Micromega ARIA Airdream - Audiophiler Streaming-Client für Apple AirPlay

Das französische Unternehmen Micromega zählte zu den ersten Anbietern im gehobenen HiFi-Segment, das eine Lösung für Apples nunmehr AirPlay genannte Streaming-Technologie für Audio-Daten anbot. Auch wenn man dafür auf einen „Trick“ zurückgriff, indem man einfach einen Apple AirPort Express in ein schickes Metallgehäuse verpackte und die lausigen D/A-Wandler sowie die grottenschlechte Ausgangsstufe durch eigene Baugruppen ersetzte.

Von Michael Holzinger (mh)
22.06.2011

Share this article


Dieses erste HiFi-Device für Apple AirPlay trug den Namen Micromega AirStream WM-10 und wird nach wie vor angeboten. Da es sich im Herzen ja um eine Netzwerk-Lösung aus dem Hause Apple handelt, ist man - wenn es um das IT-Umfeld geht - ja nach wie vor auf der sicheren Seite, denn jedes Update von Apple steht damit auch für den Micromega WM-10 zur Verfügung. Und die Qualität der Audio-Baugruppen ist ebenso nach wie vor unbestritten tadellos.

Inzwischen bietet Micromega dennoch eine weitere Lösungen rund um Apple AirPlay an, und zwar den Micromega AS-400, der die Funktionalität des Micromega WM-10 mit einem Stereo Vollverstärker ergänzt, sodass man eigentlich bereits mit diesem Gerät ein vollständiges, vielseitiges und überaus komfortables HiFi-System zur Verfügung hat. Lediglich hochwertige Lautsprecher sind hier noch nötig, aber das war‘s dann auch schon.

Bei dem neuesten Produkt aus dem Hause Micromega sieht dies jedoch wieder anders aus. Dieses Gerät trägt die Bezeichnung Micromega ARIA Airdream und dabei handelt es sich wieder um einen reinen Streaming-Client, natürlich auch in diesem Fall für Apple AirPlay. Das Device empfängt Musik somit über WiFi von einem Apple iPad, iPhone, iPod touch oder einem PC bzw. Mac mit Apples Medienverwaltungs-Software iTunes.

An dieser Stelle wollen wir der Vollständigkeit wegen anführen, dass mit der Einführung dieses neuen Geräts offensichtlich auch etwa der zu Beginn angeführte Micromega AirStream WM-10 den Beinamen Airdream trägt. Jedenfalls ziert die neueste Produktabbildung des WM-10 auf der Webseite der französischen HiFi-Schmiede nun dieser Schriftzug anstelle des bislang üblichen AirStream die Front des Geräts. Zudem wird nunmehr die gesamte Produktgruppe, also auch der Micromega AS-400 von Micromega unter dem Begriff AirDream geführt.

Doch zurück zum neuesten Spross aus Frankreich. Wer denkt, dass es sich beim Micromega ARIA Airdream lediglich um ein überarbeitetes Modell des WM-10 handelt, der irrt. Nach Angaben des österreichischen Vertriebs Audio Tuning Vertriebs GmbH handelt es sich beim ARIA Airdream um eine komplett neue Entwicklung, die aufzeigen soll, was bei audiophilen Netzwerk-Playern derzeit möglich ist. Und zwar auf der Basis von Apple AirPlay. Und dies soll mehr oder weniger schon alles sein, was ihn mit seinem kleinen Bruder verbindet.

So präsentiert sich schon das Gehäuse des Micromega ARIA Airdream in einem gänzlich anderen Design. Es handelt sich dabei um ein nicht-magnetisches Gehäuse um Interferenzen mit dem WiFi-Netzwerk zu vermeiden. Das Gehäuse ist sandgestrahlt und wird in Schwarz und Silber angeboten.

Im Inneren befinden sich streng getrennte, separate Baugruppen für die digitale sowie analoge Signalverarbeitung. Hier gingen die Ingenieure von Micromega sogar soweit, zwei Netzteile für die jeweiligen Sektionen einzusetzen, und zwar einen Ringkern-Transformator für die digitale Signalverarbeitung und ein ACTS-Netzteil für die analogen Baugruppen. Allein durch die Signalübertragung mittels Apple AirPlay und WiFi erfolgt hier eine absolut perfekte physikalische Entkoppelung zwischen Zuspielgerät und Streaming-Client. Die Netzwerk-Schnittstelle in Form einer RJ45-Buchse an der Rückseite ist daher ausschließlich für die Konfiguration des Micromega ARIA Airdream gedacht, nicht aber für die Datenübertragung. Das Gerät verfügt über ein Wireless LAN-Modul nach IEEE 802.11n und funkt somit sowohl im 2,4 als auch 5 GHz Frequenzbereich, je nachdem, ob man mit IEEE 802.11b/g oder eben n Daten überträgt.

