Foto © AKG

Das Ende einer Ära - AKG verabschiedet sich aus Österreich

Auch wenn es natürlich nicht mehr wirklich gänzlich zutraf, bislang wurde AKG als eines der Paradeunternehmen in der österreichischen Unterhaltungselektronik-Industrie wahr genommen. Doch nun wird das Ende einer Ära eingeläutet: Harman International Industries gab nunmehr bekannt, dass der Standort in Wien Mitte 2017 geschlossen wird.

Kurz gesagt...

Paukenschlag: Mitte 2017 wird der Stammsitz des renommierten Kopfhörer- und Mikrofon-Spezialisten AKG in Wien geschlossen.

Wir meinen...

Selbst wenn AKG tatsächlich schon seit langem kein wirklich "österreichisches" Unternehmen mehr ist, schließlich gehört man seit Jahr und Tag zu Harman International Industries, allein die Kompetenz, die Kunden mit dem Standort Wien und damit dem Stammsitz des 1947 gegründeten Unternehmens in Verbindung brachten, war ein nicht zu unterschätzender Vorteil im Wettbewerb. Doch damit ist es nun vorbei! 2017 geht mit der Schließung des Werks in Wien eine Ära zu Ende und die bislang in Wien angesiedelten Geschäftsbereiche sollen in Kompetenz-Center in Ungarn und Deutschland zusammen gefasst werden.
Hersteller:AKG
Vertrieb:AKG

Von Michael Holzinger (mh)
28.09.2016

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Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass AKG als ein österreichisches Traditionsunternehmen gilt. Dies galt sogar für die letzten Jahre, in denen AKG längst nicht mehr als eigenständiges Unternehmen agieren konnte, sondern vielmehr Teil des US-amerikanischen Konzerns Harman International Industries war, der im Jahr 1993 AKG übernahm. Der Übernahme waren einige sehr turbulente Jahre vorausgegangen, die das im Jahr 1947 gegründete Unternehmen durchlief.

Das 70jährige Jubiläum im kommenden Jahr hätte ein durchaus freudiges Fest werden können, denn nach wie vor gilt AKG als einer der renommiertesten Spezialisten im Bereich Kopfhörer und Mikrofone, nun aber wird es wohl ein eher trauriges Jahr, allen voran für die Belegschaft des Unternehmens im Stammwerk in Wien.

Dieses soll, so die Konzernführung, mit Mitte kommenden Jahres geschlossen werden, und zwar zur Gänze. Die immerhin noch 131 Mitarbeiter des Standortes in Wien Liesing erfuhren dies im Rahmen einer Betriebsversammlung, die am Dienstag, dem 27. September 2016 abgehalten wurde. Die tiefgreifende Entscheidung sei für die Belegschaft aus heiterem Himmel gekommen, so Vertreter der Mitarbeiter, denn Anzeichen für einen derart drastischen Schritt habe es im Vorfeld nicht gegeben.

Aus Sicht der Konzernleitung sei es aber ein unerlässlicher Schritt, und Teil eines langen Prozesses, um für den Wettbewerb am Markt mit veränderten Kundenbedürfnissen auch künftig gerüstet zu sein.

Wie immer bei derartigen drastischen Umstrukturierungen ist auch diesmal von Synergien zu hören, die durch die Standortschließung und eine Verlagerung an andere Standorte genutzt werden sollen. Im konkreten Fall bedeutet dies, dass die Bereiche von Wien nach Ungarn und Deutschland verlagert werden sollen, so Harman International Industries. Den Mitarbeitern in Wien will man teils entsprechende Angebote unterbreiten, an die neuen Standorte zu wechseln.

Ob man dadurch tatsächlich langfristig eine kluge Taktik eingeschlagen hat, oder damit der Marke eher schadete, wird sich weisen. Die Reaktionen in einschlägigen Foren deuten eher darauf hin, dass man sich damit eines nicht zu unterschätzenden Vorteils am Markt beraubt, nämlich dem hohen Vertrauen, das Kunden allein auf Grund der Entwicklungskompetenz am Stammsitz in Wien der Marke entgegen brachten. Dies mag eventuell bei Produkten im günstigen Consumer-Segment keine allzu große Rolle spielen, im exquisiterem Produktsegment oder gar im Professional Bereich wohl aber durchaus…

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