Exklusiv - Pro-Ject Media Player aus der Box Design-Serie

USB Speicher-Sticks entwickeln sich immer mehr zum universell einsetzbaren Speicher-Medium, die inzwischen selbst mit großzügigen Speicherkapazitäten sehr günstig zu haben sind. Genau dafür ist der neue Pro-Ject Media Player aus der Box Design-Serie konzipiert. Er erlaubt die Wiedergabe nahezu aller digitaler Audio-Daten gänzlich ohne Netzwerk direkt von einem Speicher-Stick.

Von Michael Holzinger (mh)
24.02.2011

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Das österreichische Unternehmen Pro-Ject Audio Systems kommt zwar ganz klassisch aus der analogen Welt, schließlich ist man unter anderem Weltmarkt-Führer bei Schallplattenspielern, erweiterte aber schon vor geraumer Zeit mit der so genannten Box Design-Serie das Betätigungsfeld erheblich, in dem man ein HiFi-System quasi im Baukasten-System konzipierte. Dieses System umfasst natürlich auch erstklassige CD-Player und herausragende D/A-Wandler, also reinrassige digitale Lösungen. Der nächste Schritt hin zu vernetzten Lösungen war also nur eine Frage der Zeit.

Schon im Rahmen der CES 2011 zu Beginn dieses Jahres konnten wir exklusiv über die neue Pro-Ject Audio Stream Box SE berichten, die das österreichische Unternehmen erstmals in Las Vegas vorstellte und die uns bereits zuvor für einen ersten Kurztest zur Verfügung stand. Schon damals konnten wir uns zudem sehr intensiv mit einem weiteren Gerät befassen, das wir aber nur andeutungsweise in unserem Bericht erwähnten, obwohl es eigentlich klar war, um was es sich handeln könnte. Denn wer sich ein wenig genauer mit der Pro-Ject Box Design-Serie befasst, für den wird es geradezu logisch erscheinen, dass einer SE-Komponente ein entsprechendes Gegenstück in der Standard-Linie folgen muss.

Nun ist es also soweit und Pro-Ject Audio Systems präsentiert den neuen Pro-Ject Media Player. Im Gegensatz zur Pro-Ject Stream Box SE handelt es sich hier aber nicht um einen Streaming-Client, sondern tatsächlich um einen reinen Media Player der kein Netzwerk benötigt. Die Musik-Daten stammen entweder von einem USB Speicher-Stick oder einer SD-Card.

Als Mitglied der Pro-Ject Audio Systems Box Design-Serie präsentiert sich der neue Media Player als sehr kompaktes Gerät, bei dem nicht nur die Front-Blende aus Aluminium gefertigt ist, sondern das gesamte Gehäuse aus Metall besteht und wie immer tadellos verarbeitet ist. Pro-Ject Audio Systems wird das Produkt zunächst in bewährter Weise in den Varianten Schwarz sowie Silber anbieten, wobei das Design ein paar dezente Veränderungen zu bisherigen Komponenten der Produktlinie aufweist. So fehlen etwa die Schrauben an der Frontseite und die Ecken sind nun nur noch ganz dezent abgerundet.

Die Abmessungen entsprechen aber exakt den bisherigen Produkten aus der Box Design-Serie, sodass sich der neue Media Player nahtlos in ein Mini HiFi-System bestehend aus verschiedensten Komponenten einfügt.

An der Frontseite findet man ein - zugegeben - recht kleines Farb-OLED-Display, drei kleine Taster sowie einen USB-Anschluss und einen SD-Card Slot. Die Rückseite zieren ein analoger Audio-Ausgang in Form eines Cinch-Buchsenpärchens, ein digitaler Ausgang in Form einer koaxialen S/PDIF-Schnittstelle sowie der Anschluss für das externe Netzteil.

Eine Integration ins Netzwerk ist, wie bereits erwähnt, bei diesem Gerät nicht vorgesehen. Es steht also weder eine Ethernet-Schnittstelle in Form einer RJ45 Buchse, noch ein WiFi-Modul zur Verfügung.

Die Steuerung erfolgt entweder direkt am Gerät oder über eine im Lieferumfang enthaltene Infrarot-Fernbedienung.

Als Datenquelle fungiert entweder eine SD-Card oder ein USB Speicher-Stick, die in jedem Fall direkt an der Front angeschlossen werden.

Wir hatten bereits die Gelegenheit, das Gerät einem ersten Test zu unterziehen. Also, USB-Stick, vollgepackt mit Audio-Daten in den unterschiedlichsten Formaten angesteckt, und schon zeigt das Gerät alle Dateien auf dem kleinen, aber erstaunlicher Weise dennoch grafikfähigem Display an, sodass man durchaus vernünftig durch den Datenbestand navigieren kann. Cover-Artwork gibt es aber nicht, das wäre dann doch etwas zu viel verlangt und würde bei einem Display dieser Größe auch keinen Sinn ergeben. An Daten verarbeitet der Pro-Ject Media Player alle Formate, die derzeit üblich sind. Somit können nicht nur MP3-Dateien, sondern ebenso Daten im AAC-Format problemlos wiedergegeben werden und auch WMA soll unterstützt werden.

Die Qualität der integrierten Wandler vergleicht Heinz Lichtenegger, Eigentümer und Gründer von Pro-Ject Audio Systems in etwa mit der CD-Box aus der Pro-Ject Box Design-Serie. Keine schlechte Referenz, wie wir meinen. Wer dennoch mehr will, der kann dies natürlich auch hier tun. Dafür steht die bereits erwähnte S/PDIF-Schnittstelle zur Verfügung und die Box Design-Serie hält mit der Pro-Ject DAC Box USB oder Pro-Ject DAC Box FL die richtigen Werkzeuge dafür bereit. Damit spielt der Pro-Ject Media Player endgültig auf audiophilem Niveau.

Natürlich ist das Gerät nicht dafür konzipiert, abertausende Audio-Daten zu verwalten. Dann wird die Bedienung allein mit dem kleinen Display doch ein wenig mühsam. Wer aber ein paar hundert Audio-Daten auf einem USB Stick oder einer SD-Card ablegt, und damit den Media Player „füttert“, der wird sich über die geradezu simple Bedienung und freuen. Am ehesten kann man den Media Player der Pro-Ject Box Design-Serie daher mit einem CD-Player vergleichen, nur das hier das Medium eben ein Speicher-Stick ist.

Offiziell präsentiert wird der Pro-Ject Media Player aus der Box Design-Serie zur High End in München Anfang Mai 2011. Dann soll das Gerät auch unmittelbar im Fachhandel erhältlich sein. Derzeit ist ein empfohlener Verkaufspreis von voraussichtlich rund € 250,- angedacht, wobei diese Angaben vom österreichischen Vertrieb Audio Tuning Vertriebs GmbH noch mit Vorbehalt angegeben wird.

Michael Holzinger

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