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Exklusiv - Franz Hauer Analog One und Base One im Test

Der Hauer Analog One Plattenspieler ist das Einstiegsmodell des findigen Schallplatten-Spezialisten Franz Hauer, und tritt nun an, um sich einem ausführlichen, exklusivem sempre-audo.at Test zu stellen. Metall, Komposit-Materialien, und solide, geradezu meisterliche Handwerkskunst versprechen einen feinen ausdifferenzierten Klang, und mit der optionalen Unterstellbasis einen noch losgelösteren audiophilen Klang.

Kurz gesagt...

Wer High-end Klang mit außergewöhnlicher Fertigungsqualität aus Handarbeit kombinieren möchte, ist bei Franz Hauer Audio genau richtig. Dass dabei die Preise bodenständig bleiben, ist kein Widerspruch, sondern ein weiterer Pluspunkt. High-end aus dem schönen Waldviertel, also garantiert Made in Austria, und garantiert vom Feinsten.

Wir meinen...

Der Franz Hauer Analog One ist ein geradezu bemerkenswertes Beispiel dafür, dass Resonanzfreiheit und ein ausgewogenes Gesamtkonzept zentrale Elemente auf dem Weg zum guten Klangerlebnis darstellen. Ein Weg, den nicht nur Individualisten gehen können, aber einer, den Franz Hauer konsequent verfolgt. Erstaunlich, wie einfach dieses Ausnahme-Laufwerk, hergestellt in Handarbeit von einem wahren Spezialisten, so manchen Mitbewerber in seiner Preisklasse deklassiert.
Hersteller:Franz Hauer Audio
Vertrieb:Franz Hauer Audio
Preis:Laufwerk komplett wie getestet ab € 2.700,-
zusätzliche Basisplatte € 390,-

Von Jürgen Weber-Rom (jwr)
20.08.2014

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Franz Hauer ist ein erfahrener Maschinenbauer. Engste Toleranzen und ein umfangreiches metallurgisches Wissen bilden die Grundlage, um aus Metall geometrische Objekte zu formen. Das Wissen und den inneren Antrieb, um sich die dazu benötigten Maschinen selber anzufertigen, sind natürlich gewachsen, und, so Franz Hauer, ein Grundelement, um feinste Metallwaren zu fertigen. Wenn sich hierzu auch noch die Leidenschaft Audio, High-end, und Vinyl insbesondere, dazugesellt, kann Außergewöhnliches entstehen.

Außergewöhnliches, wie etwa ein feines Einsteigermodell eines Plattenspielers der Gattung „Masselaufwerk“, entstehen aus Leidenschaft und aus dem wichtigsten aller Motive - besten Klang zu realisieren. Ein Anspruch, den sich der findige Niederösterreicher selbst stellt, egal, ob der Musikliebhaber auf ein erschwingliches Einsteigersystem setzt, oder ob er sich dem Machbaren annähern möchte. Ich erwähne diesen Umstand, weil die klanglichen Leistungen des Laufwerkes mitnichten klar der Einsteigerzone zuzuordnen sind. Franz Hauers Laufwerke, in detailverliebter Handarbeit gefertigt, entziehen sich einer einfachen Vergleichbarkeit. Aber dazu später mehr.

Franz Hauer stattet alle seine Laufwerksteller mit mehreren Schichten, sowie einer ebenso komplizierten Basis, welche das Lager aufnimmt, und isolierenden Füßen aus. Auch wenn der Plattenteller des Analog One deutlich auf die Waage drückt, so ist er keine tumbe Materialschlacht. Der Plattenteller besteht aus einem Grundmodul, welches aus Edelstahl gedreht wurde, und mit einer hochdämpfenden Auflageschicht aus Kunststoff komplettiert wird. Der Rand des Aufbaues wurde mit einer speziellen schwarzen Lackschicht verschlossen. Zudem entspannt Franz Hauer seine Plattenteller mit geometrisch gleichmäßig verteilten Schrauben, welche von unten durch den Plattenteller greifen, und diesen mit gezielten Anzugdrehmomenten unter gleichmäßigen Zug setzen.

Die Lagerbasis lehnt sich an die Form eines Bumerangs an, wobei die „Ausleger“ die Tonarmbasis auf der einen Seite und die Umrahmung der auf der Bodenplatte stehenden Motordose bilden. Getragen wird die Lagerbasis von drei hochpräzisen kräftigen, und doch filigran wirkenden Standbeinen. Selbstverständlich sind diese in der Höhe einstellbar, sodass auch Ungleichheiten im Mobiliar ausgeglichen werden können. Allerdings sollte man nicht auf die optionale Grundplatte verzichten. Erst mit dieser ist der Analog One in der Lage, sein Potential und jenes des aufmontierten Tonabnehmers vollkommen zur Geltung zu bringen, wenngleich er schon „unten ohne“ zu überzeugen weiß.

