Der „CD-Player“ des 21. Jahrhunderts - Bryston BDP-1 Digital Music Player

Er sei der „CD-Player“ des 21. Jahrhunderts, so der kanadische Hersteller Bryston über den neuen BDP-1 Digital Music Player. Das Gerät enthält selbst keinerlei bewegliche Teile, ist also auf einen komplett lautlosen Betrieb getrimmt und bezieht seine Daten von USB-Speichermedien, ist auf die Wiedergabe hochauflösender Audio-Daten spezialisiert und soll sich perfekt in das bisherige Lineup von Bryston integrieren.

Von Michael Holzinger (mh)
08.06.2010

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Bryston Limited ist nicht unbedingt einer der Hersteller, der überhastet auf neue Strömungen und Trends setzt. Das kanadische Unternehmen verfolgt eher eine konservative Produktphilosophie, und zwar im besten Sinne des Wortes. So beobachtet man zunächst neue Entwicklungen eine zeitlang, und wartet lieber ab, ob diese sich tatsächlich durchsetzen, anstatt jedem neuesten Trend nach zu hecheln. Eine Unternehmensstrategie, die Bryston von Kunden hoch angerechnet wird, sorgt sie doch dafür, dass keine voreiligen Produktwechsel anstehen und Systeme von Bryston eine hohe Wertsicherheit über Jahre behalten.

Nun aber ist auch aus Sicht von Bryston die Zeit reif, auf die immer mehr stattfindende Integration von Netzwerk-Technologien im HiFi-Sektor zu reagieren. Über kurz oder lang wird die Distribution von Musik übers Netz in zumeist hochauflösender Qualität eine immer wichtigere Rolle spielen. Eine Entwicklung, der Bryston nunmehr mit dem neu angekündigten Bryston BDP-1 Digital Music Player Rechnung trägt.

Bryston spricht in der Ankündigung des neuen BDP-1 Digital Music Player daher folgerichtig auch vom „CD-Player“ des 21. Jahrhunderts, wenngleich das Gerät selbst in diesem Fall überhaupt kein Laufwerk aufweist. Bryston verzichtet zudem auch, und zwar ganz bewusst, auf jedwede integrierte Speicherlösung wie etwa eine Festplatte. Die Entwickler der kanadischen HiFi-Schmiede gingen sogar soweit, auf eine Konstruktion völlig frei von jedweden beweglichen Teilen zu setzen. Der Bryston BDP-1 Digital Music Player enthält somit nicht einmal einen Lüfter, sodass ein absolut geräuschloser Betrieb gewährleistet sein soll.

Dennoch war es das Ziel der Entwickler - typisch Bryston - ein Gerät zu entwickeln, dass einen reibungslosen Betrieb über Jahre erlaubt und dementsprechend wartungsarm, gleichzeitig aber auch zukunftssicher ist. Da auch der Bryston BDP-1 Digital Music Player, wie nahezu alle entsprechenden Geräte dieser Klasse auch, im Prinzip unter der Haube eigentlich nichts anderes als ein PC ist, keine all zu leichte Aufgabe.

Daher setzt Bryston beim neuen BDP-1 auf ein Motherboard mit integriertem Prozessor und FLASH-Speicher, dass eigentlich für Industrie-Anwendungen konzipiert, und dementsprechend langlebig ausgelegt wurde. Als Betriebssystem kommt erstaunlicher Weise Linux zum Einsatz, da dieses Open Source-Betriebssystem laut Bryston eine besonders akkurate Anpassung an die Hardware erlaubt. Der Anwender wird davon jedoch überhaupt nichts mitbekommen, da das Betriebssystem hier stets im Read-only Modus startet, sodass keinerlei Fehler auftreten sollten.

Zudem, schon rein Äußerlich präsentiert sich der neue BDP-1 Digital Music Player als ganz normale HiFi-Komponente, die über ihr aufwendiges Innenleben rein gar nichts verrät. Lediglich die Schnittstellen weisen auf die eigentliche Aufgabe hin.

So setzt Bryston nach eigenen Bekunden auf ein besonders hochwertiges Audio-Interface, dass im Zusammenspiel mit den übrigen Systemkomponenten eine Wiedergabe auf höchstem Niveau und frei von Jitter garantieren soll.

Der Hersteller sieht im Bryston BDA-1 DAC den perfekten Partner für Bryston BDP-1 Digital Music Player. Über die Digitalschnittstellen S/PDIF, BNC oder AES/EBU wird der digitale Datenstrom an den herausragenden D/A-Wandler von Bryston übergeben, der diese dann in die analoge Welt wandelt.

Der Bryston BDP-1 Digital Music Player ist primär auf die Wiedergabe hochauflösender Audio-Daten spezialisiert. So unterstützt er alle Varianten zwischen 16 Bit und 44,1 kHz bis hin zu 24 Bit und 192 kHz. Er kann Daten in den Formaten AIFF, WAV und FLAC wiedergeben und ist somit bestens für das immer größere Angebot an entsprechenden Daten in erstklassiger Qualität gerüstet.

Diese Daten werden im Fall des BDP-1 über eine USB-Schnittstelle von entsprechenden Speichermedien wiedergegeben. So kann man nicht nur USB-Speichersticks, sondern auch externe Festplatten als Datenlieferant nutzen. Natürlich kann der BDP-1 aber auch ins Netzwerk integriert werden, wobei Bryston aber betont, dass dies nur für die Steuerung, nicht aber für Audio-Streaming gedacht ist. Der BDP-1 ist also kein Netzwerk-Streaming-Client.

Gesteuert wird der Bryston BDP-1 im einfachsten Fall entweder direkt am Gerät oder über eine Systemfernbedienung von Bryston. Auch wenn der BDP-1 ein kleines LC-Display an der Frontseite aufweist, so dient diese Art der Steuerung nur dazu, um die Wiedergabe zu starten und von einem zum nächsten Titel zu springen.

Viel komfortabler geht‘s natürlich über andere Lösungen. Und hier zeigt sich Bryston sehr vielseitig. Man werde, so Bryston in der Ankündigung des BDP-1, die Steuerung des Digital Music Players als Open Source freigeben, sodass Entwickler ihre eigenen Lösung anbieten können. Natürlich wird Bryston aber auch selbst entsprechende Lösungen offerieren. Allen voran kann einfach mit einem Webbrowser direkt auf das Gerät zugegriffen werden. So mutiert jeder PC, jeder Mac oder jedes Notebook zur Steuerzentrale des BDP-1. Damit kann aber auch jedes Mobiltelefon und jedes Smartphone direkt als Fernbedienung für den BDP-1 von Bryston genutzt werden. Darüber hinaus wird man auch entsprechende Applikationen, allen voran natürlich für Apples iPhone bzw. iPod touch, und in Folge auch für Apples iPad anbieten.

Bislang hält sich Bryston leider noch etwas bedeckt, wenn es um Informationen wie die Verfügbarkeit und den Preis des neuen BDP-1 Digital Music Player geht. Derzeit wird lediglich Sommer als anvisiertes Auslieferungsdatum genannt. Sobald verfügbar, wird uns der österreichische Vertrieb AViTECH aber natürlich sofort mit diesen Informationen versorgen, die wir unmittelbar an Sie, werte Leser, weiter reichen werden.

Michael Holzinger

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