Foto © Michael Holzinger - sempre-audio.at

Ernst Molden und Hans Theessink im Theater am Spittelberg

Wenn zwei Größen der österreichischen Musikszene wie Ernst Molden und Hans Theessink zusammen finden, um einen Konzert-Abend gemeinsam zu bestreiten, so ist es nicht erstaunlich, dass sich hierzu wahre Menschenmassen einfinden, und eine eigentlich für ihren intimen Charakter bekannte Location wie das Theater am Spittelberg an deren Kapazitätsgrenze bringen. So geschehen am Abend des 8. Juli 2014.

Von Michael Holzinger (mh)
09.07.2014

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Ein wahrer Tumult bildete sich am Dienstag Abend am Wiener Spittelberg, denn mit Hans Theessink und Ernst Molden stand ein wahrlich außergewöhnlicher Abend auf dem Spielplan des Theaters am Spittelberg: „Outlaw-Songs und Gauner-Nummern“, so das Motto des Konzert-Abends, wobei es keineswegs das erste Mal war, dass sich die beiden Künstler dieser Thematik widmeten. Dennoch, oder wahrscheinlich gerade deswegen war das kleine, aber überaus feine Theater, bis auf den allerletzten Platz ausverkauft. Selbst ein paar zusätzliche Klappsessel, direkt vor der Bühne platziert, reichten nicht mehr aus, um dem Andrang Herr zu werden. Denn es hatte sich herumgesprochen, dass die Besucher an diesem Abend Großes erwartet.

Also entschied man sich kurzfristig dazu, eine etwa in den USA durchaus übliche Maßnahme zu setzen, wenn ein Konzert-Abend zu viele Besucher anzieht. Turn the house, also zwei Konzerte direkt hintereinander gespielt, war die Lösung, wobei auch die zweite Auflage des Programms mehr als gut besucht war, zumal sich viele Besucher, die das Glück hatten, bereits im ersten Durchgang Plätze zu ergattern, sich spontan dazu entschlossen, mehr oder weniger sitzen zu bleiben, und sich das Programm der beiden Künstler gleich ein zweites Mal zu gönnen. Auch der Autor dieser Zeilen…

„Outlaw-Songs und Gauner-Nummern“, dies vermag auf den ersten Blick wohl nicht ganz zu erklären, was die Besucher hier erwartete. Wer allerdings das Schaffen der beiden Künstler kennt, der weiss sehr genau, was an diesem Abend auf dem Programm stand, nämlich ein bunter Streifzug durch das bisherige Schaffen von Ernst Molden und Hans Theessink, denn böse Buben besingen die beiden durchaus des öfteren, und zwar ganz auf ihre sehr spezielle Art und Weise, sei es nun in Form eigener Songs, oder der außergewöhnlichen Interpretation von Songs anderer Künstler aus den Genres Singer/ Songwriter, Folk, Country, Rock und Blues.

Das wirklich Außergewöhnliche aber war die Kombination der zwei Künstler, denn wer denkt, dass der von Hans Theessink famos zelebrierte Blues and Roots mit den Werken und ganz speziellen Cover-Versionen eines Ernst Molden nicht kompatibel sei, der irrt gewaltig. Denn eigentlich entsprechen die Songs von Ernst Molden ja ebenfalls geradezu perfekt dem Blues, gerade wegen der geradezu typischen Wiener Schwermütigkeit und Melancholie, die den Songs inne wohnt. Und wie sagte Ernst so treffend über Hans: „20 Jahre Liebhartstal haben sich ausgezahlt!“ Im perfekten Wienerisch stimmte Hans Theesssink in so manchen Song von Ernst Molden ein, umgekehrt improvisierte Ernst gekonnt zu den Songs von Hans Theessink. Leiwand woar´s, wie immer!