Multikanal-Systems für Heimkino einsetzt. Die ihr zugeteilte Aufgabe steckt bereits in ihrem Namen, nämlich in dem Kürzel, was für nichts anderes als Left, Center und Right steht. Flexibilität steckt also schon im prinzipiellen Aufbau dieses Speakers, wobei allen voran ihre besonders schlanken Abmessungen dies unterstützen.

Aber wer sagt, dass die Dali OPTICON LCR allein im Home Cinema zum Einsatz kommen sollte, was spricht dagegen, einen derart konzipierten Lautsprecher für ein klassisches Stereo-System einzusetzen, und hierbei die speziellen Vorzüge geschickt zu nutzen, um Platz zu sparen?

Genau dies haben wir getan, und die Dali OPTICON LCR unter diesen Gesichtspunkten in Augenschein genommen.

Wie bereits erwähnt, ist die gesamte Dali OPTICON Serie bewusst als Lösung konzipiert, die sich an preissensible Kunden richtet. Wer aber nun denkt, dass die Entwickler aus diesem Grund den Rotstift an allen Ecken und Enden ansetzten, der liegt mit dieser Vermutung völlig falsch. Unternehmen wie Dali Speaker A/S verstehen es gekonnt, all die Erfahrungen bei der Entwicklung der gehobenen Modelle für ihre günstigeren Serien zu nutzen, dies gilt insbesondere auch für die Fertigungstechnik, sodass man durch klugen Technologie-Transfer über die Serien hinweg sowie eine Optimierung der Prozesse einen größeren Spielraum für die Umsetzung hochwertiger, aber eben auch preislich sehr attraktiver Lösungen hat.

Unser Testkandidat, die Dali OPTICON LCR ist, wie bereist angedeutet, in erster Linie natürlich für Surround-Anwendungen konzipiert, dient hier etwa als Speaker für den linken und rechten Front-Kanal, die Surround-Kanäle hinten oder aber seitlich an der Wand. Und genau diese Wandmontage-Möglichkeit macht sie aber auch für Stereo-Anwendungen spannend, sofern der Platz knapp bemessen ist.

Etwa dann, wenn es sich um ein HiFi-System rund ums TV-Gerät handelt, eine Audio-Lösung, die auch fürs Fernsehen genutzt, und hier bestmöglichen Klang liefern soll. Bei der Dali OPTICON LCR ist wirklich alles auf diese Wandmontage hin ausgelegt, also nicht nur das besonders schlanke Gehäuse.

So misst die Dali OPTICON LCR in der Breite 285 mm und weist eine Höhe von 482 mm auf. Das Lautsprecher-System ist also gar nicht so dezent ausgefallen, zumal es immerhin 8,3 kg auf die Waage bringt. Spannend wird es bei der Bautiefe, denn diese beträgt lediglich 127 mm, sodass das Lautsprecher-System doch ganz klar als sehr, sehr kompakte Lösung zu bezeichnen ist.

Das Gehäuse wird, wie bei allen übrigen Modellen der Dali OPTICON Serie auch, aus so genannten mitteldichten Holzfaserplatten gefertigt, kurz aus MDF. Diese Verarbeitung erfolgt direkt bei Dali Speaker A/S, inklusive dem Aufbringen der Vinyl-Folien, die das Finish der Speaker darstellen. Die Dali OPTICON LCR ist in den Ausführungen Seidenmatt Weiss, Esche Schwarz sowie Walnuss erhältlich, wobei die Schallwand entweder Weiß oder Schwarz ausgeführt ist. Die Fertigung direkt im Werk garantiert eine stets konstant hohe Qualität unter direkter Kontrolle der Entwickler, dies kann nicht jeder Hersteller, vor allem im günstigen Preissegment von seinen Produkten behaupten…

Bei den Treibern der Dali OPTICON LCR fällt zunächst ganz markant die spezielle Hochton-Sektion auf, ein so genannter Hybrid-Hochtöner, den die Dänen bereits überaus erfolgreich in verschiedenen Lautsprecher-Serien einsetzen, so auch in Teilen der Dali OPTICON Serie. Hierbei handelt es sich um die ausgeklügelte Kombination aus einer besonders leichten Gewebekalotte, die einen Durchmesser von 28 mm aufweist, sowie einem Bändchen-Treiber mit einer Membrane von 17 x 45 mm. Diese beiden Systeme wurden von den Entwicklern zu einer Einheit kombiniert, die in einen soliden Metallrahmen in die Schallwand eingelassen wird. Damit werden die Vorteile beider Systeme geschickt kombiniert und es soll eine besonders luftige, sehr fein auflösende sowie akkurate räumliche Abbildung erzielt werden. Dazu trägt auch ein spannendes Detail bei der Konstruktion dieses Hybrid-Hochtöners bei. Dieser lässt sich nämlich drehen, sodass für jede Montage-Version, also waagrecht oder senkrecht, eine optimale Ausrichtung und damit Abstrahlung erzielt wird.

