Fatoumata Diawara „Fatou“

„Fatou“ ist das Debut-Album der aus Mali stammenden Künstlerin Fatoumata Diawara und ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie vital und mitreissend afrikanische Musik jenseits gängiger Klischees sein kann. Auf diesem Album findet sich sehr eingängiger, melodischer Pop auf höchstem Niveau.

Von Michael Holzinger (mh)
23.09.2013

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Viel zu sehr sind wir, wenn es Musik jenseits der gängigen Schemata geht, auf wenige, aber umso hartnäckigere Klischees fixiert, die eine gewisse Erwartungshaltung geradezu erzwingen. Es passiert leider viel zu selten, dass Musiker etwa aus Afrika auch über die Grenzen des Kontinents hinaus für Aufsehen sorgen können, und somit an diesen geltenden Klischees kräftig rütteln.

Dabei konnte sich in verschiedensten Ländern Afrikas über die letzten Jahre eine immens vitale Musikszene etablieren, und zwar mit Musikern, die eine überaus spannende Mischung aus traditionellen Elementen und modernsten Stilmitteln für sich entdeckten und diese mit einem erstarkten Selbstbewusstsein sukzessive weiter entwickeln. Es ist wohl der gemeinsamen, über weite Strecken keineswegs einfachen gemeinsamen Geschichte geschuldet, dass moderne afrikanische Musik vor allem in Frankreich mit im Vergleich zum übrigen Europa sehr großen Aufmerksamkeit verfolgt wird und hier sogar erfreulich oft so manche Formation, so mancher Künstler auch über die ebenfalls sehr vitale Szene hinaus Erfolge verzeichnen kann.

Dies gelang etwa auch der ursprünglich aus Mali stammenden Künstlerin Fatoumata Diawara, die seit Jahr und Tag in Frankreich lebt, und hier zunächst erste Erfolge als Schauspielerin, nicht zuletzt in Musical-Produktionen feiern konnte. Allerdings verfolgte sie durchaus auch andere Ambitionen, allen voran die Etablierung als Künstlerin mit eigenen Werken.

Nach der ersten EP „Kanou“ im Jahr 2011 konnte sie im gleichen Jahr ihr Debut-Album „Fatou“ präsentieren, das in Frankreich beeindruckende Erfolge feiern konnte, und auch dafür sorgte, dass Fatoumata Diawara über die Grenzen ihrer Wahlheimat hinaus an Bekanntheit gewann. Eine ausgedehnte Tour im Zuge der Album-Veröffentlichung, in deren Rahmen Fatoumata Diawara nicht zuletzt durch ihre mitreissende Performance begeisterte, sorgte dafür, dass „Fatou“ sich in vielen Ländern gar auf Dauerrotation bei so mancher Rundfunk-Station fand, natürlich allen voran der Song „Sowa“, der durchaus den Charakter des gesamten Albums widerspiegelt.

Fatoumata Diawara kombiniert auf „Fatou“ in hervorragender Art und Weise Jazz mit Pop-Elementen und Folk, unterlegt dies mit geradezu mitreissenden, jedoch erstaunlich reduziert gespielten Rhythmen und nutzt diese Mischung als Basis für sehr lyrische Texte, die geradezu der Singer/ Songwriter-Tradition entsprechen.

Besonders herausragend aber ist wohl die einfühlsame, klare Stimme der Künstlerin, die den Zuhörer sofort in ihren Bann zieht und verzaubert, und die das perfekte Werkzeug für die sehr melodischen Songs des Albums ist.

„Fatou“ ist somit ein Album, das eine wunderbare Brücke zwischen moderner Musik aus Mali und topaktuellem Pop europäischer Prägung mit einer Brise Jazz und Folk schlägt und somit ein sehr gelungenes Cross-over darstellt, das Grenzen schlicht ignoriert und sich unweigerlich im Gehörgang festsetzt.

Erfreulich ist, dass es dieses Album nicht nur als Download bei den üblichen Anbietern sowie als Audio CD gibt, sondern ebenso als sehr hochwertig produzierte Vinyl-Ausgabe. Diese umfasst nicht nur alle Texte auf einem Beileger, sondern ebenso einen Download-Vocher, mit dem man alle Songs des Albums zumindest auch als MP3-Dateien für unterwegs laden kann.

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Facts

Album

Fatou

Künstler

Fatoumata Diawara

Komponist

Fatoumata Diawara

Genre

Jahr

2011

Format

Audio CD, Download, Vinyl

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