Foto © TIDAL

No cash, no hope - TIDAL mit ungewisser Zukunft?

Wie ein Lauffeuer verbreitet sich derzeit ein Gerücht im Web, demzufolge der Streaming-Anbieter TIDAL vor einer ungewissen Zukunft stünde. Massive Verluste und damit eine nicht gesicherte finanzielle Basis, darüber hinaus schwindende Kundenzahlen werden als Grund dafür genannt.

Kurz gesagt...

Es sind nicht mehr als Gerüchte, denen zufolge TIDAL vor massiven finanziellen Problemen stünde, wobei diese allesamt vom Unternehmen selbst umgehend und nachdrücklich bestritten werden.

Wir meinen...

Von offizieller Seite werden all die Meldungen, die TIDAL eine ungewisse Zukunft auf Grund anhaltender massiver Verluste und schwindender Kundenzahl vorhersagen, massiv bestritten und als weiteres Kapitel einer von Anbeginn an gegen den Dienst geführten Negativ-Kampagne abgetan. Es bleibt also abzuwarten, inwieweit sich die negativen Prognosen als fundiert heraus stellen, denn glaubt man den kursierenden Meldungen, so würde bei TIDAL bereits im Sommer 2018 das Licht ausgehen…
Hersteller:TIDAL
Vertrieb:TIDAL

Von Michael Holzinger (mh)
14.12.2017

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Der Online Musik-Streaming-Dienst TIDAL war noch nie um markige Sprüche verlegen. Dies mag wohl zu einem Gutteil daran liegen, wer hinter diesem Dienst steht, allesamt Celebreties, die gewohnt sind, sich im besten Lichte darzustellen und beste Kontakte zur Medienlandschaft pflegen. Seit Anbeginn an gab es somit nahezu ausschließlich Jubelmeldungen rund um das Angebot von Jay Z und Konsorten zu berichten…

Nun aber scheint es, dass auf die „heile Welt“ rund um die angebliche Zukunft der Musik-Distribution ein paar Schatten gefallen sind, besser gesagt der schöne Schein gar so manch gravierende Makel aufweist. Dies legen zumindest Berichte nahe, die sich derzeit wie ein Lauffeuer im Web verbreiten, wobei es sich hierbei allesamt um Meldungen handelt, die sich auf einen Bericht des norwegischen Business Maganzins Dagens Næringsliv beziehen.

TIDAL gehe das Geld aus, lassen sich diese Meldungen allesamt zusammen fassen, wobei der Bericht sogar soweit geht, dem Online-Anbieter lediglich weitere sechs Monate Spielraum zuzugestehen. Solange reiche diesen Meldungen zufolge noch das finanzielle Polster, das allen voran durch ein Investment über 200 Millionen US-Dollar durch Sprint zur Verfügung stehe. Dies würde bedeuten, dass wohl rund um den Sommer die „Lichter“ bei TIDAL ausgingen, sollte sich nichts gravierendes an der derzeitigen Situation ändern.

Die Aussichten darauf, dass es zu einer gravierenden Verbesserung der Situation komme, stünden aber nicht allzu gut, so die Berichte der Norweger. Vielmehr sei es so, dass TIDAL allein im letzten Jahr 44 Millionen US-Dollar verlor, mehr noch, Jay Z und die übrigen Eigentümer von TIDAL hätten gar in Summe bislang nahezu eine halbe Milliarde Dollar verloren. Zudem wird vermutet, dass die kolportierten Nutzerzahlen nicht ganz der Realität entsprechen würden. So habe man zu Beginn des Jahres von 3 Millionen Abonnenten gesprochen, wohingegen bekannt gewordene interne Reports von lediglich 1,2 Millionen aktiven Accounts, und gar nur rund 850.000 tatsächlich zahlenden Abonnenten sprechen bzw. für diese 850.000 Lizenz-Abgaben an die Rechteinhaber gezahlt wurden. Vergleicht man dies mit den Aberdutzenden Millionen des Mitbewerbs wie etwa Spotify oder selbst Apple mit Apple Music, so erscheinen selbst die offiziellen Zahlen von TIDAL eigentlich geradezu lächerlich. Vor allem wenn man bedenkt, welch Marketing-Maschinerie rund um TIDAL seit jeher zum Einsatz kommt…

Von offizieller Seite werden all diese Meldungen als schlicht nicht zutreffende Gerüchte abgetan und energisch dementiert. Man sei es gewohnt, dass seit dem Start von TIDAL eine Negativ-Kampagne gegen das Angebot geführt werde. Tatsächlich sei es vielmehr so, dass man über ausreichend Kapital verfüge, um die nächsten 12 bis 18 Monate problemlos das operative Geschäft sicher zu stellen und man könne auf ein konstantes Wachstum Jahr für Jahr verweisen.

Was auch immer stimmt, Fakt ist, dass das Business rund um Streaming-Angebote alles andere als ein leichtes ist und das derzeit ein massiver Verdrängungswettbewerb stattfindet, der einerseits nicht immer mit sauberen Mitteln gespielt wird, um es vorsichtig zu formulieren, zudem auf viel Hoffnung auf künftig sprudelnde Kassen für die Investoren gründet, wobei diese sich irgendwann nicht allein mit dieser Hoffnung begnügen, sondern auch einfordern. Ebenso Fakt ist, dass so manch kolportierte Zahlen wohl nicht ganz der Realität entsprechen, allen voran wenn es um die tatsächlich entscheidenden zahlenden Kunden geht. Zudem sei angeführt, dass bei so manch Anbieter selbst mit den offiziell genannten Zahlen bei genauerer realistischer Betrachtung nur schwer ein langfristiges Überleben gesichert sein dürfte...

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