Foto © Gryphon Audio Design

Gryphon Antileon EVO - Purer Luxus in Class A und eine bewusste „Material-Schlacht“…

Nicht weniger als 15 Jahre sind vergangen, seit die dänische HiFi-Schmiede Gryphon Audio Design den Gryphon Antileon Leistungsverstärker durch die Gryphon Antileon Signature ablöste. Nun erachtete man die Zeit erneut als reif, um diesen mit dem neuen Gryphon Antileon EVO abzulösen.

Kurz gesagt...

Nach immerhin 15 Jahren liefert das dänische Unternehmen Gryphon Audio Design die Ablöse für den Gryphon Antileon Signature, und zwar in Form des neuen Gryphon Antileon EVO.

Wir meinen...

„Sie hören nur von uns, wenn wir wirklich etwas Neues und Einzigartiges gefunden haben“, dies verspricht die dänische HiFi-Schmiede Gryphon Audio Design, und nun, nachdem die Gryphon Antileon Signature immerhin 15 Jahre erhältlich war, hat man etwas Neues, nämlich den Nachfolger Gryphon Antileon EVO. Unumwunden gibt der Hersteller zu Protokoll, dass hier keinerlei Aufwand gescheut wurde, um kompromisslos ein „Leistungs-Monster“ in Pure Class A zu realisieren. Ein wahres Prachtstück, wie wir meinen…
Hersteller:Gryphon Audio Design
Vertrieb:TAD Audiovertrieb GmbH
Preis:Gryphon Antileon EVO Stereo € 35.000,-
Gryphon Antileon EVO Doppel-Mono-Paar € 70.000,-

Von Michael Holzinger (mh)
08.12.2015

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Es kann ein sehr gutes Zeichen sein, wenn sich renommierte Hersteller viel, viel Zeit gönnen, ein bestehendes Produkt durch ein neues abzulösen. Vor allem dann, wenn es sich um ein wirklich herausragendes Produkt handelt, das zur vollsten Zufriedenheit der Kunden seinen Dienst verrichtet. Einerseits zeigt dies, dass der Hersteller seine Aufgabe bestmöglich erfüllte, zudem sorgt es für Wertstabilität und wohl auch für ein gutes Gefühl beim Kunden, das richtige Produkt gewählt zu haben.

Es gibt leider immer weniger Hersteller, selbst im gehobenen HiFi-Segment, die sich weitestgehend aus dem Spiel um immer kürzeren Produktzyklen heraushalten und Produkte nur dann einer Überarbeitung unterziehen, wenn damit tatsächlich gravierende Veränderungen einhergehen, und somit der Kunde letztlich tatsächlich einen Mehrwert gegenüber den bisherigen Angeboten erhält.

Dennoch, irgendwann ist es dann doch an der Zeit, Neues zu präsentieren, selbst wenn man dabei natürlich auf Bestehenden aufbaut. So wie etwa das dänische Unternehmen Gryphon Audio Design, das sich nicht weniger als 15 Jahre Zeit lies, um den Leistungsverstärker Gryphon Antileon Signature durch ein neues Modell abzulösen, die ihrerseits erst Jahre nach der ursprünglichen Gryphon Audio Antileon auf den Markt kam.

Durchaus mit Stolz verweist das Unternehmen gleich zu Beginn der entsprechenden Pressemitteilung darauf, dass man sich ganz bewusst derart viel Zeit lies, um eine Modellüberarbeitung vorzunehmen. Man will sich nicht an dem Ritual der inzwischen ja fast jährlichen Produktpräsentationen beteiligen, bei der das neueste Modell in der Regel nur eine marginale Veränderung gegenüber den Vorgängern aufweist. Vielmehr sei es eine über Jahre hinweg gut gepflegte Unternehmensphilosophie, sich erst dann mit neuen Produkten an Kunden zu richten, wenn man etwas wirklich Neues und Einzigartiges zu bieten habe, so die Dänen mit einem durchaus pointierten Seitenhieb auf so manchen Mitbewerber.

