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Die Crux mit den grenzenlosen Möglichkeiten - Eine kritische Betrachtung…

Auch wenn man der Ansicht ist, dass man sich mit all den vernetzten Lösungen der Unterhaltungselektronik bestens auskennt, über zig Jahre Erfahrung im Umgang mit IT und Netzwerk-Technologie und mobiler Lösungen verfügt, so manch Problem sorgt für Erstaunen und Ratlosigkeit. Die Welt der vernetzten Unterhaltungselektronik nicht zuletzt im Zusammenspiel mit Smart Home Lösungen ist eine immens komplexe geworden, die die Industrie und den Fachhandel vor völlig neue Herausforderungen stellt.

Kurz gesagt...

Moderne Lösungen der Unterhaltungselektronik sind eine immens komplexe Angelegenheit, alles soll möglichst reibungslos mit „allem“ spielen, oftmals reicht da das sprichwörtliche Sandkorn im Getriebe, um den reibungslosen Betrieb zu stören.

Wir meinen...

Selbst wenn man sich seit Jahr und Tag mit der Materie Unterhaltungselektronik im Allgemeinen sehr intensiv auseinander setzt, über „IT“ und Netzwerk-Technologie eigentlich recht gut Bescheid weiss, und die Entwicklung mobiler Devices wie Smartphones und Tablets direkt als Teil der Branche miterlebt hat, ist man dennoch nicht vor Problemen gefeit, für die all das Wissen und die Erfahrung aus zig Jahren keine Lösung ergibt. Wie erst mag es dem Konsumenten gehen, der über dieses Wissen nicht verfügt, und der einfach das haben will, was ihm die Industrie verspricht, das alles mit allem problemlos spielt… Wesentlich ist, dass sich die Hersteller diesem Umstand noch mehr als bislang bewusst werden und noch mehr als bislang einen lösungsorientierten Ansatz verfolgen. Dieser Blick über den Tellerrand wäre es, der essentiell ist, sich also nicht nur auf das eigene Produkt konzentrieren, sondern dem Kunden auch mit etwaigen Problemen rund um das eigene Produkt mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Von Michael Holzinger (mh)
27.07.2020

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In den letzten Wochen sorgte so manch „Fehler“ für Schlagzeilen in den einschlägigen Gazetten und Foren rund um Unterhaltungselektronik im Allgemeinen. Da war etwa die Geschichte rund um Blu-ray Player aus dem Hause Samsung, die durch ein „schlichtes“ Update einfach komplett außer Gefecht gesetzt wurden. Wie sich nun zeigt, war wohl ein geradezu banaler Fehler in einer einzigen Datei dafür verantwortlich, dennoch können betroffene Kunden ihren Player nicht einfach mit einer neuen Firmware wieder zum Leben erwecken, sondern müssen diesen zur Reparatur einschicken. Kleiner Fehler, drastische Wirkung…

Auch ein weiteres Update schaffte es, für reichlich Aufmerksamkeit zu sorgen, und zwar rund um Sound United LLC. und deren HEOS Built-in Streaming-Plattform. Auch hier führte ein Firmware-Update dazu, dass ein massives Problem an eigentlich gänzlich anderer Stelle auftrat, und zwar bei einigen AV-Receivern der Marken Denon und Marantz. Diese konnten nach dem Update nicht mehr mit dem Netzwerk verbunden werden. Hier konnte der Hersteller zumindest weitestgehend für Abhilfe sorgen, indem er eine Anleitung zur Behebung des Fehlers bereit stellte. Wobei, „Drücken Sie diesen Taster für 5 Sekunden während Sie…“ ist nun auch nicht die Prozedur, die jeder Kunde vollführen will, speziell dann nicht, wenn er sich im Umgang mit der „Technik“ nicht allzu sattelfest fühlt.

Natürlich sind dies zwei extreme Beispiele, aber bei weitem nicht so selten, wie man meinen könnte. Die vernetzte Unterhaltungselektronik bietet zwar bemerkenswerte Möglichkeiten, aber auch viele, viele Fallstricke, wo irgendetwas schief gehen kann und somit das ganze System nicht so reibungslos läuft, wie es eigentlich sein sollte.