Kombiniert wird diese Hochton-Treiber-Sektion mit einem Tiefmittelton-Treiber, der einen Durchmesser von 165 mm mit für Dali Speaker A/S typischer Membran aufweist. Hier kommt nämlich einmal mehr eine spezielle Papiermixtur, verstärkt mit Holzfasern zum Einsatz, die sich in dezentem Rotbraun präsentiert, längst eine Art Markenzeichen für die Dänen. Diese Membran-Konstruktion soll mit einem besonders geringes Gewicht bei gleichzeitig sehr hoher Stabilität ein akkurates Ansprechen und gleichzeitig sehr kontrolliertes Verhalten aufweisen, sodass einerseits eine detailreiche, dynamische Wiedergabe erzielt wird, gleichzeitig aber klangschädigende Einflüsse durch Resonanzen unterbunden werden. Dazu tragen auch besonders weiche und somit sehr flexible Gummi-Sicken bei, die eine ungehinderte Bewegung der Membranen sicherstellen. Ganz essentiell bei einem Lautsprecher-System ist natürlich auch dessen Antrieb, der beim Tiefmittelton-Treiber der Dali OPTICON LCR besonders aufwendig ausgefallen ist. So setzen die Entwickler bei allen Modellen der Dali OPTICON Serie auf ein so genanntes SMC-Magnetsystem, das man bereits aus anderen Serien der Dänen kennt. Dreh- und Angelpunkt sind hier Polstücke aus dem eigentlich pulverförmigen Magnet-Material SMC, wobei diese Abkürzung für Soft Magnetic Compounds steht. Die aus diesem Material gefertigten Polstücke weisen eine besonders hohe Magnetische Leitfähigkeit mit sehr geringer elektrischen Leitfähigkeit auf, was dazu führt, dass sich auf der Oberfläche dieser Polstücke weniger Wirbelstromfelder bilden und damit die Membranen nahezu frei von den Magnetfeldern verursachten Wärmeentwicklungen und Widerständen schwingen können. Kurzum, es wird ein sehr effizienter Antrieb ermöglicht, der eine besonders akkurate Arbeitsweise der Membranen, frei von klangschädigenden Einflüssen sicherstellt.

Interessant ist zudem, dass auch die Dali OPTICON LCR auf ein Bassreflex-System vertrauen kann, das gar nach hinten heraus geführt wird. Moment, nach hinten herausgeführt, und dies bei einem Lautsprecher-System das in erster Linie für die Wandmontage vorgesehen ist?

Die Entwickler von Dali Speaker A/S setzen bei der Dali OPTICON LCR auf ein ganz speziell ausgeführtes Bassreflex-System, und zwar eines, bei dem der Luftstrom der Reflex-Öffnung über große Teile der Rückseite des Gehäuses und der Wand gesteuert wird. Man nutzt also bewusst die sich durch die Wandmontage ergebende klar definierte Distanz zwischen Gehäuserückseite und Wand, um ein besonders effektives Bassreflex-System zu erzielen, das letztlich nach unten hin wirkt und somit problemlos in den Raum abstrahlt.

Bereits anhand der bisherigen Beschreibung der Dali OPTICON LCR dürfte klar sein, dass man dieses Lautsprecher-System keineswegs unterschätzen darf. Selbst mit Hinblick auf die übrige Verwandtschaft zeigt sich, dass die Dali OPTICON LCR alles andere ist, als die „Kleine“ im Familienverbund, ganz im Gegenteil. Die Regal-Lautsprecher-Systeme Dali OPTICON 1 sowie Dali OPTICON 2 lässt sie kaltlächelnd hinter sich, und zwar die Ausstattung der Treiber als auch das zur Verfügung stehende Volumen betreffend. Sie weist viel eher Parallelen mit dem Center Speaker Dali OPTICON VOKAL sowie dem kleinen Stand-Lautsprecher-System Dali OPTICON 5 auf, denn diese sind mit einer identischen Treiber-Bestückung ausgestattet.

