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Naim Uniti Atom im Test - Little big one…

Foto © sempre-audio.at/ Naim Audio Ltd.

Dass Naim Audio Ltd. das kleinste der All-in-One HiFi-Systeme der Naim Uniti Serie als Naim Uniti Atom bezeichnet, darf man durchaus als Hinweis darauf verstehen, dass dies sich zwar mit überaus kompakten Abmessungen, gleichzeitig als bemerkenswert flexibes System dieser Art präsentiert. „atomos“, also unteilbar, bilden hier Eleganz, Qualität und Vielseitigkeit eine Einheit auf kleinstem Raum.

Kurz gesagt...

Mit dem Naim Uniti Atom steht das kleinste an High-end All-in-One HiFi-Systemen der Naim Uniti Serie zur Verfügung, und bereits dieses zeigt sich beeindruckend vielseitig und auf erstaunlichem Qualitätsniveau.

Wir meinen...

Muss man das Naim Uniti Atom mit einem einzigen Satz beschreiben, so kann man dieses als modernste Interpretation eines All-in-One HiFi-Systems bezeichnen, bei dem allen voran Streaming im Mittelpunkt steht, ohne dabei jedoch herkömmliche Quellen außen vor zu lassen, sodass es auf kleinstem Raum als zentrale HiFi-Lösung mit enormen Potential und intuitiver Bedienung glänzt. Dass zudem auch alle Möglichkeiten auf ein Multiroom Audio-Streaming-System erweiterbar sind, ist ein weiterer wesentlicher Punkt, der für das Naim Uniti Atom, aber auch die gesamte Naim Uniti Serie spricht.
Hersteller:Naim Audio Ltd.
Vertrieb:music line Vertriebs GmbH
Preis:ab € 2.198,-

Von Michael Holzinger (mh)
17.12.2017

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Es gibt so manchen Hersteller, dem es in langjähriger Geschichte gelang, einen gewissen Ruf, ein bestimmtes Image aufzubauen, das unzertrennlich mit seinem Namen, seinen Produkten verknüpft ist. So etwa die englische HiFi-Schmiede Naim Audio Ltd., die ganz gewiss mit zu den renommiertesten der gesamten Branche zählt und deren Name wie kaum ein anderer für feinste Systeme der „englischen Schule“ steht.

Natürlich gibt es zahllose Unternehmen, die seit Jahr und Tag allerfeinste Lösungen entwickeln und fertigen, aber nur wenigen gelingt ein derartiges Kunststück, sich ein exquisites Image aufzubauen, wie eben Naim Audio Ltd. Allein mit dem Namen verbinden viele HiFi-Enthusiasten nahezu automatisch eine klare Vorstellung zu Design und Klang, was wohl auch darin begründet ist, dass das im Jahr 1973 gegründete Unternehmen stets eine mitunter sehr eigenständige Philosophie und darauf begründet eine sehr klare Strategie verfolgte, die mitunter auch gegen so manchen Trend beibehalten wurde, stets die Grundzüge hochwertiger HiFi im Fokus hatte, und so manche Entwicklung der Branche durchaus sehr kritisch betrachtete. Dies war der Garant dafür, dass sich Naim Audio Ltd. über die Jahrzehnte hinweg eine treue Kundenschicht aufbauen konnte, die geradezu auf Lösungen der Engländer „blind“ vertraut. Ja, man darf durchaus von einem Unternehmen mit Kultstatus sprechen…

Wegbereiter für Audio-Streaming im High-end HiFi-Segment

Umso erstaunlicher ist es aber, dass ausgerechnet Naim Audio Ltd. zu den Pionieren im Bereich Audio-Streaming-Systeme im High-end Segment zu zählen ist.

Bereits im Jahr 2008 präsentierte Naim Audio Ltd. etwa eine erste Audio-Streaming-Lösung, die ganz klar dem High-end Segment zuzuordnen war, den Naim HDX Hard Disc Player. Dies war umso bemerkenswerter, als zu dieser Zeit Musik-Streaming zwar prinzipiell längst ein durchaus markantes Marktsegment darstellte, aber allein im reinen Consumer-Segment. Allen voran war Naim Audio Ltd. also eine der ersten klassischen HiFi-Schmieden, die sich ebenfalls diesem Thema widmeten.