Die vernetzte Unterhaltungselektronik ist immens komplex geworden, hier müssen verschiedenste Dinge nahtlos zusammen spielen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Fernseher, Soundbars, All-in-One Systeme, Wireless Speaker, Verstärker, AV-Receiver, Streaming-Clients, all dies sind überaus komplexe Lösungen, ja im Kern längst „Computer“, die immer mehr Funktionalität in sich vereinen müssen. Als wäre dies nicht schon komplex genug, müssen sie übers Netzwerk mit zahlreichen weiteren Lösungen interagieren, ein Netzwerk, das überspitzt formuliert, durchaus ein „Eigenleben“ entwickeln kann, und gerade für unbedarfte Konsumenten ohnedies ein Buch mit sieben Siegel darstellt. Hinzu kommen Smartphones und Tablets, die als flexible Universal-Fernbedienungen für ohnehin nahezu alles fungieren sollen. Und die ganz Mutigen, die verknüpfen ihre Unterhaltungselektronik mit Smart Home Lösungen, setzen gar auf Sprachsteuerung von Google, Apple und Amazon. Hakt es da auch nur an einer Stelle, funktioniert im schlimmstem Fall gar nichts mehr…

Das Problem an der Sache ist allen voran, dass es irgendwie nicht mehr „vorgesehen“ ist, dass all das nicht „spielt“, denn natürlich ist alles auf möglichst simple, von den Herstellern selbst gerne als „intuitiv“ bezeichnete Bedienung ausgelegt. Der Anwender soll tunlichst von allen Internas ferngehalten werden, möglichst mit der zugrundeliegenden Technik nicht in Berührung kommen. Aber genau das macht es dann sehr, sehr schwierig, eine Ursachenforschung für Probleme und die entsprechenden Eingriffe zur Lösung der selbigen vorzunehmen, selbst für Experten.

Die einleitend angeführten Beispiele sind, wie bereits beschrieben, extrem, letztlich aber auch ganz klar einzugrenzende, damit relativ leicht zu behebende Probleme. Der Hersteller kann selbst für sein Produkt ein Update vornehmen, eine Reparatur oder einen gangbaren Work-around anbieten. Wirklich komplex wird es erst, wenn mehrere Systeme zusammen spielen sollten und es dabei hakt. Wer ist dann „schuld“, wenn etwas nicht funktioniert? An wen soll sich der Konsument wenden?

Ein paar weitere Beispiele gefällig? Gut, nur so ein paar Geschichten, die mir selbst in den letzten Wochen untergekommen sind.

Das Mysterium mit der Soundbar Teil 1

In meinem Haushalt stehen zwei Fernseher, beide natürlich sehr zu meinem Leidwesen mit Google Android TV ausgestattet. Diese Plattform ist auch für mich nach wie vor ein Rätsel, speziell die Frage, was daran „intuitiv“ sein soll, aber das ist natürlich mein ganz persönliches Problem.

An beiden Fernsehern hängen selbstverständlich Soundbar-Systeme, schließlich will man guten Ton genießen.

Im Wohnzimmer kommt seit Jahr und Tag ein überaus feines System zum Einsatz, das exzellenten Klang liefert und auch sonst brav seinen Dienst verrichtet. Wobei, ich kann nicht genau sagen seit wann, aber irgendwann klappte das mit der „Mute“ Taste auf der Fernseher-Fernbedienung nicht mehr. Zur Erinnerung, über HDMI steht HDMI CEC zur Verfügung, sodass man allein mit der Fernbedienung des Fernsehers die Lautstärke der Soundbar kontrollieren kann, und natürlich auch so etwas wie „Mute“, also das deaktivieren des Tons mit einem Tastendruck.

Spannend ist, dass wenn man mittels Lautstärke-Regelung den Ton auf Null dreht, dann wieder hoch, dann klappt das plötzlich auch wieder mit der „Mute“ Taste. Also… meisten zumindest, eine wirkliche Regelmässigkeit ist da nicht auszumachen. Wer ist schuld? Der Fernseher oder die Soundbar? Ich werde es wohl nie erfahren…

Das Mysterium mit der Soundbar Teil 2

Im Schlafzimmer steht der zweite Fernseher mit Soundbar, wobei ich mich bei diesem Modell schon irgendwie daran gewöhnt habe, dass der Hersteller seit Markteinführung an der Klangcharakteristik „bastel“ und diese mit zig Updates immer wieder veränderte. Einmal mehr Bass, einmal weniger, Abwechslung muss sein…

Etwas nerviger ist da schon, dass sich die Soundbar nur gelegentlich aktiviert, wenn der Fernseher eingeschaltet wird. Sie erinnern sich, HDMI CEC sorgt auch dafür… Sollte es zumindest. Die Soundbar wird auch aktiviert, erwacht zumindest aus dem Standby, Ton gibt es aber nicht immer. Hier ist dann vielfach die Mute-Funktion aktiviert, vielleicht als „Kontrastprogramm“ zum Wohnzimmer, wer weiss.

