IFA 2011: Manche Dinge benötigen offensichtlich etwas Zeit, etwa die Etablierung einer einheitlichen Plattform für Online-Dienste rund um Smart TV." /> Sempre Audio

Déjà-vu... Philips, Sharp, LG und Loewe schließen Kooperation für Smart TV-Plattform

IFA 2011: Wir könnten uns nun auf die Fahnen heften, dass wir mit einem geradezu prophetischen Weitblick gesegnet sind und Meldungen bereits ein Jahr im voraus weissagen können, um der Wahrheit die Ehre zu gereichen, dem ist leider nicht so. Allerdings können wir uns zumindest meistens daran erinnern, welche News wir bereits verkünden durften. Zur Not hilft ein gut gepflegtes Redaktionssystem...

Von Michael Holzinger (mh)
01.09.2011

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Nicht alle Meldung, die dieser Tage rund um die IFA in unserem Postfach landen, enthalten unbedingt bahnbrechende Neuigkeiten. Viele Trends sind bereits seit Monaten absehbar, viele Produkte erfahren nur kleine Updates... man kann das Rad eben nicht stets aufs Neue erfinden.

Eine Meldung kam uns dann doch sehr bekannt vor, die erstaunlicher Weise von vielen Medien sofort aufgegriffen wurde. Und tatsächlich handelt es sich um ein durchaus spannendes Thema, das nicht nur einer der wesentlichen Trends in diesem Herbst sein wird, sondern bereits seit Monaten die Industrie beschäftigt.

So verkündete der niederländische Unterhaltungselektronik-Konzern Philips heute im Rahmen der Internationalen Funkausstellung in Berlin unter anderem, dass man künftig auf eine Kooperation mit LG sowie Loewe setze, um gemeinsam eine Plattform für Smart TV und somit Netzwerk- sowie Internet-basierte Dienste am Fernseher zu etablieren.

Man sieht sich als Vorreiter in diesem Marktsegment und rühmt sich, als eines der ersten Unternehmen überhaupt Internet-basierte Dienste auf TV-Geräten vorgestellt zu haben und mit Smart TV ein integriertes, vernetztes und einfaches System entwickelt zu haben. Ein Konzept, dass ja inzwischen bei jedem Hersteller zum Standard gehört und mit das bestimmende Thema im Bereich der Fernseher ist.

Allerdings steht die Branche vor dem Problem, dass derartige Dienste von jedem Hersteller anders umgesetzt werden und somit ein immenser Entwicklungsaufwand betrieben werden muss. Und zwar vor allem von Seiten der Inhalte-Anbieter, da jeweils passende Schnittstellen entwickelt werden müssen.

Genau das will nun Philips ändern und hat dazu eine Partnerschaft mit Loewe, LG und Sharp abgeschlossen. Das Problem an der Sache: Diese Meldung präsentierte Philips bereits vor exakt einem Jahr, ebenfalls im Rahmen der IFA in Berlin.

Insofern liest sich folgende Passage aus der aktuellen (!!) Presseerklärung noch skurriler: „Philips, LG und Sharp werden nach Wegen suchen, um gemeinsame technische Anforderungen für ihre Smart TV-Angebote zu entwickeln, die auf offenen Standards wie HTML5, CE-HTML und HbbTV beruhen. Als ersten Schritt werden die Unternehmen eine erste Beta-Version eines gemeinsamen Software Development Kits (SDK) vorstellen. Damit werden notwendige technische Anforderungen definiert, die es Anbietern von Inhalten ermöglichen, nur eine einzige Applikation zu entwickeln, die auf den Smart TVs von Philips, LG und Sharp Aquos Net+ funktioniert.“

Besonders interessant ist, dass es bislang, wie im Text weiter zu lesen ist, nicht mehr als eine Absichtserklärung gäbe, die die Partner unterzeichnet hätten.

Ein Jahr, und alles, was dabei bislang herauskam, ist eine Absichtserklärung? Einziger Unterschied ist, dass nun auch LG mit an Bord ist. Wie groß wird dann das Vertrauen der übrigen Industrie in das für Oktober angekündigte erste Software Developer Kit, kurz SDK, sein? Zumal es sich dabei lediglich um eine Beta-Version handeln soll. Vielleicht sollte man sich die Überschrift der eigenen Presseaussendung zu Herzen nehmen. Da steht nämlich „Philips, LG und Sharp wollen die Erstellung für Internet-basierte Dienste auf TVs effektiver machen...“ Effektiver ist dabei das entscheidende Wort...


Wir markieren uns jedenfalls mal diese Geschichte, wer weiss, vielleicht kann man sie ja im nächsten Jahr wieder gebrauchen. Allerdings hoffen wir, dass sich bis dahin wirklich längst ein einheitlicher Standard für Online-Dienste rund ums TV-Gerät durchgesetzt hat. Es wäre nicht nur im Interesse der Industrie, der Content-Anbieter, sondern vor allem des Konsumenten. Denn mit einer einheitlichen Plattform wächst natürlich auch das Angebot an verschiedensten Inhalten.

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