Hille Perl, Lee Santana & Dorothee Mields - Dowland "In Darkness let me dwell"

„Dowlands Musik atmet die einzigartige Zeitlosigkeit, die nur den größten abendländischen Komponisten eigen ist. Es scheint unmöglich, von dieser Musik nicht zutiefst berührt zu werden, nicht an die Eigentümlichkeit des Menschseins erinnert zu werden, unsere eigene Vergänglichkeit begreifen zu müssen - weswegen auch die Verzweiflung und die Depression urmenschliche Eigenschaften sind, die nur durch die Transformation in melancholische Kunst erträglich werden können. Von aller abendländischen Musik sind wohl die Werke Dowlands die berückendsten und überzeugendsten Beispiele dieser Transzendenz.“

Von Michael Holzinger (mh)
13.02.2009

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Mit diesen Worten erläutert Hille Perl ihre Intensionen für das neue Album „In darkness let me dwell“ mit dem Untertitel „Sieben Schattierungen der Melancholie“.

Begleitet wird sie auch auf diesem Album von Lee Santana, mit dem sie bereits etliche Einspielungen veröffentlichte, sowie den Sirius Viols und der Sopranistin Dorothee Mields.

Gemeinsam widmen sie sich den Werken Dowlands in einer sehr berührenden, emotionalen Herangehensweise. Interessant ist, dass Perl in ihrem Begleitwort auch auf Stings vielbeachtete Interpretation von John Dowlands Werken eingeht. Allerdings kann sie dessen Umsetzung nicht viel abgewinnen, bedankt sich aber artig bei Sting zumindest dafür, dass er sie dazu angespornt habe, endlich das zu verwirklichen, was ihr seit frühester Jugend am Herzen lag.

Entstanden ist dabei eine wirklich sehr berührende CD, die den Zuhörer in eine zutiefst emotionale Auseinandersetzung mit den wichtigsten Fragen der Menschheit über dessen Dasein entführt.

Virtuos umgesetzt, mit viel Gespür für das Essentielle, versetzt diese Veröffentlichung den Zuhörer in eine Klang- und Gefühlswelt, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Michael Holzinger

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