Micromega setzte hier, eigenen Angaben zufolge, ausschließlich auf streng selektierte Bauteile sowie eine akribisch abgestimmte Master Clock, einen Präzisions-D/A-Wandler sowie feinste analoge Ausgangsstufen, sodass nicht nur tadellose Meßwerte, sondern eine stets akkurate Wiedergabe frei von jedweden Störungen und negativen Einflüssen erzielt wird.

An Anschlüssen steht neben einem analogen Cinch-Buchsenpärchen auch ein symmetrischer analoger Ausgang in Form von XLR-Buchsen zur Verfügung. Wer trotz des nach Angaben des Herstellers exzellenten D/A-Wandlers des ARIA Airdream auf einen externen Wandler setzen will, der kann dies mittels einer AES/EBU-Schnittstelle tun.

Welch hohen Aufwand das französische Unternehmen bei diesem Gerät getrieben hat zeigt allein dessen Gewicht von stolzen 10 kg bei Abmessungen von lediglich 330 x 70 x 330 mm.

Eine Fernbedienung sucht man beim Micromega ARIA Airdream natürlich völlig vergebens in der Packung. Selbstverständlich setzt das französische Unternehmen dafür auf die Infrastruktur Apples. So steuert man die Wiedergabe direkt in Apples iTunes, am iPhone, iPod touch oder iPad, oder aber über die kostenlos von Apple angebotene App Remote, die ebenfalls für iPad, iPod touch und iPhone verfügbar ist. Am Gerät findet man ein in drei Stufen dimmbares Display.

Der Micromega kann natürlich alle Datenformate abspielen, die Apple bei iTunes sowie iPhone, iPod touch und iPad unterstützt. Neben den verlustbehaftet komprimierten Datenformaten MP3 und AAC steht somit WAV, AIFF und Apple Lossless zur Verfügung. Wer FLAC-Dateien einsetzen will, der muss diese zuvor mit entsprechenden Werkzeugen, die teils kostenlos zuhauf im Web zu finden sind, in ein unterstütztes Format konvertieren. Derzeit ist Airplay von Apple auf Audio-Daten mit 16 Bit und 44,1 kHz beschränkt. Gerüchten zufolge bereitet Apple zwar bereits an einem Angebot an hochauflösenden Audio-Daten im Apple iTunes Store, sodass das Unternehmen dann wohl auch AirPlay nachzieht und die Übertragung hochauflösender Daten unterstützt, noch ist dies aber eben nicht mehr als ein Gerücht. Bei Micromega zeigt man sich aber seit langem davon überzeugt, dass die eigenen Produkte auch ein neues, hochauflösendes Angebot Apples unterstützten würden.

Somit sollte man mit dem Micromega ARIA Airdream also in jedem Fall auf der sicheren Seite sein, egal, was Apple für die Zukunft plant. Und das ist vor allem in diesem Fall wohl ein sehr wesentliches Kriterium, denn der Micromega ARIA Airdream liegt nicht nur die Aussttatung betreffend deutlich über seinem kleinen Bruder, dem Micromega AirStream WM-10 bzw. nunmehr Micromega Airdream WM-10. So steht unter dem Datenblatt des Micromega ARIA Airdream ein empfohlener Verkaufspreis von € 4.490,-

In Anbetracht dessen, dass der Hersteller diesen Streaming-Client als wahres High-end Juwel anpreist, der ideal für audiophile Puristen sei, die Wert auf einfachste Handhabung im Zusammenspiel mit Devices aus dem Hause Apple legen, erstaunt dieser Preis aber nicht. Zumal wenn man bedenkt, was andere Anbieter in dieser Qualitätsklasse für ihre Geräte veranschlagen. Abschließend sei nochmals darauf verwiesen, dass es sich beim Micromega ARIA Airdream nach Angaben des Vertriebs um ein ausschließlich in limitierter Auflage produziertes Gerät handelt, das ab sofort im Fachhandel erhältlich ist.

Michael Holzinger

Share this article