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Erstes Hands-on mit dem RME ADI-2 Pro - USB-DAC, Multiformat-Konverter und Kopfhörer-Verstärker

Foto © Audio AG/ RME

Mit dem neuen RME ADI-2 Pro will der renommierte Herstelller RME eine besonders flexible Lösung im Angebot haben, der professionelle Ausstattungsmerkmale HiFi-Enthusiasten zugänglich macht. Dieser vereint einen USB-DAC mit 24 Bit und 768 kHz mit einem Multiformat-Konverter und einem Kopfhörer-Verstärker, kann also für verschiedenste Aufgaben eingesetzt werden.

Kurz gesagt...

Als besonders vielseitigen AD/DA-Wandler präsentiert sich der neue RME ADI-2 Pro, der professionelle Qualität für HiFi-Anwender zugänglich machen soll.

Wir meinen...

Ganz klar spielt das deutsche Unternehmen Audio AG beim neuen RME ADI-2 Pro seine Stärken aus, die man über Jahre hinweg mit der Marke RME im professionellen Studio-Umfeld gewonnen hat. Somit präsentiert man mit dem RME ADI-2 Pro einen überaus vielseitigen AD/DA-Wandler, der als Multiformat-Konverter und Vorstufe eingesetzt werden kann, aber vor allem auch als Kopfhörer-Verstärker Spielarten erlaubt, die wohl so manche reine HiFi-Lösung nicht aufbieten kann.
Hersteller:Audio AG
Vertrieb:Hörzone GmbH
Preis:€ 1.599,-

Von Michael Holzinger (mh)
15.05.2016

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Das im Jahr 1996 gegründete Unternehmen Audio AG gilt seit Jahr und Tag als ein führender Anbieter im professionellen Umfeld der Musik-Produktion, und zwar mit der Marke RME. Allen voran mit besonders flexiblen, hochwertigen Recording-Lösungen hat sich das Unternehmen einen Namen gemacht, vor allem bei durchaus preissensiblen Anwendern, die dennoch bestmögliche Qualität suchen. Nun hat sich das Unternehmen Audio AG dazu entschlossen, eine Lösung zu präsentieren, die nicht nur im angestammten Produktsegment zum Einsatz kommen soll, sondern ebenso für ambitionierte HiFi-Enthusiasten von großem Interesse sein kann, den RME ADI-2 Pro AD/DA-Wandler.

Das Unternehmen aus Haimhausen präsentierte diese Lösung somit erstmals im Rahmen der High End 2016 in München, und zwar gemeinsam mit dem neuesten High-end Kopfhörer aus dem Hause Ultrasone AG, dem streng limitierten Jubiläumsmodell Ultrasone Tribute 7, womit auch ein wenig der überaus hohe Anspruch unterstrichen wird, den die Entwickler von Audio AG mit dem neuen RME ADI-2 Pro erfüllen wollen.

Insofern erstaunt es nicht, wenn die Deutschen von einem 24 Bit AD/DA-Wandler für atemberaubenden Klang sprechen und den neuen RME ADI-2 Pro mit vielseitigen Anschlussmöglichkeiten sowie zahlreichen praxisnahen Funktionen anpreisen.

Allein auf Grund der einleitend skizzierten Herkunft des Unternehmens ist klar, dass sich der neue RME ADI-2 Pro nicht unbedingt als herkömmliche HiFi-Lösung präsentiert. Vielmehr setzten die Entwickler auf Vertrautes, also ein Gehäuse, das in der Breite der im Studio-Bereich üblichen halben Rack-Breite und so genannter einen Höheneinheit entspricht. Selbst Winkel für die Rack-Montage sollen für den RME ADI-2 Pro zur Verfügung stehen. Als HiFi-Enthusiast hat man somit die Gewissheit, eine selbst für den „harten Studio-Alltag“ konzipierte Lösung sein Eigen zu nennen, und zudem hat der nüchterne Charakter einer professionellen Lösung ja auch durchaus als Desktop Audio-System oder HiFi-Lösung ihren ganz speziellen Reiz.

Die Front des neuen RME ADI-2 Pro präsentiert sich mit einem Display, auf dem alle relevanten Informationen dargestellt werden, aber auch der Pegel sowie eine Spektrum-Analyse der anliegenden Signale. Ein zentraler Drehgeber sowie einige Tasten und Lautstärke-Regler für den integrierten Kopfhörer-Verstärker stehen hier ebenso zur Verfügung, wie zwei Anschlüsse für Kopfhörer, ausgeführt als 6,3 mm Stereo Klinkenbuchsen.

