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Im Test - Nubert nuControl 2 und Nubert nuPower D

Foto © Nubert electronic GmbH

Es ist nur ein kleines, dafür umso feineres Produktangebot, das das deutsche Unternehmen Nubert electronic GmbH im Bereich Verstärker-Elektronik vorweist. Im Mittelpunkt steht dabei allen voran die Vorstufe Nubert nuControl 2, denn diese soll sich als überaus flexible Lösung präsentieren, wobei das Unternehmen von einem Vorverstärker und Klangmanager spricht. Wir haben diese Vorstufe zum Test gebeten, und gleich mit der Nubert nuPower D die passende Endstufe dazu gewählt.

Kurz gesagt...

Ein Vorverstärker und Klangmanager stehe mit der Nubert nuControl 2 zur Verfügung, der Nubert nuPower D der ideale Spielpartner, so Nubert electronic GmbH. Wir haben das Gespann zum Test gebeten.

Wir meinen...

Bereits die Nubert nuControl 2 als reine Vorstufe weiß vollends zu überzeugen. Dies liegt interessanterweise auch daran, dass Nubert electronic GmbH sich hierbei auf das Wesentliche konzentriert, nämlich schlicht ausreichend analoge und digitale Eingänge, spezielle Aufgaben jedoch externen „Spezialisten“ überlässt. Stattdessen setzt man auf eine vielseitige DSP-basierte Signalverarbeitung, die flexible Eingriffe in den Klangcharakter der gesamten Kette und damit Anpassungen an den Raum, die Lautsprecher, oder aber den persönlichen Geschmack erlaubt. So ist sie bereits eine perfekte Schaltzentrale etwa für Aktiv-Lautsprecher. Wer eine klassische Vor- und Endstufen-Kombination aus einem Guss wünscht, der findet etwa in der Nubert nuPower D eine Lösung, bei der die Beschreibung „leistungsstark“ als glatte Untertreibung erscheint…
Hersteller:Nubert electronic GmbH
Vertrieb:Nubert electronic GmbH
Preis:Nubert nuControl 2 € 1.940,-
Nubert nuPower D € 2.450,-

Von Michael Holzinger (mh)
26.06.2019

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Schwäbisch Gmünd hat sich nach und nach zu einem überaus wichtigen Ort für HiFi in Deutschland entwickelt, nicht zuletzt durch das bereits im Jahre 1975 von Günther Nubert gegründete Unternehmen Nubert electronic GmbH. Seit Jahr und Tag entwickelt und fertigt Nubert electronic GmbH allen voran Lautsprecher-Systeme, wobei die Schwaben ganz klar für sich in Anspruch nehmen können, einiges anders zu machen, als viele in der Branche. Damit ist jedoch keineswegs der Umstand gemeint, dass Nubert electronic GmbH in erster Linie als Direkt-Versender auftritt, sondern tatsächlich die Herangehensweise bei der Entwicklung ihrer Lösungen und dem Bestreben, stets einen Tick mehr bieten zu können, als vergleichbare Lösungen am Markt.

Seit jeher verfolgt man somit eine ganz eigene Philosophie, wobei dazu auch gut passt, dass man seit langer Zeit einen starken Fokus auf Aktiv-Lautsprecher-Systeme setzt, und zwar nicht allein für den professionellen bzw. semi-professionellen Bereich, sondern ebenso fürs klassische HiFi-Segment. Heutzutage mag dies keine wirkliche Besonderheit mehr darstellen, da immer mehr klassische Lautsprecher-Hersteller im HiFi-Segment das Potential derartiger Lösungen erkannten und auch auf Aktiv-Lautsprecher-Systeme setzen. Bei Nubert electronic GmbH gehörten Aktiv-Lautsprecher-Systeme in verschiedenster Ausprägung schon zum Produktsortiment, als diese durchaus von so manch Audiophilem der HiFi-Szene belächelt wurden…

Vom Aktiv-Lautsprecher zur Elektronik - ein konsequenter Schritt…

Wie auch immer, es ist auf Grund der langjährigen Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung aktiver Lautsprecher-Systeme also eigentlich nur allzu naheliegend, dass man diese Expertise auch für reine Elektronik-Lösungen nutzt, das Produktangebot also dahingehend erweitert. Ein Schritt, den Nubert electronic GmbH bereits vor Jahren wagte, und zwar 2015. Es war die High End 2015 in München, als Nubert electronic GmbH erstmals mit einer Vor- und Endstufen-Kombination traditioneller Ausprägung auf den Markt kam, und zwar in Form der Nubert nuControl sowie der zugehörigen Nubert nuPower D.

