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Dali SPEKTOR 2 im Test - Die Feinste unter den Kleinen…

Foto © Dali Speaker A/S

Dass Dali Speaker A/S mit der Dali SPEKTOR Serie das beeindruckende Kunststück gelang, zu bemerkenswert geringen Preisen feine Speaker zu realisieren, haben die ausführlichen Tests von sempre-audio.com der Systeme Dali SPEKTOR 1 sowie Dali SPEKTOR 6 bereits eindrucksvoll bewiesen. Fehlt eigentlich nur noch eine genauere Betrachtung der Dali SPEKTOR 2, die strategisch klug über besagter Dali SPEKTOR 1 angesiedelt ist, die technisch aber bereits viel mit der großen Schwester Dali SPEKTOR 6 verbindet.

Kurz gesagt...

Strategisch überaus klug zwischen der Dali SPEKTOR 1 und der Dali SPEKTOR 6 platziert findet sich die feine Dali SPEKTOR 2 als erstaunlich günstiges Regal-Lautsprecher-System.

Wir meinen...

Die Dali SPEKTOR Serie insgesamt hat das Potential, eine völlig neue Kundenschicht für das Thema HiFi im Allgemeinen zu begeistern. Dies liegt allen voran daran, dass hier feine Qualität zum besonders günstigen Preis geboten wird, mehr noch, diese Serie wird von Dali Speaker A/S bewusst zum Kampfpreis offeriert, um genau dieser Aufgabe gerecht zu werden. Eine ganz wesentliche Rolle kommt dabei der Dali SPEKTOR 2 zu, denn hierbei handelt es sich um das letztlich souveränere der beiden verfügbaren Regal-Lautsrpecher-Systeme, das einerseits nahezu die kompakten Abmessungen ihrer kleinen Schwester Dali SPEKTOR 1 bietet, aber bereits mit Tugenden der großen Schwester Dali SPEKTOR 6 aufwarten kann und damit ein nochmals attraktiveres Preis/ Leistungsverhältnis als die Verwandtschaft aufweist.
Hersteller:Dali Speaker A/S
Vertrieb:Audiophil GbR
Deutschand:Dali Deutschland GmbH
Preis:€ 258,-

Von Michael Holzinger (mh)
20.11.2017

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Die Antwort auf die vielfach etwa von Neueinsteigern gestellte Frage, wieviel man denn für HiFi Lautsprecher-Systeme ausgeben müsse, um wirklich Spass an der Sache zu haben, bedarf seit der Einführung der Dali SPEKTOR Serie einer neuen Antwort. Mit dieser Serie rücken die Dänen nämlich in eine Preisregion vor, die traditionelle Lautsprecher-Schmieden bislang vielfach schlicht nicht bedienten und allen voran Direkt-Versendern kampflos überließen.

Ein schwerer Fehler aus Sicht von Dali Speaker A/S, denn schließlich bestünden sehr wohl Mittel und Wege, dieses Marktsegment auf gewohnt hohem Niveau zu bedienen, um so allen voran auch dem Fachhandel als zuverlässiger Partner zur Seite stehen zu können, und damit aus dessen Sicht für Waffengleichheit mit Direkt-Versendern zu sorgen, um es ganz martialisch auf den Punkt zu bringen.

Zuverlässiger Partner für den Fachhandel

Natürlich erfordere dies gewisse Zugeständnisse, da wollte Dali Speaker A/S gleich von Anbeginn an keinerlei Illusionen oder falsche Hoffnungen aufkommen lassen. Allerdings habe man penibel darauf geachtet, dass diese Zugeständnisse, die bei einer derart günstig positionierten Produktserie, manche mögen es gar als gar aggressiven Preispunkt beschreiben, für die fokussierte Zielgruppe kaum ins Gewicht fallen. Dass Dali Speaker A/S diese Gratwanderung geradezu mit Bravour glückte, beweisen etwa unsere ausführlichen Tests der Dali SPEKTOR 1 sowie Dali SPEKTOR 6. Sowohl das besonders kompakte Regal-Lautsprecher-System Dali SPEKTOR 1 als auch das Stand-Lautsprecher-System Dali SPEKTOR 6 konnten - allen voran bezogen auf den Preis - durchwegs überzeugen.