Rückblickend betrachtet war dies für die gesamte Branche von großer Bedeutung, denn offensichtlich bedurfte es eines Unternehmens vom Kaliber Naim Audio Ltd., das über einen tadellosen Ruf in der HiFi- und gar audiophilen Gemeinde verfügt, um das Vertrauen in Streaming zu festigen und diesem letztlich die Bedeutung am Markt zu ermöglichen, die es heutzutage aufweist. Was zuvor ein schnöder Rechenknecht war, dem man Musik nicht anvertrauen sollte, wurde nahezu mit einem Schlag zu einer ernstzunehmenden Lösung, bei der man keine Bedenken betreffend der Qualität hatte, und somit das bislang nicht gekannte Potential an Flexibilität und Komfort in den Mittelpunkt des Interesses rückte.

Umso mehr, als Naim Audio Ltd. nur kurze Zeit später, genauer gesagt 2009, mit dem NaimUniti nachlegte, mehr noch, gar im Jahr 2010 mit der Naim Uniti Serie eine komplette Produktlinie begründete, die sich als vielseitige All-in-One Systeme mit Fokus auf Musik-Streaming präsentierte.

Die neue Generation

Naim Audio Ltd. hegte und pflegte die Naim Uniti Serie geradezu vorbildlich über all die Jahre hinweg, dennoch, Ende 2016 sah man die Zeit als gekommen an, eine neue Generation anzukündigen, wobei die tatsächliche Markteinführung sukzessive in den letzten Monaten erfolgte.

Die neueste Generation der Naim Uniti Serie setzt sich aus vier Produkten zusammen, wobei es sich bei drei Systemen in bewährter Art und Weise um so genannte All-in-One Systeme, bei einem um einen Musik Server handelt. So bildet der Naim Uniti Atom den Einstieg, gefolgt vom Naim Uniti Star und dem Flaggschiff Naim Uniti Nova. Das besagte vierte Produkt der Naim Uniti Serie, der Naim Uniti Core, ist als einziges nicht als All-in-One ausgelegt, vielmehr handelt es sich hierbei um einen Musik-Server, der über einen CD-Ripper verfügt, und der allen voran den Naim Uniti All-in-One Lösungen, aber auch anderen Streaming-Systemen als zuverlässiger Datenlieferant dienen kann.

Dezent adaptiertes Konzept

Bislang richtete sich Naim Audio Ltd. ganz klar auch mit der Naim Uniti Serie allen voran an die klassische Kundenschicht. Mit der neuesten Generation dürfte sich dies ein wenig geändert haben, wenngleich man ganz klar festhalten kann, dass sich am prinzipiellen hohen Anspruch des Unternehmens natürlich rein gar nichts geändert hat. Allerdings sprechen einige Indizien dafür, dass sich Naim Audio Ltd. viel stärker als bisher darüber im klaren ist, dass Lösungen wie die Naim Uniti Serie das Potential haben, völlig neue Zielgruppen zu erschließen, die man mit herkömmlich konzipierten HiFi-Produkten bislang nicht erreichen konnte.

So erkennt man natürlich auch die Lösungen der Naim Uniti Serie der neuesten Generation auf den ersten Blick als Lösungen der englischen HiFi-Schmiede, an den traditionellen „Werten“ hat man nicht gerüttelt, wohl aber diese dezent adaptiert. So dient als Design-Linie für die neue Naim Uniti Range die Design-Sprache, die erstmals mit den Naim Wireless Systemen Naim Mu-so und Naim Mu-so Qb begründet wurde, und die bereits auch bei den neuesten High-end Lösungen Naim NAC S1 Preamplifier sowie Naim NAP S2 Power Amplfier für Aufsehen sorgte, so nebenbei erwähnt.

