Foto © Pro-Ject Audio Systems / Dietmar Haunschmidt Azur - Kunst & Technik

LED-Effekt-Licht direkt unter der Schallplatten-Rille?

Es ist schon ein Weilchen her, da berichteten wir über das so genannte Pro-Hect LED add-on-kit, das Pro-Ject Audio Systems in erster Linie als Marketing-Tool für Fachhändler bei der Präsentation von Schallplatten-Spielern konzipierte. Ausdrücklich empfahl der Hersteller, dieses überaus effektvolle Tool nicht im täglichen Betrieb einzusetzen, da etwaige negativen Einflüsse auf die Qualität der Wiedergabe von Vinyl nicht auszuschließen seien.

Kurz gesagt...

Vor geraumer Zeit berichteten wir über das Pro-Ject LED add-on kit, das in erster Linie als Marketing-Tool für den Fachhandel zur Präsentation von Schallplatten-Spielern gedacht war. Kann man dies auch problemlos im alltäglichen Betrieb einsetzen?

Wir meinen...

Dietmar Haunschmidt von Azur - Kunst & Technik wollte es ganz genau wissen, wie sich eine LED-Effektbeleuchtung direkt auf einem Schallplatten-Spieler angebracht, tatsächlich auf die Qualität der Wiedergabe auswirkt. Er ging nun der Frage nach, ob man besser die Finger von einer derartigen Effekt-Beleuchtung lässt, oder aber ob man eine Lösung wie etwa das Pro-Ject LED add-on kit bedenkenlos einsetzen kann.

Von Michael Holzinger (mh)
27.11.2016

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Mit dem so genannten Pro-Ject LED add-on kit präsentierte der Weltmarktführer im Bereich Schallplatten-Spieler Pro-Ject Audio Systems vor einiger Zeit ein wirklich spannendes Zubehör-Produkt für ausgewählte Laufwerke, das diese überaus reizvoll durch eine Effekt-Beleuchtung in Szene setzen kann.

Ausdrücklich verwies der Hersteller aus Wien seinerzeit darauf, dass es sich um bei diesem Pro-Ject LED add-on kit allein um ein Marketing-Tool für Fachhändler handle, das zur bestmöglichen Präsentation ausgewählter Laufwerke diene, und eher nicht für Endkunden konzipiert sei.

Man könne nicht ausschließen, dass durch eine LED-Beleuchtung, die direkt an den Laufwerken angebracht wird, und sich somit in unmittelbarer Nähe zu äußerst empfindlichen Komponenten wie dem Tonabnehmer befindet, negative Einflüsse auf die Klangqualität einhergehen.

Dabei wäre diese Lösung wohl auch für so manchen Vinyl-Liebhaber überaus interessant, schließlich kann man damit ein Laufwerk richtig in Szene setzen.

So handelt es sich bei besagtem Pro-Ject LED add-on kit um eine Lösung, die in Form von LED-Leuchtbändern für ausgewählte Laufwerke von Pro-Ject Audio Systems konzipiert ist. Diese lassen sich derart bei den Laufwerken anbringen, dass diese in verschiedensten Farben erstrahlen und somit besonders wirkungsvoll zur Geltung kommen. Ein wahrer Eye-catcher also, der damit zur Verfügung steht.

Und zwar in zwei Versionen, die jeweils für spezielle Laufwerke geeignet sind. So wurde das Pro-Ject LED add-on kit „Ring“ für Modelle der Pro-Ject Debut und Xpression-Serie ausgelegt, und besteht aus einem aus dünnem Aluminium geformten Ring, in dessen innerem eine LED-Kette aufgeklebt ist. Dieser 10 mm hohe Ring wird direkt unter dem Plattenteller angebracht und kommt natürlich ganz besonders zur Geltung, wenn es sich um einen Plattenteller aus Acryl handelt. Aber selbst bei anderen Werkstoffen des Plattentellers erzielt man so eine durchaus sehr wirkungsvolle Effekt-Beleuchtung.

Die Ausführung Pro-Ject LED add-on kit „Slim“ ist für Laufwerke konzipiert, bei denen zumindest 4 mm Freiraum zwischen Chassis und Plattenteller zur Verfügung steht, denn hier werden die Leuchtbänder mittels eines Acryl-Rings angebracht, der eine Höhe von 1 mm aufweist, und direkt ringförmig auf dem Chassis angebracht wird.