Die einstellbaren Füße haben jedoch eine weitere Funktion, die man so nicht vermuten würde. Die Füße bilden zugleich die Anti-Skating Einstellung. Sie haben richtig gelesen. Durch die minimale Neigung des gesamten Laufwerkes in die richtige Position, stellt sich das Anti-Skating ein. Unter Skating bezeichnet man die Neigung des Tonarmes, sich nach innen drehen zu wollen. Der Vorteil dieser unüblichen Bauweise spricht klar für sich. Man kalibriert das gesamte Laufwerk auf seinem Untergrund aus. Hierzu wird feinfühlig die Höhe jedes einzelnen Beinchens eingestellt, bis das Laufwerk in einer minimalen „Schieflage“ in der gewünschten „Blickrichtung“ steht. Der Tonarm kann sich freier und ungehemmter bewegen, und trotzdem werden diese minimalen Querkräfte perfekt ausgeglichen. Abgesehen davon, dass die kleinen Gewichte gerne mal verloren gehen, ist die grobe Rasterung der String-Aufnahme, meist sind es drei Einkerbungen, bei weitem nicht so exakt wie eine stufenlose zehntelgrad genaue Einrichtung. Der Hauer Analog One ist ein Laufwerk, das sich an den Technikverliebten richtet, und in seiner „einfachen“ Komplexität dauerhaft perfekt einrichten lässt.

Der Antrieb wird mittels eines kräftigen Motors bewerkstelligt, welcher in einer soliden Dose untergebracht ist. Die Dose für den Antriebsmotor wird von Franz Hauer ebenfalls resonanzoptimiert aufgebaut, und setzt, wie bei diesem Laufwerk, ebenfalls auf einen Materialmix, dessen Resonanzeigenschaften ausgleichend kombiniert werden. Der Rundriemen, welcher den Plattenteller mit ein klein wenig Unterstützung der Hand auf Drehung bringt, muss zur Geschwindigkeitsregelung für 33 1/3 und 45 Umdrehungen pro Minute händisch auf dem Pulley umgelegt werden. Nicht ungewöhnlich bei puristischen Laufwerken. Der Gummi selbst ist dem Gewicht und den Reibungseigenschaften der Plattentellerseitenfläche angepasst, sodass der Motor effizient vom Teller entkoppelt wird, aber dabei trotzdem der Schlupf durch einen weichen Riemengummi bestmöglich vermieden wird.

Der Tonarm ist bei diesem Einstiegsmodell ein Pro-Ject Audio Systems Carbon. Franz Hauer hat diesen jedoch gezielt an dieses Laufwerk angepasst. Etliche Hörtests ergaben ein Resonanzverhalten, das noch Verbesserungspotential aufweist. Auch wenn an der Verarbeitung des Pro-Ject Carbon Tonarms nichts zu kritisieren ist, fand Franz Hauer eine grundlegende Schwäche eines derart konstruierten Tonarmrohrs. Durch die durchgehende Formgebung von der runden Rohrform bis hin zur „gequetschten“ Form des Headshell ließen sich minimale störende Resonanzen ausmachen. Die Störquelle war schnell ausgemacht. Mit einigen Versuchen mit unterschiedlichen Unterlegeplättchen und Resonanzdämpfern beruhigte Franz Hauer die Tonabnehmeraufnahme, sodass man aus klanglicher Sicht einen anderen Tonarm vermuten möchte.

Die Verbindung zwischen Tonarm und Tonabnehmer stellt eine signifikante Störquelle dar, die es lohnt, über nahezu alle Preisklassen hinweg noch einmal durchzutesten und zu bearbeiten. Die hier ergriffenen Maßnahmen beinhalten ein Dämpfungselement, welches auf das Headshell verklebt wird, sowie eine Ummantelung der Tonabnehmeraufnahme selbst. Mit fertig aufgebautem Tonabnehmer wirkt am gesamten Tonarm-Headshell schon beim Berühren die „Sprödheit“ und „Totheit“ des Materials. Eine etwas hilflose Formulierung - JA durchaus, aber beschreibt exakt das haptische Erlebnis. Abgedeckt wird auf der Oberseite des Tonarm-Headshell mit einer Carbon-Schicht, sodass die Oberflächen-Homogenität wieder hergestellt wird.

