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Musical Fidelity A1 und A1 CD Pro im Test

Foto © Musical Fidelity

Der Titel dieses Tests könnte mit Fug und Recht „Wiedergeburt einer Legende“ lauten, wobei der Musical Fidelity A1 und sein Spielpartner, der Musical Fidelity A1 CD Pro der englischen HiFi-Schmiede Musical Fidelity in der neuen Auflage das Zeug dazu haben, auch ohne die berühmten Ahnen voll zu überzeugen.

Kurz gesagt...

Mit dem Musical Fidelity A1 und Musical Fidelity A1 CD Pro präsentiert die englische HiFi-Schmiede Musical Fidelity zwei wirklich charakterstarke Komponenten.

Wir meinen...

Mit dem Gespann aus Stereo Vollverstärker Musical Fidelity A1 sowie Audio CD-Player Musical Fidelity A1 CD Pro liefert die englische HiFi-Schmiede Musical Fidelity eine Neuauflage einer inzwischen längst geradezu legendären Stereo-Kombination. Insbesondere Liebhaber einer bewusst warmen Klangcharakteristik werden hier vollends auf ihre Kosten kommen. Man wähnt gar feinste Vintage-Geräte in seinem HiFi-Rack, aber mit den Vorzügen einer in vielen Bereich überarbeiteten, auf den neusten Stand gebrachten Technik.
Hersteller:Musical Fidelity
Vertrieb:Audio Tuning Vertriebs GmbH
Deutschand:Reichmann Audio Systeme
Preis:Musical Fidelity A1 € 1.490,-
Musical Fidelity A1 CD Pro € 1.990,-

Von Michael Holzinger (mh)
09.06.2009

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Mitte der achtziger Jahre brachte der englische Hersteller Musical Fidelity einen geradezu unscheinbaren Verstärker auf den Markt, der so gänzlich anders war als das, was zu dieser Zeit langläufig als State-of-the-art galt. Dabei war der A1 alles andere als perfekt, ganz im Gegenteil. Dennoch, oder besser gesagt, gerade aus diesem Grund, wurde der A1 von Music Fidelity zu einer echten Legende. Denn der A1 war einzigartig.

Und zwar einzigartig in jeder Beziehung. Dies begann schon beim Design des Geräts. Im Vergleich zu den mit Knöpfen und Reglern übersäten, in Silber oder champagnerfarben erstrahlenden Gehäusen anderer damals aktueller Geräte präsentierte sich der Musical Fidelity überaus schlicht und in dezentem Schwarz. Ein geradezu minimalistisches Gehäuse mit lediglich zwei Reglern und zwei Tastern auf der Frontseite machte unmissverständlich deutlich, dass Musical Fidelity mit dem A1 ein puristisches Gegenkonzept zu den bestehenden Lösungen anbieten will. Class A-Verstärker

So war der A1 von Musical Fidelity als reiner Class A-Verstärker ausgelegt. Als Vorzüge eines Class A-Verstärker gelten gemein hin die in dieser Betriebsart nicht auftretenden Schaltverzerrungen durch die Leistungstransistoren, da diese hier immer offen sind. Musical Fidelity aber führte dies nicht als Begründung für die Konzeption des A1 an. Vielmehr nennt das Unternehmen die gleichmässige Belastung des Netzteils als großen Vorteil seines Class A-Verstärkers. Unabhängig vom Musiksignal liefert der Verstärker die volle Leistung und somit ein optimales Signal, frei von Artefakten.

Ein Verstärker mit Charakter und Persönlichkeit

Ein Konzept, das im Falle des A1 voll aufging. Das Gerät war auf erstklassigen Klang, aber mit typischem, eigenständigem Charakter getrimmt. Und genau das war die Grundlage für den legendären Ruf des A1. Und dafür nahm man all die Nachteile in Kauf, die der Verstärker von Musical Fidelity vor allem auf Grund seines speziellen Konzepts mit sich brachte.