Neue Zielgruppe im Visier…

Gerade bei der Naim Uniti Serie ist dies aber von durchaus entscheidender Bedeutung, denn damit schließt sich nahtlos das Angebot von besagten Naim Wireless Systemen Naim Mu-so und Naim Mu-so Qb hin zur neu aufgestellten Naim Uniti Serie, der Übergang von Consumer-orientierten Lösungen hin zum High-end HiFi-Segment ist also fließend, und genau dies ist im Umfeld hochwertiger Streaming-Systeme im Multiroom-Verbund von immenser Wichtigkeit. So nämlich kann man, wie bereits erwähnt, nicht nur die treue bestehende Kundenschicht ansprechen, sondern eine völlig neue Zielgruppe erschließen, nämlich qualitätsbewusste, Design-affine Konsumenten, für die gehobene HiFi dann in den Fokus des Interesses rückt, wenn sich diese Lösungen nahtlos ins Wohnumfeld integrieren lassen.

Allen voran unser aktueller Testkandidat, der Naim Uniti Atom ist geradezu perfekt für diese Aufgabe, soviel sei bereits vorweg genommen.

Die modernste Interpretation eines All-in-One…

Um es auf den Punkt zu bringen und unseren Testkandidat mit einem einzigen Satz zu beschreiben: beim Naim Uniti Atom handelt es sich um die modernste Interpretation eines All-in-One HiFi-Systems, bei dem allen voran Streaming im Mittelpunkt steht, ohne dabei jedoch herkömmliche Quellen außen vor zu lassen, sodass es auf kleinstem Raum als zentrale HiFi-Lösung mit enormen Potential und intuitiver Bedienung glänzt.

Diese spezielle Konzeption beschreibt Naim Audio Ltd. selbst mit dem Versprechen, dass hier digitale Technologie mit analoger Seele geboten wird, sei es nun als eigenständige Lösung, oder im Verbund mit weiteren Produkten im Multiroom-Verbund.

Hoch integriert in kompaktester, besonders edler Form

Gleich beim Auspacken fällt auf, dass man es zwar mit einem überaus kompakten Gerät zu tun hat, dies aber ein vergleichsweise beachtliches Gewicht aufweist. So misst das Naim Uniti Atom zwar nur 245 mm in der Breite, weist eine Tiefe von 265 und eine Höhe von 95 mm, bringt es damit aber auf satte 7 kg.

Geradezu als minimalistisch muss man die neue Design-Linie bezeichnen. Minimalistisch, aber gerade aus diesem Grund wohl zeitlos elegant. Irgendwie scheint es, als würde das eigentliche Gerät auf einem etwas nach innen versetzten Sockel thronen, wobei die Front sich sehr nüchtern und auf das Wesentliche beschränkt präsentiert. Hier steht zunächst ein mit 5 Zoll sehr großzügig ausgelegtes Farbdisplay im Mittelpunkt, das sich in eine nahtlos in die Front aus Aluminium eingelassene Glasverkleidung präsentiert. Rechts davon findet man einen Standby-Taster sowie drei Funktionstaster, links steht ein USB-Port und ein Kopfhörer-Anschluss zur Verfügung.

Die Rückseite ist geradezu übersät mit Anschlüssen, denn davon bietet das Naim Uniti Atom gemessen an dessen kompaktem Erscheinungsbild eine Vielzahl, die sich auf vergleichsweise geringer Fläche drängen. Neben dem Stromanschluss für das integrierte Netzteil stehen hier allen voran eine RJ45-Ethernet-Buchse, ein USB-Anschluss, analoge als auch digitale Ein- und Ausgänge zur Verfügung, ebenso Anschlüsse für die Speaker. Diese sind allein für fertig mit Bananas konvektionierte Kabel geeignet, auf herkömmliche Schraubklemmen, die neben Bananas auch blanke Kabel aufnehmen, hat man hier verzichtet, was aber nicht wirklich als Nachteil zu werten ist. Hinter einer Abdeckung verbirgt sich ein Multi-Pin-Anschluss, der für eine optionale Erweiterung vorgesehen ist, doch dazu später mehr.

