Foto © Karma To Burn

Karma To Burn „Arch Stanton“

Mit „Arch Stanton“ liefern die „alten“ Stoner Rock-Veteranen Karma To Burn ihr mittlerweile sechstes Studioalbum ab. Ihrem Stil - laut, brünftig und dreckig - bleiben sie dabei treu, was besonders eindrucksvoll auf Vinyl zum Ausdruck kommt, aber auch als Download und Audio CD bleibenden Eindruck hinterlässt.

Von Alexander Bindeus (ab)
28.10.2014

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Seit 1997 geben sich Karma To Burn aus West Virginia ganz dem Stoner Rock hin. Während ihr Debütalbum gleichen Namens zwar gute Kritiken, aber nur mäßige Verkaufszahlen vorweisen konnte, hat sich die Band mit den nächsten beiden Alben einen gewissen Ruf in Szene-Kreisen erarbeiten können. Nach einer siebenjähriger Pause, bei der die Bandmitglieder auch getrennte musikalische Wege mit unterschiedlichen Bands gingen, findet man sich 2009 zu einer ausgedehnten Reunion-Tour wieder zusammen. Zwei weitere Alben folgen, bevor nun dieses Jahr „Arch Stanton“ ansteht.

Mit Verlaub, von jeher nicht sonderlich kreativ, dafür aber umso konsequenter, geht Karma To Burn bei der Betitelung ihrer Songs vor: So lautet der erste Song auf „Arch Stanton“ „Fifty Seven“, gefolgt von „Fifty Six“ und „Fifty Three“. Zur Auflockerung gibt es dann auch mal ein „Twenty Three“, bevor es mit den Fifties wieder weiter geht. Macht das Ganze zunächst mal so sexy wie eine Tabellenkalkulation - passt aber dann doch irgendwie zur Musik. Karma To Burn spielt einen absolut schnörkelosen Stoner Rock der alten Schule. Nicht so verspielt und kopflastig wie Mastodon, nicht so rockig wie Queens of the Stone Age. Vergleiche bieten sich am ehesten noch mit Kyuss an - treffen aber doch nicht ganz ins Schwarze.

Da wäre einmal der fehlende Gesang. Karma To Burn ist beinahe ausschließlich eine Intrumental-Band. Abgesehen vom Debütalbum, bei dem die damalige Plattenfirma auf Gesang bestand, sowie zwei Songs auf dem vorletzten Album „Appalachian Incantation“ mit Gastsängern, lassen Karma To Burn einzig ihre Musik für sich sprechen. Das mag für manche zunächst etwas gewöhnungsbedürftig sein - man wartet an jeder Ecke förmlich auf den Einsatz des Gesangs. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit lernt man jedoch die Vorzüge dieser absoluten Reduktion zu schätzen. Der Musik wird mehr Platz zum Atmen gegeben, sie wird in den Mittelpunkt gestellt, ohne sich das Rampenlicht mit dem Gesang teilen zu müssen.

Das Stichwort „Reduktion“ trifft auch auf die Musik selbst zu: Während Kyuss durchaus auch mal ruhigere Töne anschlägt, und mit Tempi-Wechsel eine gewisse Variation in ihre Musik bringt, verschreibt sich Karma To Burn ganz dem direkten Weg zur Gehörmuschel. Das Schlagzeug hämmert unerbittlich auf einen ein, während der stampfende Gitarrensound und der wummernde Bass die Songs zu einem druckvollen Ganzem verdichten. Einzelne Songs hervorzuheben, gestaltet sich schwierig, zu kompakt und in sich geschlossen gestaltet sich das ganze Album.

Mit „Arch Stanton“ wird Karma To Burn keine Stoner Rock-Verschmäher bekehren können. Vielmehr handelt es sich dabei um ein Fan-Service und ein „more of the same“ - in seiner positivsten Auslegung.

Erhältlich ist „Arch Stanton“ auf Vinyl, Compact Disc sowie als Download.

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Facts

Album

Arch Stanton

Künstler

Karma To Burn

Komponist

Karma To Burn

Genre

Jahr

2014

Format

Audio-CD, Vinyl, Download