Manchmal wird sie auch aktiviert, ist aber auf den falschen Eingang eingestellt, es kommt also unterm Strich auch kein Ton. Der Fernseher meint dann besonders „intelligent“ zu sein und wechselt wieder von „externem Soundsystem“ auf die integrierten Lautsprecher. Will man also tatsächlich Fernsehton über die Soundbar genießen, muss man alles wieder „manuell“ über ein paar Menüs herstellen - „Praktisch“

An, aus, an, aus…

Fernseher und externe Audio-Lösungen können meiner Erfahrung nach sehr oft ein wahrer Quell der Freude sein. So wollte ich ein wirklich exklusives All-in-One System im Schlafzimmer platzieren, das auch für Musik einen Tick besser geeignet ist, als eine normale Soundbar. Das klappte über Wochen auch sehr gut, bis der „smarte“ Fernseher ein Update vollzog und plötzlich wundersames passierte. Schaltete man den Fernseher ein, so wurde natürlich auch das All-in-One über HDMI aktiviert. Allerdings gab es dann nur für Sekundenbruchteile Ton, denn das System wechselte ohne Unterbrechung zwischen internen Speaker des TVs und externem Audio-System, keine wirklich abendfüllende Unterhaltung…

Warum auch immer, es war einfach so. Gut, inzwischen gibt es ein Firmware-Update für das Audio-System, das offensichtlich der wahre Schuldige war, das Problem ist damit aus der Welt.

Ich bin hier in einer privilegierten Position, denn zumeist ist irgendeine Alternative zur Hand, die ohnehin getestet werden muss, für den normalen Kunden heisst das aber, teils über Wochen ein Gerät, für das er mitunter viel Geld bezahlt hat, nicht nutzen zu können, bis es hoffentlich ein passendes Update gibt…

DU nicht…

Bluetooth ist ja prinzipiell eine feine Sache, simpel und einfach zu handhaben, wenn, ja wenn es funktioniert. Nachbarn von uns gönnten sich einen Bluetooth Speaker für Musik im Garten, und als dieser Zicken machte, war mein Rat gefragt… ich kenn mich ja aus mit der Materie.

Der Speaker wollte und wollte sich nicht mit dem Smartphone verbinden, und wenn er es dann doch einmal tat, war es nicht von Dauer. Kann doch nicht sein, her damit und zack, war die Verbindung mit meinem Smartphone hergestellt und alles spielte reibungslos. Geht doch!

Ja, aber nur mit meinem Smartphone, und mit dem meiner Frau, dem Smartphone des Juniors der Nachbarn, nur mit dem Smartphone von Frau Nachbarin sollte es einfach nicht klappen. Wohlgemerkt, die Dame hat exakt das gleiche Smartphone wie ihr Sohn, schlechtes Karma wahrscheinlich…

Übrigens, Einzelfall ist dies keiner, denn von einem ähnlichen Phänomen kann ich rund um Bluetooth Kopfhörer, so genannte True Wireless In-ear Kopfhörer berichten. Diesmal wollte es allerdings nicht mit meinem Smartphone klappen, mit dem meiner Frau hingegen klappt es problemlos.

Passwörter einfach auswendig lernen…

Interessant ist auch das Verhalten einer App zur Steuerung eines HiFi-Systems, die auf meinem Smartphone reibungslos ihren Dienst verrichtet und es keinerlei Grund zur Beanstandung gibt. Meine Frau sieht dies ein wenig anders, denn bei ihr fordert die gleiche App sie ständig auf, ihren Benutzernamen und Passwort einzugeben, und zwar bei jedem Start. Muss man noch erwähnen, dass meine Frau und ich identische Smartphones haben auf denen auch die Software haargenau auf dem gleichen Stand ist und auch die Einstellungen identisch sind? Ich habe keine Ahnung, wie die Zugangsdaten lauten, habe diese irgendwann eingegeben und nie wieder benötigt, meine Frau kann sie nun hingegen auswendig…

Never touch a running system…

Ein True Wireless Kopfhörer war es auch, der mich jüngst gut einen Tag beschäftigte, wobei dieser schon von Anbeginn an irgendwie nicht ganz rund lief. Einmal mehr klappte das mit dem Koppeln eher schlecht als recht, aber siehe da, es gibt eine neue Version der App und gleich dazu eine neue Firmware, alles wird gut.

