Musical Fidelity AMS 100 - Die englische Referenz-Endstufe

Antony Michaelson gilt als eine der vielbeachteten Persönlichkeiten in der HiFi-Branche, vor allem, wenn es um Kompetenz bei der Entwicklung von Verstärkern geht. Michaelson verfolgt in der Entwicklung strickt seine Vorstellungen, vor allem bei jenen Produkten, die seinen Namen in der Bezeichnung tragen. Die neueste Kreation aus dieser so genannten Antony Michaelson Signature-Serie, kurz AMS, ist die AMS 100, die nicht weniger sein soll, als der beste Class A Verstärker, der jemals gebaut wurde.

Von Michael Holzinger (mh)
10.10.2010

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Zugegeben, in der HiFi-Welt gibt es viele Hersteller, die der Ansicht sind, dass ihre spezielle Herangehensweise bei der Entwicklung audiophiler Produkten der einzig wahre Weg ist. Genau das ist es ja auch, was unser Hobby derart spannend und vielfältig macht. Engagierte Entwickler, ja, geradezu Tüftler, die ihr ganzes Herzblut in die Entwicklung neuer Produkte stecken und dabei ihre ganz eigene Philosophie verfolgen.

Dennoch ist es durchaus eine beachtenswerte Aussage, wenn eine angesehene Persönlichkeit der Branche, nämlich Antony Michaelson von Musical Fidelity behauptet, dass ein neues Produkt, im konkreten Fall die AMS 100, nicht weniger ist, als die fortschrittlichste Endstufe die jemals in reiner Class A realisiert wurde. Auch Michaelson ist klar, dass dies eine ambitionierte Aussage ist, die er aber lapidar mit dem Satz unterstreicht: „It‘s true!“

Michaelson baute bei der Entwicklung der neuen Referenz-Endstufe auf die AMS 50 auf, die mit durchaus beeindruckenden Leistungsdaten aufwarten kann. Die neue Musical Fidelity AMS 100 soll dies aber noch überflügeln.

Schon allein optisch ist die AMS 100 von Musical Fidelity beeindruckend. Eine Breite von 483 mm ist nicht überraschend, eine Höhe von beachtlichen 325 mm sowie eine Bautiefe von nicht weniger als 880 mm aber schon. Wer mit dieser Endstufe liebäugelt, der sollte sich also durchaus ein paar Gedanken über deren Platzierung machen, zumal die AMS 100 sage und schreibe 152 kg auf die Waage bringt.

Obgleich die Musical Fidelity also durchaus eine beachtliche Größe aufweist, gelang es den Entwicklern ein sehr ansehnliches Design zu realisieren. Dieses entspricht somit ganz der neuen Designsprache, die das englische Unternehmen seit kurzem verfolgt und nun endlich strickt im gesamten Produktportfolio beibehält.

Demzufolge hat der Kunde auch hier die Wahl zwischen einem schwarz und silberfarbenem sowie einem rein schwarzen Finish.

Antony Michaelson setzt, wie bereits erwähnt, natürlich auf ein reines Class A-Konzept sowie einen komplett symmetrischen Aufbau. Wie bereits angedeutet, baut die AMS 100 auf die kleine Schwester AMS 50 auf, laut Antony Michaelson gleicht sie in vielerlei Hinsicht aber vielmehr - so Michaelson selbst - dem Monster Musical Fidelity Titan.

Grundlage für derart leistungsfähige Verstärker in Class A ist eine solide Stromversorgung, die nach Unternehmensangaben in diesem Fall neue Maßstäbe setzt und in der Lage ist, konstant 200 Ampere zu liefern und somit für alle Eventualitäten gerüstet sein sollte. Jedem Kanal steht übrigens eine eigene Stromversorgung mit so genannter Choke-Regulierung zur Verfügung, die Störsignale bereits an der Quelle eleminieren soll. Mit ihrer Hilfe entfaltet die AMS 100 eine Leistung von beachtlichen 100 Watt an 8 Ohm sowie 200 Watt an 4 Ohm - um dies nochmals hervorzuheben - aus reiner Class A.

Dies soll nach Unternehmensangaben mit bisher unerreichter Wiedergabegüte und extrem niedrigem Verzerrungsniveau kleiner 0,005 Prozent erfolgen, sodass Musik mit allen Details und somit auch Emotionen erlebbar wird.

Die Rückseite der Musical Fidelity AMS 100 ist natürlich bestens mit allen relevanten Anschlüssen bestückt, wobei sich dies in dieser Qualitätsklasse ohnedies als Selbstverständlichkeit versteht und somit keiner weiteren Ausführungen bedarf.

Als idealen Spielpartner empfiehlt sich natürlich der Vorverstärker Musical Fidelity Primo, der der selben Klangphilosophie entspricht und somit eine komplett in Class A realisierte Signalkette erlaubt. Es erstaunt somit nicht wirklich, dass der österreichische Vertrieb Audio Tuning Vertriebs GmbH bei dieser Kette von einem System auf „Überreferenz-Niveau“ spricht. Vor allem dann, wenn man zudem auf den passenden Zuspieler aus der Signature-Serie von Musical Fidelity, den AMS CD setzt.

In Anbetracht des bisher beschriebenen dürfte es klar sein, dass die Musical Fidelity AMS 100 auch preislich klar in der Oberliga angesiedelt ist. Nicht weniger als € 15.990,- wird auf dem Preisschild stehen, wenn Audio Tuning Vertriebs GmbH die Musical Fidelity AMS 100 an den Fachhandel ausliefert.

Michael Holzinger

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