So wurde der Verstärker trotz seines sehr typischen Sounds audiophilen Maßstäben voll und ganz gerecht, brachte aber nur bescheidene 20 Watt Leistung pro Kanal hervor. Insofern war es von immens hoher Bedeutung, dem Verstärker die richtigen Lautsprecherboxen zur Seite zu stellen, um die Entfaltung seines vollen Leistungspotentials zu gewährleisten. Ein wahrlich heißes Teil

Zudem ersetzte der A1 von Musical Fidelity spielend einen Wärmestrahler. Die Abwärme aufgrund des hohen Ruhestroms der Leistungstransistoren musste allein über die geriffelte Oberfläche des A1 abgeführt werden, was sich aber in der Praxis als nicht effizient genug erwies. So konnte man sich am A1 schon mal die Finger kräftigst verbrennen, dennoch wurde das Gerät im Inneren dermaßen heiß, dass sich die angestaute Hitze überaus negativ auf die Lebensdauer der Elektronik auswirkte und so mancher A1 einfach „abrauchte“. Vor allem die Kondensatoren, aber auch das damals eingesetzte Lautstärkepotentiometer sowie die Eingangswahlschalter nahmen es auf Dauer nicht hin, dass sie ständig weit jenseits ihrer empfohlenen Einsatztemperaturen ihren Dienst verrichten mussten.

Bemerkenswert ist, dass derartige „Nachteile“ von der Fangemeinde achselzuckend in Kauf genommen wurden. Allein das spricht für den ganz speziellen Zauber, den der kleine A1 von Musical Fidelity ausübt.

Alles neu und doch bewährte Tugenden

Daher ist es umso erfreulicher, dass der englische Hersteller Musical Fidelity den A1 nach über zwanzig Jahren wieder ins Programm nahm. Trotz einer klaren Firmen-Philosophie, ausgegeben von Unternehmensgründer Antony Michaelson, nach der man nie genug Leistung bei einem Verstärker haben könne, die Begeisterung für seinen kleinen A1 war so groß, dass er der nie abgeebbten Nachfrage der Kunden nicht mehr widerstand, und einen neuen A1 konzipierte, der zwar die Tugenden seines Vorgängers aus den Achtzigern, nicht aber dessen Fehler aufweist. Dem neuen A1 stellte man mit dem A1 CD Pro auch gleich den passenden CD-Player zur Seite, der perfekt zum ganz speziellen Charakter des A1 passt und diesen ideal ergänzt.

An dieser Stelle sei gleich zu Beginn unseres Tests der empfohlene Verkaufspreis der beiden Geräte angeführt. Dieser beträgt für den Musical Fidelity A1 € 1.490,-. Der CD-Player A1 CD Pro von Musical Fidelity ist zum Preis von € 1.990,- zu haben.

Musical Fidelity A1 - Stereo Vollverstärker mit wahrlich „warmen Klang“

Fast noch schlichter als sein Vorgänger aus den Achtziger Jahren, wirklich reduziert auf das absolut Wesentliche, ebenso wie dieser in einem Anthrazit-Schwarz lackiertem Metallgehäuse, präsentiert sich der neue A1 von Musical Fidelity.

Es ist gerade dieses hohe Maß an Zurückhaltung, dieses fast schon auf die Spitze getriebene Understatement, das aus dem A1 schon optisch ein zeitlos schönes Gerät macht.

Die im Prinzip nackte Frontseite, auf der nur ein kleines Display zu finden ist, die nach hinten abgewinkelte untere Seite der Frontpartie mit den an der Kante eingelassenen wenigen Bedienelementen, all das ist eine Designsprache, die klar ausdrückt, auf was man sich bei diesem Verstärker einlässt.

Solide Ausstattung an Anschlüssen

Im Vergleich zu seinem schlichten Auftritt herrscht an der Rückseite geradezu eine Vielfalt an Schnittstellen. So bietet der A1 von Musical Fidelity drei Eingänge für verschiedenste Zuspieler wie CD-Player, einen Phono-Eingang für MM-Systeme, Tape-Ein- und Ausgänge inklusive Hinterband-Kontrolle, einen geregelten Vorstufenausgang sowie - und das ist gerade aufgrund des schlichten Konzepts des Verstärkers umso erstaunlicher - einen USB-Eingang.