Abgesehen davon, dass mit der Nubert nuControl eine tadellose Vorstufe zur Verfügung stand, die zusammen mit der in Class D ausgeführten Endstufe Nubert nuPower D einen wirklich mehr als potenten Spielpartner an ihrer Seite hatte, sorgte die bereits angedeutete Unternehmensphilosophie der Schwaben dafür, dass deren Elektronik von Beginn an große Erfolge feiern konnte, nämlich dieser Grundsatz, das Quäntchen mehr zu bieten, als man es bei vergleichbaren Lösungen gewohnt ist. So handelte es sich bei der Nubert nuControl eben nicht nur um eine Vorstufe mit analogen und digitalen Schnittstellen, sondern vielmehr um die Kombination aus Vorstufe und DSP-basiertem Raumakustik-Prozessor. Nubert electronic GmbH wollte seinen Kunden ein Werkzeug in die Hand geben, das die akkurate Anpassung an die jeweiligen Raumverhältnisse und die eingesetzten Lautsprecher-Systeme bietet, und zwar auf simple, aber durchaus effektive Art und Weise.

Als weiteren Schritt zum Ausbau der Elektronik-Sparte präsentierte Nubert electronic GmbH im Jahr 2016 im Vorfeld der High End 2016 eine weitere Endstufe, und zwar die Nubert nuPower A, und damit einen wahren Leistungsboliden, nunmehr ausgeführt in Class AB.

Im Jahr 2018 erachtete Nubert electronic GmbH die Zeit als reif, um sich erneut der Vorstufe zu widmen, und präsentierte mit der Nubert nuControl 2 die neueste Generation, wobei man gleich drei Bereiche anführte, die gegenüber der ersten einer Verbesserung unterzogen wurden, und zwar die Signalverarbeitung, damit einhergehend die Klangqualität, aber auch die Bedienungsfreundlichkeit.

Natürlich haben wir die Entwicklung bei Nubert electronic GmbH im Bereich Elektronik redaktionell begleitet und stets ausführlich berichtet, allerdings haben wir es bislang verabsäumt, diese auch einem ausführlichen Test zu unterziehen. Ein wahrer Fauxpas, wie sich zeigt, denn die Schwaben - dies sei vorweg genommen - zeigen auch hier, dass man es versteht, Dinge etwas anders anzupacken und tadellose Lösungen abzuliefern.

Nubert nuControl 2 - Die Schnittstelle

Klar, eine Vorstufe hat allen voran eine Aufgabe zu bewältigen, nämlich, als zentrale Schnittstelle einer HiFi-Kette zu fungieren. Dies gestaltet sich heutzutage gar nicht so einfach, denn die Anforderungen, die Kunden an derartige Lösungen stellen, sind sehr unterschiedlich. Der eine HiFi-Liebhaber ist ausgewiesener Analog-Fan, wohingegen ein anderer bevorzugt auf digitale Quellen zurück greift. So mancher wünscht sich eher puristische Lösungen, weist einzelne Aufgaben ausgewiesenen Spezialisten zu, andere wiederum sind auch der Suche nach möglichst hoch integrierten Systemen, die verschiedenste Aufgaben in einer Lösung vereinen.

Man sieht also, es ist für einen Hersteller keineswegs einfach, all diese unterschiedlichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen.

Nubert electronic GmbH geht bei der Nubert nuControl 2 einmal mehr einen sehr pragmatischen Weg und bietet somit eine solide Basis für die verschiedensten Strategien.

So ist die Nubert nuControl 2 mit analogen als auch digitalen Schnittstellen ausgestattet, verzichtet hierbei aber auf allzu große „Spezialisierung“ wie etwa durch eine integrierte Phono-Vorstufe, und auch auch alle Varianten von Streaming bleiben hier externen Lösungen überlassen. Eine durchaus kluge Entscheidung, denn so kann jeder die für sich optimale Kette aufbauen.