Die linke und rechte Seite des Naim Uniti Atom wird von Kühlrippen eingenommen, die sich aber nur beim zweiten Blick als solche zu erkennen geben, somit überaus dezent in das Design-Konzept integriert sind.

Die Oberseite ziert eine gebürstete Aluminium-Platte, die ebenso schwarz eloxiert ist, wie alle übrigen aus Aluminium gefertigten Gehäuse-Teile, und in deren Zentrum ein geradezu massiver Drehgeber eingelassen wurde.

So unscheinbar das Naim Uniti Atom im ausgeschalteten Zustand erscheint, so spektakulär setzt es sich in Szene, wenn es aktiviert wird.

So präsentiert sich nicht nur das Display mit einem hervorragenden Kontrast und damit klarer Darstellung, auch die Tasten sind beleuchtet, ebenso der Drehgeber an der Oberseite, wobei ein Lichtkranz den eingestellten Pegel visualisiert, zudem eine LED-Beleuchtung in strahlendem Weiss den gesamten Drehgeber umrandet, und auch das Logo des Herstellers beleuchtet ist. Übrigens, die Intensität der Beleuchtung lässt sich in drei Stufen dimmen.

Zum Lieferumfang des Naim Uniti Atom gehört eine Fernbedienung, die sich ebenfalls in Schwarz präsentiert, allerdings in hochglänzendem Design, und die die Elemente direkt am Gerät übernimmt, etwa den eben erwähnten LED-Kranz an der Oberseite für die Visualisierung des Lautstärke-Pegels, demzufolge sind auch hier die Tasten erleuchtet. Darüber hinaus stehen hier zudem ein Steuerkreuz und weitere Funktionstasten verfügt, über die jedwede Funktion des Geräts zugänglich ist. Es handelt sich übrigens um keine Infrarot-Fernbedienung, sondern eine Funk-Fernbedienung, die auf den Standard Zigbee RF4CE setzt und damit bidirektional arbeitet und keine Sichtverbindung erfordert.

Frisch ans Werk

Um die Installation des Systems so komfortabel wie möglich zu gestalten, sollte man weitestgehend auf die von Naim Audio Ltd. offerierte App vertrauen, die für Apple iOS als auch Google Android in Form der Naim App zur Verfügung steht.

Dafür gilt es natürlich zunächst, den Naim Uniti Atom ins Netzwerk einzubinden, was im einfachsten Fall mittels Kabel über die bereits erwähnte RJ45 Ethernet-Schnittstelle erfolgt. Zudem verfügt der Naim Uniti Atom aber auch über ein integriertes WiFi Modul, das IEEE 802.11ac und damit dem neuesten Standard entspricht, um eine zuverlässige Verbindung mit hoher Datendurchsatzrate zu garantieren. Die Antennen - dies sei der Vollständigkeit wegen an dieser Stelle angeführt - verbergen sich an den Seiten hinter den Kühlrippen des Geräts. Dennoch, fürs volle Potential des Naim Uniti Atom sollte man auf Kabel vertrauen.

Mit Hilfe der App erfolgt im wesentlichen die komplette Installation, beginnend bei der etwaigen Integration ins drahtlose Netzwerk, wobei man Schritt für Schritt durch alle nötigen Arbeitsschritte geleitet wird. Auch das Koppeln zwischen Fernbedienung und Naim Uniti Atom erklärt die App vorbildlich, sodass man wohl nach nur wenigen Minuten ein einsatzbereites System vor sich hat. Es sei noch erwähnt, dass die App natürlich auch so manch Einstell-Option zur Individualisierung des Systems bereit hält, wobei sich all dies hinter einem Zahnrad-Symbol am rechten oberen Rand der App verbirgt, im normalen Betrieb also nicht in die Quere kommt. So lassen sich neben allgemeinen Systemparametern hier etwa eindeutige Namen für die Eingänge vergeben, es können nicht benötigte Quellen ausgeblendet werden, es kann die Eingangsempfindlichkeit vorgegeben, oder ein Zeitversatz definiert werden (Lipp-Sync).