Dies zeigt sich auch anhand der nackten Zahlen. So ist die Dali OPTICON LCR für Verstärker mit einer Leistung von 30 bis 150 Watt ausgelegt, und zwar mit einer Nennimpedanz von 4 Ohm. Ihr Wirkungsgrad wird mit beachtlichen 90,5 dB angegeben, und sie kann einen Schalldruck von bis zu 109 dB entfalten. Dabei deckt sie einen Frequenzbereich zwischen 72 und 32.000 Hz ab, wobei die Frequenzweiche bei 2,2 kHz sowie 14 kHz ins Geschehen eingreift. Das Bassreflex-System ist auf 45,5 Hz abgestimmt.

Die Montage ist zunächst recht simpel, denn die entsprechende Vorrichtung ist direkt an der Rückseite der Dali OPTICON LCR zu finden. Wie bereits erwähnt, steht es dem Anwender völlig frei, die Speaker waagrecht oder senkrecht zu montieren, denn die Hybrid-Hochton-Einheit kann um 90° gedreht, und somit stets in die optimale Ausrichtung gebracht werden. Ganz subjektiv betrachtet, uns gefiel die senkrechte Variante am besten, vor allem dann, wenn man die Lautsprecher-Systeme neben einen Flachbild-Fernseher an der Wand montiert.

Ein wenig Gedanken sollte man sich aber über die Kabel machen, denn natürlich ist es alles andere als elegant, diese einfach irgendwie herunter baumeln zu lassen. Mit etwas Ideenreichtum und handwerklichem Geschick kann man hier aber durchaus sehr dezente Lösungen finden. Mit etwas Aufwand kann man gar eine Installation realisieren, bei der überhaupt keine Kabel zu sehen sind, indem man die Kabel etwa direkt in der Wand führt, was zum Beispiel bei Trockenbauweise, sprich Rigips-Wänden vergleichsweise einfach möglich ist.

Um zum Beginn unseres Tests zurück zu kommen, natürlich hat sich besagter Herr nach einigen Diskussionen (zugegeben, es war eher ein hartes Ringen…) für den Kauf der Dali OPTICON LCR entschieden, und spätestens, als es galt die Lautsprecher auszupacken, waren nahezu alle Zweifel dahin. Das waren nun wirklich „Lautsprecher“, die diese Bezeichnung auch verdienen, allein die 8,3 kg, die er aus der Packung hieven musste, waren für ihn ein klares Indiz dafür, dass man es hier mit richtigen Speakern zu tun hat, so banal und simpel dies nun auch für so manchen klingen mag.

Das dezente Verlegen der Kabel war hier überhaupt kein Problem, denn rund um den Fernseher war eine Wandverkleidung angebracht, hinter der die Kabel unsichtbar verlegt werden konnten. Gut, ein wenig Fingerspitzengefühl war erforderlich, um die Kabel durch die Bohrungen zu fitzeln, aber das Ergebnis zeigte, dass es dieses Geduldspiel wert war.

Als Verstärker gönnte er sich einen durchaus feinen Stereo Receiver aus dem Hause Yamaha, den Yamaha R-N602 Netzwerk Stereo Receiver, der ihm als zentrale Schnittstelle für die verschiedensten Quellen dienen sollte. Der Fernseher wurde über die optische S/PDIF-Schnittstelle angeschlossen, Streaming gibt´s hier ab Werk, eine Phono-Vorstufe eröffnete ihm die Möglichkeit für einen Schallplatten-Spieler, um endlich die Platten, die seit Jahr und Tag ungespielt im Regal stehen, wieder zu nutzen, und natürlich musste die Spielkonsole des Juniors angeschlossen werden.

Waren, wie gesagt, bereits beim Auspacken und Aufstellen nahezu alle Zweifel aus der Welt geschafft, war er mit dem ersten angespielten Musik-Stück restlos überzeugt, die absolut richtige Entscheidung getroffen zu haben. Mehr noch, seine Begeisterung äußerte sich durch ein breites Grinsen im Gesicht, das die gesamte Zeit über nicht weichen wollte, als er nunmehr ein Musik-Stück nach dem anderen abspielte, und zwar direkt von seinem Smartphone, das ich für ihn auf die Schnelle schlicht über Bluetooth mit dem Stereo Receiver verbunden hatte.