Anschluss gesucht…

Ein Blick auf das Anschluss-Panel der Nubert nuControl 2 an deren Rückseite zeigt, dass man hier kaum in die Verlegenheit kommt, irgendeine Quelle nicht anschließen zu können. So stehen etwa drei klassische Cinchbuchsen-Pärchen als analoge Eingänge zur Verfügung, flankiert von einem Paar XLR-Buchsen als symmetrische Alternative. Erstaunlich ist, dass besagten Eingängen ebensoviele analoge Ausgänge gegenüber stehen, und zwar ebenfalls drei Cinchbuchsen-Pärchen und einem XLR-Gespann. Neben einem Line Out mit variablem Pegel (Cinch und XLR) findet man hier somit ein Cinchbuchsen-Paar als Record Out mit fixem Pegel, zudem gleich zwei Anschlüsse für optionale Subwoofer. Nubert electronic GmbH kennt seine Kunden eben sehr genau und weiss daher, dass so mancher Bass-Fetischist darunter ist und die Dienste eines oder gar zweier Subwoofer sehr zu schätzen weiss.

Für digitale Quellen steht ebenfalls alles parat, was man sich wünschen kann. Gleich zwei koaxiale als auch zwei optische S/PDIF-Schnittstellen dienen als Eingang, auf Wunsch lassen eine optische und eine koaxiale S/PDIF-Schnittstelle als Ausgang das Weiterleiten der Signale an externe Komponenten zu, wobei es sich auch hier um geregelte Ausgänge handelt, die zudem gar von der DSP-basierten Signalverarbeitung profitieren, doch dazu später mehr.

Wer einen PC oder Mac als flexible Medienzentrale nutzt, der findet bei der Nubert nuControl 2 natürlich über einen USB-Port den entsprechenden Anschluss, sodass die Vorstufe direkt als exquisites Audio-Interface genutzt werden kann.

Interessant ist, dass Nubert electronic GmbH zwar einen Trigger-Anschluss zur Ansteuerung weiterer Komponenten vorsieht, diesen aber hier, nicht wie sonst üblich, in Form einer 3,5 mm Klinkenbuchse ausführt, sondern vielmehr auf eine Mini-XLR-Buchse setzt, die natürlich für Schaltvorgänge die typischen 12 V liefert. Der Vorteil dabei ist, dass es sich um eine deutlich robustere Ausführung handelt, und da man bei den Leistungsverstärkern aus dem Hause Nubert electronic GmbH ebenfalls eine Mini-XLR-Buchse als Trigger-Eingang findet, zudem für Komponenten mit herkömmlichem Anschluss ein entsprechender Adapter zum Lieferumfang gehört, gibt dies keinerlei Grund zur Beanstandung, ganz im Gegenteil.

Erste Kontaktaufnahme…

Die Front der Nubert nuControl 2 zeigt sich sehr aufgeräumt, aber nichts anderes würde man von Nubert electronic GmbH erwarten. Schließlich hat man, wie eingangs beschrieben, jahrelange Erfahrung im Bereich Aktiv-Lautsprecher-Systeme, bei denen ja ganz besonders ein tunlichst simples Bedienkonzept gefragt ist. Im Vergleich dazu konnten die Entwickler bei der Nubert nuControl 2 ja geradezu großzügig zu Werke gehen, sodass man der Vorstufe nicht nur ein jederzeit klar ablesbares OLED Display, ein Fünf-Wege-Steuerkreuz und zusätzlich zwei Taster sowie einen Drehgeber zur Kontrolle der Lautstärke, und natürlich einen Standby-Taster spendieren konnte. Der Vollständigkeit wegen sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass ein „echter“ Power-Schalter natürlich an der Rückseite zu finden ist.

Gerüstet für Hi-res Audio

Betreffend der ersten Generation der Vorstufe muss man anführen, dass diese bei der Verarbeitung digitaler Daten nicht ganz auf der Höhe der Zeit war, ein Manko, dass Nubert electronic GmbH aber bei der zweiten Generation und damit der Nubert nuControl 2 selbstverständlich behoben hat.