Anschlussvielfalt

Natürlich verfügt der Naim Uniti Atom nicht über eine Anschlussvielfalt, wie man sie von herkömmlichen Verstärkern kennt, dies ist ja auch nicht die Intension der Entwickler dieser All-in-One Lösung. Aber, es fehlt an nichts.

So steht ein analoger Eingang in Form eines Cinchbuchsen-Pärchens zur Verfügung, um etwa einen Schallplatten-Spieler mit entsprechender Phono-Vorstufe einbinden zu können. An digitalen Schnitttstellen stehen eine koaxiale sowie zwei optische S/PDIF-Schnittstelle zur Verfügung, um zum Beispiel ein TV-Gerät anschließen zu können. Optional lässt sich der Naim Uniti Atom übrigens mit einer HDMI-Schnittstelle ausstatten, und zwar über die von uns bereits erwähnte Multi-Pin-Schnittstelle an der Rückseite. Damit ist es ein Leichtes, ein TV-Gerät auch über HDMI einzubinden, denn besagtes HDMI-Interface unterstützt unter anderem HDMI CEC zur zentralen Steuerung, sowie ARC, also einen Audio Return Channel, über den Audio-Signale vom Fernseher zum Naim Uniti Atom gelangen. Ganz wesentlich dabei ist, dass der optionale HDMI-Port galvanisch getrennt ausgeführt ist, sodass keinerlei Störungen die Signalverarbeitung negativ beeinflussen und sich negativ auf den Klang auswirken können.

Der Vollständigkeit wegen sei erwähnt, dass an der Rückseite des Naim Uniti Atom auch ein Vorverstärker-Ausgang in Form eines weiteren Cinchbuchsen-Pärchens geboten wird.

Auf den Kopfhörer-Anschluss an der Front haben wir ja schon hingewiesen. Ausgeführt ist dieser als 3,5 mm Stereo Mini-Klinkenbuchse, und darf keineswegs als reines Beiwerk verstanden wissen, vielmehr treibt dieser problemlos so manch gar feinen Kopfhörer problemlos an.

Nicht nur Netzwerk, sondern auch Bluetooth

Wie könnte es anders sein, natürlich kommt eine derartige Lösung heutzutage nicht ohne ein integriertes Bluetooth Interface aus, mit dessen Hilfe sich mobile Devices wie Smartphones und Tablets direkt „drahtlos“ als Quelle einbinden lassen. Hierbei setzten die Entwickler auf ein Modul, das auch den Codec aptX unterstützt, mehr noch, selbst aptX HD wird geboten, sodass man problemlos auch portable Hi-res Player einbinden kann, ohne Qualitätseinbussen in Kauf nehmen zu müssen.

Apple AirPlay, Google Chromecast und Spotify Connect

Mobilen Devices steht der Naim Uniti Atom aber auch übers Netzwerk offen, sei es nun Apple AirPlay für die Welt von Apple, sowie Google Chromecast für Google Android. Einer der direkt unterstützten Musik-Dienste ist Spotify, dies sei vorweg genommen, wobei auch Spotify Connect unterstützt wird, um einen nahtlosen Übergang der Wiedergabe von unterwegs und in den heimischen vier Wänden geboten wird.

Spotify, TIDAL und vTuner

Wie bereits erwähnt, erlaubt der Naim Uniti Atom den direkten Zugriff auf Spotify inklusive Spotify Connect. Wer auf Qualität wert legt, der wird sich aber wohl eher für TIDAL entscheiden, denn auch auf diesen Online Musik-Dienst kann man hier direkt zugreifen. Klassisches Radio bietet der Naim Uniti Atom nicht, dafür stehen aber Abertausende Internet Radio-Stationen zur Verfügung, und zwar über den Dienst vTuner.

