HTC Connect - Optimierte Konnektivität zu Audio- und Video-Lösungen

Multimediale Inhalte, auf möglichst komfortable, einfache Art und Weise etwa direkt vom Smartphone oder Tablet auf ein AV- oder HiFi-System zu übertragen, dies ist das erklärte Ziel einer Initiative des Smartphone-Spezialisten HTC, der nunmehr das so genannte HTC Connect Zertifizierungsprogramm ins Leben gerufen hat. Mit Pioneer konnte gleich zum Start ein sehr wichtiger Partner gefunden werden.

Von Michael Holzinger (mh)
27.06.2012

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Man kann über Apple geteilter Meinung sein, aber eins versteht das Unternehmen aus Cupertino mit Sicherheit perfekt: Die Integration diverser Lösungen in ein umfassendes Ökosystem, und wenn es dies noch nicht gibt, so erschafft man eben eines. Als Paradebeispiel, ja gar als echtes Lehrbeispiel kann man etwa Apples Strategie rund um mobile Devices wie Apple iPhone, iPad, aber natürlich allen voran der Apple iPod-Familie anführen. Hier schuf sich Apple eine Plattform rund um das ursprünglich allein als Musik-Verwaltungsprogramm (zugekauftes) Werkzeug, das inzwischen die zentrale Schnittstelle für alle multimedialen Inhalte sowie Apps ist, und zudem den für Apple überaus lukrativer Zugang zum Apple iTunes Online Store darstellt.

Hier wird eine nahtlose, überaus komfortable Brücke zwischen Online-Angeboten, Desktop-Systemen, Notebooks, über mobile Devices bis hin zum AV- und HiFi-System in Form von Apple Airport Express und Apple TV geschlagen. Dies alles ist dermaßen erfolgreich, dass sich entsprechende Technologien aus diesem Bereich fast schon als „Standards“ etablieren konnten, etwa Apple AirPlay, die in direkter Konkurrenz zu tatsächlichen Industrie-Standards wie etwa UPnP bzw. dlna-Zertifizierung stehen.

Vor allem wenn es um die nahtlose Anbindung und Integration mobiler Devices in die Welt der Unterhaltungselektronik geht, haben andere Anbieter also durchaus Nachholbedarf, denn Apple kann hier inzwischen auf eine immense Unterstützung durch die gesamte Industrie in allen Preisbereichen setzen. Zudem kann es sich Apple offensichtlich seit Jahr und Tag ungestraft erlauben, überaus strickte Vorgaben festzulegen, an die sich alle Drittanbieter brav und artig halten, kein Wunder, steht doch damit ein immens interessanter und gewinnträchtiger Markt offen.

Anderen Unternehmen gelingt dies nicht, denn hier sind zumeist „Einzelkämpfer“ auf sich allein gestellt, selbst wenn es sich dabei ebenfalls um internationale Konzerne handelt. Dies trifft etwa auf den Bereich Smartphones und Tablets mit dem Betriebssystem Google Android zu, das laut nackten Zahlen längst die führende Plattform darstellt, dieser Fakt sich aber etwa in der Unterhaltungselektronik kaum widerspiegelt.

Da künftig aber vor allem die so genannte Konvergenz, also das nahtlose Wechselspiel zwischen den verschiedenen Bereichen immens wichtig für den Erfolg von Produkten ist, sind natürlich alle Unternehmen bestrebt, Apple diesen Vorsprung streitig zu machen. Bislang allerdings ohne nennenswerte Erfolge.

Eines der führenden Unternehmen im Bereich Smartphones mit dem Betriebsystem Google Android startet nun offensichtlich einen neuen Versuch, und zwar die HTC Corp., die das so genannte HTC Connect Lizenzierungsprogramm ins Leben rief.

