„Jazz at the Pawnshop“ nunmehr mit 24 Bit und 352 kHz erhältlich…

Da ist wohl für reichlich Diskussionsstoff unter Fachleuten gesorgt: das fantastische Live-Album „Jazz at the Pawnshop“ wird nunmehr in einer neuen Variante angeboten, und zwar mit einer Auflösung von nicht weniger als 24 Bit und 352 kHz, nach Ansicht des Labels Naxos nicht weniger als die neue audiophile Referenz.

Kurz gesagt...

Ab sofort kann man das fantastische Album „Jazz at the Pawnshop“ in einer weiteren Auflage kaufen, und zwar in einer angeblich absolut audiophilen Ausführung mit nicht weniger als 24 Bit und 352 kHz.

Wir meinen...

Dieses Remaster gibt wohl genug Stoff her, um sehr kontroversiell über die Frage von Remasters im Allgemeinen, aber ebenso über die verschiedensten Darreichungsformen - Audio CD, XRCD, K2 HD und Ultra-HD CD, HDCD und SACD, Vinyl und Download - sowie über die Frage nach der "richtigen" Auflösung von High-res Downloads zu diskutieren. 24 Bit und 353 kHz ist ja nicht mehr ganz "exotisch", aber bringt es auch bei dieser Aufnahme das versprochene noch mehr an Details?

Von Michael Holzinger (mh)
20.11.2014

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Es gibt gewisse Alben, die haben sich als die Referenz-Alben schlechthin in der audiphilen Gemeinde etabliert, und gelten somit als absoluter Maßstab etwa bei der Beurteilung von HiFi-Systemen und deren Leistungspotential. Vieles davon ist leider aus rein musikalischer Sicht oftmals nicht wirklich überzeugend, wenngleich man natürlich an dieser Stelle ausdrücklich anmerken muss, dass dies eine rein subjektive Betrachtung ist, und somit keinesfalls Allgemeingültigkeit hat. Ob Musik begeistert oder nicht, ist eine ganz individuelle Geschichte, und entzieht sich jedweder Diskussion. Allerdings ist es dann vielfach doch so, dass eben besagte Alben immer und immer wieder gespielt werden, etwa auf HiFi-Messen oder bei HiFi-Demonstrationen im Fachhandel, sodass man sich einfach an dem ein oder anderen Album schlichtweg satt gehört hat…

Eine Ausnahme stellt hier jedoch etwa das Album „Jazz at the Pawnshop“ dar, das auf Grund seiner perfekten Qualität für viele der Inbegriff für eine absolut fantastische Live-Aufnahme ist, und auch musikalisch derart viele Nuancen und Vielfältigkeit aufweist, dass hier immer wieder Neues für sich entdecken kann, gleichgültig, wie oft man es hörte. Dies liegt daran, dass hier absolute Ausnahme-Künstler zusammen fanden, und eine schlicht einzigartige Live-Session darboten, etwa Arne Domnérus, Bengt Hallberg, Lars Erstrand, Georg Riedel und Egil Johansen. Was hier zu hören ist, ist ein absolutes Highlight der Musik-Geschichte, nicht nur im ureigensten Genre dieses Albums, dem Jazz.

Kein Wunder also, dass dieses Album in zigfacher Ausführung vorliegt, und zwar in den unterschiedlichsten Formaten. Allein als Audio CD wurden über die Jahre hinweg verschiedenste Varianten auf den Markt gebracht, auch als SACD, XRCD, HDCD, K2 HD und Ultra-HD CD, ebenso steht es in verschiedensten Fassungen als Vinyl zur Verfügung, zudem als Download, und zwar angefangen von MP3, AAC, bis hin zu WAV oder AIFF bzw. FLAC in „CD-Qualität“, aber ebenso als High-res Download.

Nun folgt eine weitere Ausführung, und zwar vom Label Naxos. Man habe sich erneut die Original Master-Bänder vorgenommen, und eine absolut audiophile Überspielung mit modernstem Studio-Equipment vorgenommen. Das Ergebnis bewirbt das Label mit der Aufschrift „2xHD Mastering“, und verweist damit auf die hier doppelt so hohe Auflösung, wie bei herkömmlichen High-res Aufnahmen, nämlich 24 Bit und nicht weniger als 352 kHz.

Man verspricht, hier eine Überspielung samt Remaster vorgenommen zu haben, die das erstklassige Album in bislang nicht gekannter Detailvielfalt zur Geltung bringe, und schlichtweg nicht weniger als den neuen Maßstab im Bereich audiophiler Aufnahmen zu präsentieren.

Nun ja, es erstaunt dann schon ein wenig, dass ausgerechnet die Masterbänder dieser Aufnahme derart perfekt gelagert wurden, dass sie immer und immer wieder für neue Remaster herhalten können, während andere Labels ganz offen bekunden, dass dies ein immenses Problem sei. Zudem ist es nicht minder erstaunlich, dass nunmehr offensichtlich noch mehr Details herausgekitzelt wurden, als bei all den anderen bisherigen Überspielungen und Remaster…

Übrigens, es sei abschließend außerdem erwähnt, dass dieses Album nunmehr auch im DSD-Format zum Download bei so manchem einschlägigen Anbieter zur Verfügung steht, womit also die Auswahl noch um eine weitere Variante größer wird.

Es ist also für ausreichend Diskussionsstoff in der audiophilen Community gesorgt, und die begann direkt und unmittelbar, als etwa der US-amerikanische Anbieter HD-Tracks.com dieses Angebot online stellte. Zumal dieses Remaster durchaus einen beachtlichen Preis aufweist. Nicht weniger als US$ 44,99 muss man dafür veranschlagen, wenn man das Album mit 24 Bit und 352 kHz im WAV-, AIFF-, ALAC-, oder FLAC-Format laden will. Begnügt man sich mit 24 Bit und 192 kHz, so sind US$ 37,99 fällig, und selbst mit 24 Bit und 96 kHz stehen noch immer US$ 26,99 auf der Rechnung. Natürlich gibt es auch lokale Anbieter, die dieses neue Remaster anbieten. Hier beginnt der Spass bei € 27,-, wenn man die Files als 24 Bit und 352 kHz Download, also im so genannten DXD-Format erwerben will. FLAC mit 24 Bit und 192 kHz schlagen mit € 23,- zu Buche, und der zuvor bereits erwähnte Download als DSD, und zwar DSD 2.8 bzw. auch als DSD64 bezeichnet, kostet ebenfalls € 23,-

Ich persönlich begnüge mich daher vorerst mit der nicht minder fantastischen Vinyl-Ausführung aus dem Hause Fenn Music. Gerade hierzulande auch nicht wirklich günstig, aber garantiert „hochauflösend“…

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