Foto © ECM Records

ECM - Klassik und Jazz-Spezialist setzt nun doch auf Musik-Streaming

Bislang war das Label ECM nicht davon überzeugt, dass Musik-Streaming über verschiedenste Angebote ein lohnender Vertriebsweg sei, nun aber hat sich auch dieses dazu entschlossen, den kompletten Katalog frei zu geben, und zwar für Dienste wie TIDAL, Apple Music, Amazon Music, Spotify, Qobuz und Deezer.

Kurz gesagt...

Ab sofort steht der komplette Katalog des Labels ECM über eine Kooperation mit Universal Music auf allen relevanten Streaming-Plattformen bereit.

Wir meinen...

Nun setzt mit ECM auch einer der bislang heftigste Verfechter klassischer Vertriebswege und bislang ausgewiesener Gegner von Streaming-Angeboten ECM auf ebendiese. Über den langjährigen Vertriebspartner Universal Music soll der vergleichsweise überschaubare, dafür umso feinere Katalog des ausgewiesenen Jazz- und Klassik-Experten nunmehr auf allen wesentlichen Streaming-Plattformen in stets bestmöglicher Qualität zur Verfügung stehen, beginnend bei Amazon Music, Apple Music, Spotify, Deezer, bis hin zu TIDAL und Qobuz.
Hersteller:ECM Records
Vertrieb:ECM Records

Von Michael Holzinger (mh)
20.11.2017

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Musik-Streaming ist längst nicht mehr auf eigene Inhalte aus dem lokalen Netzwerk beschränkt, ganz im Gegenteil. Für viele Konsumenten stellen Online-Angebote bereits die einzige Quelle dar. Inhalte werden nicht mehr gekauft, selbst nicht als Download, sondern schlicht und einfach über verschiedenste Anbieter gestreamt. Man erwirbt somit lediglich das Recht, auf zumeist Abermillionen Musik-Titel zugreifen zu können, und zwar über ein monatlich zu entrichtendes Abonnement.

Zunächst galt dieser Vertriebsweg den meisten Rechteinhabern als keineswegs gangbarer Weg, krempelte dieser doch das gängige Geschäftsmodell völlig um und beließ im wahrsten Sinne des Wortes keinen Stein auf dem anderen. Doch inzwischen haben sich alle Majors und selbst kleinere Labels damit arrangiert, nicht zuletzt da die großen der Branche direkt oder indirekt an dem ein oder anderen Streaming-Anbieter beteiligt sind und damit zumindest auf diesem Weg von der Entwicklung der letzten Jahre profitieren.

Eine der letzten Bastionen, die sich diesem Vertriebsweg bislang verweigerte, ist wohl das renommierte Label ECM Records. Man kann gar sagen, dass dieses Label bislang zu den erbittertsten Gegnern von Musik-Streaming zählte, nun aber auch erkennen musste, dass - trotz aller wohl zurecht geäußerten Zweifel - letztlich kein Weg daran vorbei führt, ebenfalls auf Musik-Streaming als zusätzlichen Vertriebskanal zu setzen.

So öffnete ECM nunmehr den gesamten Katalog für verschiedenste Streaming-Anbieter, darunter alle Größen des Marktes wie TIDAL, Apple Music, Amazon Music, Spotify, Qobuz und Deezer. Dass dies ein besonderer Schritt für den Markt ist, zeigt allein ein Blick auf den eigentlich gar nicht so umfangreichen, dafür umso bedeutungsvolleren Katalog des Labels ECM. So gilt ECM seit Jahr und Tag als ausgewiesener Spezialist für feinsten Jazz und Klassik, kann etwa Werke von Größen wie Keith Jarret, Anouar Brahem, Jan Garbarek oder András Schiff ebenso vorweisen, wie John Abercrombie, Gidon Kremer, Paul Bley, Arvo Pärt, András Schiff, Kim Kashkashian, Anouar Brahem, Jack DeJohnette, Tomasz Stanko, Avishai Cohen, Nik Bärtsch, Vijay Iyer, Meredith Monk und vielen, vielen weiteren sehr bekannten, aber auch teils weniger bekannten, dafür zumeist sehr spannenden Künstlern.

Als Vertriebspartner für diesen neuen Distributionsweg vertraut ECM auf den langjährigen Partner Universal Music, wobei hierfür allen voran das Label Deutsche Grammophon verantwortlich zeichnet.

Wer nun meint, dass sich ECM nun ausschließlich auf diesen neuen Weg verlässt, der irrt. Nach wie vor sei aus Sicht von ECM der klassische Vertriebsweg über Tonträger wie CDs und LPs, natürlich aber auch Download jener erster Wahl. Allerdings müsse man sich den Marktgegebenheiten anpassen und will mit dem aktuellen Schritt insbesondere illegalen Plattformen einen Riegel vorschieben.

Damit dieser neue Vertriebsweg tatsächlich als echte Alternative wahrgenommen wird, geizt ECM auch nicht bei der Qualität, sondern offeriert über die verschiedenen Plattformen das hier jeweils maximal Mögliche. So steht etwa bei Qobuz Musik aus dem Hause EMC in verlustfreiem Hi-res Audio zur Verfügung, bei TIDAL setzt man auf das zwar verlustbehaftete, aber immerhin noch über reiner „CD-Qualität“ angesiedelte MQA.

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