Die Nubert nuControl 2 ist somit durch den Einsatz von DACs des Typs Texas Instruments PCM1974 bestens für die Verarbeitung von Hi-res Audio gerüstet, und kann Audio-Daten mit bis zu 24 Bit und 192 kHz an allen digitalen Schnittstellen verarbeiten, wobei es sich, dies sei an dieser Stelle nicht vergessen zu erwähnen, beim UBS-Port natürlich um eine Schnittstelle mit asynchroner Datenübertragung handelt.

DSP-basierte Signalverarbeitung

Dass, was die Nubert nuControl 2 zu etwas wirklich Besonderem macht, ist die DSP-basiere Signalverarbeitung. Auch hier gilt, dass Nubert electronic GmbH dabei natürlich direkt von all den Erfahrungen in der Entwicklung aktiver Lautsprecher-Systeme profitiert und damit bei der Vorstufe Funktionen implementieren kann, die man so in dieser Klasse woanders kaum findet.

Der Hersteller aus Schwäbisch Gmünd spricht hierbei von einem leistungsfähigem digitalen Signalprozessor, gar von einem Klangmanager, wobei es ja durchaus interessant ist, dass so manches, was man bei der Nubert nuControl 2 vorfindet, in audiophilen Kreisen über lange Jahre gar als absolutes No-go galt, in der Blütezeit der HiFi in den 1970er und 1980er Jahren aber State-of-the-Art war.

Die Rede ist von sehr vielfältigen Klangregelungsmöglichkeiten, und zwar auf unterschiedlichste Art und Weise. Erklärtes Ziel der Entwickler war es, dem Anwender einfache, aber durchaus sehr effektive Werkzeuge in die Hand zu geben, um den Wiedergabecharakter der Vorstufe auf die Raumgegebenheiten, sein individuelles Equipment die Lautsprecher betreffend, aber natürlich auch sein persönliches Hörempfinden abstimmen zu können.

Um bei dem zuvor angeführten Rückblick auf längst vergangene Tage zu bleiben, wer erinnert sich nicht an die ausgefeilten Equalizer, die es von führenden Herstellern für ihre HiFi-Ketten gab? Dann verschwand all dies, und so manch Audiophiler rümpfte angesichts eines simplen Bass- oder Höhenreglers bei Verstärkern entrüstet die Nase…

Nun, die Nubert nuControl 2 greift genau dies wieder auf, allerdings in modernster Form.

So steht hier zunächst ein siebenbändiger teilparametrischer Equalizer für den Frequenzbereich zwischen 20 Hz und 20 kHz zur Verfügung, der, und da gibt das Unternehmen aus Schwäbisch Gmünd kein leeres Versprechen ab, tatsächlich eine überaus diffizile Art und Weise bietet, punktgenau und absolut akkurat in den Frequenzverlauf eines Lautsprecher-Systems einzugreifen und damit etwa gewisse Probleme der Raumakustik, oder aber des Lautsprechers selbst effektiv auszugleichen.

Und als wäre dies noch nicht genug, steht zudem eine sehr feinfühlig agierende, da pegelabhängige Loudness-Funktion, sowie eine Bass- und Mitten-Hochton-Regelung zur Verfügung, die weitere Optimierungen gestatten. Einmal mehr greifen die Entwickler hierbei übrigens auf das bei Nubert electronic GmbH seit Jahr und Tag bewährte Prinzip einer Klangwaage zurück, sodass die damit einhergehenden Justierungen sich stets harmonisch auf den gesamten Frequenzbereich auswirken, somit ein gleichmässiges anheben bzw. absenken garantieren.

Auch wenn es natürlich ein wenig Zeit erfordert, jedes der sieben Bänder mit all den zur Verfügung stehenden Parametern zu optimieren, etwaige weitere Anpassungen mit den übrigen Eingriffsmöglichkeiten vorzunehmen und dies alles als Preset abzuspeichern, so zahlt sich die intensive Beschäftigung damit unserer Erfahrung nach wirklich aus. Es ist beeindruckend, wie subtil man hier teils eingreifen und so manch Problem aus der Welt schaffen kann.

