CES 2012: : Eine Bilddiagonale von 55 Zoll, eine Bautiefe von lediglich 4 mm und ein Gewicht von knapp 7,5 kg soll der nach Angaben des Herstellers LG größte OLED TV aufweisen." /> Sempre Audio

LG kündigt OLED TV mit 55 Zoll Bilddiagonale an

CES 2012: : OLED wird seit geraumer Zeit als Nachfolge-Technologie für LCD gehandelt. Diese soll eine deutlich gesteigerte Bildqualität sowohl bei Auflösung, Kontrast als auch Farbbrillanz und Reaktionszeit bringen und nochmals deutlich dünnere Displays erlauben. Bislang gab‘s diese Technologie bei TVs jedoch nur bei sehr kleinen Bilddiagonalen, und da zu eigentlichen unleistbaren Preisen.

Von Michael Holzinger (mh)
02.01.2012

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Man kennt sie, die kleinen OLED-Fernseher, die von so manchem Hersteller immer wieder in den letzten Jahren präsentiert wurden, und auch tatsächlich gelegentlich ihren Weg in den Fachhandel fanden. Da stehen sie dann, mit einem tatsächlich erstklassigen Bild gesegnet. Eine erstaunlich klare Darstellungen mit hohem Kontrast, einem detailreichen Bild, bei dem einzelne Pixel selbst auf geringste Entfernung kaum mehr wahrnehmbar sind und mit einem Schwarz, das tatsächlich Schwarz ist. Allerdings mit einer geradezu „lächerlich“ kleinen Bilddiagonale von nur wenigen Zoll. Geradezu verloren wirken diese Displays somit neben ihren großen LCD-Brüdern, nur der dafür ausgeschriebene Preis übertrifft ihre Artgenossen mitunter bei weitem.

Bislang ließen sich Displays auf der Basis des als Nachfolge-Technologie zu LCD gehandelten OLED noch nicht mit größeren Bilddiagonalen produzieren. Zu groß war die Fehlerrate und auch die Lebensdauer derartiger Displays war bislang noch nicht zufriedenstellend. Daher kommen derzeit Displays auf der Basis von OLED vor allem bei mobilen Geräten sowie als Anzeige im Bereich der Unterhaltungselektronik zum Einsatz.

Bereits hier können OLED-Displays aber ihre Vorteile ausspielen. OLED steht für organic light emitting diode und im Gegensatz zur herkömmlichen anorganischen LED handelt es sich hier um ein besonders dünnfilmiges, leuchtendes Bauelement mit besonders geringer Stromaufnahme, das als Basis für sehr flache, ja sogar biegsame Bildschirme genutzt werden kann, bei dem keine Hintergrundbeleuchtung erforderlich ist.

Bei herkömmlichen Displays mit LCD ist eine Hintergrundbeleuchtung unerlässlich, da LCD eigentlich nur als farbige Filter fungieren. Displays, die Hersteller mitunter gerne als so genannte LED-Technologie verkaufen, setzen also in Wahrheit auch nur auf LCD, allerdings erfolgt die Beleuchtung eben mit LEDs.

OLED leuchten bereits selbst, erfordern somit keine Filter und liefern damit ein deutlich klareres, kontrastreicheres Bild und erlauben eine sehr dünne Bauweise. Mehr noch, da es sich, überspitzt formuliert, lediglich um einen hauchdünn aufgetragenen Film handelt, sind derartige Displays sogar biegsam und bieten enormen Spielraum bei der Gestaltung diverser Lösungen. Zudem bieten diese Displays eine deutlich schnellere Reaktionszeit, erlauben also auch bessere Darstellungen von Bewegungen.

LG hat, wie andere führende Display-Hersteller auch, massiv in die OLED-Technologie investiert und kann nun, eigenen Angaben zufolge, einen großen Durchbruch verkünden. Es sei gelungen, den Produktionsprozess derart zu optimieren, dass nun erstmals auch Displays mit großen Bilddiagonalen zu vergleichsweise geringen Kosten gefertigt werden können. So will das Unternehmen zur CES 2012 in Las Vegas erstmals einen Fernseher mit einer Bilddiagonale von 55 Zoll auf der Basis von OLED präsentieren.

Das koreanische Unternehmen gibt an, dabei auf die so genannte 4-Farb-Pixel-Technologie zu setzen, die neben den typischen RGB-Farben Rot, Grün und Blau ein zusätzliches weißes Pixel einsetzt, um eine besonders exakte Farbdarstellung zu erzielen. Dazu soll auch die Color Refiner-Technologie beitragen, die auf Algorithmen zur Anpassung von Sättigung und Tonwert beruht und eine hohe Farbkonsistenz bei größeren Blickwinkeln liefert.

Das neue Display von LG soll, wie bereits erwähnt, erstmals zu deutlich günstigeren Kosten gefertigt werden können und mit einer Bilddiagonale von 55 Zoll lediglich 4 mm „dünn“ sein. Damit bringt es das neue TV-Gerät auf ein Gewicht von lediglich 7,5 kg. Dennoch soll es erstaunlich klare Bilder mit immens hohem Kontrastumfang, einer sehr natürlichen und brillanten Farbdarstellung und sehr hoher Refresh-Rate liefern. Der Hersteller spricht davon, dass die OLED-Technologie rund 1.000mal schneller sein soll, als herkömmliche LCD-Lösungen.

Bislang fehlt aber jede Angabe den Preis und die Verfügbarkeit betreffend. Somit ist bislang nicht klar, ob es sich bei aller vom Hersteller zur Schau gestellten Euphorie nicht nur um eine weitere „Machbarkeitsstudie“, oder tatsächlich um ein reales Produkt handelt, das auch wirklich am Markt erhältlich sein wird.

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Keywords: LG, TV, Fernseher, OLED, LCD, CES 2012

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