Doug MacLeod am Stadlblues Chillout in Gaisruck bei Stockerau

Als wäre die bereits siebente Auflage des so genannten Stadlblues Chillout in Gaisruck bei Stockerau nicht ohnedies höchstkarätig besetzt, gastierte am zweiten Abend des Festivals niemand geringerer als Doug MacLeod in der kleinen Gemeinde in Niederösterreich und gab ein Lehrstück darüber ab, wie ein Mann und seine Gitarre einen Stadl zum Kochen bringen können.

Von Michael Holzinger (mh)
22.07.2013

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Der gemeinnützige Verein Austrian Blues Culture hat es sich zum Ziel gesetzt, die Blues-, Jazz- und Worldmusik zu fördern und diese zu verbreiten. Initiatoren dieses Vereins, der bereits im Jahr 2008 gegründet wurde, sind vier Musikenthusiasten, und zwar Thomas Zauner, Edmund Fritz, Alfred Veit sowie Hermann Posch. Die wohl nach außen hin bemerkenswerteste Tätigkeit des Vereins ist die alljährliche Organisation des Festivals Stadlblues Chillout, in der kleinen Gemeinde Gaisruck in der Nähe von Stockerau.

Anfang Juli 2013 war die niederösterreichische Gemeinde, nicht unweit von Wien, an zwei Abenden bereits zum siebentenmal Austragungsort dieses Festivals, das wohl einzigartig in der österreichischen Musik-Szene ist. Denn den Namen des Festivals, den darf man durchaus wörtlich nehmen. Veranstaltungsort ist nämlich tatsächlich ein alter, geradezu uriger Heustadl, der jedoch eine wirklich fantastische Kulisse für die immer erstklassigen nationalen und internationalen Künstler bietet, während davor verschiedenste „Standln“ mit Speiss und Trank der Region die Besucher in den Pausen verköstigen, sodass die Sommernachmittage und Abende während des Festivals tatsächlich zu einem unvergesslichen Event werden.

In diesem Jahr gelang es den Veranstaltern unter anderem, mit Doug MacLeod einmal mehr eine internationale Größe der Blues-Szene für das Festival in Gaisruck zu gewinnen. Und Doug, der sich sichtlich sehr, sehr wohl in diesem Umfeld fühlte, wurde dem ihm vorauseilenden Ruf, das Publikum binnen weniger Takte in seinen Bann ziehen zu können, mühelos gerecht.

Dies war umso bemerkenswerter, da hier wirklich ein Mann und seine Gitarre ausreichen mussten, um das Publikum zu packen. Eine Übung, die Doug MacLeod mit Leichtigkeit und viel, viel Charme meisterte. Geradezu mit dem Augenzwinkern eines echten Spitzbubens kommentierte Doug MacLeod seine Lieder mit Anekdoten aus seinem Leben, bevor er mit gewohnter Virtuosität in die Saiten griff, und diese mitunter geradezu martialisch bis an deren Leistungsgrenze behandelte. Gepaart mit einem überaus eindringlichen Gesang bot er an diesem Abend ein Potpourri seiner Werke mit klarem Schwerpunkt seiner letzten zwei Alben "There's a time" sowie "Brand new eyes", die völlig zu Recht als musikalische, aber vor allem auch als audiophile Perlen gelten.

Dies ist aber rein gar nichts im Vergleich dazu, was Doug MacLeod live vollführen kann. Ein unvergesslicher Abend, nicht zuletzt, da der Autor dieser Zeilen so nebenbei die Ehre hatte, mit Doug ausführlich über Musik im allgemeinen, seinen Werdegang, und das Für und Wider verschiedenster Tonträgerformate zu plaudern. Und es sei an dieser Stelle verraten, wenngleich ohnedies nicht wirklich erstaunlich: Es ist natürlich Vinyl, dem Doug MacLeod den Vorzug gibt... „I heard this record, and it was just like I was playing there...“, so Doug über sein letztes Album als Schallplatte.