Google Drive gestartet - 5 GByte in der Cloud kostenlos

Mit Google Drive reiht sich der Internet-Gigant in die Reihe jener Anbieter ein, die Anwendern Speicherplatz in der so genannten Cloud anbieten. Ab sofort kann man nun auch bei Google 5 GByte Daten kostenlos „auslagern“ und darauf jederzeit zugreifen, diese aber auch mit anderen teilen.

Von Michael Holzinger (mh)
24.04.2012

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Die Zukunft der Datenspeicherung finde Online statt, davon zeigen sich zahllose so genannte Experten und Branchenkenner überzeugt. Natürlich ist es durchaus reizvoll, auf Daten verschiedenster Art jederzeit, überall und mit jedem Gerät zugreifen zu können, zumal diese Dienste zumindest in der Basis-Version kostenlos sind. Daher setzen auch immer mehr Kunden auf derartige Angebote, was wiederum die Anbieter erfreut, denn hat man sich erstmal mit einem derartigen Dienst angefreundet, so bleibt man diesem auch treu und nutzt irgendwann eventuell auch die kostenpflichtige Variante oder aber weitere Angebote des auserwählten Anbieters.

So ist es nicht erstaunlich, dass immer mehr Giganten der IT-Welt derartige Angebote offerieren und um die Gunst der Kunden buhlen.

Bislang gab es einen klaren Marktführer in diesem Bereich, und zwar den Dienst dropbox.com. Aber auch Microsoft wirbt mit dem Dienst Microsoft SkyDrive ebenso um Kunden, wie etwa Apple mit dem Dienst Apple iCloud. Fehlt also noch Google, die zwar bereits ebenfalls für verschiedenste Dokumente entsprechende Plattformen offerierten, aber eben nicht in Form einer „virtuellen Festplatte“, auf der Kunden tatsächlich jedwede Daten auslagern konnten.

In den letzten Wochen war bereits klar, dass sich auch Google dieses Marktsegment nicht entgehen lassen wird und unter der Bezeichnung Google Drive eifrig an einem entsprechenden Angebot arbeitete. Wie vermutet, steht dieser Dienst nunmehr zur Verfügung, und zwar kostenlos und mit einer Speicherkapazität von vorerst 5 GByte.

Selbstverständlich ist dieses Angebot fest mit einem Google+ Account verknüpft, denn schließlich ist Google in den letzten darauf bedacht, all die bislang separat angebotenen Dienste und Angebote allmählich unter ein Dach zu bringen und nutzt verständlicherweise das Social Media-Angebot Google+ dafür. So gibt es natürlich auch eine direkte Integration in die Office-Suite Google Docs und auch Fotos werden künftig über Google Drive verwaltet. Hier will Google natürlich mit einer flexibel Suchfunktion punkten.

Der Kunde kann bei Google Drive Dateien direkt im Web-Browser hochladen, wobei der eigene Browser Google Chrome klar im Vorteil ist. Zudem stehen Anwendungen für Microsoft Windows sowie Apple OS X zur Verfügung und auch eine eine direkte Integration in Google Android ist natürlich möglich, denn schließlich soll sich der Kunde ja möglichst ausschließlich im Online-Universum von Google bewegen und dieses tunlichst nicht verlassen müssen. Die entsprechende App ist bereits bei Google PLAY erhältlich. Eine App für Apple iOS soll folgen.

Ebenso soll es möglich sein, Daten mit anderen zu teilen, sodass Google Drive tatsächlich in direkte Konkurrenz mit dem bisherigen Branchen-Primus Dropbox.com tritt. Dies dürfte wohl dafür sorgen, dass Dropbox.com sowie weitere Mitbewerber entsprechend darauf reagieren müssen und Kunden noch mehr an kostenlosem Speicher zur Verfügung stellen. Den Kunden wird‘s freuen, denn in den nächsten Wochen ist somit damit zu rechnen, dass sich die Anbieter mit immer mehr an kostenlosem Speicher und weiteren „Zugaben“ übertrumpfen werden. Derzeit steht bei Dropbox.com zum Start eine Speicherkapazität von 2 GByte zur Verfügung. Microsoft lockt mit nunmehr 7 GByte und bei Google Drive stehen, wie bereits angeführt, 5 GByte für Daten zur Verfügung. Wie bei allen anderen Anbietern kann aber auch hier zusätzlicher Speicherplatz erworben werden. Insgesamt bis zu 16 TByte kann der Kunde so erwerben, allerdings müssen dafür dann pro Monat US$ 799,99 investiert werden.



Gleichgültig, für welchen Anbieter man sich auch entscheidet, in jedem Fall gilt es, diese Dienste mit höchster Sorgfalt und mit viel Bedacht zu nutzen. Denn es ist unerheblich, wem man seine Daten anvertraut, in dem Moment, wo man Dateien in die Cloud entlässt, gibt man auch die uneingeschränkte Kontrolle darüber aus der Hand. Niemand kann also wirklich garantieren, dass mit den persönlichen Daten, abgelegt in der Cloud, kein Schindluder betrieben wird und diese eventuell in fremde Hände geraten. Ohne nun irgendeinem Anbieter irgendwas unterstellen zu wollen, einmal aus der Hand gegebene Daten sind im Zweifelsfall „Allgemeingut“.

Dieses schlimmste Szenario sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn es darum geht, welche Daten man in die Cloud auslagert. Persönliche Dokumente mit heiklen Informationen haben also rein gar nichts in der Cloud verloren. Gleichgültig, ob der Anbieter nun Google, Microsoft, Apple, Dropbox.com oder sonst irgendwie heisst.



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