Stolze Besitzer von Lautsprecher-Systemen aus dem Hause Nubert electronic GmbH genießen hierbei übrigens einen gewissen Startvorteil, denn für die verschiedensten Lautsprecher-Systeme der Schwaben stehen bereits ab Werk entsprechende Anpassungen zur Verfügung, wobei der Hersteller von einer Art universellem ATM spricht. ATM, das sind jene Aktiven Tuning Module, die das Unternehmen ja als optionales Zubehör für nahezu alle Lautsprecher-Systeme des eigenen Programms seit Jahr und Tag anbietet.

Für Freunde besonders tiefer Frequenzen…

So, eigentlich könnte man meinen, das ist schon recht fein, was die Eingriffe in die Signalverarbeitung zur individuellen Anpassung an die eigenen Gegebenheiten betrifft, die Nubert nuControl 2 hat aber darüber hinaus noch ein paar Feinheiten zu bieten. Und zwar insbesondere für die schon zuvor erwähnten Freunde solidem Tiefgangs und damit Anwender optionaler Subwoofer. Nicht nur, dass diese hier gleich zwei Subwoofer anschließen können, die Nubert nuControl 2 bietet hierbei die Möglichkeit, ebenfalls sehr diffizil ins Geschehen eingreifen zu können. So lässt sich nicht nur der Pegel und die Trennfrequenz samt Flankensteilheit der Freqenzweiche für die Subwoofer festlegen, sondern ebenso die Signalverzögerung zwischen Satelliten, also den Front-Speakern, und den optionalen Subwoofern um die Wiedergabe optimal an die Aufstellung im Raum anzupassen.

Die Vorstufe Nubert nuControl 2 präsentiert sich übrigens überaus kompakt, misst in der Breite die üblichen 43 cm, in der Tiefe 38 cm inklusive Bedienelemente, und weist eine Höhe von nicht mehr als 9 cm auf. Damit bringt sie es auf 6,9 kg.

Als würden die bislang beschriebenen technischen Merkmale den hohen Anspruch der Entwickler rund um die Nubert nuControl 2 nicht bereits ausreichend unterstreichen, wollen wir explizit die tadellose Verarbeitung hervor heben. Das solide Metallgehäuse weist eine schlichte, aber wohl genau dadurch zeitlos elegante Formensprache auf, wobei der Kunde die Wahl hat, ob er eine Ausführung in Schwarz oder aber Silber wünscht. In beiden Fällen wurde die Oberfläche des Edelstahl-Gehäuses gebürstet, die Aluminium-Front mittels Glasperlen gestrahlt, wobei in der schwarzen Ausführung ein matter Lack zum Einsatz kommt.



Auch die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung hinterlässt eine angenehme, hochwertige Haptik, abgesehen davon, dass man damit im Prinzip alle wesentlichen Parameter der Vorstufe im direkten Zugriff hat und somit eine komfortable Bedienung gewährleistet ist.

Nubert nuPower D - Der Leistungsprotz...

Naturgemäß gibt es bei unserem zweiten aktuellen Testkandidat bei weitem nicht so viel zu erzählen, wie bei der Vorstufe, schließlich handelt es sich bei der zugehörigen Endstufe, der Nubert nuPower D um ein System, das einzig und allein einer Aufgabe dient, nämlich tunlichst viel Leistung zu liefern, aber natürlich mit entsprechender „Kontrolle“.

You get the power…

Und eins kann man mit Gewissheit behaupten, Leistung liefert die Nubert nuPower D wirklich mehr als ausreichend. Dass der Hersteller hierbei also von einem kraftvollen Stereo Endverstärker spricht, kann man schon fast als „schamlose“ Untertreibung deklarieren. An Lautsprecher-Systemen mit einer Impedanz von 4 Ohm stehen satte 920 Watt zur Verfügung, zweimal wohlgemerkt, und ausgewiesen als Dauerausgangsleistung. Ermöglicht wird dies durch ein sehr großzügig bemessenes Schaltnetzteil, das bis zu 4.000 Watt bereit stellen kann, sodass die Musikleistung gar bis hin zu zweimal 1.290 Watt reicht. Weisen die Lautsprecher-Systeme eine Impedanz von 8 Ohm auf, so sin es immer noch zweimal 780 Watt Dauerausgangsleistung bzw. zweimal 920 Watt Musik-Leistung.