Nun war es aber scheinbar dann doch an der Zeit, einen weiteren Schritt zu wagen, sodass die Dänen dieser Tage den Gryphon Antileon EVO präsentieren, und zwar in zwei Versionen, einerseits als Gryphon Antileon Stereo, als auch als Gryphon Antileon Mono.

Wie bereits erwähnt, es gab natürlich keinen Grund, hier komplett neue Ansätze zu wählen, vielmehr konnten die Entwickler guten Gewissens auf Bestehendes aufbauen, zumal sie die neuen Endstufen selbstverständlich in durchaus sehr wesentlichen Bereichen gegenüber ihren Vorgängern verbesserten. So versteht man die neue Version Gryphon Antileon EVO als weitere Evolutionsstufe, die für Anwender einen markanten Mehrwert biete.

So konnte bereits die bisherige Version des Leistungsverstärkers allen voran dadurch überzeugen, dass er selbst den anspruchsvollsten Lautsprecher stets fest im Griff hatte, so Gryphon Audio Design. Ein Merkmal, auf dem man aufbaute, und den neuen Gryphon Antileon EVO sowohl in der Stereo als auch Mono-Ausführung mit außergewöhnlichen Spitzenstrom-Fähigkeiten selbst für extrem nieder-impedante Lautsprecher-Systeme rüstete. Dazu ist der Gryphon Antileon EVO, wie alle Verstärker des dänischen Herstellers, als echte Hochtstrom-Konstruktion ausgelegt, so das Unternehmen.

Mit dem Gryphon Antileon EVO entzieht man sich bewusst einer weiteren vom Hersteller angeprangerten Entwicklung. So sieht man die Bestrebungen mancher Hersteller, bei gleicher Leistung auf leichtere, kompaktere und effizientere Konzepte zu setzen, überaus kritisch und attestiert hier vielmehr, dass es lediglich um eine Kostensenkung gehe, da Materialkosten in den letzten Jahren in die Höhe schnellten und Entwickler somit unter enormen Kostendruck stünden. Gryphon Audio Design hält in diesem Zusammenhang fest, dass es noch keinen besseren Weg gäbe, als auf bewährte Tugenden zu setzen, nur billigere.

Daher treibe man auch weiterhin einen immens hohen Aufwand, ja, auch Materialaufwand, denn dieser sei letztlich entscheidend für die erzielbare Qualität, so die Überzeugung von Gryphon Audio Design.

So setzt man etwa auf echtes Class A für die Vorspannung, und dies bedeute laut Gryphon Audio Design nichts anderes als viel Hitze, schwere Transformatoren, stattliche Kondensatoren-Bänke, hohen Stromverbrauch, massive Kühlkörper und sehr, sehr teure Bauteile und eine enorm aufwendige Fertigung. Aber nur so könne man all die Vorzüge von Class A in vollem Umfang nutzen, allen voran die jederzeit zur Verfügung stehende volle Kraft, unabhängig von der tatsächlichen Belastung.

Für die wenigen Gelegenheiten, in denen tatsächlich eine sehr geringe Vorspannung benötigt wird, kann diese beim Gryphon Antileon EVO über entsprechende Bedienelemente an der Front heruntergeregelt werden. Wird hingegen mehr Leistung benötigt, so besteht die Möglichkeit, die Gryphon Antileon EVO mono zu brücken und mit zwei die doppelte Leistung zu erzielen. Für diese Aufgabe empfiehlt das dänische Unternehmen natürlich eine entsprechende Vorstufe aus dem Hause Gryphon Audio Design, denn damit stünde der Gryphon-eigene Bias-Link zur Verfügung, über den sich der Ruhestrom des Leistungsverstärkers automatisch auf die Position des Vorverstärker-Lautstärke-Reglers einstellt, sodass stets die optimale Class A Leistungsreserve zur Verfügung steht.

