NAS-Lösungen: Der zentrale Datenspeicher

Audiodaten, Fotos und Videos benötigen eine Menge Speicherkapazität. Zudem handelt es sich um überaus wichtige Daten, die sowohl einen hohen materiellen und zumeist einen noch höheren immateriellen Wert haben. Es gilt also, diese möglichst sicher zu verwahren. Aber auch der einfache Zugriff auf den persönlichen Datenbestand ist natürlich wünschenswert. All diese Aufgaben kann eine NAS perfekt erledigen.

Kurz gesagt...

Eine NAS ist das zentrale Element nahezu jeder Streaming-Lösung. Gleichgülig, ob nun Fotos, Videos oder Audio-Daten, werden diese auf einer NAS zentral im Netzwerk verwaltet, können alle Anwender im Netzwerk, und somit auch Streaming-Clients darauf zugreifen.

Wir meinen...

Ohne eine adäquate NAS sollte man das Thema Streaming eigentlich nicht angehen. Nur so steht ein zentral verfügbarer Datenlieferant zur Verfügung, den alle Clients im Netzwerk nutzen können. Zudem sorgt ein richtig konfigurierte NAS mit Festplatten im RAID-Verbund für eine deutlich höhere Datensicherheit.

Von Michael Holzinger (mh)
15.04.2009

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NAS, diese Bezeichnung steht für Network Attached Storage und bezeichnet einen einfach administrierbaren Dateiserver. Eigentlich waren derartige Lösungen primär für Unternehmen konzipiert, um Daten zentral ablegen, sichern und vielen Anwendern zur Verfügung stellen zu können. Da aber auch im privaten Umfeld Netzwerke mittlerweile üblich sind, und die Datenmengen durch Audiodaten, Fotos und Videos stetig steigen, bieten etliche Anbieter seit geraumer Zeit einfache, kostengünstige Lösungen für dieses Marktsegment an.

NAS-Lösungen sind Spezialisten

Zwar „versteckt“ sich in einer NAS auch ein normaler Server, da in diesem Fall die Funktionen sehr spezifisch auf eine einzige Aufgabe zugeschnitten sind, kann das System relativ einfach konzipiert sein. Hier haben sich kompakte Lösungen auf der Basis des Betriebssystems Linux durchgesetzt. Allerdings bekommt der Anwender davon nichts mit. Die Konfiguration derartiger Systeme erfolgt über ein Web-Interface im Browser und erfordert in den meisten Fällen keinerlei Fachkenntnisse. Bei der Installation werden die Anwender durch einfache Setup-Assistenten und Schnellstart-Anleitungen unterstützt.

NAS-Lösungen werden über Ethernet ins lokale Netzwerk integriert. Im einfachsten Fall platziert man die zumeist sehr kompakten NAS-Geräte also gleich neben dem Router, der auch den Internet-Zugang herstellt und ohnedies zumeist über freie Ethernet-Ports verfügt. Auch wenn viele Geräte bereits über Gigabit-Ethernet verfügen, so muss klar gesagt werden, dass man mit NAS-Lösungen niemals vergleichbar hohe Datenraten beim Kopieren von Daten erzielt, wie bei einer direkt über USB oder Firewire an einen PC angeschlossenen Festplatte.

Wichtiger Aspekt: Datensicherheit!

Die meisten für den privaten Gebrauch konzipierten NAS-Lösungen bieten Platz für mindestens zwei Festplatten, wenngleich viele Hersteller ihre Lösungen mit nur einer Festplatte ausliefern. Derzeit üblich sind hier Speicherkapazitäten ab 500 GByte. Die ideale Konfiguration ist dann erreicht, wenn zwei Festplatten im Gerät zum Einsatz kommen. Da die Festplatten zumeist in einem RAID-Verbund betrieben werden, erhöht sich dadurch die Ausfallsicherheit. RAID steht für „Redundant Array Of Independent Disks“, ins Deutsche übersetzt also redundante Anordnung unabhängiger Festplatten.

