Foto © Manger Audio

Manger z1 - Die Kompakte als passives Zweiwege-System…

Manger Audio setzt seit Jahr und Tag auf ein höchst interessantes Konzept bei der Entwicklung von Lautsprecher-Systemen. Gleichgültig, ob es sich um Stand-Lautsprecher-Systeme oder so genannte Regal-Lautsprecher-Systeme handelt, ob aktiv oder passiv, immer steht der so genannte Manger Schallwandler im Mittelpunkt. So auch beim jüngsten Spross, dem kompakten Passiv-Modell Manger z1.

Kurz gesagt...

Wenngleich es sich um ein passives Lautsprecher-System handelt, bezeichnet Manger die neue Manger z1 als „Compact Powerhouse“, und rundet damit das Angebot um einen besonders kompakten Lautsprecher ab.

Wir meinen...

Daniela Manger vollzieht mit der aktuellen Vorstellung des „kompakten“, passiven Modells Manger z1 einen weiteren Schritt hin zu einem gestraften, neu aufgestellten Produkt-Sortiment, und führt das Unternehmen konsequent weg vom „Geheimtipp“ für ausgewählte Audiophile hin zu einem für immer mehr Kunden interessanten Lieferanten für feinste Lautsprecher-Systeme der Extraklasse. Ohne jedoch dabei all die bewährten Tugenden des Unternehmens aufzugeben, wie die neue Manger z1 beweist.
Hersteller:Manger Audio
Vertrieb:Allegro Music & Wine Lounge
Preis:ab € 5.460,-

Von Michael Holzinger (mh)
16.09.2014

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Man kann es ja eigentlich nicht oft genug betonen: das wohl wunderbarste an HiFi ist, dass es eine derartige Vielfalt an teils gänzlich unterschiedlichen Lösungen gibt, aus denen man sich ganz nach eigenem Geschmack das jeweils optimalste für die eigenen Bedürfnisse herauspicken kann. Allen voran zeigt sich das bei Lautsprecher-Systemen, denen als Abschluss einer HiFi-Kette natürlich eine ganz wesentliche Aufgabe zuteil wird, da sie den gesamten Charakter natürlich maßgeblich mit bestimmen, und einerseits nur das wiedergeben können, was ihnen geliefert wird bzw. die gesamte Kette zuvor nur dann ihr volles Potential ausspielen kann, wenn auch der Abschluss der Kette auf diesem Niveau spielt.

Die Auswahl des „richtigen“ Lautsprecher-Systems ist also geradezu eine essentielle Frage, zumal der Kunde hierbei auch von anderen Fragen beeinflusst wird, die eigentlich wenig bis gar nichts mit der tatsächlichen Qualität bzw. Charakteristik zu tun haben, nämlich etwa dem Design und der ganz banalen Frage des dafür zur Verfügung stehenden Platzes.

Wie Lautsprecher-Produzenten auf all dies reagieren kann man geradezu beispielhaft etwa an einem deutschen Lautsprecher-Produzenten festmachen, der dieser Tage einmal mehr seine Produktpalette erweitert. Es handelt sich zwar um eine vergleichsweise kleine Lautsprecher-Manufaktur, die natürlich keineswegs die Ressourcen aufbieten kann, wie so manch anderer Branchen-Primus, und daher nicht aberdutzende Modellreihen mit jeweils zig Produkten anbieten kann, sondern sich, ganz im Gegenteil, auf eine sehr überschaubare, dafür umso perfekter auf die Bedürfnisse der Kunden angepasste Produktpalette konzentrieren muss.

Die Rede ist von der überaus feinen Lautsprecher-Manufaktur Manger Audio, die sich zunächst dadurch auszeichnet, dass man konsequent auf eine eigene Entwicklung vertraut, und die seit Jahr und Tag in allen Produkten einsetzt, den so genannten Manger Schallwandler, kurz vielfach auch als MSW bezeichnet. Konzentrierte man sich zunächst auf einige wenige Produkte, so ist man derzeit bestrebt, eine in sich stimmige, möglichst vielfältige, aber dennoch überschaubare Produktpalette aufzubauen, um damit eine breitere Kundenschicht als bisher adressieren zu können. Im positivsten Sinne kann man also festhalten, dass man den Schritt von einer sehr technisch-fokussierten Lautsprecher-Schmiede, die einen makellosen Ruf bei Insidern genoss, hin zu einem für eine durchaus sehr breite Kundenschicht interessanten Anbieter vollzieht.

So konzentrierte sich Daniela Manger in den letzten Jahren auf das Lautsprecher-System Manger s1, die absolute Referenz im Angebot des deutschen Herstellers, die alle Tugenden des Unternehmens auf exemplarische Art und Weise in sich vereint. Allen voran ist dies natürlich der bereits erwähnte Manger Schallwandler, in Jahren akribischer Arbeit von Josef W. Manger, dem Vater der heutigen Unternehmenschefin entwickelt. Dabei handelt es sich um einen so genannten Biegewellen-Wandler, der als Breitband-Treiber dient, und über verschiedenste, ausgeklügelte Details dem Ideal einer Punktschallquelle entsprechen soll, deren spezielle Wirkungsweise in diesem Fall zudem dem Prinzip des menschlichen Ohrs nachempfunden ist. Ein wirklich ausgeklügeltes Treiber-Konzept also, das man im Fall der Manger s1 nicht nur mit einem perfekt dazu abgestimmten Tiefton-Chassis unterstützte, sondern zudem über integrierte Verstärker samt ausgefeilter Filter optimal ansteuern konnte. Die Manger s1 ist also ein Aktiv-Lautsprecher-System in Form eines durchaus mächtigen Stand-Lautsprecher-Systems.