UPnP vorbildlich gelöst

Wer auf eigene Inhalte hinterlegt auf einer zentralen Netzwerk-Speicherlösung, einer so genannten NAS, zugreifen will, der kann dies mit dem Naim Uniti Atom auf geradezu vorbildliche Art und Weise tun. Audio-Streaming wird hier als Grundlage der Naim Uniti Plattform nämlich über UPnP abgebildet, wobei man nicht allein auf die Wiedergabe über ein Gerät beschränkt ist, sondern ein Multiroom Audio-Streaming-System mit weiteren Lösungen aus dem Hause Naim Audio Ltd. aufbauen kann. Bis zu sechs Systeme lassen sich dieserart kombinieren und zentral mit der Naim App steuern, sei es nun individuell mit jeweils eigenen Inhalten, oder aber synchronisiert auf allen Systemen identische Inhalte im so genannten Party Modus. Dabei stehen alle Quellen zur Verfügung, dies sei der Vollständigkeit wegen angeführt.

Der Naim Uniti Atom als autarkes System

Besonders spannend ist, dass der Naim Uniti Atom auch völlig autark eingesetzt werden kann, ohne das man dabei auf eine umfangreiche Mediathek an Audio-Files verzichten muss. Hierzu dienen die USB-Ports, an denen man entsprechende Speichermedien wie etwa eine externe USB-Festplatte anschließt, prall gefüllt mit Audio-Daten. Hier werden bis zu 20.000 Musik-Titel über die integrierte Datenbank des Naim Uniti Atom verwaltet.

Roon ready

Mit einem der neuesten Firmware-Updates, die Naim Audio Ltd. für die Naim Uniti Serie zur Verfügung stellt, wird diese Roon ready, also auch der Kleinste im Bunde, der Naim Uniti Atom.

Damit taucht das kleine All-in-One in der Software-Lösung Roon als verfügbarer Streaming-Client auf, der somit direkt genutzt werden kann, nachdem man ihn aktivierte.

Neue Streaming-Plattform als Herz des Systems

Die Entwicklung der neuesten Naim Uniti Serie benötigte drei Jahre, wobei die englische HiFi-Schmiede aus Salisbury auch eine Menge Geld in die Hand nahm. Knapp 4 Millionen Pfund habe man investiert, um eine innovative, hoch performante und vor allem flexible und zukunftssichere Lösung zu realisieren, so Naim Audio Ltd. Dabei handle es sich aber nicht mehr um eine komplette Eigenentwicklung, vielmehr vertraute man nunmehr auf eine von einem Partner konzipierte Lösung, was aus Sicht der Engländer entscheidende Vorteile mit sich bringt. So kann man auf eine bewährte Plattform mit bereits realisierten Implementierungen von Drittanbieter-Lösungen vertrauen, erspart sich damit diese kostenintensive Entwicklung, und auch bei der Lizenzierung ist der Aufwand sowohl an Zeit als auch die Kosten betreffend deutlich geringer.

Im Mittelpunkt des neuen Streaming Boards steht ein besonders leistungsstarker DSP, und zwar ein 40 Bit SHARC-Prozessor der neuesten Generation aus dem Hause Analog Devices, ein Analog Devices ADSP-21489.

Dieser Prozessor stellt einerseits sicher, dass die Bedienung des Naim Uniti Atom mit geradezu bemerkenswerter Akkuratesse von Statten geht. Selbst großzügige Mediatheken werden zügig und ohne spürbare Verzögerung direkt übers Gerät oder auch über die App dargestellt und abgerufen, einzelne Musik-Titel, ganze Alben oder das komplette Oeuvre eines Künstler stehen damit sofort im Zugriff, gleichgültig, aus welcher Quelle.

Darüber hinaus garantiert die hochperformante Plattform auch, dass die eigentliche Signalverarbeitung für alle relevanten Datenformate und Auflösungen mit verschiedensten Spielarten der Signaloptimierung erfolgen kann, etwa 16faches Oversampling und Digitalfilterung.

So werden alle Signale, egal aus welcher Quelle, über den DSP geführt, auch die analogen Quellen, die zuvor ein A/D-Wandler aufbereitet.

