High End 2011: Im Februar 2011 startete mit Highresaudio.com ein neues Angebot mit hochauflösenden Audio-Daten. Das Angebot war und ist jedoch überschaubar, allerdings bietet man nun auch Daten mit bis zu 24 Bit und 352,8 kHz an." /> Sempre Audio

Highresaudio.com setzt auf 24 Bit und 352,8 kHz

High End 2011: Etwas später als ursprünglich angekündigt, dennoch mit großen Ambitionen startete im Februar mit Highresaudio.com eine neue Plattform für hochauflösende Musik-Downloads. Nun baut man das Angebot um Daten mit besonders hoher Auflösung aus und erreicht damit Regionen, die derzeit wohl nur für wenige Kunden interessant sein dürften.

Von Michael Holzinger (mh)
25.05.2011

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Nach eigenen Angaben bietet Highresaudio.com derzeit eine Auswahl von über 350 Alben in so genannter Studio Master-Qualität an. Lothar Kerestedijan, CEO von Highresaudio.com sieht sein Unternehmen daher als eine der besten Bezugsquellen für audiophile Musik-Liebhaber. Schon zum Start im Februar 2011, der deutlich später als ursprünglich geplant stattfand, war es das erklärte Ziel der Betreiber, das Angebot sukzessive auszubauen und so ein attraktives Produktportfolio aus verschiedensten Genres anbieten zu können.

Im Rahmen der High End 2011 in München verkündete der Online-Anbieter nun, künftig auch Audio-Daten in besonders hohen Auflösung anbieten zu wollen. Alben sollen demnach nun auch im Format 24 Bit und 352,8 kHz als WAV-Dateien zum Preis von jeweils € 30,- angeboten werden. Damit stellt man sich vorerst an die Spitze derartiger Angebote, denn bislang lag die „Grenze“ bei 24 Bit und 192 kHz.

Mehr als ein netter PR-Gag ist dieses neue Angebot aber leider nicht. Denn derzeit stehen lediglich einige handverlesene Produktionen des norwegischen Labels 2L mit dieser hohen Auflösung zur Auswahl. Zudem muss man klar sagen, dass es derzeit nichteinmal eine Handvoll an Devices gibt, die eine derart hohe Auflösung auch tatsächlich verarbeiten können. Und daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern, denn die Hersteller von Streaming-Clients und D/A-Wandlern sehen natürlich derzeit keinen wirklichen Bedarf, ihre Entwicklung in diese Richtung zu forcieren. Schließlich will man Geräte entwickeln, die sich auch tatsächlich verkaufen. Und ohne attraktives Angebot in diesem Bereich wird wohl der Bedarf auch weiterhin sehr gering sein. Hier greift also das alte Henne und Ei-Prinzip...

Auch sonst sind die Bemühungen des Portals Highresaudio.com bislang zwar durchaus ambitioniert, aber leider ganz nüchtern betrachtet erfolglos. Die Auswahl ist nach wie vor viel zu gering und auf wenige Genres beschränkt, sodass das Portal keine echte Alternative zu bestehenden Angeboten darstellt. Und im Gegensatz zu Highresaudio.com erweitern Portale wie etwa der US-amerikanische Platzhirsch HDtracks.com ihr Angebot nahezu wöchentlich um neue Downloads, die auch wirklich musikalisch Spass machen, und nicht nur als Demo-Files für die herausragenden Möglichkeiten einer audiophilen HiFi-Anlage taugen. Und genau das verlangen Musik-Liebhaber. Musikalisch überzeugende Produktionen, auf höchstem technischen und somit hoffentlich auch audiophilem Niveau. Insofern ist der Schritt des Portals durchaus zu begrüssen, es darf jedoch nicht dabei bleiben. Nur durch ein möglichst breites, attraktives Repertoire können hochauflösende Daten etabliert und so eine echte Alternative zu der üblichen MP3-Einheitskost werden.

Michael Holzinger

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