Sowohl bei erster als auch zweiter Variante werden die Kabel natürlich ebenfalls durch ein Tape direkt auf dem Chassis befestigt, um die tadellose Optik nicht zu beeinträchtigen, und gezielt nach hinten heraus geführt zu werden.

Bei den LED-Ketten handelt es sich um RGB LED Stripes SK60, die eine mehr als ausreichend hohe Leuchtkraft aufweisen, um die Laufwerke in 20 verschiedenen Farben erstrahlen zu lassen. Dementsprechend ist im Lieferumfang ein passender RGB Controller im Miniatur-Format samt Fernbedienung enthalten, über die sowohl die Farbe selbst als auch die Lichtintensität gesteuert werden können. Auch automatische Farbwechsel lassen sich so realisieren. Ganz wichtig, die Fernbedienung ist nicht als Infrarot-Fernbedienung ausgelegt, vielmehr arbeitet sie über Funk, sodass keinerlei Sichtkontakt zwischen Controller und Fernbedienung erforderlich ist, der Controller also dezent irgendwo hinterm Laufwerk „verschwinden“ kann.

Dietmar Haunschmidt von Azur - Kunst & Technik wollte es ganz genau wissen, und ging der Frage nach, wie sich eine derartige Effekt-Beleuchtung, die ja wahrlich überaus reizvoll sein kann, tatsächlich auf die Qualität der Musik-Wiedergabe auswirkt. Haumschidt, der seit jeher nicht nur ein HiFi-Enthusiast, sondern ebenso Liebhaber ausgefeilter Lichtlösungen ist, schreibt hierzu:

Natürlich wollt ich selbst wissen, wie sich das jetzt wirklich verhält und möchte Dir hiermit das Ergebnis präsentieren.  

Basis für den Testaufbau war folgende: Pro-Ject Debut Carbon mit Ortofon 2M Red an einer Pro-Ject Phono Box S mit den beiliegenden Kabeln angeschlossen. Die Messungen erfolgten direkt am Ausgang der Pro-Ject Phono Box S, welche aber zur Sicherheit mit einer kompletten Anlage verkabelt wurde, um Störeinflüsse der offenen Ausgänge zu verhindern (das Oszilloskop hätte ja den falschen Abschlusswiderstand).

Im Anhang die Bilder der Messungen, sowie meine Interpretation dazu.  

Das Ausgangssignal ohne LEDs zeigt einen 50Hz Brumm (ca. 2 mV) mit Oberwellen, welcher durch das Signal einer Pausen- oder der Leerlaufrille (ca. 8,5 mV) noch messbar (vor allem die Oberwellen), aber unhörbar wird. Ich habe mir parallel zu den Messungen das ganze auch über Kopfhörer mit 100 % Aussteuerung angehört…  

Schaltet man nun die LEDs dazu, passiert im Ruhezustand folgendes: der Pegel des Störsignals (ca. 2 mV) bleibt unverändert, es ändert sich jedoch die Frequenz. Natürlich habe ich für die Messungen die LED-Steuerung auf die maximal möglichen Störeinflüsse eingestellt, also Weiß mit 100 %.  

Fazit: Daraus resultiert, dass die LEDs nicht mehr Einfluss auf die Klangqualität haben, als die Standardausrüstung des Plattenspielers. Habe alles versucht, sämtliche Störungen beim Abspielen von LPs sichtbar zu machen, habe es aber nicht geschafft, hören kann man diese ohnehin nicht.  

Ich würde mich freuen wenn Du mit den Messbildern und Infos einen Artikel erstellst.

Nun, dies sei hiermit geschehen, schließlich ist dies auch für uns eine spannende Thematik, die durchaus eine genauere Betrachtung verdient.

Dass der Hersteller selbst da natürlich mit ganz besonderer Sorgfalt vorgeht, und auf etwaige negative Einflüsse mehrfach ausdrücklich hinweist, ist überaus lobenswert, erfreulich, dass diese in der Praxis offensichtlich nicht zu beobachten sind. Somit sollte einem Einsatz auch im alltäglichen Betrieb eigentlich nichts im Wege stehen. Aber natürlich gilt weiterhin "at you're own risk..."

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