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KEF Ci160TR im Test - Wenn Platz knapp ist…

Foto © GP Acoustics GmbH

Eine Einbautiefe von lediglich 36 mm, dies ist wohl das zunächst auffälligste Merkmal des KEF Ci160TR, einem Einbaulautsprecher-System für Custom Installation der renommierten englischen Lautsprecher-Schmiede KEF. Damit eröffnet dieses Lautsprecher-System Möglichkeiten, die mit so manch anderem derartigen Produkt nicht realisierbar wären.

Kurz gesagt...

Als Einbaulautsprecher-Systeme mit besonders geringer Bautiefe bewirbt die englische Lautsprecher-Schmiede KEF die KEF Ci160TR.

Wir meinen...

Wenn nahezu kein Platz ist, dann erlaubt dieses Einbaulautsprecher-System dennoch zumeist eine überaus dezente Integration in jeden Wohnraum, Geschäftslokal oder Gastronomiebetrieb. Mit einer Einbautiefe von lediglich 36 mm kann der KEF Ci160TR ist diese Custom Installation-Lösung dennoch ein sehr ansprechender Speaker, der nicht nur allein zur Hintergrund-Beschallung, sondern durchaus für den Musik-Genuss geeignet ist.
Hersteller:KEF
Vertrieb:GP Acoustics GmbH

Von Michael Holzinger (mh)
10.02.2014

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So genannte Custom Installation-Lösungen wie Wand- oder Deckeneinbau-Lautsprecher-Systeme fristen vielfach ein Dasein im Verborgenen. Allzuoft denkt man dabei aber vor allem an Lösungen im Bereich der Gastronomie, der Hotellerie oder der Beschallung von Veranstaltungsräumen, Geschäftsflächen und Büros, aber weniger an den Einsatz im privaten Umfeld. Erstaunlicherweise handelt es sich aber dennoch um ein immens florierendes Marktsegment, das von einigen Spezialisten nach allen Regeln der Kunst „bespielt“ wird, denn es eröffnet Möglichkeiten, die mit herkömmlichen Produkten des Lautsprecher-Bereichs nicht zu realisieren wären. Und zwar nicht nur im bereits genannten kommerziellen Bereich, sondern durchaus im privaten Umfeld.

So war es auch in unserem Fall ein auf Custom Installation-Lösungen spezialisierter Fachhändler in Wien, der den Autor dieser Zeilen den Rat gab, ein konkretes Problem der Beschallung im Wohnumfeld doch mal mit Hilfe von Einbaulautsprecher-Systemen anzudenken.

Hand aufs Herz, das war für uns dann zunächst doch eine große Herausforderung, denn wenn man sich nicht tagtäglich mit diesem Marktsegment befasst, vergisst man schnell, dass es sich auch hier um ein immens großes Angebot handelt, das dem potentiellen Kunden geboten wird. Es gibt nahezu nichts, was es nicht gibt…

So befassen sich etwa immer mehr Lautsprecher-Produzenten mit Custom Installation-Lösungen, selbst wenn dieses Engagement vielfach so gar nicht von den Kunden wahrgenommen wird. Dies allein sorgt bereits für eine sehr große Vielfalt am Markt, denn ebenso wie bei herkömmlichen Systemen setzt auch im Custom Installation-Segment jeder Anbieter seine Schwerpunkte ganz unterschiedlich. Zudem gibt es hier eine noch viel größere Spezialisierung im eigentlichen Angebot, sodass allen voran dem Fachhandel für möglichst jede Aufgabenstellung das richtige Produkt offeriert werden kann. Die große Herausforderung für jene Fachhändler, die sich intensiv mit dieser Materie beschäftigen, besteht also nicht zuletzt darin, sich stets einen guten Überblick über das bestehende Angebot zu verschaffen, um daraus die jeweils richtigen Lösungen für verschiedenste Projekte auswählen zu können.