Für den Anschluss der Lautsprecher finden sich die üblichen Anschlussklemmen, die natürlich auch Bananas aufnehmen und einen sehr soliden Eindruck hinterlassen. Somit sollten auch Freunde dickerer Kabelstränge kein Problem beim Anschluss ihrer Lautsprecher-Boxen haben. Auf das Wesentliche reduzierte Bedienelemente

Wir haben es bereits erwähnt, die Frontseite des A1 von Musical Fidelity präsentiert sich wahrlich aufgeräumt, nein, vielmehr geradezu nackt. Als erstes sticht natürlich das weiß-blau hintergrundbeleuchtete LC-Display hervor, dass sich ebenfalls sehr spartanisch präsentiert. Hier wird lediglich der gewählte Eingang als Textkürzel sowie der eingestellte Pegel als Zahlenwert sowie in Form eines Balkens dargestellt. Man wird also in keinster Weise mit Informationen überflutet...

An Bedienelementen findet man neben dem Hauptschalter zwei Eingangswahlschalter, einen Tape-Monitor-Taster sowie zwei weitere Taster zur Einstellung der Lautstärke. Diese Taster sind allesamt aus Kunststoff gefertigt, weisen einen klaren Druckpunkt auf und sind klar beschriftet.

Einfacher ist die Bedienung dennoch mit der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung, die als Systemfernbedienung konzipiert ist und daher auch alle anderen Geräte von Musical Fidelity steuert. Sie ist vergleichsweise groß ausgefallen, wirkt mit ihrem Kunststoffgehäuse nicht ganz so elegant, erweist sich in der Praxis aber als überaus praktisch, da die Tasten sehr groß ausgefallen und somit einfach zu bedienen sind. Übrigens, einen Standby-Modus kennt der A1 natürlich nicht. Ein- und Ausschalten muss man den A1 direkt am Gerät. USB-Eingang ist mehr als ein Zugeständnis an die neuen Anforderungen des Marktes

Wie bereits erwähnt, bietet der A1 nun einen USB-Eingang an seiner Rückseite. Diese Schnittstelle ist als USB 1.1 Port ausgeführt und kann dazu genutzt werden, um einen PC oder Mac direkt an den Verstärker von Musical Fidelity anzuschließen, und diesen als edle Sound-Hardware zu nutzen. Treiber sind dafür weder für Windows XP, Windows Vista noch MacOS X erforderlich, da der Verstärker von Musical Fidelity automatisch als Audio-Interface erkannt wird und sofort einsatzbereit ist.

Die hierüber erzielbare Klangqualität ist natürlich über jeden Zweifel erhaben, wenngleich die im A1 integrierten D/A-Wandler nur Daten mit 16 Bit und 44,1 oder 48 kHz verarbeiten können. Höhere Datenraten und Auflösungen wären auch schon allein aufgrund des USB 1.1 und den vergleichsweise geringen Datenraten dieser Schnittstelle nicht möglich. Reiner Class A-Verstärker

Ebenso wie sein Vorgänger ist natürlich auch der neue A1 als reiner Class A-Verstärker ausgelegt. Allerdings muss man sich beim neuen Modell keine Gedanken mehr über eine allzu kurze Lebensdauer aufgrund zu hoher Betriebstemperatur machen. Ein Blick ins Innere des Verstärkers zeigt, dass die Entwickler von Musical Fidelity alles dafür taten, um dieses Manko des ursprünglichen A1 auszumerzen. So geben die Leistungstransistoren ihre Abwärme über ein Alu-Profil direkt an den, natürlich nach wie vor geriffelten, Gehäusedeckel ab. Allerdings wird auch der neue A1 recht warm, wenn auch bei weitem nicht so heiß wie sein Vorgänger. Man sollte dem Verstärker also genügend Freiraum, vor allem nach oben hin lassen, um stets eine problemlose Luftzirkulation rund ums Gerät zu gewährleisten.

Kurz noch zur Klarstellung bzw. der Vollständigkeit wegen: natürlich wird sowohl die Auswahl des Eingangs als auch die Lautstärke inzwischen von der Elektronik, und nicht mehr von anfälligen und unpräzisen mechanischen Bauteilen geregelt.

Ein aufgeräumtes Platinenlayout, hochwertigste Bauteile, ein großzügig dimensionierter Ringkerntransformator und tadellose Bestückung machen Lust, den Verstärker in der Praxis zu testen.

