Logitechs Streaming-Lösungen


Eigentlich kennt man Logitech ja als renommierten Peripheriespezialisten, dessen primärer Schwerpunkt auf der Entwicklung und dem Vertrieb von Mäusen, Tastaturen, Gaming-Devices und Webcams liegt. Allerdings erweiterte das Unternehmen in den letzten Jahren zusehends sein Betätigungsfeld, unter anderem auch durch den Zukauf von hoch spezialisierten Anbietern.

Von Michael Holzinger (mh)
10.05.2009

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Darunter war auch das Unternehmen Slim Devices, das sich auf die Entwicklung von Audiostreaming-Lösungen spezialisiert hatte und das Logitech im Jahr 2006 kaufte. Dass, was Logitech aus diesem „Zukauf“ machte, wollen wir Ihnen im folgenden in aller Kürze präsentieren.

Es handelt sich dabei um die Lösungen Squeezebox Classic, Squeezebox Receiver, die Squeezebox Boom sowie den Transporter, der auch höchsten Ansprüchen an die Audioqualität gerecht werden soll, sowie dem Squeezebox Controller, der als flexible Fernbedienung für die Streaming-Clients dient.

Einfachste Bedienung garantiert

Oberstes Ziel bei der Entwicklung der Komponenten war die einfache Installation sowie der problemlose, möglichst autarke Betrieb, so Produktmanager Christian C. Sarder im Gespräch mit sempre audio. Der Anwender soll sich nicht länger als unbedingt nötig mit der Konfiguration des Systems abmühen müssen. Und dieses Versprechen löst der Hersteller tatsächlich ein. Binnen weniger Minuten ertönt Musik aus der Squeezebox Boom, navigiert man mit dem Squeezebox Controller durch die eigene Bibliothek, und genießt Musik in bester Qualität mit dem Logitech Transporter.

PC, Mac oder NAS als Datenlieferant

Gleichgültig, welche der Streaming-Lösungen man nutzt, alle sind von einem Datenlieferanten abhängig, da sie selbst über keine integrierte Festplatte als Datenspeicher verfügen.

In erster Linie nutzt man für diese Aufgabe natürlich einen PC mit Windows oder Linux als Betriebssystem, oder aber auch einen Mac, auf dem die Software SqueezeCenter installiert wird. Diese Software verwandelt den PC oder Mac in einen Streaming-Server, und stellt darüber hinaus die zentrale Verwaltungsinstanz für Audiodaten und Playlisten dar.

In der Applikation SqueezeCenter wird als erster Schritt angegeben, in welchem Verzeichnis die Software nach Audiodaten suchen soll, und schon ist die Sache im Prinzip erledigt. Im Anschluss kann man natürlich auch sogenannte Playlisten erstellen, in denen man Musiktitel nach den verschiedensten Punkten zusammenfasst wie z. B. eine persönliche „Best of“ Zusammenstellung.

Wird ein PC oder Mac als Datenlieferant für die Streaming-Lösung genutzt, so muss dieser natürlich stets aufgedreht sein, wenn man auf die Musikdaten zugreifen will. Deutlich flexibler ist es daher für all jene, die stolze Besitzer einer so genannten NAS sind, wie z. B. einer Netgear ReadyNAS Duo oder ähnlichen Geräten. Die Speicherlösung bietet nämlich die Option an, die erforderliche Streaming-Software für Logitechs Streaming-Lösung als Service zu installieren, sodass in diesem Verbund überhaupt kein PC mehr benötigt wird - zumindest nicht im Betrieb, für die einfache erstmalige Installation und Verwaltung der Daten ist dies natürlich schon von Vorteil.

Wie nahezu alle anderen Streaming-Lösungen können auch die Produkte von Logitech nicht nur auf den eigenen Datenbestand, sondern auf das unüberschaubare Angebot an Internet-Radiostationen zugreifen.