Geradezu „klein“…

Dass man ein derartiges Leistungsmonster überhaupt mit derart kompakten Abmessungen ausführen kann, dafür sorgt die Class D Technologie. So misst die Nubert nuPower D nicht mehr als 43 cm in der Breite, 39,5 cm inklusive Anschlüsse in der Tiefe, und 9 cm in der Höhe. Das Gewicht wird mit 9 kg ausgewiesen. Wir erinnern uns, das sind im Prinzip exakt die gleichen Abmessungen wie bei der zuvor beschriebenen Vorstufe, schon optisch geben die beiden Lösungen Nubert nuControl 2 und Nubert nuPower D ein perfektes Gespann ab.

Auffallend ist, dass die Nubert nuPower D an der Front lediglich zwei Bedienelemente aufweist, wobei der Standby-Taster samt Status LED natürlich nichts besonderes ist, wohl aber der als „Selector“ ausgewiesene Drehgeber. Dieser erlaubt es nämlich, die verschiedenen Betriebs-Modi der Endstufe auszuwählen, „A“, „B“ sowie „A+B“.

Was es damit auf sich hat, erschließt sich sofort durch einen Blick auf die Rückseite, da steht nämlich nicht nur ein Paar Lautsprecher-Anschlüsse jeweils für den linken und rechten Kanal zur Verfügung, sondern insgesamt vier. Diese sind überaus solide ausgeführt, und sie nehmen sowohl Bananenbuchsen als auch blanke Kabel mit einem Querschnitt von bis zu 6 mm2 auf.

Was die Eingänge betrifft, so kann man sich sowohl für einen unsymmetrischen als auch symmetrischen „Weg“ entscheiden, denn neben dem obligatorischen Cinchbuchsen-Paar stehen hier auch zwei XLR-Anschlüsse zur Verfügung.

Natürlich darf auch ein 12 V Trigger-Eingang nicht fehlen, sodass man mit der Vorstufe auch gleich den Leistungsverstärker mit einschaltet. Dieser ist, wie bereits zuvor erwähnt, nicht als 3,5 mm Klinkenbuchse, sondern vielmehr als Mini-XLR ausgeführt.

Es versteht sich übrigens als Selbstverständlichkeit, dass die Nubert nuPower D mit einer Schutzschaltung gegenüber Kurzschluss, Überhitzen und Gleichstrom am Ausgang ausgestattet ist.

Mehr gibt es über die Nubert nuPower D nicht zu berichten, außer, dass auch diese natürlich tadellos verarbeitet ist und mit einer Glasperlen-gestrahlen Aluminium-Front und gebürstetem Metallgehäuse aufwartet.

Aus der Praxis

Normalerweise verhält es sich ja gerade bei Verstärker im Allgemeinen und damit auch bei einer klassischen Vor- und Endverstärker-Kombination so, dass man die feinen neuen Teile auspackt, sie an ihrem Bestimmungsort aufstellt, Quellgeräte, Lautsprecher und Strom anschließt, und loslegt.

Das ist natürlich auch bei unserer Testkombination bestehend aus Nubert nuControl 2 und Nubert nuPower D im Prinzip nicht anders, allerdings sollte man zuvor doch jenen Rat beherzigen, den der Hersteller selbst mehrmals auf seiner Webseite anführt, und zwar einen Blick ins Handbuch werfen. Nicht, dass da irgendwas wäre, was den Neukunden vor etwaige Probleme bei der Installation stellen würde, vielmehr geht es darum, dass Nubert electronic GmbH sich tatsächlich die Mühe machte, alle nur irgendwie denkbaren Einsatzmöglichkeiten der Verstärker ausführlich darzulegen. Dies könnte unter Umständen hilfreich dabei sein, auf so manch Konfiguration zu stossen, die man bislang nicht bedachte, wie etwa die Kombination mit einem eventuell vorhandenen AV-System.