Oder doch nicht, denn selbst wohl das Update laut App reibungslos über die Bühne ging, ist der Kopfhörer seit dem einfach tot, ein Totalausfall. Mehr als ein geradezu erbärmliches dezentes Aufflackern der kleinen Status LED ist diesem In-ear Kopfhörer nicht mehr zu entlocken. Man weiss von Seiten des Herstellers nicht so genau, ob es das Firmware-Update ist, das zu diesem Exodus führt, oder vielleicht doch die App, die beim Update irgendwie etwas verhunzt, aber man räumt ein, dass das durchaus sein könnte. Eine wirkliche Lösung hat man hingegen nicht…

„Downgrade“ warum auch immer…

Ich liebe die Software Roon, dies ist im Wesentlichen die Medienverwaltungs- und Multiroom Audio-Streaming-Software, die für mich geradezu perfekt ist. Herstellerübergreifend kann man damit im gesamten Haus Musik wiedergeben, wobei nicht nur High-end HiFi für den ausgewiesenen Hörraum, sondern über Apple AirPlay und Google Chromecast auch Consumer-Lösungen eingebunden werden können, um so selbst im Bad, im Schlafzimmer, im Garten, wo auch immer auf die gleichen Inhalte mit der gleichen Steuerung zugreifen zu können.

Viele meiner HiFi-Lösungen sind daher so ausgewählt, dass sie Roon Ready sind, also bestmöglich in das System eingebunden werden können. So auch ein feines All-in-One System, das von Anbeginn an als solches zertifiziert ist. Doch plötzlich wird dieses von Roon als nicht zertifiziert erkannt, es spielt zwar alles problemlos, im Setup-Menü von Roon prangt aber ein roter Warnhinweis.

Ein reger Austausch mit dem sehr engagierten Support des Herstellers führte letztlich dazu, dass meine Lösung ein veraltetes Roon RAAT SDK aufweist, warum auch immer das so ist. Ein in Kürze erwartetes Update sollte hier Abhilfe schaffen, wobei für den Hersteller selbst das Problem trotz aller Bemühungen nicht nachvollziehbar ist.

Export-Beschränkung…

Roon liebe ich auch aus dem Grund, da es für mich in jeder Beziehung zur zentralen Verwaltung aller meiner Audio-Daten wurde. Etwa auch um meine portablen Hi-res Audio-Player stets mit den richtigen Playlists zu Versorgen.

Einfach eine passende Playlist in Roon zusammen stellen, diese exportieren, und die Daten dann auf eine microSD Card für den portablen Hi-res Audio-Player übertragen.

Allein, irgendwann war es nicht mehr möglich, Playlists zu exportieren, die Software fror dabei regelrecht ein. Kein einziges File wurde dabei exportiert und ein „Kaltstart“ war nötig.

Eine lange Konversation übers Support-Forum von Roon Labs LLC. folgte, wobei keine wirkliche Lösung ersichtlich war. Roon Labs LLC. konnte das Verhalten nicht nachvollziehen und auch die übermittelten Log-Files brachten zunächst keine Erkenntnis. Als jedoch noch ein zweiter und dritter Anwender exakt das gleiche Verhalten berichteten, hatte ich zumindest mal die Erkenntnis, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin, ein kleiner Seelentröster, mehr aber auch nicht.

Wesentlicher war da schon, dass Roon Labs LLC. nun tatsächlich ein Problem ausmachen konnte, einen Lösungsvorschlag hingegen habe man nicht auf die Schnelle parat.

Ich löste das Problem dann auf die radikale Art, killte meine komplette Mediathek, sodass alle Änderungen und Playlists schlicht weg waren, und importierte die Audio-Daten aufs Neue…

Gut, das erneute Anlegen der Playlists nahm natürlich einiges an Zeit in Anspruch, und diese konnten nun auch wieder exportiert werden. Allein, so ganz frei von Fehlern ist Roon ja schon insgesamt nicht, etwa wenn es um die richtigen Titel für Alben geht. So manches wird schlichtweg falsch erkannt, wobei man festhalten muss, dass dies allein den zugrundeliegenden Datenbanken anzulasten ist, und nicht Roon selbst, es ist aber dennoch lästig. Bei einer Mediathek mit ein paar Tausend Alben kommen da schon ein paar Dutzend zusammen, die schlichtweg falsch erkannt werden, speziell im Bereich Klassik ist dies mitunter ein großes Problem, nicht nur bei Roon.