Der Gryphon Antileon EVO verfügt über eine vollsymmetrische Eingangs- und Spannungsverstärkerstufe und leistet nicht weniger als zweimal 150 Watt in reiner Class A. Dementsprechend aufwendig ist das Innenleben gestaltet, um diese geballte Kraft aufzubringen. Hier kommen stolze 40 Hochstrom-Bipolar-Ausgangstransistoren zum Einsatz, es stehen Netzteil-Kondensator mit insgesamt 670.000 F zur Verfügung, zudem setzten die Entwickler auf ein geschirmtes, Eopxy-gedämpftes Transformator-Gehäuse für eine besonders wirksame Schwingungsisolation, eine neu entwickelte, nach Angaben des Herstellers ultraschnelle J-FET-Eingangsstufe, eine DC-Servo-Schaltung mit Mundorf RXF Polypropylen-Kondensatoren für die Netzteil-Entkopplung, Takman REY Präzisions-Widerstände, maßgeschneiderte Ringkern-Transformatoren, separate Netzteile für die Anzeige und Steuerstromkreise sowie eine interne Verdrahtung mit so genannten Gryphon Guideline Reference Gold-Silber-Kabel und vielen weiteren überaus beeindruckenden Ausstattungsmerkmalen. Darunter etwa auch ein Mikroprozessor-gesteuertes, nicht-invasives „Smart“ Schutzssystem sowie eine aufrüstbare Mikroprozessor-Software.

All dies wurde in ein neu entwickeltes Gehäuse „verpackt“, dessen Design dazu beitragen soll, dass die neue Gryphon Antileon EVO sich eben nicht derart nüchtern präsentiert, wie so manch andere Endstufe diesen Kalibers. Vielmehr sei es das Ziel gewesen, mit dem neu konzipiertem Design eine mutige, skulpturale Aussage zu vermitteln, die gleichermaßen funktionell wie elegant sein soll und dazu beiträgt, dass man auch derartige High-end Lösungen tatsächlich vollends in den Wohnraum integrieren kann.

So präsentiert sich die Front-Platte aus massivem, 40 Millimeter starkem schwarzem Acryl, wobei hier die LED-Anzeige sowie die Bedienelemente zu finden sind. Laut Gryphon Audio Design sei eine derart konzipierte Front sogar teurer als eine entsprechende Ausführung aus Aluminium, erlaube aber deutlich flexiblere, elegantere Gestaltungsmöglichkeiten. Das übrige Chassis ist natürlich weitestgehend aus Aluminium gefertigt, und zwar mit in Schwarz eloxierter, gebürsteter Oberfläche. Die perforierte Deckplatte sorgt für eine optimale Belüftung und Wärmeableitung, ebenso die Kühlrippen an den Seiten, die ebenfalls Teil des Designs sind, das von Flemming E. Rasmussen, Gründer von Gryphon Audio Design persönlich entworfen wurde, und das der Hersteller als ein Objekt zeitloser Schönheit bezeichnet. Eine Bezeichnung, die man wohl eher selten im Zusammenhang mit Leistungsendstufen hören wird…

Nachdem es Gryphon Audio Design ja selbst mehrfach ausdrücklich betont, erlauben wir uns ebenfalls darauf hinzuweisen, dass ein derartiges „Leistungs-Monster“ in Pure Class A mit einem derart hohen Materialaufwand und derart aufwendigen Konstruktions- und Schaltungsmerkmalen natürlich seinen angemessenen Preis hat und sich alles andere als eine Lösung darstellt, die man sich mal eben gönnt, zumindest nicht als „Normalverdiener“. Immerhin, nicht weniger als € 35.000,- stehen beim Gryphon Antileon EVO in der Stereo-Variante auf dem Preisschild. Wer sich für das Doppel-Mono-Paar entscheidet, um wirklich jederzeit und für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, der sollte sich darüber bewusst sein, dass dafür natürlich € 70.000,- zu budgetieren sind.

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