Alte Tugenden mit neuen Stärken

Mit ein Nachteil des ursprünglichen A1 war seine geringe Leistung. Nun, mit einer Nennleistung von nunmehr zweimal 40 Watt an 4 Ω bzw. zweimal 25 Watt an 8 Ω ist der neue A1 nur einen Hauch potenter, zeigt sich aber nicht mehr ganz so heikel, wenn es um die Wahl der richtigen Lautsprecher geht. Eins sollten die Boxen allerdings doch bieten: sie sollten einen möglichst hohen Wirkungsgrad aufweisen, um dem A1 die Entfaltung seines vollen Leistungsspektrums zu ermöglichen.

Eins muss in diesem Zusammenhang auch klar betont werden. Der A1 wurde nicht dafür konzipiert, wirklich große Räume zu beschallen. Seine wahren Stärken kommen bei moderaten Lautstärken in kleineren bis mittleren Räumen mit den richtigen Lautsprechern als Partner so richtig zur Geltung.

Und da gibt es wenige Komponenten in dieser Preisklasse, die derart punktgenau das treffen, was man sich von einer Wiedergabe auf höchstem Niveau, aber mit einer unvergleichbaren persönlichen Note, erwarten darf, wie der A1 von Musical Fidelity.

Wie bereits erwähnt, ist Antony Michaelson ein Verfechter potenter Verstärker. Nur leistungsfähige Verstärker seien in der Lage, Musik möglichst unverfälscht und realistisch wiederzugeben, lautet sein Credo. Das Konzept des A1 ist jedoch ein komplett anderes, und darauf weist Michaelson ausdrücklich hin. Es sei wie in der Malerei, führt der Unternehmensgründer auf der Webseite von Music Fidelity dazu an. Man könne sich entscheiden, will man ein möglichst realistisches Bild, oder aber ein impressionistisches Gemälde. Man könne also nicht kategorisch festlegen, was denn nun besser sei, vielmehr sei es allein eine Frage des persönlichen Geschmacks, für welche der beiden Philosophien man sich entscheide.

Und dieser Vergleich bringt es wirklich auf den Punkt. Denn anders, als mit dem Begriff Musikalität kann man das Geheimnis des A1 nicht beschreiben. Um Musik genießen zu können, bedarf es keiner nüchternen, trockenen Reproduktion. Den vollen Charme, den ganz speziellen Reiz und die Wärme, die Musik entfalten kann, die offenbart sich am besten, wenn auch das Mittel zum Zweck, die Anlage, eigenen Charakter zeigt, dabei aber kein Detail verschweigt. Und genau das macht Music Fidelity‘s A1 mit Bravour.

Der spezielle Reiz des A1 liegt also darin begründet, dass er zwar alle Facetten der Musik abbildet, dieser aber seinen ganz persönlichen Stempel aufdrückt und somit ein hohes Maß an Wärme, Intensität und Esprit ausstrahlt, die den Zuhörer packt und nicht mehr loslässt. Man hat das Gefühl, es müsse genau so klingen, und nicht anders.

Music Fidelity A1 CD Pro

Selbst ein hochwertiger Verstärker ist natürlich nur so gut, wie es die angeschlossenen Zuspieler erlauben. Den perfekten Partner findet der Musical Fidelity A1 im A1 CD Pro, der dem Verstärker das Material in erstklassiger Manier offeriert, sodass dieser sein volles Potential ausschöpfen kann.

Ganz offensichtlich das perfekte Paar

Dass die beiden Komponenten der englischen HiFi-Schmiede perfekt zueinander passen, verrät nicht nur ihr Name, sondern auch das Gehäuse des CD-Players. Natürlich könnte man nun anführen, dass eine einheitliche Designsprache ganz im Sinne des Konsumenten ist, da er zwei auch optisch perfekt aufeinander abgestimmte Komponenten erhält, die - wie in diesem Fall zutreffend - ein wahrer Blickfang sind.

Das trifft natürlich im Prinzip auch auf den A1 und den A1 CD Pro zu, fairerweise muss man aber sagen, dass es viel profanere Gründe hat, warum sich die beiden Komponenten derart ähnlich sehen. Aus Kostengründen griffen die Entwickler bei Musical Fidelity für den CD-Player einfach auf das Gehäuse des Verstärkers zurück. Alles, was hier gespart wurde, steckte man statt dessen lieber in weit wichtigere Ausstattungsmerkmale. Nüchterne Front, reduziert auf das Wesentliche

Daher kann man auch beim A1 CD Pro durchaus von einer sehr nüchternen, aber eben gerade deswegen sehr stilvollen und schönen Frontseite sprechen. Auch hier finden sich nur die wesentlichsten Bedienelemente. In diesem Fall ist dies neben dem Hauptschalter die Wiedergabesteuerung, also Play, Stop, Previous und Next sowie das gleiche Display wie beim A1. Mehr als Track-Nummer und Länge wird nicht angezeigt, ist aber auch nicht erforderlich.