Dieser nunmehr vorliegende Test ist also das Resultat einer ganz persönlichen Bedarfsanalyse, aber, wie wir meinen, durchaus ein gutes Beispiel dafür, dass Custom Installation-Lösungen sehr wohl auch im kleinen privaten Rahmen bestens geeignet sind, ganz spezielle Aufgaben zu erfüllen. Und wenn es nur darum geht, im Badezimmer Musik auf einfachste Art und Weise genießen zu können.

Ja, genau das war nämlich die Aufgabenstellung, die besagter Fachhändler, Stephan Pfriemer des Wiener Fachhändlers PS-Technik, geradezu mit einem lässigen Schulterzucken und dem Satz „Nimm einfach Einbaulautsprecher, und gut ist es!“ beantwortete.

Musik in jedem Raum des Hauses, davon wollen wir nicht nur schreiben, sondern es natürlich auch selbst, ganz privat, genießen. Und allen voran das Badezimmer war es, dass der Dame des Hauses noch nicht adäquat eingebunden war. Diverse Streaming-Lösungen, die seit Jahr und Tag in verschiedenster Ausführung hier für Beschallung sorgten, fanden nie so richtig das Wohlwollen, denn damit stand immer irgendwas „im Weg“. Eine möglichst simple Lösung, die keinerlei Platz in Anspruch nehmen sollte, war also gefragt.

Und wie so oft, die einfachsten Lösungen sieht man selbst nicht, denn irgendwie ist man scheinbar „Betriebsblind“, und es bedarf einer erhellenden Erklärung eines Aussenstehenden, in diesem Fall den weisen Ratschlag durch Stephan Pfriemer. Er berichtete in einem Gespräch mit mir nahezu beiläufig, dass er eben ein Projekt realisierte, bei dem es galt, einen Wellness-Bereich in einem Haus zu beschallen, und hatte damit sofort meine volle Aufmerksamkeit. So meinte er, er habe dafür einen AV-Receiver „missbraucht“, denn der war vorhanden, und es bedurfte lediglich ein paar Einbau-Lautsprecher-Systeme, um diese Aufgabe auf einfachste Art und Weise zu lösen.



Nun, mit einem AV-Receiver kann ich natürlich auch auch aufwarten, und wie es der Zufall will, liegt mein Wohnzimmer, und somit mein „Heimkino“ direkt Wand an Wand mit dem Badezimmer, lediglich getrennt durch eine Mauer mit Rigips-Platten. Und schon war das Problem keins mehr, es galt nur noch, die richtigen Speaker zu finden…

Allerdings gestaltete sich dies nicht ganz so einfach, wie gedacht, denn wie bereits erwähnt, das Angebot ist schier unglaublich vielfältig. Aber auch hier spielte der Zufall Regie, und so flatterte vor gut einem Jahr eine Presseaussendung der englischen Lautsprecher-Spezialisten KEF in unserem Postfach ein, in dem von den KEF Ci160TR und deren Einsatz bei den Luxus-Yachten Princess Yachts International berichtet wurde. Daran erinnerte ich mich nunmehr, und damit war mein konkretes Problem bereits gelöst, denn so einfach die Montage von Einbaulautsprechern gerade bei Wänden aus Rigips wäre, so komplex gestaltete sich die Wahl des richtigen Speakers. Denn zwischen den beiden Rigips-Platten waren nur wenige Zentimeter Spielraum, die meisten Einbaulautsprecher also viel zu tief. Der KEF Ci160TR mit einer Einbautiefe von lediglich 36 mm passte hingegen perfekt!

Der KEF Ci160TR ist als Modell der KEF T-Serie in der KEF Ci-Range konzipiert, wobei es sich um einen klassischen Zweiwege-Lautsprecher handelt, der speziell für den Einbau in Hohlräumen mit sehr geringer Einbautiefe entwickelt wurde, wie bereits erwähnt, reichen hier 36 mm. Im Durchmesser misst der Lautsprecher 234,6 mm, nimmt also auch diesbezüglich kaum Platz für sich in Anspruch, und weist eine Tiefe von 40 mm auf. Wird er, wie in unserem Fall, in Wänden in Trockenbauweise eingebaut, so sollte die Wandstärke zumindest 10 mm, maximal jedoch nicht mehr als 25,5 mm betragen. Mit einem Gewicht von lediglich 1 kg ist der Speaker auch sehr leicht, sodass man sich keinerlei Gedanken über Probleme rund um die Tragfähigkeit der Wand machen muss.