Der Tonabnehmer stellt ebenso wie der ausgewählte Tonarm eine perfekte Ergänzung des Laufwerkes dar. Franz Hauer entschied sich für ein hervorragendes Benz Mikro ACE, natürlich nicht ohne dieses ebenfalls an die bestehenden Maßnahmen anzupassen. Das Gehäuse des Tonabnehmers bekam ein Carbon-Kleid, welches mit demselben Lack aufgeklebt wurde, mit dem wiederum das gesamte Headshell beruhigt wurde. Ein spezieller Lack, der eine Trocknungszeit von gut 14 Tagen aufweist, dafür aber in der benötigten hohen Härte, bei gleichzeitig hoher innerer Dämpfung, aushärtet. Ein wichtiges Element in der klanglichen Abstimmung des Laufwerks und aller angebauten Teile, so Franz Hauer. Das Resonanzverhalten des gesamten Systems dispensiert nun sehr breitbandig mit der nahezu selben Grundfrequenz und fügt sich damit nahtlos in die hervorragenden Grundeigenschaften des Laufwerkes ein.

Eine weitere pfiffige Lösung zeigt sich in der Tonarmsicherung an der Basis. Franz Hauer ersann eine Art „Einhand-Lösung“ für die Sicherung des Tonarmes. Eine kleine Schraube dreht die Halterung für den Tonarm in seine Ruheposition. Beim Lösen dreht man in die entgegengesetzte Richtung, während sich die Haltelasche nach dem Abheben vom Tonarm leicht mitdreht, und so den Tonarm freigibt. Einfach, aber genial und ultrasolide in der Funktion.

Die Basisplatte auf der das Laufwerk sowie die Motordose ruhen, besteht ebenfalls aus einem Kompositmaterial, welches zum größten Teil aus einem langjährig getrockneten Holz besteht. Hier schweigt sich Franz Hauer ob des genauen Aufbaues aus. So manche Geheimnisse mag der findige und erfrischend offene Niederösterreicher dann doch nicht erzählen, und zur Säge wollte ich dann doch nicht greifen.

Es stellt sich natürlich die Frage, wie sich dieses Kunstwerk denn nun klanglich einsortiert. Einleitend schrieb ich von einer schweren Vergleichbarkeit. Soweit sollte hier erwähnt werden, dass man aufgrund verschiedenster Bauprinzipien manches nicht wirklich aussagekräftig vergleichen kann. Zumindest in einer Wertung zu Laufwerksmodellen anderer Hersteller, was Sie, verehrte Leserinnen und Leser, aber nicht hindern sollte, dies trotzdem zu tun. Eine sinnvolle Vergleichbarkeit wird maßgeblich erschwert, weil es sich im Grunde um ein Halb-Tuning-Produkt handelt. Im Kaufpreis enthalten ist das Basismodell eines ausgefeilten vollständig händisch hergestellten Laufwerkes, dessen Anbauteile (Tonarm und Tonabnehmer) zusätzlich massiv aufgearbeitet, und resonanztechnisch an das Laufwerk angepasst werden. In dieser Form ist Franz Hauer ein „Einzelfall“ am Markt, und verspricht Überlegenheit zu deutlich höher gepreisten Fabrikaten anderer Hersteller. Wenn das mal keine solide Ansage ist.

Mein Board, dessen großzügige Fläche auch gerne zwei Laufwerke beherbergen könnte, ist dreipunktgelagert und „perfekt im Wasser“. Ich bin stolz auf meine Präzisionswasserwage, die ein kleines Vermögen gekostet hat. Denn das wohl wichtigste Tuningelement ist, ein Analog-Laufwerk perfekt „ins Wasser“ zu stellen. Als zweite wichtige Maßnahme gilt wohl, eine gewisse Resonanzunanfälligkeit der Aufstellfläche. Je sorgfältiger die Aufstellfläche vorbereitet und beruhigt wird, desto hochwertiger werden die Ergebnisse, die man mit einem ausgezeichneten Spitzen-Laufwerk erreichen kann.

Der Analog One ließ sich leicht aufbauen. Die Basisplatte kommt ohne Höheneinstellung aus, denn sie liegt auf vier fix montierten harten Entkopplungsscheiben auf, und bedingt eine waagrechte Stellfläche. Franz Hauer montierte die drei höhenverstellbaren Beine in der Lagerbasis und positionierte das Laufwerk vorläufig, um mittels der Präzisionswasserwaage die waagrechte Aufstellung zu finden. Nach der waagrechten Ausrichtung begann der Entwickler die Anti-Skating-Abstimmung mittels der drei verstellbaren Beine einzustellen. Leichte Drehungen am vorderen und rechten Stellfuß brachten das Laufwerk in eine minimale „Schieflage“, die die Skating-Kräfte exakt kompensierte. Wichtig dabei sei, so Franz Hauer, dass das Laufwerk exakt in die Richtung blickt, die der Drehrichtung des Tonarmes entgegen liegt. Der Tonarm dreht minimalst bergauf, wenn die Schallplatte abgespielt wird. Bemerkenswert, wie einfach und logisch man ein Bauteil weglässt, und dabei die Eigenschaften eines Analoglaufwerkes verbessern kann.

