KEF M500 im Test - High-fidelity für unterwegs...

Dieser Tage ist es nichts Außergewöhnliches, wenn ein renommierter Lautsprecher-Produzent am geradezu florierenden Kopfhörer-Markt mit partizipieren will und daher in diesen Bereich einsteigt. Im Fall der englischen Lautsprecher-Schmiede KEF ist es dann doch beachtenswert, denn mit dem KEF M500 liefert man gleich zum Start ein wirklich exzellentes Modell.

Kurz gesagt...

Leicht, robust, überaus bequem und mit hervorragendem Klang gesegnet, so beschreibt die englische Lautsprecher-Schmiede KEF ihr Erstlingswerk bei Kopfhörern, den KEF M500.

Wir meinen...

Eleganz gepaart mit hohem Tragekomfort durch ein besonders ansprechendes Design und eine optimale Materialwahl sind die auffälligsten Merkmale des KEF M500. Dass dieser Kopfhörer zudem exzellent klingt, und zwar bei allen Musikstilen, bürgt für die Erfahrung der Entwickler im Bereich Lautsprecher-Systeme, die man ansatzlos auch für den Einstieg in ein neues Marktsegment zu nutzen wusste.
Hersteller:KEF
Vertrieb:GP Acoustics

Von Michael Holzinger (mh)
10.07.2013

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Kopfhörer, das ist wohl ein Bereich der Unterhaltungselektronik, der wie kein anderer vor allem von ganz individuellen Massstäben definiert wird. Es gibt eben kein anderes Produkt, das man derart nahe an sich heran lässt, das so unmittelbar genutzt wird. Somit spielen hier auch Faktoren eine ganz wesentliche Rolle, die bei keinem anderen Produkt relevant wären. Natürlich zählt auch hier der Klangcharakter und die Qualität der Darbietung zu den wichtigsten Faktoren bei der Entscheidungsfindung, gleichzeitig ist aber für viele schon das Design viel wesentlicher, als bei vielen anderen Produkten. Und dann ist natürlich der Tragekomfort, und in diesem Zusammenhang auch die Haptik ein wesentlicher Aspekt bei der Auswahl eines Kopfhörers. Und wäre nicht allein die Beurteilung der Klangcharakteristik schon ein immens subjektives Terrain, so ist die optimale Passform und die Beurteilung des Komfort eine rein individuelle Frage, die somit jeder für sich wohl ganz anders beantwortet.

Entsprechend vielseitig präsentiert sich das Angebot in diesem Marktsegment, und es wächst und wächst. Und gleichzeitig ist es ein überaus lukrativer Markt, denn niemals zuvor wurde derart viel Musik konsumiert, wie heute. Verantwortlich dafür sind all die mobilen Devices, die unsere ständigen Begleiter sind, und natürlich auch für Musik genutzt werden. Es kann sich also kaum ein Hersteller im Bereich Kopfhörer leisten, diese Zielgruppe nicht zu bedienen, und auch Unternehmen, die bislang nicht in diesem Markt vertreten waren, wollen ebenso mit partizipieren.

Am naheliegendsten ist der Einstieg in das Marktsegment Kopfhörer natürlich für Produzenten von Lautsprecher-Systemen. So ist etwa die englische Lautsprecher-Schmiede KEF keineswegs der erste Hersteller, der diesen Schritt wagt. Allerdings wird schnell klar, dass KEF diesen Schritt nicht überhastet beschloss. Vielmehr zeigen bereits die ersten Produkte aus dem Hause KEF im Bereich Kopfhörer, dass dies als langfristige Strategie konzipiert ist, und man mit Bedacht all die Expertise aus der Entwicklung von Lautsprecher-Systemen gekonnt auch in diesem Marktsegment einsetzen kann. Der KEF M500 ist ein geradezu perfektes Beispiel dafür.

Mit dem KEF M500 präsentiert die englische Lautsprecher-Manufaktur nicht nur ihr Erstlingswerk im Bereich Kopfhörer, mit diesem Modell steht - soviel können wir bereits vorweg nehmen - einer der wohl ansprechendsten On-ear Kopfhörer nicht nur, aber vor allem für den mobilen Einsatz am Markt zu einem überaus attraktiven Preis zur Verfügung.

KEF selbst gibt an, dass es das Ziel der Entwickler war, einen möglichst leichten, sehr robusten und bequemen Kopfhörer zu entwickeln, der zudem mit Fug und Recht als HiFi-Lösung bezeichnet werden kann.

