Focusrite iTrack Solo - Aufnahmen auf hohem Niveau direkt mit dem Apple iPad

Mit einem Apple iPad kann man ja wirklich so einiges anstellen, aber kann das Tablet aus Cupertino tatsächlich auch als Lösung zur Aufnahme von Audio auf hohem Niveau herhalten? Geht‘s nach dem englischen Spezialisten für professionelle Aufnahme-Systeme Focusrite, ja, und zwar mit dem neuen Focusrite iTrack Solo.

Von Michael Holzinger (mh)
11.09.2012

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Mit so mancher Marketing-Aussage gilt es, äußerst behutsam umzugehen und diese besser mehrmals zu hinterfragen. So wird nicht zuletzt im Zubehörbereich für mobile Devices sehr, sehr viel versprochen, was sich im praktischen Einsatz schlicht als falsch, zumindest aber als stark übertrieben und kreativ ausgeschmückt herausstellt. Begriffe bzw. Beschreibungen wie höchste Qualität, auf professionellem Niveau sind ja schnell mal in eine Produktbeschreibung hineingeschummelt, auch wenn es sich in Wahrheit nur um ein nettes Gadget, aber nicht mehr handelt.

Und mobile Devices, wie etwa das Apple iPad, sind ja tatsächlich für vieles geeignet, auch im Umfang mit multimedialen Inhalten. Ja selbst in der „Produktion“ von Musik, wie zahllose Apps beweisen, die aus dem Apple iPad einen Synthesizer, ein Gitarren-Effektgerät, ja sogar eine komplette Band machen. Und natürlich kann man, entsprechende Apps und Hardware vorausgesetzt, damit auch Aufnahmen tätigen. Allerdings ist fraglich, ob das dann tatsächlich, wie versprochen, Lösungen sind, die unter professionellen Gesichtspunkten standhalten.

Anders sieht es aber aus, wenn ein Hersteller vom Kaliber des englischen Unternehmens Focusrite sich zu einem derartigen Versprechen hinreißen lässt. Schließlich gilt das Unternehmen seit Jahr und Tag als einer der führenden Anbieter im professionellen Tonstudio-Segment. Lösungen dieses Herstellers finden sich in nahezu allen führenden Studios dieser Welt. Man ist also einem bislang tadellosem Ruf verpflichtet, wenn man nunmehr behauptet, dass mit Hilfe des neuen Focusrite iTrack Solo ein Apple iPad zu einer hochwertigen, mobilen Recording-Lösung mutiert.

Man habe all die Erfahrung, die man über die Jahre in der Entwicklung professioneller Recording- und Studio-Lösungen gewonnen habe, bei der Entwicklung dieser neuen Lösung genutzt, um eine vielseitige, mobile Lösung rund um das Tablet von Apple zu realisieren. Dabei setzte man auf das überaus populäre Focusrite Scarlett 2i2 USB Interface, das man bereits als ebenbürtige Lösung für PCs und Macs im Angebot hat, und adaptierte es entsprechend den speziellen Anforderungen im Zusammenspiel mit dem Apple iPad.

So präsentiert sich das Focusrite iTrack Solo als sehr kompaktes „Kästchen“, das aus Aluminium gefertigt ist und an der, auf Grund des Formfaktors recht kleinen Frontseite, etliche Bedienelemente als auch Anschlüsse aufweist. Trotz der beengten Verhältnisse sollten aber alle Regler und Taster sehr gut zu bedienen sein.

Das Focusrite iTrack Solo weist zwei Eingänge auf, und zwar einen Instrumenten-Eingang in Form einer 6,3 mm Klinkenbuchse und einen Mikrofon-Eingang in Form einer XLR-Buchse. Hier setzt Focusrite auf einem bestens beleumundeten Mikrofon-Verstärker mit geringsten Verzerrungen und Rauschen, und zwar jenen, der im Focusrite Liquid Saffire 56 Interface zum Einsatz kommt. Nachdem man mit diesem Device ja, wie bereits angeführt, professionellen Ansprüchen genügen will, steht hier auch eine Phantom-Speisung zur Verfügung.

Sowohl für den Mikrofon- als auch Instrumenten-Eingang steht ein Pegelregler zur Verfügung, wobei eine hier umlaufende Anzeige die korrekte Aussteuerung anzeigt. Der Hersteller spricht hierbei von so genannten Focusrite Halo-Indicators. Eine schicke Lösung...

Es handelt sich beim Focusrite iTrack Solo also um ein Zweikanal-Interface, das Daten über USB an das Apple iPad weiterreicht. Hier kann man Audio-Daten entweder mit der App Apple Garage Band oder zahlreichen anderen derartigen Lösungen aufzeichnen. Ebenso kann das Interface aber auch mit einem PC oder Mac eingesetzt werden, denn auch hier fungiert es als Zweikanal USB-Audio-Interface und verarbeitet Audio-Signale mit einer Auflösung von bis zu 24 Bit und 96 kHz.

Über ein Cinch-Buchsenpärchen kann natürlich auch ein Abhör-System angeschlossen werden und auch ein Kopfhörer-Ausgang steht zur Verfügung. Der Ausgangspegel lässt sich über einen entsprechenden Drehgeber an der Front einstellen.

Der englische Hersteller erachtet das Focusrite iTrack Solo als ideale Lösung etwa für Musiker, die erste Ideen oder Arrangements für ihre Songs jederzeit auf besonders einfache Art und Weise festhalten und erarbeiten wollen. Natürlich auch unterwegs. Die Qualität soll so hoch sein, dass der Hersteller sogar davon spricht, dass diese Aufnahmen, etwa als Demo aufgezeichnet, problemlos im Studio in den finalen Mix übernommen werden können.

Nach Angaben des österreichischen Vertriebs, der Klangfarbe in Wien, soll das Focusrite iTrack Solo in Kürze zum empfohlenen Verkaufspreis von € 169,- im Fachhandel erhältlich sein.

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