Während der Naim Uniti Atom über die optischen S/PDIF-Schnittstellen Signale mit 24 Bit und 96 kHz verarbeiten kann, sind es bei der koaxialen S/PDIF-Schnittstelle 24 Bit und 192 kHz. Über diese Schnittstelle werden auch DSD-Datenströme verarbeitet, wobei dies mittels DSD over PCM erfolgt (DoP). Musik-Streaming übers Netzwerk sowie Daten die über USB zugänglich sind, werden mit bis zu 32 Bit und 384 kHz verarbeitet, wobei hierbei neben WAV, AIFF, FLAC auch ALAC sowie die verlustbehafteten Datenformate MP3, AAC, Ogg Vorbis und WMA unterstützt werden. DSD-Inhalte werden natürlich ebenfalls wiedergegeben, und zwar bis hin zu DSD128.

Die eigentliche Wandlung übernimmt ein Paar Texas Instruments TI1791A des Typs Burr-Brown, bevor dessen Signale dem Verstärker zugeführt werden.

Übrigens, in diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass die Kontrolle der Lautstärke beim Naim Uniti Atom mit Hilfe einer digitalen Steuerung und damit besonders hoher Akkuratesse erfolgt. Naim Audio Ltd. Verspricht hierfür eine hohe Klangqualität und absolute Kanalgleichheit.

Bewährtes Class A/B als krönender Abschluss

Auch wenn die komplette Signalverarbeitung durchs Streaming-Board und Vorstufe auf digitaler Ebene erfolgt, beim eigentlichen Verstärker als krönenden Abschluss vertrauen die Entwickler auch bei der neuesten Generation der Naim Uniti Serie auf einen Verstärker in Class A/B, wobei man hierbei auf ein Schaltungsdesign setzt, das erstmals in den aktuellen Naim NAIT Modellen zum Einsatz kam.

Zweimal 40 Watt an Lautsprecher-Systemen mit einer Impedanz von 8 Ohm kann der Naim Uniti Atom entfalten, durchaus angemessen für ein System seiner Klasse und wohl ausreichend, um mit entsprechenden Wirkungsgrad-starken Speakern einen typischen Wohnraum mit feinem Klang zu beschallen, zumal man ja, über die bereits erwähnten Vorverstärker-Ausgänge, im Fall der Fälle noch einen aktiven Subwoofer mit ins Spiel bringen kann.

Aus der Praxis

Gleich zu Beginn unseres Resümees sei festgehalten, dass der Naim Uniti Atom ein fantastisches Design aufweist, das begeistert. Dies mag manchem als nicht so wesentlich erscheinen, ist aber geradezu entscheidend, will man neue Kundenschichten ansprechen.

Und genau dieses Potential hat das Naim Uniti Atom ohne Zweifel. Gerade jene Zielgruppe, die nicht mehr bereit ist, einen umfangreichen Geräte-Park in ihr Wohnumfeld zu implementieren, die aber durchaus offen für gehobene Qualität ist, zudem flexible Konzepte zu schätzen weiß, kann man wohl mit dieser Lösung begeistern.

Dabei gelang es den Entwicklern von Naim Audio Ltd. geradezu bravourös auf dem schmalen Grat zwischen Lifestyle-Lösung und High-end HiFi zu wandeln. Das eine wird ohne Abstriche beim anderen erzielt, Lifestyle verbindet sich hier mit hohem Qualitätsanspruch. Das Naim Uniti Atom stellt man sich gerne ins Wohnzimmer!

Ebenso wichtig für diese Zielgruppe, aber nicht nur für diese, ist eine simple Installation. Auch diesbezüglich gibt es keinerlei Grund zur Beanstandung, ganz im Gegenteil. Allen voran mit der ausgereiften App hat man das System wohl in längstens fünf Minuten eingerichtet, sodass erste Takte Musik erklingen können.

Dass dies aus verschiedensten Quellen, sei es nun analog, digital, von mobilen Devices oder aus dem Netzwerk erfolgen kann, ist ein weiterer großer Vorteil des Naim Uniti Atom.

Erfreulicherweise muss man auch hier keinerlei Zugeständnisse machen, wenn man auf eine derart kompakte Lösung setzt. Vom Schallplatten-Spieler übers TV-Gerät bis hin zur vollen Netzwerk-Funktionalität kann hier alles eingebunden bzw. genutzt werden, was von Interesse ist. Die individuelle Konfiguration der Eingänge, das Ausblenden nicht benötigter Quellen, dies sind weitere Pluspunkte, die es explizit hervor zu heben gilt.

