Hermann Posch & Friends beim Stadlblues Chillout in Gaisruck


Hermann Posch, Stephan Rausch, Gottfried Gfreer, Paul Kozakiewicz und Tom Hirschler, dies ist ein Freundeskreis, der nicht weniger als die Creme de la Creme der österreichischen Musikszene vereint und im Rahmen des Stadlblues Chillout unter Beweis stellte, wie knapp Blues und Rock doch beieinander liegen können.

Von Michael Holzinger (mh)
22.07.2013

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Wenn die Chemie einer Band wirklich stimmt, so kann dies das Publikum während eines Konzerts geradezu unmittelbar spüren. Da passt dann einfach alles, da wird aus dem gemeinsamen Musizieren ein Ereignis, ein sich Austauschen, ein sich die Bälle zuspielen, sich Ergänzen, dem Anderen Raum lassen, sodass sich jeder fast austoben kann, ohne den anderen auch nur im Ansatz „die Show“ zu stehlen. Da wird aus dem, was jeder einzelne beiträgt, ein etwas ganz außergewöhnlich neues Ganzes.

Genau dies passierte im Rahmen des bemerkenswerten Festivals Stadlblues Chillout in der kleinen niederösterreichischen Gemeinde Gaisruck in der Nähe von Stockerau. Mitten im Weinviertel etablierten hier leidenschaftliche Musik-Enthusiasten ein Festival, das seinesgleichen sucht.

Seit dem Gründungsjahr 2008 widmet sich der gemeinnützige Verein Austrian Blues Culture der Organisation dieses Festivals, wenngleich es wohl viele, viele weitere Helfer und engagierte Mitarbeiter sind, die maßgeblich für den Erfolg dieser Veranstaltung verantwortlich sind. Zumal der Stadlblues Chillout in Gaisruck in diesem Jahr bereits die 7. Auflage feiern konnte, und einmal mehr dem erklärten Ziel der Veranstalter gerecht wurde, dass hier nicht nur Musik von nationalen und internationalen Größen der Blues-Szene genossen werden kann, sondern dass das Festival gleichzeitig Treffpunkt für Gleichgesinnte ist, und die gesamte Atmosphäre dazu einlädt, Freunde zu treffen und neue Menschen mit ähnlichen Leidenschaften kennenzulernen.

Trotz des wohl immensen Aufwands, der mit der Organisation eines Events dieser Kategorie verbunden ist, ließ es sich einer der Mitorganisatoren nicht nehmen, selbst die Bühne zu betreten, und zwar niemand geringerer als Hermann Posch, seit Jahren eine fixe Größe der österreichischen Blues-Szene. Und er tat es nicht allein, sondern lud auch einige seiner Freunde ein, ihn zu unterstützen.

Und wer das Glück hat, derartige Ausnahmekünstler zu seinen Freunden zu zählen...

Da wäre zunächst etwa Gottfried Gfreer, der geradezu bescheiden und zunächst fast unscheinbar im Halbdunkel der Bühne saß, dafür seine "teuflische" Slide-Guitar auf schlichtweg unnachahmliche Art und Weise für sich sprechen lies, und dies ettliche Male geradezu im Zwiegespräch mit den Solis von Hermann Posch. Oder Tom Hirschler, der die richtige Rhythmus-Grundlage am Schlagzeug lieferte, kongenial ergänzt durch Paul Kozakiewicz am Bass. Kozakiewicz hatte aber nicht nur meisterhaft den Fünfsaiter im Griff, sondern stellte eindrucksvoll seine Fähigkeiten als Show-Man unter Beweis. Stephan Rausch, zuguterletzt entlockte der Mundharmonika Töne, die wohl kaum jemand im Publikum jemals zuvor zu Gehör bekam.

Fünf virtuose Musiker also, die hinlänglich der Kategorie Blues zugeordnet werden, aber an diesem Abend eindrucksvoll den Beweis erbrachten, wie knapp Blues und Rock tatsächlich beieinander liegen können. Um es auf den Punkt zu bringen: es rockte, und zwar gewaltigst. Und das Publikum feierte dieses Spektakel der Sonderklasse mit frenetischem Applaus!