Ein Plus von 52 Prozent für Vinyl in den USA…

Vinyl ist wieder ein ernstzunehmender Faktor in der Musik-Distribution, wenngleich auf eher geringem Niveau. Immerhin konnte im Jahr 2014 etwa in den USA ein Zuwachs von satten 52 Prozent verzeichnet werden, sodass die Schallplatte einen Anteil von sechs Prozent am Gesamtverkauf hält.

Von Michael Holzinger (mh)
02.01.2015

Share this article


Eingeschworene Vinyl-Liebhaber haben es ohnedies schon immer gewusst, die Schallplatte ist wieder ein durchaus ernstzunehmendes Medium in der Musik-Distribution. In immer mehr Märkten kann die Schallplatte mit durchaus beachtlichen Zuwachsraten aufwarten, wenngleich sich diese famosen Zahlen natürlich stark relativieren, sobald man sich den Gesamtmarkt ansieht. Dies zeigen auch die neuesten Daten aus den USA, die dieser Tage publiziert wurden.

So konnte die Schallplatte im Jahr 2014 am US-amerikanischen Markt ein Plus von bemerkenswerten 52 Prozent für sich verbuchen, wobei diese Zuwachsraten durchaus repräsentativ für viele andere Märkte sind. Allein, die Grundlage für dieses Wachstum sind sehr, sehr geringe Werte, sodass insgesamt gesehen „nur“ sechs Prozent des Gesamtvolumens bei Alben-Verkäufen dann tatsächlich auf Vinyl entfallen. Allerdings ist die in den letzten Jahren stark gebeutelte Musik-Industrie natürlich allen voran über die Zuwächse im Segment Vinyl beglückt, denn hier lassen sich tatsächlich noch anständige Gewinne erzielen.

Nicht zuletzt das Durchforsten der Archive und die Neuproduktion von Katalogtitel auf Vinyl lässt natürlich die Kassen klingeln, und selbst Neuproduktionen, die einfach auch auf Schallplatte produziert werden, sind ein nettes Zubrot, das vergleichsweise geringe Mehrkosten, bei gleichzeitig sehr guten Margen mit sich bringt. Denn allen voran Vinyl-Liebhaber sind durchaus bereit, (noch) etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Insofern sind selbst diese sechs Prozent dann doch ein kleiner, aber eben sehr lukrativer Markt.

Für die USA ergibt dies etwa 9,2 Millionen verkaufter Schallplatten im Jahr 2014, demgegenüber steht aber ein viel dominanterer Markt an Downloads, und ein besonders stark wachsender Markt an Streaming-Angeboten.

Interessant dabei ist aber, dass nach Brancheninsidern das Medium Vinyl bislang in den USA gar nicht so stark thematisiert wurde, wie etwa hierzulande. Während bei uns der Trend, so mancher spricht gar von einem aktuellen Hype, schon bereits seit einiger Zeit zu beobachten ist, könnte es in den USA erst losgehen. Eine Steigerung im heurigen Jahr ist also durchaus im Bereich des Möglichen, nicht nur bei den Tonträgern selbst, sondern allen voran auch bei der dafür nötigen Hardware. Entsprechend positiv gestimmt sind die Produzenten von Schallplatten-Spielern, die hier ein hohes Potential für ihre Produkte sehen…

Keineswegs erstaunlich ist, dass die aktuellen Zahlen aus den USA auch einen weiteren Trend zeigen, der ebenfalls in vielen Märkten seit geraumer Zeit beobachtet werden kann: die Verkäufe von CDs gehen sukzessive zurück, allerdings sind sie nach wie vor auf einem vergleichsweise sehr hohem Niveau.

Share this article