Überhaupt hat man mit viel Bedacht auf eine durchgängig intuitive Bedienung geachtet, sei es nun am Gerät selbst, über die Fernbedienung oder die App. Das Bedienkonzept zeigt sich bei allen Varianten durchgängig gleich aufgebaut, wobei wir in diesem Zusammenhang die klare Struktur lobend erwähnen wollen. Zudem, auch dies gefiel uns ganz besonders, wird hier das erstklassige Display nicht nur für die Anzeige aller Parameter und der verschiedenen Quellen genutzt, auch Cover Artwork wird am Display dargestellt, und zwar unabhängig davon, aus welcher Quelle man die entsprechenden Files bezieht.

Bei der Bedienung spielt zudem die hohe Performance des Systems eine entscheidende Rolle, nichts ist lästiger, als wenn ein derartiges System den Eingaben des Anwenders nicht unverzüglich und ohne Verzögerung folgen kann, egal welch umfangreiche Mediathek auch immer es zu steuern gilt. Zudem, es mag nur ein Detail am Rande sein, auch die Möglichkeit, das System allein mittels App in den Standby-Modus zu versetzen und aus diesem wieder erwecken zu können, zählt unserer Ansicht nach zu einer komfortablen Bedienung.

Ganz entscheidend ist natürlich der Klang, wobei wir diesbezüglich eigentlich nur festhalten müssen, dass sich dieser neue Spross aus Salisbury als würdiger Vertreter der englischen HiFi-Schmiede präsentiert und mit geradezu typischem Klangcharakter verwöhnt. Detailverliebtheit übers gesamte Frequenzspektrum hinweg ist somit ebenso eine Tugend die dieses All-in-One System zu pflegen weiss, wie eine bemerkenswert klar aufgebaute Klangbühne, die eine wunderbare räumliche Staffelung des Instrumentariums und Stimmen erlaubt. Wer von den vergleichsweise bescheidenen Watt im Datenblatt irritiert ist, dem sei versichert, dass es dem Naim Uniti Atom gemessen an seiner Klasse und seiner Bestimmung garantiert nicht an Leistung mangelt.

In unserem Test musste es sich mit einem Paar feiner Speaker aus Italien beweisen, und zwar Chario Aviator Ghibli, einem nicht minder feinsinnigem, detailverliebtem Lautsprecher-System, das das Naim Uniti Atom stets unter Kontrolle behielt und als Spielpartner unseren Hörraum stets überzeugend, nein, mitunter gar mitreissend mit feinem Klang füllte.

Auf den Punkt gebracht

Es ist beeindruckend, dass das Naim Uniti Atom Musik derart gekonnt in Szene setzen kann. Vor allem im Hinblick darauf, dass es sich um ein derart kompaktes, gleichzeitig überaus elegantes All-in-One System handelt, das man mit Fug und Recht als High-end Lifestyle-Lösung bezeichnen darf, und zwar im besten Sinne. Dass man zudem auf verschiedenste Quellen zugreifen kann, sei es analog oder digital sowie Inhalte aus dem Netzwerk und von mobilen Devices, dieses sich gar zu einem Multiroom Audio-Streaming-System erweitern lässt, gleichzeitig mit einer derart intuitiven Bedienung glänzt, all dies spricht ebenfalls dafür, dass man das Naim Uniti Atom zu einer Referenz in seiner Klasse erklären kann.

9,0 (Exzellent)

The Good

  • Beeindruckend klangstark
  • exzellentes Design
  • hervorragende Verarbeitung
  • intuitive Bedienung direkt am Gerät
  • intuitive Bedienung über Funk-Fernbedienung
  • hervorragende App
  • hohe Performance
  • vielseitige Quellenunterstützung
  • Multiroom-fähig

The Bad

  • Kein Touchscreen-Display
9 Klang
9 Bedienung
9 Design
8 Preis/Leistung

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Testumfeld:

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Chario Aviator Ghibli
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