End of innocence - Wie man U2 „Songs of innocent“ wieder los wird…

Geschenke sind ja hinlänglich etwas Feines, allerdings nur dann, wenn ein solches willkommen ist. Apples Marketing-Clou, das komplette Album der irischen Formation U2 schlichtweg allen Kunden im Apple iTunes Store aufs Auge zu drücken, hat zwar wie gewünscht für viel Aufsehen gesorgt, aber in einer Form, die so wohl nicht ganz bedacht war.

Von Michael Holzinger (mh)
15.09.2014

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Eigentlich sollte es um das neue Apple iPhone 6 sowie die lange Zeit als Apple iWatch gehandelte, nunmehr als Apple Watch präsentierte smarte Uhr gehen. Doch in guter, alter Tradition aus Zeiten von Unternehmensgründer Steve Jobs ließ sich Apple CEO Tim Cook zu einem „One more thing…“ hinreissen, und hatte dazu die irische Band U2 geladen.

In einer überaus hölzern und steif wirkenden Aktion, die so gar nichts von der angestrebten Spontanität hatte, kündigte man an, dass das neueste Album von U2 einfach allen Kunden des Apple iTunes Store geschenkt werden sollte. Soweit ein durchaus gelungener Marketing-Schachzug. Und es wäre tatsächlich eine absolut geniale Aktion gewesen, hätte man sich tatsächlich dazu entschieden, dieses Album als Geschenk zu offerieren.

Allerdings entschied sich Apple fataler Weise dazu, dieses Album den Kunden nicht nur kostenlos anzubieten, sondern es ihnen vielmehr geradezu richtig aufs Aug zu drücken. „Song of innocent“ wurde nämlich einfach ein fixer Bestandteil der eigenen iTunes Mediathek, und wurde gar, sofern Kunden dies aktiviert hatten, einfach geladen, ob man dies nun wollte, oder nicht.

Hinlänglich kennt man eine derartige Vorgangsweise eigentlich nur von Schadsoftware, vor der man sich mit viel Aufwand zu schützen versucht. Hier gab es aber keinen „Schutz“, sodass so mancher sich überrumpelt und - auf gut Wienerisch gesagt, gefrotzelt fühlte. Dabei böte der Apple iTunes Store ja wohl etliche Möglichkeiten, ein derartiges Geschenk auch tatsächlich als solches anzubieten. Und alles wäre gut...

Klar, ein wirklich essentielles Problem ist dies nun nicht in Zeiten wo wohl der gesamte Datenverkehr ohne jede rechtliche Grundlage nach allen Regeln der Kunst durchforstet wird, und dazu in keinster Weise autorisierte Organisationen wohl über jeden von uns Daten sammeln, von denen wir selbst gewiss nie erfahren werden, was diese über uns verraten. Dennoch, für ein Unternehmen, das bislang als „The good guy“ galt, erwartete niemand ein derart dreistes Vorgehen.

Wir wollen an dieser Stelle gar nicht näher darauf eingehen, in den letzten Tagen wurde bereits zuviel darüber philosophiert, und auch über die tatsächliche Qualität des durchwegs eigentlich absolut belanglosen Albums ist alles gesagt, wenn man anführt, dass U2 mit dem Mega-Deal mit Apple under Zwangsbeglückung deren Kunden wohl das beste Geschäft machten. Fest steht jedoch, dass sowohl Apple als auch U2 angesichts dieser Aktion der Titel „End of innocent“ besser zu Gesicht stehen würde…

Dies hat nun offensichtlich auch Apple erkannt, und bietet Kunden einen Lösungsansatz, um das bei vielen mehr als ungeliebte „Geschenk“ wieder loszuwerden. Ein neuer Eintrag im Apple Support-Bereich verrät, wie an die Sache angehen muss.

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