Selbstverständlich steht bei derartigen Produkten zunächst die Entwicklung eines möglichst einzigartigen Designs, denn schließlich gilt es, in einem Markt zu bestehen, dessen Produkte längst als Modeaccessoire, und nicht allein als „Gebrauchsgegenstände“ gelten. Dazu hat man ein international renommiertes Design-Team auserkoren, das es wohl wie kein anderes seit Jahr und Tag versteht, Industrie-Design vom Allerfeinsten abzuliefern. Allerdings entschied sich KEF dazu, dies nicht öffentlich kundzutun, denn dies wäre im konkreten Fall mit nicht unerheblichen Lizenzgebühren verbunden. Damit wäre der attraktive Preispunkt nicht mehr erzielbar gewesen. Aus diesem Grund lässt man lieber das Ergebnis für sich sprechen, und freut sich wohl umso mehr, dass der KEF M500 bereits mit dem begehrten reddot design award 2013 ausgezeichnet wurde.

Einmal mehr bemerkenswert ist, dass das Design-Team erkannte, dass man mit einer richtigen Entscheidung gleich mehrere Vorteile lukrieren kann. So entschied man sich bewusst für Aluminium als das vorherrschende Material beim KEF M500. So sind sowohl die Rahmen der Ohrmuschel, die Gelenke als auch auch die ins Kabel integrierte Fernbedienung aus diesem Material gefertigt, was dazu führt, dass sich ein überaus elegantes Erscheinungsbild ergibt, denn die silbermetallene, sandgestrahlte Oberfläche bildet einen wunderbaren Kontrast zu den schwarzen Außenteilen der Hörmuscheln sowie dem ebenfalls schwarzen Überzug des Kopfhörerbügels. Aluminium bietet, abgesehen von diesem rein ästhetischen Anspruch, natürlich den Vorteil eines sehr geringen Gewichts bei gleichzeitig immens hoher Stabilität. Dafür sorgen etwa auch speziell konstruierte Gelenke, so genannte Smart-Hinge-Gelenke, die frei beweglich sind und somit einen stets perfekten Halt mit gerade ausreichend, aber niemals zu viel Druck erlauben und sich wirklich jeder Kopfform perfekt anpassen. Mit Hilfe dieser Gelenke lässt sich der KEF M500 auch sehr kompakt zusammen falten und in der im Lieferumfang enthaltenen Transport-Etui verstauen.

Der Überzug des Bügels sowie jener der Ohrpolster ist aus einem speziellen, atmungsaktiven und schweißabweisendem Material gefertigt, sodass auch diesbezüglich höchster Komfort selbst bei langem Gebrauch garantiert ist. Dazu trägt natürlich auch die besonders weiche Polsterung der Ohrkissen mit so genanntem Memory-Schaum bei, was natürlich besonders bei dieser Produktgruppe, den so genannten On-ear Kopfhörern von großer Bedeutung ist.

Auch wenn der KEF M500 über kein aktives System zur Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen verfügt, so ist die Abschirmung dennoch erstaunlich gut gelungen. Um dies zu erzielen wurde eine akustische Abdichtung in jeder Ohrmuschel implementiert, was zudem bewirkt, dass auch die Umgebung nicht mit der Musikwiedergabe „belästigt“ wird. Im Datenblatt gibt der Hersteller die Geräuschdämpfung mit -20 dB an.

Bei den Treibern konnten die Entwickler von KEF natürlich ihre gesamte Expertise in der Entwicklung von Lautsprecher-Systemen einfließen lassen. So setzt man auf einen 40 mm Treiber mit leistungsstarkem Antrieb, basierend auf einem Neodym-Magnet sowie einer verkupferten Aluminium-Schwingspule. Diesem Treiber ist eine akustische Abstimmplatte vorgesetzt, um eine optimale Abstrahlung zu erzielen. KEF spricht in diesem Zusammenhang von einer so genannten CCAW Konstruktion (Copper Cladded Aluminium Wire), und gibt an, bewusst eine sehr ausgewogene Abstimmung vorgenommen zu haben, sodass der KEF M500 weder eine Überbetonung im Bass-, Mitten- oder Hochtonbereich aufweist. Vielmehr sei es das einzige Ziel gewesen, eine neutrale Wiedergabe über den gesamten Frequenzbereich zwischen 20 und 20.000 Hz zu erzielen, sodass der KEF M500 für alle Musik-Stile bestens gerüstet ist.

Ebenso bemerkenswert ist, dass es KEF keinesfalls darauf anlegte, einen besonders „lauten“ Kopfhörer zu entwickeln. Vielmehr hält man sich bewusst an die Vorgaben des so genannten CENELEC Standard ENH60065/A12 gegen Hörschäden durch überhöhte Lautstärke. Musik soll ein Genuss sein, und dies steht doch im Gegensatz zu Pegeln jenseits der vielzitierten Schmerzgrenze. Aber keine Angst, natürlich liefert der KEF M500 ausreichend hohe Pegel, um ganz in die Musik eintauchen zu können

Aus rein technischer Sicht betrachtet bedeutet dies, dass der KEF M500 eine Impedanz von 32 Ohm und eine Empfindlichkeit von 103 dB sowie eine Leistungsaufnahme von 30 mW aufweist, und somit auch an Smartphones oder Tablets bzw. mobilen Audio-Playern problemlos betrieben werden kann.