Und dann ist da natürlich all das, was vor allem die Nubert nuControl 2 zu einer besonderen Vorstufe macht, nämlich die DSP-basierte Signalverarbeitung und deren Möglichkeiten zur Raumkorrektur bzw. optimalen Ansteuerung von Lautsprecher-Systemen.

Ausdrücklich wollen wir an dieser Stelle dazu raten, diese Möglichkeiten auch zu nutzen, zumindest ausgiebig damit zu experimentieren. Wir sind uns ganz sicher, dass sich hier reichlich Optimierungspotential findet. Zur Not bietet die Nubert nuControl 2 die Möglichkeit, mittels Direkt-Funktion die komplette Signalverarbeitung auf Knopfdruck zu umgehen, nicht zuletzt praktisch, um jederzeit einen Vorher/ Nachher-Vergleich durchführen und kontrollieren zu können, dass man mit den Veränderungen auch tatsächlich auf dem richtigen Weg ist…

Auch wenn es uns von unseren Freunden bei Nubert electronic GmbH angeboten wurde, so entschieden wir uns ganz bewusst dagegen, diese Vor- und Endstufen-Kombination mit Lautsprecher-Systemen gleicher Herkunft zu testen. Wir hatten schlichtweg fieseres vor, nämlich, diese Kombination an unseren KEF Blade zu testen, ebenso musste sich die Verstärker-Kombination aus Schwäbisch Gmünd an Speakern aus Frankreich beweisen, nämlich Triangle Cello Magellan. Lautsprecher-Systeme also, die in einem Fall den Preis betreffend deutlich, im zweiten um ein Vielfaches über der gesamten Kombination aus Deutschland angesiedelt sind, und Lautsprecher, die zumindest im Falle der KEF Blade auch durchaus sehr fordernd sind, wenn es um die „richtige“ Elektronik geht.

So sehr wir unsere KEF Blade lieben, sind wir uns doch darüber im klaren, dass man hier besser richtig schwere Geschütze auffährt, um diese tatsächlich zum Spielen zu bringen. Und siehe da, dies stellte für die Kombination aus dem Hause Nubert electronic GmbH nicht wirklich ein Problem dar. Scheint so, als würde sich der vielzitierte Spruch bewahrheiten, demzufolge Leistung eben doch durch nichts zu ersetzen ist…

Klar, an die Leistungsgrenze konnte die Nubert-Kombination die KEF Blade nicht heran führen, da muss man schon ganz realistisch die gänzlich unterschiedlichen Preisklassen im Hinterkopf behalten, aber dass sich die Elektronik derart wacker und letztlich wirklich ansprechend schlug, zollte uns durchaus größten Respekt ab. Chapeau!

Souverän im Antritt meisterte die Kombination aus Nubert nuControl 2 und Nubert nuPower D die ihr gestellten Aufgaben, wobei eins ganz besonders auffiel, nämlich, dass dieses Gespann einmal mehr bewusst neutral zur Sache geht und über einen weiten Frequenzbereich genau das wiedergibt, was ihr vorgesetzt wird. Das erwies sich im weiteren Testverlauf speziell in Kombination mit den Speakern aus Frankreich dann als gelegentlich „gefährlich“, denn die Triangle Chello Magellan in der ersten Generation neigt bei entsprechender Musik durchaus dazu, dass es im Hochtonbereich ein wenig zu heftig zur Sache geht und auf Dauer etwas „nervt“. Doch bevor dies zu sehr „britzelte“, speziell bei so manch insgesamt eher „unterkühlt“ abgemischten Track aus den 1980er und 90er Jahren, kamen die DSPs zum Einsatz. Wie gesagt, es findet sich immer irgendwas, um hier den Spieltrieb auszuleben und zu besseren Ergebnissen zu gelangen! Hat man die Nubert nuControl 2 zur Hand, ist all dies nur ein paar Tasten-Clicks entfernt.