Vertraue auf Bewährtes…

Die Strategie die dieser Produktserie zugrunde liegt, ist auf den ersten Blick recht simpel, letztlich aber dennoch nicht von jedem Produzenten so ohne weiteres zu stemmen. Dali Speaker A/S ist in der glücklichen Lage, auf eine Vielzahl an eigenen Technologien zurück greifen zu können, die für verschiedenste andere Serien entwickelt, und ständig weiter optimiert wurden, natürlich auch hinsichtlich der Kosten. Ebenso kann man auf jahrzehntelange Erfahrung in der Optimierung von Fertigungsprozessen vertrauen, die ebenfalls maßgeblich dazu beitragen, selbst mit einem sehr straffem Budget erstaunliche Resultate erzielen zu können.

Konzentration auf das Wesentliche…

Ein ganz wesentlicher Punkt aber ist, dass die Dali SPEKTOR Serie im Vergleich zu anderen Produktreihen der Dänen nicht so breit aufgestellt ist, man sich also auf weniger Modelle konzentriert. Auch dies sorgt durchaus im erheblichen Masse für eine Kostenreduktion.

So stehen im Rahmen der Dali SPEKTOR Serie neben einem Stand-Lautsprecher-System, der Dali SPEKTOR 6, nur zwei so genannte Regal-Lautsprecher-Systeme zur Verfügung, die bereits von uns getestete Dali SPEKTOR 1, und eben unser aktueller Testkandidat, die Dali SPEKTOR 2. Damit man mit dieser Produktreihe aber nicht nur das klassische Stereo-Segment bedient, sondern diese Speaker auch für Heimkino und damit Mehrkanal-Anwendungen interessant sind, wird das Angebot mit einem Center-Speaker abgerundet, dem Dali SPEKTOR VOKAL, um auch diesen der Vollständigkeit wegen an dieser Stelle zu erwähnen.

Gruppenbild…

Zweimal Regal-Lautsprecher, einmal Stand-Lautsprecher, plus zusätzlichem Center-Speaker, so also präsentiert sich die Dali SPEKTOR Serie, wobei unser aktueller Testkandidat fast den sprichwörtlichen goldenen Mittelweg darstellt. Äußerlich vereint sie natürlich viel mit der kleinen Schwester Dali SPEKTOR 1, schließlich ist sie nur um eine Spur größer ausgefallen. Aus technischer Sicht hingegen verbindet sie viel mit der großen Schwester, der Dali SPEKTOR 6. Erhält man also hier ein kompaktes Regal-Lautsprecher-System mit durchaus größeren Ambitionen?

Kompakt genug für besonders flexiblen Einsatz…

…dies war das erklärte Ziel der Entwickler bei der Dali SPEKTOR 2, gleichzeitig sollte sie aber mit allen Eigenschaften aufwarten können, um auch schon etwas größere Räume problemlos bedienen zu können, ohne jedoch gleich auf ein Stand-Lautsprecher-System setzen zu müssen.

Dies ist ein ganz entscheidender Punkt, wie sich immer wieder allen voran bei Einsteigern zeigt. Ein feines, möglichst dezentes HiFi-System ist nicht das große Thema, dafür lässt sich so mancher recht schnell begeistern. Ein Stand-Lautsprecher-System aber, das stellt dann eine ungleich höhere Hürde dar.

Angesichts von Abmessungen von lediglich 292 mm in der Höhe, 170 mm in der Breite, und 238 mm sowie einem Gewicht von 4,2 kg wagen wir die Behauptung, dass die Dali SPEKTOR 2 wohl problemlos überall ihren Platz findet. Zumal der Hersteller völlig zu Recht angibt, dass man dieses Lautsprecher-System auch vergleichsweise wandnah positionieren kann und diesbezüglich einen empfohlenen Abstand von 1 bis 80 cm angibt. Soviel sei vorweg genommen, die Dali SPEKTOR 2 profitiert gar ganz entscheidend von einer wandnahen Aufstellung, denn dieses Zweiwege-Bassreflex-System macht sich, ganz simpel, die Physik zum Vorteil, da besagtes Bassreflex-System nach hinten hinaus arbeitet und damit an Bass gewinnt, je näher es an einer Wand steht. Hier empfehlen wir ausdrücklich, ein wenig zu experimentieren, um optimale Ergebnisse zu erzielen, zumal im Lieferumfang enthaltene Gummi-Füsse keinerlei Gefahr einer Beschädigung des Mobiliars sicherstellen. Es sei auch nicht verschwiegen, dass Dali Speaker A/S bei der Dali SPEKTOR 2 gar eine Wandmontage vorsieht, sodass das Lautsprecher-System letztlich überhaupt keine Stellfläche für sich in Anspruch nimmt. Diese Option würden wir aber eher für den Einsatz im Surround-Umfeld empfehlen, für den sich das Lautsprecher-System im Familienverband ja, wie bereits beschrieben, perfekt eignet. Zudem bietet sich aber auch eine Platzierung auf einem Standfuss an, auch dies sei an dieser Stelle erwähnt.