Die Rückseite des RME ADI-2 Pro präsentiert sich für alle Eventualitäten gerüstet, statteten ihn die Entwickler doch mit analogen als auch digitalen Schnittstellen aus. So steht zunächst eine koaxiale S/PDIF-Schnittstelle zur Verfügung, ebenso eine AES/EBU-Schnittstelle, und zwar über eine im Lieferumfang enthaltene Kabelpeitsche, die an die RS232-Schnittstelle des RME ADI-2 Pro angeschlossen wird. Die optische S/PDIF-Schnittstelle ist, auch dies zeigt die „professionelle Abstammung“, kompatibel zum so genannten ADAT-Format. Durch den so genannten Class Complient Betrieb kann der AD/DA-Wandler bereits eigenständig ohne Computer im Stand-alone Modus genutzt werden, auch im Zusammenhang mit einem kompatiblen Apple iOS-Gerät. Die größte Flexibilität erlaubt dennoch die USB 2.0-Schnittstelle des Geräts dann, wenn man damit den RME ADI-2 Pro mit einem PC oder Mac verbunden hat. Analoge Signale verlassen den RME ADI-2 Pro wahlweise über unsymmetrische 6,3 mm Klinkenbuchsen oder symmetrische XLR-Anschlüsse. Diese weisen geregelte Pegel auf, sodass der RME ADI-2 Pro als Vorstufe eingesetzt werden kann.

Zudem steht, dies haben wir ja bereits angeführt, ein Kopfhörer-Verstärker zur Verfügung, der laut Herstellerangaben eine Ausgangsimpedanz von lediglich 0,1 Ohm aufweist und eine Leistung von nicht weniger als 2,2 Watt pro Kanal liefert, um jedweden Kopfhörer optimal ansteuern und dessen Potential vollends ausschöpfen zu können. Zwei Kopfhörer können gleichzeitig am RME ADI-2 Pro angeschlossen werden.

Die Signalverarbeitung erfolgt beim neuen RME ADI-2 Pro mittels einer besonders ausgeklügelten Schaltung, in deren Mittelpunkt ein von RME selbst entwickelte FPGA-basierter Class-complient Kern steht, der im Verbund mit AD/DA-Wandlern aus dem Hause AKM Audio-Daten im Linear PCM-Format mit bis zu 24 Bit und 768 kHz als auch DSD verarbeiten kann. Die Entwickler vertrauen hier auf zwei A/D-Wandlungskanäle sowie vier D/A-Wandlungskanäle und versprechen damit, eine besonders akkurate Signalverarbeitung mit - so wörtlich - exzellentem Rauschabstand von 120 dB sowie überragendem Hörerlebnis mit hoher Dynamik.

Abgesehen davon, dass der neue RME ADI-2 Pro als reiner A/D- sowie D/A-Wandler eingesetzt werden kann, fungiert er zudem als Multiformat-Konverter, und ist mit zahlreichen DSP-basierten Funktionen ausgestattet, die man in dieser Form wohl bei keinem rein auf HiFi ausgelegten Gerät finden wird, die aber mit Sicherheit für so manchen HiFi-Enthusiasten überaus spannend sein können. So verfügt der RME ADI-2 Pro etwa über einen parametrischen 5-Band-Equalizer für jeden analogen Kanal, um den Klang entweder optimal an den eingesetzten Kopfhörer anzupassen, oder auch an die jeweiligen Lautsprecher-Systeme und die Raumakustik, wobei die Abstimmung für den linken und rechten Kanal separat eingestellt werden können. Eine zusätzliche einstellbare Bass/ Treble-Steuerung ist zudem mittels Schnellzugriff verfügbar, es stehen so genannte binaurale Crossfeed-Funktionen und ein einstellbarer Lautheitsfilter, eine wählbare M/S-Funktion (Mid/ Side), eine Stereobasis-Verbreiterung, Phasenumschaltung sowie vier analoge I/O-Referenzlevel (+4, +13, +19 sowie +24 dBu) zur Verfügung. Alle Einstellungen des RME ADI-2 Pro lassen sich zudem abspeichern und auf Knopfdruck wieder abrufen. Und wer wirklich alles über anliegende Signale wissen will, der wird sich für den Spectral Analyzer als 30-Band-Analysewerkzeug mit DIGIcheck Biquad-Filter freuen, der das hochauflösende IPS-Display des RME ADI-2 Pro ausreizt.

Nach Angaben des Herstellers soll es dies aber noch nicht gewesen sein. Man plane bereits weitere Funktionen, die über Software-Updates nachgerüstet werden können.

Nach derzeit vorliegenden Informationen wird man sich für den neuen RME ADI-2 Pro leider noch ein wenig in Geduld üben müssen. Erst im vierten Quartal soll diese Lösung tatsächlich im Fachhandel zu finden sein. Daher hält sich der Hersteller aus Deutschland auch bislang noch bei einer Preisangabe bedeckt, will diese somit erst vor der Markteinführung bekannt geben.

Unser erster Eindruck im Zusammenspiel mit dem High-end Kopfhörer aus dem Hause Ultrasone AG, dem Ultrasone Tribtute 7 war aber derart vielversprechend, sodass man festhalten kann: es lohnt sich, auf diese überaus vielseitige Lösung zu warten. Insbesondere all jene, die einen sehr flexiblen Kopfhörer-Verstärker suchen, werden mit dem RME ADI-2 Pro ihre wahre Freude haben.

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