Es näherte sich endlich der Zeitpunkt, die feinen und dünnen Anschlusskabel, mit Eichmann Plugs konfektioniert, an den Phono-Vorverstärker anzuschließen. Nicht ohne Stolz legt Franz Hauer die erste Schallplatte an seinem neuen Spielort auf den Plattenteller auf. Der erste klangliche Eindruck fand mit einer liebgewonnenen Schallplatte von Ane Brun statt. Das Album Ane brun "it all starts with one" leistet hervorragende Dienste, wenn man nicht nur gute Musik genießen möchte, sondern auch klangliche Eigenschaften verifizieren möchte. Die Ausgewogenheit der Aufnahme und die vielen feinen Details erlauben einen tiefen Blick in die Wiedergabeeigenschaften einer Komponente. Die feinsten dynamischen Abstufungen sind ebenfalls präsent wie die enorm plastische Raumausleuchtung.

Nicht nur Franz Hauer hatte ein freudiges Grinsen im Gesicht ob der famosen Wiedergabe. Auch mich überzeugten die ersten klanglichen Eindrücke. Ane Bruns Stimme ist einzigartig. Sehr fragil, und bei aller Intimität trotzdem kraftvoll. Das spärliche minimalistische Instrumentarium ist wohlsortiert rund um die Stimme positioniert. Ein sehr anspruchsvolles nahezu dreidimensionales Klangbild vermag bei einem guten Laufwerk virtuell auf der Wohnzimmerbühne entstehen. Der Analog One vermochte sehr schnell das Eis aufzutauen. Die Eingewöhnungsphase, gewöhnlich brauche ich etwa zwei bis drei Wochen, um mich in eine neue Testkomponente einzuleben, verlor sich nach nur wenigen Tagen. Es stellte sich alsbald eine schwer zu beschreibende Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit ein, die ich bisher nur sehr selten vernommen habe.

Die geschätzte Ane Brun reicht aber mitnichten, um ein Laufwerk klanglich ausreichend zu beurteilen. Gerade im Bass und im Tiefbass können sich Welten trennen. Ein instabiler Bass hat enorme Auswirkungen auf den Stimmbereich und sollte nicht als „Nice to Have“ betrachtet werden, sondern als Pflichtaufgabe. Hier punktet die Ausgewogenheit eines High-end-Laufwerkes, welches in der Lage ist, alle Spektren des Musiksignales gleichwertig wiederzugeben. Die enormen Auslenkungen der Abtastnadel wollen gestützt und geleitet mit höchster Präzision in feinste elektrische Signale gewandelt werden. So auch der Analog One. Hier zeigt sich die Ruhe und beinahe Resonanzfreiheit des Ausnahmelaufwerkes. Dead Can Dance hat ein gemeingefährliches Musikstück auf dem aktuellen Studioalbum „Anastasis“ zur Hand. Der Titel „Opium“ lehnt sich zweideutig an die bewusstseinserweiternden Substanzen an. Aber auch ohne solche chemischen Booster kann man sich am brachial tiefen Bass erfreuen. Mit einer enormen Kontur und Antrittsgewalt schlagen die Basswogen durch den Hörraum, und lassen die Kinnlade nach unten klappen. Selbst die CD kann hier nicht ganz auf diese emotionale Weise mithalten. Lediglich mein zum Vergleich herangezogener Pure Dynamics PureGroove konnte hier noch ein kleines Stück mehr Autorität und Präzision bewahren.

Der guten Ordnung zuliebe möchte ich festhalten, dass bei mir natürlich auch ein freudiges Konsumentenherz schlägt. Die abgeklärte Distanziertheit zum Testobjekt konnte ich mir noch nicht so richtig aneignen. Ein kleiner Anteil meiner Eindrücke zeigt sich auch in einem nahezu allmächtigen Haben-Wollen-Impuls. Die Erfüllung der lange erarbeiteten Klangvorstellungen auf höchstem Niveau eines Testprobanden erlauben positive Testergebnisse und Meinungen. Vielleicht ist dieser Impuls eine Art unkontrollierbares Prüfsigel, das es mir erlaubt, einen Testling zu mögen, oder eben nur als Testobjekt zu behandeln, und das ist gut so. Eine gute Komponente, mit einer Seele und einer individuellen Geschichte vermag doch mehr zu überzeugen, als ein Gerät aus einer hoch automatisierten Fertigung. Franz Hauer haucht seinen Plattenspielern eine Seele ein.

