M2Tech Vaughan - 32 Bit 384 kHz Referenz-DAC mit digitalem Vorverstärker

Als D/A-Wandler der Referenz-Klasse bezeichnet der italienische Hersteller M2Tech den neuen M2Tech Vaughan, der, so das Unternehmen, als zentrales Element in modernen Audio-Wiedergabe-Systemen dienen soll. An Schnittstellen mangelt es dem Gerät mit Sicherheit nicht, und da er zudem als digitaler Vorverstärker eingesetzt werden kann und Audio-Daten mit bis zu 32 Bit und 384 kHz verarbeitet, dürfte dieses Angebot für so manchen mehr als einen Blick wert sein.

Von Michael Holzinger (mh)
17.10.2012

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Die lange Jahre geradezu stiefmütterlich behandelte, und nur von wenigen HiFi-Freunden wahrgenommene Produktgruppe der externen D/A-Wandler ist heutzutage auf einem zuvor nie gekannten Höhenflug. Nicht nur, dass viele renommierte Hersteller diese Produktgruppe für sich völlig neu entdeckten, und entsprechende Lösungen anbieten, manche Unternehmen konzentrieren sich fast ausschließlich auf derartige Werkzeuge und sind damit überaus erfolgreich.

Etwa das italienische Unternehmen M2Tech S.r.l, das seit Jahr und Tag hochwertige D/A-Wandler offeriert und inzwischen auf ein überaus vielfältiges Angebot verweisen kann.

Die neueste Errungenschaft aus Italien trägt die Bezeichnung M2Tech Vaughan und soll, so zeigt sich das Unternehmen überzeugt, als zentrales Element moderner Audio-Wiedergabe-Systeme dienen. Und zwar auf Referenz-Niveau, denn die Ausstattung dieses externen D/A-Wandlers soll selbst anspruchsvollsten HiFi-Enthusiasten genügen können.

So präsentiert sich der M2Tech Vaughan als vergleichsweise kompakte Lösung, die nicht größer ist, als 550 x 150 x 550 mm und es dennoch auf eine Masse von 12 kg bringt. Dies ist nicht zuletzt einem sehr massiv ausgeführtem Gehäuse aus Metall geschuldet, das nach Ansicht der italienischen Entwickler die beste Vorraussetzung für eine frei von äußeren Einflüssen stattfindende Signalverarbeitung ist. Überhaupt legte man bei der Entwicklung dieses Geräts ganz offensichtlich viel Wert auf jedes relevante Detail, und zwar nicht allein bei der rein technischen Ausstattung, sondern ebenso bei der Optik als auch Haptik. Denn auch diese Aspekte dürfen bei ausgewiesenen High-end Lösungen keinesfalls zu kurz kommen. So sorgt etwa ein sehr großzügig ausgelegtes Display dafür, dass wesentliche Parameter selbst aus größerer Distanz klar ablesbar sind. Dieses verbirgt sich hinter einer Metall-Lochgitter-Abdeckung auf der Front. Hier ist auch ein ebenso massiv ausgeführter Drehgeber zu finden.

Auch die Anschlüsse an der Rückseite sind, soviel ist bereits allein anhand der Produktfotos zu erkennen, tadellos ausgeführt und in reichlicher Anzahl vorhanden.

So findet man etwa neben Schnittstellen im koaxialen S/PDIF sowie optischen TOS-Link auch AES/EBU-Anschlüsse, ST sowie einen I2S-Eingang in Form einer RJ45 Buchse und einen separaten BNC-Anschluss für eine externe Masterclock. Auch eine USB 2.0 Buchse darf natürlich nicht fehlen, um den D/A-Wandler direkt mit einem PC oder Mac zu verbinden, und so als erstklassiges Audio-Interface einzusetzen.

Als Besonderheit sind sowohl S/PDIF, TOS-Link, ST als auch AES/EBU Anschlüsse stets in doppelter Ausführung vorhanden. Diese können somit entweder als zwei getrennte Stereo-Eingänge für Sampling-Raten bis zu 192 kHz, oder aber als einzelner Dual-Mono-Eingang auf zwei Leitungen für Sampling-Raten bis zu 384 kHz eingesetzt werden. Die optische Schnittstelle weist hier systembedingt eine Einschränkung auf, denn diese unterstützt lediglich 96 kHz. Somit sind auch im so genannten Dual-Mono Modus lediglich maximal 192 kHz möglich. Jedes Eingangspaar kann, so der Hersteller, unabhängig voneinander für den Betrieb im Stereo oder Dual-Mono-Modus konfiguriert werden.

Auch über USB erlaubt der M2Tech Vaughan natürlich die Signalverarbeitung bis zu 32 Bit und 384 kHz, allerdings sind dafür spezielle Treiber erforderlich. Diese sorgen auch dafür, dass jedweder negative Einfluss des Betriebssystems bei der Signalverarbeitung vermieden wird, da durch die proprietären Treiber diese einfach umgangen wird. So kann etwa mit Programmen wie foobar oder Amarra und ähnlichem der M2Tech Vaughan als erstklassiges Audio-Interface genutzt werden, wobei die Signalübertragung über USB natürlich im asynchronen Modus erfolgt.

M2Tech betont, dass für die Signalverarbeitung im M2Tech Vaughan zwei eigens für dieses Produkt gefertigte Oszillatoren mit äußerst geringem Phasenrauschen und einer sehr hohen Präzision verwendet werden. Zudem setzt man zur Stromversorgung dieser Oszillatoren auf extrem rauscharme Regler zur Vermeidung einer Erhöhung des Phasenrauschens. Desweiteren erfolgt die Stromversorgung des M2Tech Vaughan überhaupt mit Hilfe eines integrierten Lithium-Polymer-Akku, der nach Angaben des Herstellers eine besonders hohe Kapazität aufweisen soll und auch in der Lage ist, hohe Spitzenströme abzugeben. Über ein integriertes Ladegerät mit eigenem Controller soll ein automatisches Lade-Management bewerkstelligt werden. Der Akku soll eine Laufzeit von fünf Stunden bieten und nach rund vier Stunden wieder voll geladen sein.

Der M2Tech Vaughan nutzt nach Angaben des Herstellers pro Kanal vier DAC-Schaltkreise, die zeitversetzt angesteuert werden und eine implizite Tiefbass-Anti-Alias Filterung an den analogen Eingangspuffern erlauben, sodass auf Kondensatoren und andere passive Komponenten verzichtet werden kann.

Der M2Tech Vaughan kann nicht nur als digitale Vorstufe genutzt werden, er ist auch mit einem integrierten Kopfhörer-Verstärker ausgestattet. Dieser soll, so der Hersteller, mit Leistungstransistoren bestückt sein, die durch einen rauscharmen Operationsverstärker angetrieben werden. Durch den Einsatz von Polypropylen-Kondensatoren und induktionsarmen Metal Electrode Leadless Faces (MELFs) soll zudem eine tadellose Signalverarbeitung garantiert werden. An der Front findet sich für Kopfhörer ein passender 6,3 mm Stereo Klinkenanschluss. Analoge Signale verlassen das Gerät über ein Cinchbuchsen-Pärchen oder XLR-Anschlüsse.

Nach Angaben des Unternehmens soll der neue M2Tech Vaughan bereits ab sofort im Fachhandel zu finden sein. Als unverbindlich empfohlene Preisangabe nennt das Unternehmen aus dem italienischen Pisa für diesen D/A-Wandler der Referenz-Klasse € 5.995,-. Eine passende Infrarot-Fernbedienung ist natürlich im Lieferumfang enthalten.

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