Hans Theessink und Knud Møller im Theater am Spittelberg

Er ist Musiker, Produzent, und einer der begehrtesten Sideman Skandinaviens, so Hans Theessink über Knud Møller. Und warum dies so ist, stellte der dänische Saitenvirtuose am Abend des 6. April 2013 eindrucksvoll im Theater am Spittelberg unter Beweis.

Von Michael Holzinger (mh)
08.04.2013

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„Ich bin sehr froh darüber, dass Knud eifrig übt, wenn er zuhause in Dänemark ist“, meinte Hans Theessink ironisch und mit dem obligatorischen Augenzwinkern über seinen Freund Knud Møller. Gemeinsam bestritten sie einen Konzert-Abend im nahezu bis auf den letzten Platz gefüllten Theater am Spittelberg im 7. Bezirk in Wien. „Inzwischen ist er so gut, dass er sogar mit nur fünf Saiten exzellent spielen kann!“ Und es verwunderte kaum, dass bereits nach nur wenigen Nummern eine Saite der Gitarre von Knud Møller das zeitliche segnete, denn überaus heftig wurden diese strapaziert, aber auf geradezu bemerkenswerte Art und Weise.

Da störte es nicht, dass die Temperaturen an diesem ungewöhnlich kalten Abend des 6. April 2013 auch im Theater am Spittelberg zunächst durchaus frostig waren, denn kaum betraten die beiden Musiker die Bühne, sorgte schon die überaus herzliche Art der beiden Künstler für die richtige „Wohlfühltemperatur“. Man konnte die über lange Jahre hinweg bei gemeinsamen Konzertreisen, vielen gemeinsamen Sessions erworbene Vertrautheit der beiden, den tiefen Respekt vor einander, und das geradezu blinde Verständnis geradezu spüren, und es wurde, vom ersten Ton an, auch musikalisch untermauert. Und wer glaubt, dass es allein mit zwei Akustik-Gitarren nicht wirklich heiss hergehen kann, der wurde ebenfalls binnen weniger Takte eines besseren belehrt. Und spätestens, als Knud eine neue Saite aufgezogen hatte, war alles bereit für einen wirklich feurigen Abend zweier Saitenvirtuosen, die sich mit geradezu wahnwitzigen Riffs und Solis abwechselten, und sich in geradezu atemberaubenden „Zwiegesprächen“ ihrer Instrumente verloren, in bewährter Art untermalt mit der eindringlichen Stimme von Hans Theessink.

Auf dem Spielplan standen natürlich allen voran Titel der neuesten Produktion von Hans Theessink „Wishing Well“, die nur zwei Tage zuvor im Studio 44 bei einem nicht minder spannendem Konzert-Abend präsentiert wurde. Darüber hinaus fanden sich aber auch zahlreiche Titel der letzten Produktionen „Jedermann Remixed“ sowie „Delta Time“, eingespielt mit Terry Evans, auf der Setlist.