Die klangliche Ausrichtung des Analog One soll natürlich nicht verschwiegen werden. Er hat nahezu keine Schwächen, wenn man vom fehlenden letzten Quäntchen Tiefgang mal absieht. Die Balance zwischen Spielwitz, mit einem Schuss „Dreckigkeit“ und Ausgewogenheit scheint nahezu perfekt gelungen. Stimmlagen werden sehr präzise mit viel Charme wiedergegeben. Orchestrale Musik behält eine innere Spannung, ohne an Dreidimensionalität zu verlieren. Die Seele gehört dazu, denn so ganz ohne Emotionen kann man keine Musik glaubhaft genießen. Nur zu schnell käme der Wunsch nach einer Veränderung auf. Das fehlende letzte Quäntchen Tiefgang mag zudem auch akademisch anmuten, denn das Musikmaterial beinhaltet seltenst derartige tiefe Lagen. Somit ist der einzige „Schwachpunkt“ dann doch wieder keiner, zumindest kein wichtiger.

Zuguterletzt verweise ich noch auf die Versuche mit Plattenpucks. Der Plattenteller ist ein Präzisionsteil, mag es aber, wenn ein guter Puck mit Dämpfungseigenschaften die Platte beruhigt. Franz Hauer hat zu diesem Test zwei Modelle mitgegeben, die trotz ähnlicher Beschaffenheit unterschiedliche Ergebnisse lieferten. Selbstverständlich berichten wir darüber ausführlich, das aber in einem eigenen Erfahrungsbericht.

Bleibt abschließend noch die Frage zu klären: Empfehlung der Redaktion? –Ja, selbstverständlich, und zwar ohne den leisesten Zweifel. Franz Hauer stellte uns mit diesem Laufwerk in der geschilderten Ausstattungsvariante ein Laufwerk zum Test zur Verfügung, das den Begriff „Einstiegslösung“ auf ein sehr hohes Niveau hebt. Wir wagen die Behauptung, dass hier „Einsteiger“ ein Laufwerk erwerben, mit dem sie über Jahre hinweg Freude haben werden, und bei dem der Wunsch nach mehr wohl kaum aufkommt.

Mit einem Basispreis von € 2.700,- inklusive Tonarm Pro-Ject Carbon und Tonabnehmer Benz Micro ACE ist das Laufwerk ein zudem sehr günstiger Einstieg in eine dennoch nach oben offene analoge Welt aus dem schönen Niederösterreich. Das Board wird zu einem günstigen Preis von € 390,- angeboten. Ganz wichtig: Das Laufwerk wird auftragsbezogen hergestellt, stammt also nicht „von der Stange“, wobei sich Franz Hauer natürlich auch sehr offen für eigene Design-Vorschläge des Kunden zeigt. Man kann hier also tatsächlich sein ganz individuelles Laufwerk, mit individueller Ausstattung ordern. Ein Pluspunkt, den kaum andere Hersteller für sich verbuchen können, und schon gar nicht, in dieser Preisklasse.

So nebenbei sei abschließend auch erwähnt, dass wir für unsere treuen sempre-audio.at Leserinnen und Leser das einmalige Angebot von Herrn Hauer unterbreiten dürfen, das Testlaufwerk zu einem besonderen Einführungspreis von € 2.400,- inklusive der sonst aufpreispflichtigen Basisplatte und inkl. Mehrwertsteuer zu erstehen.

Auf den Punkt gebracht

Wer High-end Klang mit außergewöhnlicher Fertigungsqualität aus Handarbeit kombinieren möchte, ist bei Franz Hauer Audio genau richtig. Dass dabei die Preise bodenständig bleiben, ist kein Widerspruch, sondern ein weiterer Pluspunkt. High-end aus dem schönen Waldviertel, also garantiert Made in Austria, und garantiert vom Feinsten.

9,0 (Herausragend)

The Good

  • Individualismus auf höchstem Klangniveau
  • Fein differenziert mit der richtigen Portion Bass-Performance
  • intelligente Anti-Skating Einstellung
  • als Einstiegsmodel solide in der Top Klasse positioniert
  • ein Laufwerk für viele lange Musikgenüsse

The Bad

  • Wenn überhaupt
  • dann fehlt es minimal im Tiefbass-Bereich
  • reagiert sensibel auf Platten-Pucks - mit dem Richtigen geht jedoch die Sonne auf

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Unser Fazit

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