HTC Connect soll, so die Vorstellung des Initiators, die Grundlage für eine optimierte Konnektivität zwischen mobilen Devices und Audio- und Videogeräten bilden. So sollen Hersteller verbindliche Richtlinien erfüllen, sodass Hersteller- als auch Produktunabhängig eine problemlose, einfache Verbindung und somit einen reibungslosen Betrieb zwischen HTC-Geräten sowie Lösungen aus dem Bereich Consumer Electronics ermöglicht wird. Damit soll sichergestellt sein, dass Kunden Audio- und Videoinhalte in hoher Qualität kabellos über ihr mobiles Device auf möglichst vielen Geräten aus den Bereichen AV- und HiFi, aber ebenso im Bereich Car HiFi abspielen können. HTC Connect soll somit nicht weniger als ein direkter Konkurrent zu Apple AirPlay sein.

HTC Connect basiert natürlich ebenfalls auf UPnP bzw. dlna und somit in erster Linie einer Datenübertragung über WiFi, soll künftig, nach Angaben von HTC, auch auf Bluetooth und NFC ausgeweitet werden, und Audio- als auch Video-Inhalte umfassen.

„Mit HTC Connect möchten wir unseren Kunden die Möglichkeit bieten, ihre qualitativ hochwertigen Lieblingsvideos und -Filme von ihrem Smartphone aus direkt nach Hause oder ins Auto zu übertragen. Die neue Initiative fusst auf HTCs Innovationskraft bei Smartphones mit führenden Brands im Bereich Unterhaltungselektronik“, kommentiert etwa Kouji Kodera, Chief Product Officer bei HTC Corp. die neue Initiative.

Als ersten Partner für HTC Connect konnte man einen überaus wichtigen Partner aus dem Bereich Consumer Electronics gewinnen, und zwar den AV- als auch HiFi-Spezialisten Pioneer, ein Unternehmen, das so nebenbei erwähnt auch nach wie vor sehr engagiert im Bereich Car HiFi auftritt.

„Wir freuen uns mit Pioneer Electronics einen der führenden Hersteller in der Audio- und Video-Industrie als ersten Partner gewonnen zu haben. Somit wird Pioneer als einer der Ersten die HTC Connect-zertifizierte Audio Experience für die Endkonsumenten zeigen“ so Kodera über die neue Partnerschaft.

Pioneer gibt in diesem Zusammenhang bekannt, dass bereits im Laufe diesen Jahres ein umfangreiches Line-up an HTC Connect-zerfizierten Lösungen auf den Markt kommen werde. Dies gilt etwa weitestgehend für die komplette AV-Receiver Produktlinie des Jahres 2012, zudem sollen ebenfalls heuer neue kabellose Lautsprecher-Systeme folgen, die eine nahtlose und konsistente Audio Experience inklusive Streaming und Kontrolle bieten.

„Wir freuen uns sehr, mit HTC während dieser wichtigen Evolutionsstufe im Bereich Audio-Technologie zusammenzuarbeiten. Diese Partnerschaft bestätigt unser starkes Engagement, die Smartphone-Welt in unsere Entertainment-Produkte einzubeziehen“, so Russ Johnston, Executive Vice President, Home Electronics Division Pioneer Electronics. „Der Einsatz von Smartphones als Primärquelle zu hause ist ein Trend, der sich sehr schnell weiterentwickelt. HTC bietet dabei eine Lösung, die dringend nötig ist, für eine deutlich wachsende Zielgruppe im Markt.“

Bleibt abschließend nur zu hoffen, dass einerseits diese Initiative von mehr Herstellern im Bereich der Unterhaltungselektronik unterstützt wird, aber vor allem, dass sich andere führende Smartphone-Hersteller dazu durchringen können, ebenfalls auf einheitliche Standards zu setzen, egal, ob diese nun von einem direkten Mitbewerber stammen, oder nicht. Denn manchmal hat man eben gemeinsam mehr Erfolg, als dies als Einzelkämpfer möglich wäre. Und gerade wenn es darum geht, Inhalte, gleich welcher Art, auf möglichst einfache Art und Weise auszutauschen, wird es nicht anders gehen, als an einem Strang zu ziehen.

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