Mit dabei ist selbstverständlich die gleiche Fernbedienung wie beim A1. Diese ist als Systemfernbedienung ausgeführt und steuert somit nicht nur den A1 CD Pro sowie den Verstärker A1, sondern auch andere Komponenten aus dem Hause Musical Fidelity. Setzt man den A1 CD Pro also mit dem zugehörigen Verstärker ein, so kann eine der Fernbedienungen in der Packung bleiben.

Auf der Rückseite des Players findet man lediglich einen analogen Ausgang in Form des üblichen Chinch-Buchsenpärchens sowie digitale Schnittstellen in Form eines optischen TOS-Link Anschlusses und eines COAX-Ausgangs. Philips CD Pro 2 Laufwerk

Herzstück des Players ist das Philips CD Pro 2 und somit eines der besten Laufwerke, die der Markt zu bieten hat. Das Laufwerk zeichnet vor allem seine solide Bauweise in Vollmetall aus. Zudem ist in diesem Fall das Laufwerk natürlich durch Federn gelagert verbaut. In diesem Fall werden Datenträger dem Laufwerk nicht mit einer Lade zugeführt, sondern ganz simpel durch die per Hand zu öffnende Klappe an der Oberseite des Players. Auch hier verzichteten die Entwickler von Musical Fidelity ganz bewusst auf jedweden Schnickschnack, um dadurch freiwerdende Ressourcen, sprich Kosten, an anderer Stelle effizienter einsetzen zu können. Und das Ziel war ganz klar: der A1 CD Pro sollte ein für seine Preisklasse überragender CD-Player werden, der sich selbst gegenüber deutlich teureren Mitbewerbern problemlos behaupten kann.

Dazu trägt nicht nur ein kräftiges Netzteil samt Ringkerntransformator sowie eine aufwendige Spannungsstabilisierung für die einzelnen Baugruppen bei, sondern natürlich auch der hier eingesetzte D/A-Wandler PCM1729 von Burr-Brown. Dieser verarbeitet Signale mit 24 Bit und 192 kHz und erreicht durch diesen Kunstgriff einen überaus geringen Jitter von - nach Unternehmensangaben - kleiner als 135 ps sowie einen Rauschabstand von mehr als 121 dB.

Diese Daten sind natürlich nur überwiegend von theoretischer Relevanz, viel wichtiger ist, wie präsentiert der A1 CD Pro Musik.

Klangwelten erstrahlen in allen Details

Wir haben den Musical Fidelity A1 CD Pro natürlich im Verbund mit dem A1 getestet. An Kabel der Marke Van den Hul kamen Lautsprecher von Triangle zum Einsatz, die unserer Ansicht nach das englische Duo perfekt ergänzen. Die Wahl fiel dabei auf die Genèse Lyrr, die als echte Französin den Esprit und Charme, aber auch die Liebe zum Detail der englischen „Zulieferer“ zu schätzen weiss. Zudem ist sie zu einem vergleichsweise moderaten Preis erhältlich, wodurch sie in etwa in der Preisklasse des Sets von Musical Fidelity einzuordnen ist.

Als „Lockerungsübung“ starteten wir unseren Test mit beschwingten Jazz-Klängen vom Album „Flamingo“ von Michel Petrucciani und Stephane Grappelli. Nach den ersten Takten von „I got rhythm“ ahnten wir, was uns erwarten würde. Unsere HiFi-Kette, allen voran natürlich der A1 CD Pro, konnte jedes Detail des erstklassigen Remasterings hervorkitzeln. Diesen Eindruck gewannen wir auch, als wir das Album „Leaving at dawn“ von Allan Taylor einlegten. Taylors markante Stimme als auch die Gitarrenbegleitung wurde derart lebendig und detailreich nachgezeichnet, dass man dem Eindruck verfallen konnte, er stünde leibhaftig vor uns und würde eins seiner berührenden Livekonzerte in unserem Hörraum abhalten.