Und ja, natürlich ist der KEF M500 in erster Linie als Lösung für den Einsatz unterwegs konzipiert, also im Verbund mit etwa Smartphones. Dafür findet man auch ein entsprechendes Anschlusskabel mit einer Länge von 1,3 m im Lieferumfang, das über eine ins Kabel integrierte Fernbedienung samt Mikrofon verfügt, sodass der Kopfhörer als Headset genutzt werden kann. Diese Fernbedienung bietet die inzwischen üblichen drei Tasten zur Steuerung der Lautstärke sowie der Wiedergabe und zum Annehmen bzw. Beenden von Anrufen. Das Kabel mündet in einem um 90° abgewinkelten 3,5 mm Stereo Mini-Klinkenstecker. Interessant ist, dass sich KEF für ein flach ausgeführtes Kabel entschied, was dazu führt, dass es hier tatsächlich keinen „Kabelsalat“ gibt, ein Verknoten also weitestgehend allein durch die Geometrie des Kabels weitestgehend unterbunden wird. Zudem ist das Kabel am Kopfhörer abnehmbar und kann gegen ein zweites Kabel, das sich ebenfalls im Lieferumfang findet, ausgetauscht werden. Auch dieses Kabel weist eine Länge von 1,3 m auf, bietet aber keine integrierte Fernbedienung. Zudem ist ein 6,3 mm Stereo Klinken-Adapter sowie ein Adapter für Inflight-Entertainment-Systeme im Lieferumfang enthalten. Das gesamte Zubehör kann problemlos in dem bereits angeführten Transport-Etui verstaut werden.

Wir haben es ja bereits anklingen lassen, unserer Einschätzung nach ist der englischen Lautsprecher-Schmiede mit dem KEF M500 ein perfekter Einstieg in die Welt hochwertiger Kopfhörer gelungen.

Zunächst muss man natürlich als Fazit das herausragend elegante Design anführen, was aber gleich zum hohen Tragekomfort des Kopfhörers führt. Lediglich 208 Gramm wiegt der KEF M500, und selbst nach stundenlangem Tragen spürt man ihn kaum bis gar nicht. So muss eine perfekt konzipierte Ergonomie aussehen. Gratulation!

Zudem vermittelt der Kopfhörer eine immens hohe Wertigkeit, allein wenn man diesen in Händen hält. Da ist eben rein gar nichts entscheidendes aus Kunststoff, sondern alle relevanten und für die Langlebigkeit entscheidenden Komponenten sind aus Metall gefertigt.

Und wenn all dies noch nicht überzeugt, dann ist es spätestens der Klang des KEF M500, der ihn als ganz besondere Lösung klassifiziert. KEF hält das Versprechen ein, mit dem KEF M500 einen auf ausgewogen und natürliche Wiedergabe konzipierten Kopfhörer entwickelt zu haben, wie unser wirklich sehr ausführlicher Test zeigte. Wer also wohl kaum mit dem KEF M500 glücklich werden wird, sind all jene, die sich ohnedies nur mit monotonen Beats ihr Trommelfell massieren lassen. Dies dürfte aber auch kaum die Zielgruppe gewesen sein, die die Engländer bei der Konzeption dieses Modells im Fokus hatte. Vielmehr waren und sind es Musikliebhaber, die auch, aber nicht nur für unterwegs einen wirklich hochwertigen Kopfhörer suchen, die KEF vom KEF M500 überzeugen wollte. Und eins ist gewiss, nach unserem Test des KEF M500 sind wir überzeugt und können diesem eine glatte Empfehlung der Redaktion verleihen. Er wird als waschechte „Universallösung“ für alle Musikstile auch den Autor dieser Zeilen künftig begleiten...

Auf den Punkt gebracht

Eleganz gepaart mit hohem Tragekomfort durch ein besonders ansprechendes Design und eine optimale Materialwahl sind die auffälligsten Merkmale des KEF M500. Dass dieser Kopfhörer zudem exzellent klingt, und zwar bei allen Musikstilen, bürgt für die Erfahrung der Entwickler im Bereich Lautsprecher-Systeme, die man ansatzlos auch für den Einstieg in ein neues Marktsegment zu nutzen wusste.

9,0 (Herausragend)

The Good

  • Sehr elegantes Design
  • robuste und langlebige Konstruktion
  • perfekte Haptik
  • sehr ausgewogener
  • natürlicher Klang und somit optimal für alle Musikstile geeignet
  • Kabel wechselbar

The Bad

  • Nichts für Freunde absolut überzeichneter Bass-Beats
  • sofern dies ein Nachteil sein kann...

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