Übrigens, Nubert electronic GmbH mag uns das nun verzeihen, aber wer die Kombination bestehend aus Nubert nuControl 2 und Nubert nuPower D an entsprechenden Stand-Lautsprechern betreibt, die keine ausgewiesene Schwäche im Bassbereich haben, wird wohl kaum in die Verlegenheit geraten, von den umfangreichen Einstellmöglichkeiten für optionale Subwoofer zu profitieren. Denn Elektronik, die die vier Bass-Chassis der KEF Blade derart kontrolliert in Schwingung zu versetzen versteht, wird kaum bei „kleineren Kalibern“ schwächeln. Allerdings eröffnet sich dadurch natürlich die Möglichkeit, auch feine Regal-Lautsprecher-Systeme optimal zu betreiben, denn auch feine Lösungen in diesem Segment profitieren natürlich immens von einer soliden „Unterfütterung“ im tiefen Frequenzspektrum.

Ein paar Worte vielleicht noch zur prinzipiellen Ausstattung speziell der Vorstufe. Wir haben es ja bereits erwähnt, den Entwicklern bei Nubert electronic GmbH war es offensichtlich ein Anliegen, ein möglichst flexibles System ohne allzu tiefgreifende Spezialisierung zu realisieren. So erscheint es uns keineswegs als „Mangel“, dass hier keine integrierte Phono-Vorstufe zu finden ist, dass man auf einen integrierten Kopfhörer-Verstärker verzichtete und auch Streaming externen Spezialisten überlässt.

Die Nubert nuControl 2 ist eine solide Basis für jedwedes HiFi-System, ausreichend analoge und digitale Eingänge erlauben den Einsatz verschiedenster Spezialisten, sodass in Summe wohl deutlich bessere Ergebnisse erzielt werden können. Zudem, speziell der Verzicht auf integriertes Streaming sorgt nicht zuletzt für Wertstabilität über viele Jahre. Man rufe sich nur in Erinnerung, was etwa rund um Streaming vor drei, vier, fünf Jahren als „Standard“ galt und heutzutage längst obsolet oder als veraltet gilt. Eine offene Lösung wie die Nubert nuControl 2 wird aber auch in vier, fünf… Jahren als solide Basis dienen, was auch immer man dann anschließt.

Dies gilt natürlich auch dann, wenn man nicht, wie wir für diesen Test, auf einen Leistungsverstärker als Spielpartner vertraut, sondern direkt auf Aktiv-Lautsprecher-Systeme. Auch darauf wollen wir nicht vergessen ausdrücklich hinzuweisen.

Auf den Punkt gebracht

Nubert electronic GmbH kann mit der neuesten Generation seiner Vorstufe Nubert nuControl 2 eine überaus spannende Lösung vorweisen, die weit mehr ist, als eine reine Schaltzentrale für verschiedenste analoge als auch digitale Quellen. Der besondere Reiz liegt hier in der DSP-basierten Signalverarbeitung, die sich als vielseitiger „Problemlöser“ ebenso erweist, wie als probates Werkzeug um den Klangcharakter der kompletten HiFi-Kette akkurat dem persönlichen Geschmack anzupassen. Natürlich kann man diese Vorstufe für sich allein bereits perfekt für die Kontrolle von Aktiv-Lautsprecher-Systemen einsetzen. Kommen jedoch passive Lautsprecher zum Einsatz, dann sollte man gleich die Nubert nuPower D mit ins Kalkül ziehen, denn nicht nur optisch steht der Nubert nuControl 2 damit der ideale Spielpartner zur Seite, sondern zudem ein überaus potentes Kraftpaket, das ebenso wie die Vorstufe deutlich über seiner Preisklasse aufspielt. Damit fällt es besonders leicht, eine glatte Empfehlung auszusprechen!

8,0 (Exzellent)

The Good

  • Fokussiert auf das Wesentliche
  • ausreichend analoge als auch digitale Schnittstellen
  • umfangreiche DSP-Funktionen
  • flexible Einbindung von Subwoofern
  • Endstufe mit herausragender Leistung
  • neutrale Abstimmung
  • zeitlos elegantes Design
  • tadellose Verarbeitung
  • kompakte Ausführung angesichts der Leistungsdaten

The Bad

  • Eine App für die umfangreichen DSP-Funktionen wäre wünschenswert
8 Klang
8 Bedienung
8 Design
9 Preis/Leistung

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