Jaikoz Music Tagger Audio Tag Editor - Nennen wir‘s beim Namen...

Gleichgültig, ob man nun Audio CDs selbst einrippt, oder auch Musik als Download von diversen Online-Angeboten erwirbt, die korrekte Bezeichnung der Dateien ist und bleibt ein Problem. Vor allem dann, wenn man ein eigenes System verfolgt, das den persönlichen Ansprüchen genügen muss, um die Suche nach einzelnen Titel zu erleichtern und den Überblick bewahrt.

Von Michael Holzinger (mh)
02.05.2013

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Einer der wirklich entscheidenden Vorteile digitaler Mediatheken ist es, dass man abertausende Musiktitel direkt im Zugriff hat, diese nach verschiedensten Kriterien auswählen, und zu Playlisten zusammen fügen kann. Allein, entscheidend dafür ist eine korrekte Bezeichnung dieser Titel, und damit ist keineswegs der eigentliche Dateiname, sondern vielmehr deren Bezeichnung in Verwaltungs- und Abspiel-Programmen gemeint. Also auch etwa die Information, die bei einem Streaming-Client am Display erscheint, oder von einer Remote-Lösung am Smartphone oder Tablet zur Darstellung und Sortierung herangezogen wird.

Diese Informationen werden als so genannte ID-Tags oder Metadata bezeichnet, und es handelt sich dabei um mehr oder weniger standardisierte Daten, die von nahezu allen Lösungen, sei es nun Software oder Hardware, interpretiert werden können.

Das Problem an diesen Daten ist, dass sie vielfach bei Audio-Daten gänzlich oder teilweise fehlen, zumeist aber nicht den eigenen Bedürfnissen entsprechen, und somit nahezu immer hinzugefügt, editiert und ergänzt werden müssen.

Dies gilt unabhängig davon, ob man nun Audio CDs selbst rippt, oder die Audio-Daten direkt bei einem der zahlreichen Download Musik-Angeboten erwirbt, sei es nun der Branchenprimus Apple iTunes Store, Amazon M3 Store, Musicload, ja selbst Spezialisten wie etwa HDtracks.com, Linn Records, Naim Audio oder highresaudio.com.

Dies ist natürlich keineswegs falsch zu verstehen, natürlich werden Audio-Daten von diesen Anbietern nicht ohne derartige Daten „ausgeliefert“, allerdings entsprechen diese nur in den seltensten Fällen jenem Schema, das man selbst für optimal hält, geschweige denn, dass diese Daten tatsächlich immer vollständig sind.

Wer also tatsächlich für „geordnete Verhältnisse“ in seiner Mediathek sorgen will, der wird an einem entsprechenden Werkzeug nicht umhin kommen. Und ein ganz besonders flexibles, universell einsetzbares Werkzeug will die Software-Schmiede JThink Ltd. mit dem Programm Jaikoz Music Tagger im Angebot haben.

Dabei handelt es sich - und das schon mal positiv hervorzuheben - um eine Software, die sowohl für Microsoft Windows, Apple OS X als auch Linux angeboten wird. Man kann also mit Fug und Recht von einer plattformübergreifenden Lösung sprechen.

Zudem ist dieses Programm bewusst einfach gehalten, und orientiert sich bei der Darstellung der Inhalte an einem klassischem Dateiverwaltungs-Tool. Die wichtigsten Funktionen sind direkt über Icons an der Oberseite zugänglich, darunter findet man alle Daten mit den wesentlichsten Informationen, wobei man zusätzlich wirklich sehr genau ins Detail gehen kann. Die Software unterstützt natürlich auch alle gängigen Formate, also MP3, MP4, Apple Lossless, WMA, Ogg Vorbis und FLAC.

Natürlich kann man sich ganz allein auf eigene Quellen verlassen, also etwa das Cover der Audio CD, einfacher aber ist es, man bezieht die Informationen von einer Online-Datenbank. Dafür greift dieses Tool auf MusicBrainz sowie Discogs zu, um alle Metadaten zu erhalten. Dies beschränkt sich nicht allein auf Angaben wie Titel, Interpret, Komponist, Genre usw., ebenso kann Album Cover-Artwork abgerufen werden. Das Tool soll nach Angaben des Herstellers auch eine so genannte Acoustic ID erstellen, sodass allein anhand des Files Metadaten abgerufen werden können, selbst wenn überhaupt keine Informationen vorhanden sind. Der Hersteller spricht hier ausdrücklich von keiner 100 % Garantie, gibt aber an, dass wohl viele Daten reibungslos erkannt werden.

Das Ziel der Entwickler war es, ein besonders einfach zu handhabendes, schnelles Werkzeug zu entwickeln, sodass selbst in umfangreichen Mediatheken für perfekte Ordnung gesorgt werden kann. Ein erster Blick auf die Software zeigt, das sie das selbstgesteckte Ziel durchaus erreicht haben. Zumal der Tag Editor auch Duplikate finden kann, umfangreiche Suchfunktionen bietet, auch das direkte Korrigieren der Dateinamen unterstützt, verschiedenste Sprachen inklusive aller Sonderzeichen erlaubt, und sogar etwaige fehlende Tracks eines Albums anzeigen kann, sodass man diese eventuell ergänzend nachkauft.

Insofern ist der Jaiko Music Tagger ein sehr empfehlenswertes Werkzeug, das gute Dienste leisten, und richtig Ordnung in die Mediathek bringen kann. Die Software kann direkt auf der Webseite des Herstellers gekauft werden, wobei neben einer Standard-Version zum Preis von 20,- auch eine Pro-Version zum Preis von 30,- angeboten wird. Diese erlaubt etwa einen unlimitierten Zugriff auf den Online-Dienst Discogs, der bei der Standard-Version auf 5.000 Anfragen pro Tag limitiert ist. Beide Versionen umfassen nach Angaben des Herstellers kostenlosen Support mittels Email sowie „lebenslange“ Updates der Software.

Auf den Punkt gebracht

Wer wirklich den vollen Nutzen aus einer Mediathek mit abertausenden Audio-Daten ziehen will, der wird an einem Werkzeug zum Editiren der Metadaten nicht umhin kommen, und mit Jaikoz Music Tagger Audio Tag Editor steht ein sehr gutes Hilfsmittel zur Verfügung.

7,0 (Sehr Gut)

The Good

  • Sehr einfaches
  • übersichtliches
  • aber dennoch sehr flexibles Werkzeug zum Editieren und Vervollständigen von ID-Tags. Selbst Cover Art-work kann hiermit auf einfache Art und Weise gefunden und Audio-Daten damit versehen werden.

The Bad

  • Kein Nachteil ersichtlich

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