Neue Firmware mit Multiroom-Funktionalität: Naim Audio ruft zur Party

Die englische HiFi-Schmiede Naim Audio zählt zu den Vorreitern im Bereich hochwertiger Streaming-Clients und bietet ein enorm breites Portfolio in diesem Produktsegment an. Nun steht für all diese Geräte eine neue Firmware zur Verfügung, die unter anderem echtes Multiroom erlauben soll und den Systemen sogar einen so genannten Party Mode spendieren soll.

Von Michael Holzinger (mh)
13.08.2013

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Naim Audio Ltd. gehörte mit zu den ersten renommierten Unternehmen der HiFi-Branche, die das Potential hochwertiger Streaming-Lösungen erkannten, und fortan einen starken Fokus auf dieses Segment setzten. Inzwischen kann die englische HiFi-Schmiede auf ein immens breites Angebot in diesem Bereich verweisen, das beginnend bei dedizierten Streaming-Clients, so genannten Musik-Servern bis hin zu besonders kompakten, aber nichts desto trotz sehr hochwertigen All-in-One Systemen so ziemlich alles umfasst, um jedweden Bedarf abzudecken.

All diese Lösungen verbindet eine besonders einfache Steuerung mittels spezieller Apps, gleichwohl die Systeme allesamt auf der Basis des offenen Standards UPnP basieren, und somit nahtlos mit Geräten anderer Hersteller eingesetzt werden können.

Was einerseits also ein Vorteil ist, ist auf der anderen Seite natürlich auch mit einigen Nachteilen verbunden. So konnten auch die Lösungen aus dem Hause Naim Audio, wie nahezu alle Systeme anderer Hersteller, die ebenfalls auf UPnP basieren, immer nur einzeln adressiert, aber nicht wirklich im Verbund als „echtes“ Multiroom-System genutzt werden. Doch damit soll nun zumindest bei Naim Schluss sein.

Mit einer neuen Firmware wollen die Engländer nun ihre Streaming-Lösungen zu echten Multiroom-Systemen machen, wobei nahezu alle bislang erhältlichen Produkte aus dem Angebot von Naim Audio unterstützt werden. Durch die neue Firmware lassen sich nach Angaben des Herstellers bis zu vier Geräte verbinden, wobei dabei natürlich zunächst die App Naim n-Stream für Apple iOS als zentrale Steuerung dient.

Allerdings fungiert diese Art des Multiroom-Systems etwas anders, als die Systeme von Naim für sich allein arbeiten würden. Während jedes System von Naim Audio-Daten natürlich in verschiedensten Formaten bis hin zu hochauflösenden Daten mit bis zu 24 Bit und 96 kHz bzw. 192 kHz übers Netzwerk wiedergeben kann, gilt dies leider nicht für die Multiroom-Lösung.

Hier fungiert ein Gerät als so genannter Master, der aus technischer Sicht die tatsächliche Steuerung und gesamte Abwicklung des Datenstroms übernimmt. Daher werden bei Multiroom und dem so genannten Party Mode Audio-Daten auch nur als MP3-Dateien mit einer Datenrate von 320 kbps übertragen, selbst wenn prinzipiell Audio-Daten in den Formaten ALAC (16 Bit, 44,1 kHz), AAC und MP4 (16 Bit, 48 kHz), AIFF (24 Bit 48 kHz), FLAC (24 Bit, 48 kHz) und WAV (24 Bit, 48 kHz) wiedergegeben werden können. Der Master „konvertiert“ somit die Audio-Daten, und leitet den deutlich geringeren Datenstrom an die Clients weiter. Nur dadurch ist es möglich, insgesamt vier Geräte im Verbund auch tatsächlich absolut synchron zu betreiben.

Übrigens, die Verwendung von MP3 und eine reduzierte Datenrate im Multiroom-Verbund ist ein gängiger „Trick“ so mancher Hersteller in diesem Bereich, auch wenn sie dies natürlich nicht so gerne kommunizieren. Naim ist da also keineswegs allein, gibt es aber - im Gegensatz zu so manch anderem namhaften Hersteller - offen zu.

Wichtige Voraussetzung für die Anwendung als Multiroom-Lösung ist zudem, dass der Master in der Lage ist, Audio-Daten mit bis zu 24 Bit und 192 kHz zu verarbeiten. Geräte aus dem Hause Naim Audio, die lediglich Audio-Daten mit bis zu 24 Bit und 96 kHz verarbeiten, können nur als Clients genutzt werden. Zu den Produkten, die als Master genutzt werden können, zählt daher der Naim UnitiQute, Naim UnitiQute 2, NaimUniti, NaimUniti 2, Naim SuperUniti, Naim UnitiLite, Naim NDX, Naim ND5 XS und der Naim NAC-N 172 XS. Gänzlich nicht geeignet für Multiroom hingegen ist etwa der Naim NDS Network Player.

In der Praxis wird über die App Naim n-Stream zunächst der Master gewählt, anschließend die Clients. Dann kann man bereits die Wiedergabe starten, wobei Geräte mit integriertem Verstärker auch direkt über die Funktion Group Volume Control gesteuert werden. Bei reinen Streaming-Clients muss die Steuerung der Lautstärke natürlich in gewohnter Form vorgenommen werden, hier lässt diese sich nicht über die App kontrollieren.

Naim Audio verweist ausdrücklich darauf, dass die Funktionalität und Performance dieser Multiroom-Lösung natürlich direkt von der Leistungsfähigkeit des Netzwerks abhängt.

Weitere Informationen rund um die neuen Möglichkeiten der Naim Streaming-Clients im Multiroom-Verbund sowie die nötigen Updates finden sich direkt auf der Webseite der englischen HiFi-Schmiede. Zudem ist natürlich jederzeit der Fachhändler Ihres Vertrauens bei Fragen behilflich.

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