Ziemlich kräftiger Bass und Liebe zum Detail…

Wenn es um die Treiber-Bestückung geht, so haben wir bereits angedeutet, dass die Dali SPEKTOR 2 sich eher an ihrer großen, denn der kleinen Schwester orientiert. So soll allen voran ein 130 mm Woofer dafür Sorge tragen, dass dieses Regal-Lautsprecher-System bereits eine sehr souveräne Abbildung im Tiefton-Bereich aufbieten kann, natürlich in Verbindung mit dem Bassreflex-System.

Es versteht sich als Selbstverständlichkeit, dass Dali Speaker A/S auch hier auf das längst für die Dänen als typisch geltende Papier- und Holzfaser-Gemisch für die Membran setzt und sich damit so manch komplexe Tuning-Maßnahme anderer Konzepte erspart, um etwa klangschädigende Oberflächenresonanzen und damit ein unkontrolliertes Verhalten der Membran zu unterbinden. Dafür sorgt allein die durch den speziellen Materialmix entstehende „chaotische“ Oberflächen-Struktur, wobei die Membran zudem einerseits besonders steif, aber auch sehr leicht ist. Die Membran wird von besonders weich ausgeführten Sicken umrandet damit in den strömungsoptimiert ausgeführten Korb eingelassen. Eine zweilagige 25 mm Schwingspule und ein leistungsstarker Magnet sorgen für eine stets kontrollierte, präzise Bewegung der Membran.

Das nach hinten herausgeführte Bassreflex-System ist hier auf 51,5 Hz abgestimmt.

Für eine möglichst detailreiche, klare Abbildung im obersten, aber im konkreten Fall auch oberen mittleren Tonbereich soll bei der Dali SPEKTOR 2 eine 25 mm Gewebe-Kalotte sorgen, die bereits bei 2,6 kHz ansetzt. Damit soll ein nahtloser Übergang und somit letztlich eine natürliche Abbildung über einen weiten Frequenzbereich erzielt werden, und zwar beginnend bei 54 Hz bis hin zu 26 kHz. Dadurch, dass der Hochtöner leicht nach hinten versetzt angeordnet, und mit einer Art Waveguide umrahmt wird, wird eine sehr breite, gleichmässige Abstrahlung in den Raum garantiert, was wiederum maßgeblich zur zuvor bereits angesprochenen flexiblen Aufstellung beiträgt. Da sowohl Tieftöner als auch Tweeter aus all der Erfahrung der Entwickler aus preislich deutlich höher positionierten Lautsprecher-Serien profitieren, kann man auch hier auf eine recht simpel aufgebaute Frequenzweiche setzen, was einerseits für optimales Timing, aber auch geringste Verluste sorgt. Dies ist wiederum sehr wichtig, da die Dali SPEKTOR 2 damit überaus flexibel mit verschiedenster Elektronik eingesetzt werden kann, ja gar recht „anspruchslos“ bzw. geradezu bescheiden auftritt.

Mit einer Nennimpedanz von 6 Ohm und einem Wirkungsgrad von 84,5 dB eigne sich die Dali SPEKTOR 2 nach Herstellerangaben für Verstärker mit einer Leistung zwischen 25 und 100 Watt.

Es ist wohl nachvollziehbar, dass sich Dali Speaker A/S in dieser Klasse allein mit einem Single wire Anschluss-Panel begnügt, das einerseits fertig konvektionierte Kabel mit Bananas, aber ebenso blanke Kabelenden sicher aufnimmt und für eine stets optimale Verbindung sorgt.

Abschließend sei noch erwähnt, dass die Dali SPEKTOR 2, wie alle übrigen Modelle der Serie, allein in den Varianten Walnuss und Esche Schwarz angeboten wird. Die Schallwand der Speaker ist in beiden Fällen Mattschwarz ausgeführt, wobei nicht nur die soliden Körbe der Woofer als auch der Waveguide des Tweeter aus Aluminium gefertigt sind und tadellos in diese eingelassen wurden. Der Lautsprecher-Grill wird hier mittels Bohrungen in der Schallwand in Position gehalten.