Daten werden per Ethernet-Kabel oder Wireless LAN übertragen

Audiodaten werden übrigens nicht nur übers Ethernet-Kabel, sondern natürlich auch mittels Wireless LAN auf die einzelnen Clients von Logitech übertragen, sodass man die verschiedenen Streaming-Clients sehr flexibel überall dort platzieren kann, wo man gerne Musik genießen würde.

So wandert der Transporter mit seinem auf audiophilen Niveau angesiedelten D/A-Wandler natürlich zur HiFi-Anlage ins Wohnzimmer. Die Squeezebox Classic oder der Squeezebox Receiver ist ebenfalls sehr gut an einer HiFi-Anlage aufgehoben, da auch diese beiden Geräte mit einer wirklich guten Audioqualität aufwarten können. Oder man nutzt ohnedies die verfügbaren Digitalausgänge, eventuell im Verbund mit einem allein auf diese Aufgabe spezialisierten externen D/A-Wandler.

Und der neueste Spross der Serie, die Squeezebox Boom mit ihrem integrierten Lautsprechersystem, liefert z. B. in der Küche, im Arbeitszimmer oder im Bad ebenfalls einen sehr guten, und wenn es sein muss auch sehr kräftigen Sound.

Übrigens, der überaus komfortable Squeezebox Controller dient nicht nur zur Steuerung des gesamten Systems, er stellt im Prinzip selbst einen Client dar, der sich ebenso ins WLAN einklinkt wie alle anderen Clients. Daher ist auch kein Sichtkontakt, wie bei üblichen Fernbedienungen, erforderlich. Und künftig wird der Controller auch selbst zum Musikhören genutzt werden können - irgendwann. Der entsprechende Kopfhörerausgang ist zumindest bereits vorhanden, aber derzeit noch nicht freigeschalten. Aber das sei laut Logitech nur eine Frage der Zeit...

Selbstverständlich können mehrere Geräte der Squeezebox-Serie problemlos in einem Netzwerk genutzt werden. Der Anwender hat dabei die Wahl, ob er auf den einzelnen Geräten jeweils unterschiedliche Musik abspielt, oder auf mehreren Geräten das Gleiche synchron wiedergibt.


Offen für alle Formate

Eine der herausragenden Eigenschaften der Lösung Logitechs ist die breite Unterstützung der verschiedensten Audioformate. Zwar bieten alle Streaming-Lösungen, gleichgültig von welchem Hersteller sie stammen, eine Unterstützung für Daten im WAV- sowie MP3-Format, und auch Microsofts WMA-Format ist weit verbreitet, doch das war‘s dann zumeist auch schon. So setzt Apple bei seinen Lösungen vor allem auf das „eigene“ AAC-Format und das propriätere Apple Lossless, bietet aber keine Unterstützung für FLAC, Ogg Vorbis usw.

Ähnlich mager sieht die Unterstützung für die immer öfter angebotenen Audiodaten mit hohen Datenraten, und somit erstklassiger Audioqualität, aus. Diese werden entweder im WAV-Format, viel öfter aber im FLAC-Format angeboten. Und selbst Lösungen, wie z. B. die Produkte des holländischen Herstellers Sonos, die zwar FLAC prinzipiell unterstützen, können Audiodaten in diesem Format mit 24 Bit und 96 oder gar 192 kHz nicht wiedergeben.

Ganz anders sieht sie Sache bei Logitech aus. Die Geräte der Squeezebox-Reihe sind in der Lage, auch diese Formate wiederzugeben, wie sie z. B. von Linn Records, Acousence oder dem norwegischen Label 2L angeboten werden. Dies gilt in erster Linie natürlich für den Squeezebox Receiver und selbstverständlich für den Transporter, der ja erst bei entsprechendem Material das volle Leistungspotential der hier verbauten hochwertigen D/A-Wandler ausspielen kann.

Gute Produktpflege

Ebenfalls ein großer Pluspunkt ist, dass die Entwickler mit stets neuen Updates nicht nur kleine Fehler, die sich eingeschlichen haben, aus der Welt schaffen, sondern den Funktionsumfang der Geräte und der Software erweitern.

Michael Holzinger

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