„Und jetzt kann ich über das auch Fernsehen“, so die etwas ungläubige Frage nach einiger Zeit. Klar, dreh einfach auf die Kiste…

Plötzlich klang der Nachrichtensprecher nicht mehr als würde er in einem Schuhkarton moderieren, war die Werbung natürlich viel zu laut, dafür passte der Ton bei Filmen perfekt, versprühte gar ein wenig „Kino-Feeling“, wenngleich dies natürlich alles andere als eine Home Cinema-Lösung ist. Aber es war eben satter, ausgewogener Klang, der wohl eine Vielzahl an Soundbar-Lösungen mühelos in Grund und Boden spielte.

Beim reinen Fernsehton bedarf es natürlich keiner wirklich absolut ausgeklügelter Lautsprecher-Systeme, dies muss man ehrlicherweise festhalten. Aber, es ist ein überaus willkommener Mehrwert, wenn man eine Audio-Lösung sein Eigen nennt, die diese Aufgabe gleich mit übernimmt, und dies kann die DALI OPTICON LCR offensichtlich mit Bravour.

Spannender ist da natürlich schon die Frage, wie sie sich bei Musik schlägt, und auch das kann man relativ knapp mit einem klaren allerfeinst beantworten.

Wer nun denkt, dass derart „flache“ Speaker wie die Dali OPTICON LCR zwingend einen aktiven Subwoofer benötigen, der sollte zunächst genauer hinhören, bevor er diese zusätzliche Investition auf sich nimmt. Der tatsächliche Höreindruck ist ein gänzlich anderer, als es das Datenblatt vermuten lässt. Offen gesagt fehlt es da keineswegs an Souveränität im Bassbereich.

Abschließend kann also festgehalten werden, dass die Dali OPTICON LCR auch abseits von Home Cinema eine überaus interessante Lösung darstellt, und zwar für all jene, die einerseits wenig Platz zur Verfügung haben, aber dennoch ein feines HiFi-System realisieren wollen. Insbesondere dann, wenn es sich um ein HiFi-System handelt, das rund um ein TV-Gerät aufgebaut werden soll, sodass auch TV-Ton in bester Qualität genossen werden kann. Auf einem derart hohen Niveau wie die Dali OPTICON LCR in Verbindung mit einem „ordentlichen“ Verstärker kann dies nämlich kaum eine Soundbar bieten, die ja sonst gerne für derartige Zwecke herhalten muss. Der Aufwand dafür ist nur unwesentlich größer, denn auch die Dali OPTICON LCR wird einfach an der Wand montiert, nur eben links und rechts vom Fernseher, und nicht darunter. Und es bedarf eines zusätzlichen Verstärkers, das ist natürlich auch klar. Dies gilt natürlich auch für den Preis, auch das muss offen gesagt werden. So schlägt die Dali OPTICON LCR pro Stück mit € 649,- zu Buche, plus einem Verstärker. Das ist natürlich kostspieliger, als viele Soundbar-Systeme, die damit erzielbare Qualität aber ist, wie bereits mehrfach betont, auf einem gänzlich anderen Niveau angesiedelt. Dies ist dann eben keine „Audio-Lösung“ fürs Fernsehen, es ist ein waschechtes HiFi-System, das alles kann, darunter auch Fernsehton überzeugend darbieten.

Um also die eingangs von unserem Bekannten zitierte Frage, ob er denn Speaker an die Wand nageln solle, abschließend zu beantworten... Nun, nageln wäre wohl nicht die ideale Variante, solide Schrauben sind die bessere Wahl, um die feine Dali OPTICON LCR adrett zu montieren!

Auf den Punkt gebracht

Ist man auf der Suche nach einem wirklich flexiblen Audio-System, das rund um ein TV-Gerät aufgebaut werden soll, sodass der zur Verfügung stehende Platz knapp bemessen ist, man jedoch keine Kompromisse bei der Klangqualität eingehen will, so scheiden herkömmliche Soundbar-Systeme aus, vielmehr ist ein echtes HiFi-System die erste Wahl. Und ein derartiges HiFi-System lässt sich rund um die Dali OPTICON LCR realisieren, das im wahrsten Sinne des Wortes „alle Stückl“ spielt, und dies jederzeit überzeugend und ansprechend. Klare Empfehlung!

7,0 (Sehr gut)

The Good

  • Einfache Wandmontage
  • trotz kompaker Abmessungen sehr gute Bassabbildung
  • sehr natürlicher Klang
  • feine Detailabbildung
  • Hybrid-Hochtöner kann um 90° gedreht werden

The Bad

  • Kein Nachteil ersichtlich
7 Klang
7 Design
7 Preis/Leistung

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