Dem steht die Manger c1 gegenüber, die ebenfalls als Aktiv-System konzipiert wurde, sich aber in deutlich kompakterer Form als Aktiv Studio-Monitor präsentiert.

Vergleichsweise neu ist, dass sich Manger auch passiven Systemen widmet, wobei man den Anfang mit der Manger p1 machte. Hierbei handelt es sich somit um das Flaggschiff des deutschen Unternehmens im Bereich „klassischer“, passiver Lautsprecher-Systeme, die ihre wesentlichen Merkmale vom aktiven „Bruder“ Manger s1 erhielt.

Folgerichtig fehlte somit bislang ein „Gegenstück“ im passiven Bereich, und dieses präsentiert man nunmehr in Form der neuen Manger z1.

Daniela Manger bezeichnet dieses neue Produkt selbst liebevoll als „die Kleine“, und untertreibt damit wohl durchaus ein klein wenig, denn wer die Produkte aus dem Hause Manger kennt, der weiss, dass hier wohl ebenfalls ein großartiges Lautsprecher-System auf den Markt kommt, auch wenn es sich nunmehr etwas kompakter präsentiert. Zumal hier nicht nur das Gehäuse selbst, sondern ebenso dessen Bedämpfung als auch die Frequenzweiche komplett neu entwickelt wurden, um den selbst gestellten Ansprüchen vollends gerecht zu werden, auch in der „Kompakt-Klasse“.

So weist die neue Manger z1 Abmessungen von 534 x 270 x 364 mm auf und wiegt nicht weniger als 26 kg. Damit sticht das System doch deutlich, allen voran das Gewicht betreffend, aus dem in der Klasse so genannter „Regal-Lautsprecher-Systeme“ oder auch „Kompakt-Lautsprecher-Systeme“ üblichem, hervor. Und so soll es auch sein, denn nur ein weiteres Kompakt-Lautsprecher-System wollte man keinesfalls auf den Markt bringen. Vielmehr soll auch diese alle Tugenden, für die Manger bekannt ist, aufweisen. Demzufolge setzt man auch hier konsequent auf den bereits mehrfach erwähnten Manger Schallwandler, und ergänzt diesen für die absolut souveräne Wiedergabe bis in tiefe Frequenzregionen um ein Bass-Chassis.

Der, um es ganz exakt auszudrücken, Manger Sound Transducer selbst deckt bereits einen Frequenzbereich zwischen 80 Hz und 40 kHz ab, und zeichnet sich durch einen sehr hohen Wirkungsgrad, aber allen voran durch eine immense Schnelligkeit aus. Diese Schnelligkeit sorgt für ein absolut akkurates Timing über das gesamte Frequenzspektrum, und somit eine absolut präzise Wiedergabe. Nach unten hin wird er von einem 200 mm Tiefton-Chassis ergänzt, der eine Karbonfaserverstärkte Sandwich-Membran sowie einen 42 mm Voice Coil aufweist.

Die Manger z1 ist also als passives Zweiwege-Lautsprecher-System konzipiert, das einen Frequenzumfang zwischen 40 und 40.000 Hz abdecken soll, wobei die einmal mehr tadellos aufgebaute Frequenzweiche bereits bei 360 Hz eingreift und für eine Arbeitsteilung der beiden Chassis sorgt. Man entschied sich auch hier für eine geschlossene Gehäuse-Konstruktion.

An der Rückseite der Manger z1 stehen damit lediglich die Lautsprecher-Klemmen zur Verfügung, wobei man hier durch vier makellos ausgeführte, solide Schraubklemmen die Möglichkeit hat, beide Chassis separat anzusteuern, also Bi-amping zu betreiben. Ab Werk sind die Klemmen jedoch mit adretten Kabelbrücken verbunden.

Auf einen Lautsprecher-Grill im herkömmlichen Sinne verzichtet Manger auch bei der Manger z1. Allein das Tiefton-Chassis wird von einer Stoffbespannung geschützt, der Manger Schallwandler mit seinem geradezu typischen Stern-Aufsatz für eine optimale Ausbreitung der Frequenzen über den Biegewellen-Wandler hinweg, soll sich ganz bewusst als markantes Merkmal des Lautsprecher-Systems, auch optisch klar zu erkennen geben.

Dafür bietet man bei der Farbgebung des Gehäuses alle nur erdenklichen Variationen. So kann der Kunde aus einer Vielzahl an Oberflächen seine ideale Ausführung auswählen, und dabei nahezu auf die komplette RAL oder Nextel-Palette zugreifen, und zwar sowohl in matter Lackierung, als auch Hochglanz. Auch zwei Holz-Varianten stehen zur Verfügung, und zwar American Black Walnut sowie Beech.

Je nachdem, für welche Ausführung man sich entscheidet, soll die neue Manger z1 in Kürze zum empfohlenen Verkaufspreis ab € 5.460,- pro Paar im Fachhandel zu finden sein.

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