Bei NAS-Lösungen für den Heimanwender werden zwei Festplatten als RAID-1 betrieben. Dabei wird der komplette Speicherinhalt auf beiden Platten abgespeichert. Man spricht hier auch vom Spiegeln der Daten, ins Englische übertragen „Mirroring“. Sind in einer NAS also zwei Festplatten mit z. B. 500 GByte verbaut, stehen in Summe durch den RAID-1 Betrieb dennoch „nur“ 500 GByte zur Verfügung. Allerdings bietet diese Lösung den großen Vorteil, dass im Fall eines Defekts einer der Platten die Daten auf der zweiten Festplatte immer noch vorhanden sind. Die defekte Festplatte kann also ohne Datenverlust ausgetauscht werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von voller Redundanz der Speicherlösung.

Besonders hervorgehoben sei, dass diese Lösung natürlich ein herkömmliches Backup nicht ersetzt. Denn da alle Daten immer auf beiden Platten gleichzeitig manipuliert werden, ist man nicht vor einem Virenbefall oder dem versehentlichen Löschen wichtiger Daten gefeit.

Üblicherweise verfügen NAS-Lösungen für den Privatanwender über USB 2.0 Anschlüsse. Daran kann man eine externe USB-Festplatte anschließen und das Gerät so konfigurieren, dass automatisch z. B. alle 24 Stunden die Daten der NAS auf diese Festplatte überspielt werden. Somit hat man eine kostengünstige, voll automatisch arbeitende Backup-Lösung realisiert.


Ein für alle Anwender verfügbarer Drucker

An die USB-Anschlüsse der meisten NAS-Lösungen können übrigens auch Drucker angeschlossen werden, um auch diese allen Benutzern im heimischen Netzwerk zur Verfügung zu stellen.

Der ideale Datenlieferant für Audio- und Videostreaming

Ein weiterer sehr interessanter Aspekt im Zusammenhang mit NAS-Lösungen für den privaten Gebrauch ist die Möglichkeit, derartige Devices auch als Datenlieferant für Streaming-Lösungen zu nutzen. Hierfür unterstützen die meisten Produkte das sogenannte UPnP-Protokoll und sind dlna-zertifiziert. Damit können entsprechende Streaming-Clients, sei es nun ein DVD-Player, ein AV-Receiver, Microsofts Xbox360 und Sonys PS3, oder aber Produkte wie Sonos Multiroom Streaming Lösung direkt auf die Audio-, Bild- und Videodaten zugreifen, die auf der NAS abgespeichert sind.

Ein PC ist hierfür also nicht notwendig. Einige NAS-Lösungen unterstützen auch propriätere Protokolle, wie sie z. B. Logitech für die Streaming-Clients der Squeezebox-Serie nutzt. Auch Apple setzt rund um iTunes und Apple TV auf ein eigenes Protokoll, das sich AirTunes nennt und ebenfalls von einigen NAS-Lösungen direkt unterstützt wird.

Ein stetig wachsendes Angebot

Derzeit wächst das Angebot an günstigen, einfach zu handhabenden NAS-Lösungen stetig. Als einer der ersten Anbieter in diesem Segment muss Netgear angeführt werden, die mit der Netgear ReadyNAS Duo nach wie vor ein wirklich sehr empfehlenswertes Device zu einem günstigen Preis offerieren. Inzwischen haben aber nahezu alle Anbieter, die Netzwerk-Lösungen für den so genannten SOHO-Bereich anbieten (Small Office, Home Office), entsprechende Produkte zu bieten. Daher hat der Kunde die freie Wahl zwischen Produkten von Herstellern wie Buffalo, D-Link, Zyxel, Iomega oder QNAP. Zudem bietet der Markt inzwischen entsprechende Produkte in den unterschiedlichsten Preisklassen, wobei die Einstiegslösungen der verschiedenen Anbieter schon sehr günstig zu haben sind.

Eine NAS-Lösung stellt somit in jeder Preisklasse und die ideale Lösung dar, um Daten, hier vor allem Audio- und Videodaten sowie Bilder, zentral abzuspeichern und den einfachen Zugriff übers heimische Netzwerk zu ermöglichen. Somit kann nicht nur von allen PCs auf den Datenbestand zugegriffen werden, auch Streaming-Lösungen beziehen von einer NAS ohne PC ihre Daten. Zudem ist durch eine NAS eine einfache Backup-Lösung zur Erzielung einer hohen Datensicherheit auf sehr einfache Weise möglich. Die Kosten dafür sind inzwischen sehr gering und die Hersteller konzipieren ihre Produkte für den Heimanwender so, dass die Installation sowie der Betrieb ohne Fachkenntnisse möglich sind.

Michael Holzinger

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