KEF bietet für den KEF Ci160TR natürlich einen optionalen Einbaukasten für Trockenbau (KEF RNC160R), aber ebenso einen optionalen Mauereinbaukasten (KEF Ci Wall Back Box Mittel + Adapter rund) an. Auch eine Einbauschablone aus Kunststoff ist lieferbar (KEF RIF160R), wenngleich eine aus Papier auch im Lieferumfang enthalten ist, was für den Einbau im privaten Umfeld problemlos ausreicht.

Ausgestattet ist der KEF Ci160TR mit einem geradezu plan ausgeführten 115 mm Mittelton-Treiber, der eine besonders steife Membran aufweist und damit eine sehr ansprechende Basswiedergabe und Mittelton-Abbildung erlauben soll. Für den Hochtonbereich ist ein belüfteter 25 mm Aluminium-Tweeter zuständig, der mit Hilfe der so genannten KEF Tangerine Waveguide-Technologie eine besonders natürliche Hochton-Resonanz und breite, gleichmässige Abstrahlung in den Raum erzielen soll. Mit einer Impedanz von 8 Ohm und einer Empfindlichkeit von 87 dB ist dieser für Verstärker mit einer Leistung zwischen 10 und 100 Watt ausgelegt, und er weist nach Herstellerangaben einen Frequenzgang zwischen 110 und 24.000 Hz auf. Die Frequenzweiche greift hier bei 1,7 kHz ins Geschehen ein.

Im Lieferumfang ist ein Lautsprecher-Grill enthalten, der mittels Magneten in Position gehalten wird. Ab Werk setzt KEF hier auf Weiss, was wohl eine Vielzahl der Anwendungszenarien trifft. Selbstverständlich kann dieser aber auch lackiert werden.

Soviel zur Theorie, nun aber zur Praxis: Der Einbau ging überaus simpel vor sich, und war tatsächlich binnen einer knappen Stunde erledigt. Zunächst galt es, zwei Löcher in die Wand zu sägen, in denen die Speaker danach platziert werden sollten. Anstatt wie bei soliden Wänden zum Stemmmeißel und Hammer greifen zu müssen, reichte hier eine Stichsäge für Rigipswände, wie sie in jedem Baumarkt für ein paar Euro angeboten wird. Zunächst aber galt es, die richtige Position an der Wand auszumachen, und mit Hilfe der im Lieferumfang enthaltenen Schablone das Ausschnittmaß aufzutragen. Im konkreten Fall weist dieses einen Durchmesser von 196 mm auf. Also, ran ans Sägen! Gut, das staubt ein wenig, aber nach wenigen Minuten war dies erledigt. Danach folgte der „Durchbruch“ in den Nebenraum, konkret ins Wohnzimmer, um die Kabel durchführen zu können, wobei ich auch diesbezüglich Glück hatte, da dies im Wohnzimmer an sehr dezenter Stelle erfolgen konnte, sodass keinerlei Hinweise auf den neuen „Wanddurchbruch“ mit nur wenigen Millimetern Durchmesser zu sehen waren.

Nun galt es, die Lautsprecher-Kabel durchzuführen, ebenfalls eine Arbeit, die nur wenige Minuten in Anspruch nimmt. Etwas komplexer wird die Angelegenheit natürlich, wenn man diese Kabel nicht so elegant und auf kürzestem Wege verlegen kann, aber da hilft dann vielfach der Fachhandel mit Rat und Tat.

Ein kleines „Tänzchen“ mit dem Staubsauger durchs Zimmer, und schon waren alle Spuren der Umbaumaßnahmen beseitigt, und es konnte an die Feinarbeit gehen.

