Foto © Bang & Olufsen a/s

Harman Group übernimmt Bang & Olufsen Automotive

Für die Summe von 145 Millionen Euro übernimmt die Harman Group die komplette Automotive-Sparte des dänischen Traditionsunternehmens Bang & Olufsen a/s, und zwar inklusive aller bereits bestehenden Kooperationen mit Fahrzeugherstellern des Premium-Segments. Teil des Deals soll es gar sein, die Marke Bang & Olufsen PLAY künftig auch im Automotive-Sektor exklusiv einzusetzen.

Kurz gesagt...

Für nicht weniger als 145 Millionen Euro übernimmt die Harman Group die komplette Bang & Olufsen Automotive Sparte, und vereinbarte zudem, künftig exklusiv die Marke Bang & Olufsen PLAY für diesen Bereich nutzen zu können, um auch diese als Teil der Automotive-Sparte von Harman zu aufzubauen.

Wir meinen...

Schon bislang galt die Harman Group durch ihre Marken JBL und Infinity als klarer Marktführer im Bereich Automotive, nun wird das Unternehmen durch die komplette Übernahme der Automotive-Sparte von Bang & Olufsen a/s auch im Premium-Segment zur klaren Nummer eins. Zudem sicherte man sich die Rechte, die Marke B&O PLAY exklusiv im Automobil-Segment einzusetzen.

Von Michael Holzinger (mh)
07.04.2015

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Wie berichtet, feiert das dänische Traditionsunternehmen Bang & Olufsen a/s dieser Tage seinen 90. Geburtstag und präsentiert sich demzufolge voller Tatendrang und mit Blick nach vorne gerichtet. Umso erstaunlicher kommt da eine Ankündigung der Harman Group, die wohl als sehr tiefgreifender Schritt für das dänische Unternehmen verstanden werden kann.

So gab die Harman Group bekannt, dass man die komplette Automotive-Sparte des dänischen Unternehmens übernimmt, und zwar für einen kolportierten Preis von nicht weniger als 145 Millionen Euro. Im Zuge dieser Übernahme werden nicht nur alle bestehenden Kooperationen des dänischen Unternehmens mit Fahrzeugherstellern, zumeist aus dem Premium-Segment, sondern zudem alle Ressourcen ebenfalls mit übernommen. Dies bedeutet, sowohl das Bang & Olufsen Automotive Development als auch die Produktion werden künftig Teil der Harman Group sein.

Mercedes Benz SLS AMG Roadster mit Bang & Olufsen Sound-System

Dabei gilt die Harman Group schon jetzt als klar führendes Unternehmen im Automotive-Segment, denn zum Konzern gehören nicht nur Marken wie Harman Kardon, AKG, Mark Levinson, Revel, Lexicon, sondern ebenso JBL und Infinity, die weltweit klar führenden Anbieter bei Car Entertainment-Systemen, wobei man sich hier allen voran auf einen breiten Markt konzentrierte, wohingegen die Marke Harman Kardon durchaus ebenfalls das Premium-Segment bedient. "Harman brands are in more than 25 million cars", ließt man entsprechend in der Aussendung des Unternehmens anlässlich der Übernahme. Mit der Automotive Sparte von Bang & Olufsen kann man nunmehr also, bis auf wenige Ausnahmen, nahezu die komplette Riege an Automobilherstellern in diesem Markt zu den eigenen Kunden zählen.

Mercedes Benz SLS AMG Roadster mit Bang & Olufsen Sound-System

Besonders spannend ist, dass als Teil dieser Übernahme auch Lizenzzahlungen vereinbart wurden, die es der Harman Group erlauben, eine für Bang & Olufsen sehr wesentliche Marke, nämlich B&O PLAY ebenfalls zu nutzen, und zwar im Automotive-Segment. Hierbei soll es sich um eine exklusive Nutzung handeln, sodass Bang & Olufsen a/s selbst dieser Markt künftig gänzlich verschlossen bleibt.

Es ist daher zu vermuten, dass die Harman Group auch künftig für verschiedenste Segmente jeweils unterschiedliche Strategien verfolgt, und diese mit jeweils separaten Marken bedient, also in etwa so, wie man es schon bislang mit Harman Kardon, Infinity und JBL tat. Nun wird dies offensichtlich auch auf die neue erworbene Sparte von Bang & Olufsen erweitert. Der Name Bang & Olufsen wird also auch weiterhin in den Nobel-Karrosen von Aston Martin, Audi, Mercedes und BMW zu finden sein, wohingegen die Marke B&O PLAY für die etwas günstigeren Fahrzeuglinien konzipiert sein wird. Wir können uns gut vorstellen, dass etwa zum Beispiel ein Mini Cooper genau das richtige Fahrzeug für ein Card-Entertainment-System der Marke B&O PLAY sein könnte…

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