Ebenso, dass Roon das ein oder andere Album zwar prinzipiell richtig erkennt, die Reihenfolge der Songs aber nicht stimmt, oder manche Songs schlichtweg eine falsche Bezeichnung aufweisen. Darauf kommt man nämlich nicht so schnell, erst, wenn man einen Song, von dem man weiß, dass man ihn hat, nicht findet, oder aber, man spielt einen Song, der garantiert nicht jener ist, den man eigentlich ausgewählt hat. Auch hier kann man in Roon problemlos selbst Hand anlegen, und unterm Strich sind es eben nur ein paar Dutzend Alben die das in meiner Mediathek betrifft, lästig ist es allemal.

Vor allem dann, wenn man dies öfters machen muss.

Denn nun, nach ein paar Wochen reibungslosem Betrieb, tauchte dieses Problem erneut auf, haargenau gleich, und ohne ersichtlichen Grund.



Und nein, es gab von offizieller Seite noch immer keine Problemlösung, man wisse darüber bescheid, Abhilfe habe man keine, zumindest nicht sofort, und auch das nächste Release werde diesen Missstand noch nicht beheben.

Nur ein paar Beispiele von vielen…

Das alles war jetzt nur eine Handvoll an Beispielen, die mir in den letzten Wochen untergekommen sind, und die klar belegen, dass eben nicht alles immer so reibungslos läuft, wie es sollte.

Es sind aber auch Beispiele dafür, dass die Hersteller, die Distribution als auch der Fachhandel mitunter vor immensen Problemen stehen, wenn es um den bestmöglichen Service ihrer Produkte für ihre Kunden geht. Die Thematik einer vernetzten Unterhaltungselektronik ist inzwischen derart komplex, dass man es gar nicht mehr schafft, alle Aspekte wirklich zu bedenken und alle Fehler wirklich auszuschließen.

Denn wer ist etwa wirklich daran schuld, das ein Produkt im Zusammenspiel mit anderen Lösungen nicht mehr funktioniert? Ja, selbst Probleme, die zunächst offensichtlich einem Produkt anzulasten sind, können ihre Ursache an ganz anderer Stelle haben, die eben nicht in die Verantwortung des Herstellers fallen, die er vielleicht erst gar mit viel Aufwand ausfindig machen muss. Und vielfach sind es dann solche Fehler, die selbst die beste Qualitätssicherung bei der Entwicklung, die umfangreichsten Tests vor der Auslieferung nicht ausschließen können, denn wie soll man alle nur erdenklichen Kombinationen, die wir Kunden tatsächlich nutzen, auch nur im Ansatz abdecken?

Ja, manche Fehler würden sich klar vermeiden lassen, so manch Problem ist wirklich auf simple Unachtsamkeit, ja, manchmal auch auf simple Dummheit zurück zu führen, das soll keineswegs bestritten werden. Vieles aber, was sich an Problemen im Umgang mit modernen vernetzten Lösungen der Unterhaltungselektronik ergeben kann, passiert einfach und lässt sich nicht wirklich vermeiden.

Wollen wir Lösungen mit hoher Integration, mit der Flexibilität sie in allen nur erdenklichen Kombinationen einsetzen zu können, dann werden wir mit dem ein oder anderem Fehler leben müssen. Wesentlich ist, dass sich auch die Hersteller diesem Umstand noch mehr als bislang bewusst werden und ebenfalls einen lösungsorientierten Ansatz verfolgen. Dieser Blick über den Tellerrand wäre es, der essentiell ist, sich also nicht nur auf das eigene Produkt konzentrieren, sondern dem Kunden auch mit etwaigen Problemen rund um das eigene Produkt mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das gleiche gilt natürlich auch für den Fachhandel, denn dieser ist schließlich gerade wenn es Probleme gibt, vielfach der erste Ansprechpartner für den Kunden. Kann er hier mit Kompetenz punkten, hat er mit Gewissheit treue Kunden gewonnen.

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