Psst, bitte nicht weiter erzählen, aber ein schlichter Knoten im Kabel diente mir als „Zugentlastung“, und über die Lautsprecher-Klemmen der KEF Ci160TR waren diese schnell angeschlossen. Nun mussten diese nur noch möglichst waagrecht eingebaut, und über die Schrauben für die Halteklammer fixiert werden. Danach noch den Lautsprecher-Grill platzieren, und fertig war alles, zumindest im Badezimmer.

Im Raum daneben, im Wohnzimmer, da galt es nun noch, die neuen Speaker mit dem AV-Receiver zu verbinden. Hier wurde auf die Funktion des AV-Receivers der so genannten Mehrzonen-Unterstützung zurück gegriffen, die neuen Speaker also an Zone 2 angeschlossen. Damit ließ ich mir im konkreten Fall noch das Hintertürchen offen, dass irgendwann mal vielleicht auch ein HDMI-Kabel ins Bad führen könnte. Nur Musik allein…wie wäre es mit Filmgenuss, während man gemütlich in der Wanne liegt? Aber so genau wollte ich das auf die Schnelle meiner Frau dann nicht erläutern, sie würde das wohl auch nicht ganz so begeistert sehen, wie ich dies tue … ;)

Viel wesentlicher war und ist, dass wir nun mittels der erstklassigen App, die etwa der Unterhaltungselektronik-Konzern Pioneer für seine AV-Receiver anbietet, nun nicht nur die Wiedergabe im Wohnzimmer, sondern ebenso im Badezimmer gesteuert werden kann. Streaming über Apple AirPlay direkt vom Apple iPhone, Musik-Streaming direkt aus dem Netzwerk von der NAS, Internet Radio, alles kein Problem, und das auf einfachste Art und Weise.


Und wie klingt es? Nun, die KEF Ci160TR liefern durchaus einen sehr ansprechenden Klang, wenngleich man sehr darauf achten sollte, diese möglichst so im Raum zu platzieren, dass diese ihr volles Potential auch ausschöpfen können. Irgendwo in einem hintersten Eck des Raums, oder aber zu dicht an der Decke platziert, wird es wohl nicht so überzeugenden klingen, bei halbwegs geeigneter Position aber haben diese Lautsprecher-Systeme durchaus das Potential, einen überzeugenden Klang zu entfalten, trotz ihrer sehr kompakten Abmessungen, und allen voran einer sehr geringen Bautiefe. Für absolute „HiFi-Enthusiasten“ sind diese natürlich nicht konzipiert, denn da muss man auch im Einbaulautsprecher-Segment deutlich tiefer in die Tasche greifen und ebenso ein Mehr an Volumen nutzen. Vielmehr verstehen sich allen voran die KEF Ci160TR als überaus praktische „Problemlöser“, die überall da zum Einsatz kommen können, wo andere Systeme schlicht keinen Platz finden. Und mit einem empfohlenen Verkaufspreis von € 300,- pro Stück bieten sei ein tadelloses Preis/ Leistungsverhältnis.

Auf den Punkt gebracht

Wenn nahezu kein Platz ist, dann erlaubt dieses Einbaulautsprecher-System dennoch zumeist eine überaus dezente Integration in jeden Wohnraum, Geschäftslokal oder Gastronomiebetrieb. Mit einer Einbautiefe von lediglich 36 mm kann der KEF Ci160TR ist diese Custom Installation-Lösung dennoch ein sehr ansprechender Speaker, der nicht nur allein zur Hintergrund-Beschallung, sondern durchaus für den Musik-Genuss geeignet ist.

7,0 (Sehr Gut)

The Good

  • Äußerst geringe Bautiefe
  • einfache Installation bei Trockenbau
  • überzeugender Klang
  • dezentes Design
  • Preis/ Leistung

The Bad

  • Kabelfixierung für Zugentlastung am Anschluss-Panel wäre fein

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