Aus der Praxis

Wie bereits bei der Dali SPEKTOR 1 und noch mehr bei der Dali SPEKTOR 6 waren wir auch von der Dali SPEKTOR 2 sofort angetan. Man muss sich hier immer wieder den geradezu günstigen Preis in Erinnerung rufen, was angesichts des soliden Vortrags gar nicht so leicht fällt und schon mitunter zu ungläubigem Kopfschütteln führen kann.

Wir könnten nun an dieser Stelle in vielen, vielen Worten darlegen, wie überzeugend dieses kompakte Lautsprecher-System aufzuspielen vermag, es reicht aber wohl völlig festzuhalten, dass die Dali SPEKTOR 2 schlichtweg Spass bereitet. Letztlich geht es doch um nichts anderes.

Wir haben uns im Laufe dieses Tests den Spass erlaubt, und Bekannten, die sich bei uns in der Redaktion einfanden, und die mit HiFi im Allgemeinen recht wenig am Hut haben, ein paar Musiktitel über die Dali SPEKTOR 2 vorzuspielen. Die Reaktion war geradezu bezeichnend. „Ist doch klar, dass das fein spielt, wird schon entsprechend kosten…“

Eine absolute Fehleinschätzung, die wir natürlich umgehend berichtigten, was das Erstaunen der Zuhörer noch größer werden ließ, ebenso das Interesse an diesem kompakten System, sodass nach immer mehr Hörproben verschiedenster Genres gefragt wurde.

Und damit hat Dali Speaker A/S wohl auch mit der Dali SPEKTOR 2 genau das erreicht, was als Konzept hinter der gesamten Dali SPEKTOR Serie steht: Menschen wieder für hochwertige HiFi zu begeistern, und zwar zu Preisen, die diese auch für eine wirklich breite Kundenschicht attraktiv erscheinen lässt.

Daher erlauben Sie uns an dieser Stelle einen eindringlichen Appell an den Fachhandel, solche Systeme muss man potentiellen Kunden vorspielen, und zwar nicht den HiFi-Freaks, sondern etwa all jenen, die etwa für ihren Fernseher eine Audio-Lösung suchen und knapp davor sind, den Versuchungen einer simplen Soundbar zu erliegen. Kombiniert mit einem feinen Verstärker, kann man endlich wieder neue Kunden für HiFi im Allgemeinen begeistern, davon sind wir absolut überzeugt.

Auf den Punkt gebracht

Die Dali SPEKTOR 2 ist fürwahr eine echte Alternative zu jedweder Soundbar, bietet zudem den Vorteil, dass sie eben nicht nur tadellosen TV-Klang bietet, sondern zudem krönender Abschluss eines kleinen, feinen HiFi-Systems ist, das problemlos in jedes Wohnumfeld integriert werden kann. Dank ihrer Eigenschaften wie problemlosem Zusammenspiel mit nahezu jeder Elektronik, einem sehr guten Timing, einer ansprechenden Wiedergabe über ein breites Frequenzspektrum mit solider Bassabbildung und natürlicher Wiedergabe im mittleren und hohen Frequenzbereich, und nicht zuletzt einer absolut unkritischen Aufstellung durch eine sehr breite Abstrahlung schlichtweg… Spass macht! Und das fürs kleine Geld!

7,0 (Sehr gut)

The Good

  • Verarbeitung
  • kompakte Abmessungen
  • unkritisch in der Aufstellung
  • unkritisch betreffend der Elektronik
  • ausgewogene Darbietung
  • Spielfreude
  • souverän im Bassbereich
  • erstaunlich günstiger Preis

The Bad

  • Nur in zwei Design-Varianten
6 Klang
6 Design
9 Preis/Leistung

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Testumfeld:

sempre-audio.at Preis/Leistung Award

Pro-Ject MaiA S
Elac Discovery Music Server DS-S101-G

Photo highlights

Angespielt:

„Sir
Sir Oliver Mally & Martin Moro - Live Incidents

„Roger
Roger Waters - Is this the life we really want?

„David
David Gilmour - Rattle that lock

„John
John Hiatt - The open road

„Hans
Hans Theessink - Bridges

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Eric Clapton - Unplugged

„Leonard
Leonard Cohen - Old ideas

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