Ähnlich erging es uns mit anderen CDs aus der Rubrik Folk, Blues, Singer/Songwriter wie Hans Thessink "Birthday bash", Sara K. "Made in the shade" und Leonard Cohen, hier kommt die Stärke des A1 CD Pro, jedes Detail aus einer Aufnahme zu präsentieren, voll zur Geltung. Vor allem letztgenannter erzeugte teils wahre Gänsehaut während der Testsession. Cohen‘s sonore Stimme auf dem Album Leonard Cohen „Live in London“ sorgte bereits für sich allein dafür, dass sich der Raum mit einem an Wärme und Präsenz schwer zu überbietendem Klang füllte, was noch drastischer ausfiel, als die Begleitband und die Background-Sängerinnen mit einstiegen. Besonders beeindruckend dabei war, dass sich die einzelnen Stimmen und Instrumente wunderbar zu einem „Gesamtbild“ aufaddierten und nicht gegenseitig im Weg waren.

Dies trifft ebenso auf klassische Aufnahmen zu, bei denen sich selbst opulente Klangbilder entfalten sollen. Besonders imposant aber sind auch hier vor allem die Details, die der A1 CD Pro aus Aufnahmen herauskitzelt, was besonders bei kleinen Besetzungen sowie Solo-Vorträgen perfekt zur Geltung kommt.

Dass sich der A1 CD Pro besonders im Jazz auf den rhythmisch akkuraten und nahezu mitswingenden Vortrag versteht, hat bereits unser erster Höreindruck erahnen lassen, und wurde endgültig mit Aufnahmen von Gianmaria Testa sowie Miles Davis belegt. Selbst teils wirklich quirlige Klangmuster lateinamerikanischen Ursprungs brachte die Kette in vollen Detailreichtum zur Geltung. Mit dieser Liebe zum Detail stellen Rock- und Pop-Produktionen daher in keinster Weise eine echte Herausforderung für den A1 CD Pro dar.

Der A1 von Musical Fidelity ist keine plumpe Neuauflage eines Klassikers. Der englischen HiFi-Schmiede ist es gelungen, die Tugenden des legendären Verstärkers in ein Gerät zu packen, das nahezu keine Nachteile des Vorgängers aufweist und dennoch den vollen Zauber entfalten kann, für den der A1 Mitte der achtziger Jahre geschätzt, ja geradezu verehrt wurde. Sein charaktervolles Klangbild und die Tatsache, dass er dennoch kein Detail bei seinem Vortrag verschweigt, sorgen dafür, dass der A1 von Musical Fidelity der ideale Verstärker für all jene ist, die Musik mit Leidenschaft genießen wollen.

Mit dem A1 CD Pro liefert Musical Fidelity nicht nur den kongenialen Partner für den A1 ab, dieser Player lehrt auch für sich allein genommen den Mitbewerb das Fürchten. Und zwar nicht nur in seiner eigentlichen Preisklasse, sondern auch ein paar Klassen darüber. Vor allem gemeinsam mit dem Verstärker A1 zeigt das Duo von Musical Fidelity alle Tugenden audiophiler Komponenten, überzeugt aber dennoch mit Charakter, Mut zur Eigenständigkeit und verbindet dies mit dem sprichwörtlichen englischem Understatement.

Auf den Punkt gebracht

Mit dem Gespann aus Stereo Vollverstärker Musical Fidelity A1 sowie Audio CD-Player Musical Fidelity A1 CD Pro liefert die englische HiFi-Schmiede Musical Fidelity eine Neuauflage einer inzwischen längst geradezu legendären Stereo-Kombination. Insbesondere Liebhaber einer bewusst warmen Klangcharakteristik werden hier vollends auf ihre Kosten kommen. Man wähnt gar feinste Vintage-Geräte in seinem HiFi-Rack, aber mit den Vorzügen einer in vielen Bereich überarbeiteten, auf den neusten Stand gebrachten Technik.

7,0 (Sehr gut)

The Good

  • Ausgezeichneter warmer und detailreicher Klang
  • nahezu Vintage-Stil beim Design
  • gutes Preis/ Leistungsverhältnis

The Bad

  • Verstärker durch reines Class A wird nach wie vor sehr warm
8 Klang
6 Bedienung
6 Design
7 Preis/Leistung

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