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Nubert nuPro X-8000 im Test - Pure Dynamik!

Foto © Nubert electronic GmbH

Seit geraumer Zeit vertraut Nubert electronic GmbH stark auf aktive Lautsprecher-Systeme, stellen diese gar eine sehr wesentliche Produktgruppe für das schwäbische Unternehmen dar. Dass deren Bedeutung für das Unternehmen künftig wohl noch viel größer werden wird, dafür sorgt mit Sicherheit die neue Nubert nuPro X Serie, die bei sempre-audio.at in Form des Spitzenmodells Nubert nuPro X-8000 vorstellig wurde.

Kurz gesagt...

Klangstark und souverän präsentiert sich das Spitzenmodell der neuen Nubert nuPro X-8000 Serie, die sich somit als innovative Allround-Lösung erweist.

Wir meinen...

Man kann den Entwicklern von Nubert electronic GmbH nur bescheinigen, mit der neuen Nubert nuPro X-8000 als Flaggschiff der neuen Nubert nuPro X Serie wirklich alles richtig gemacht, der ohnedies schon feinen Nubert nuPro A Serie tatsächlich noch eins „drauf gesetzt“ zu haben. Man hat hier genau an den richtigen Stellen angesetzt, um dem Thema Aktiv-Lautsprecher im HiFi-Segment noch größere Akzeptanz zu verleihen. Es sind Lösungen wie die Nubert nuPro X-8000, die zunehmend dazu führen werden, dass man als Verfechter „klassischer HiFi-Ketten“ immer mehr in Erklärungsnot gerät, wenn man darlegen will, warum ein umfangreicher Gerätepark von Nöten sei…
Hersteller:Nubert electronic GmbH
Vertrieb:Nubert electronic GmbH
Preis:€ 1.685,- pro Stück

Von Michael Holzinger (mh)
06.12.2018

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Aktive Lautsprecher-Systeme sind keineswegs neu in der Welt der HiFi, fristeten jedoch über Jahre hinweg ein Dasein im Schatten ihrer passiven Kollegen. Einige wenige Spezialisten sind zwar seit Jahr und Tag auch im HiFi-Segment tätig, fokussierten sich aber primär auf das semiprofessionelle und professionelle Umfeld, wo die Akzeptanz derartiger Lösungen seit jeher deutlich höher ist, da man hier wohl einen deutlich pragmatischeren Ansatz verfolgt. Es gilt, Lösungen zu wählen, die eine bestimmte Aufgabe bestmöglich erfüllen, und dies ist allen voran die akkurate Darbietung. Je weniger Aufwand dafür zu betreiben ist, umso besser. Hochwertige Aktiv-Lautsprecher-Systeme, die diese Aufgabe gänzlich ohne weitere Gerätschaften und dem damit einhergehenden Investitions- und vor allem Platzaufwand schon ganz alleine bewerkstelligen, sind also die ideale Lösung.

Prinzipiell stellt man in der HiFi-Welt ja den gleich hohen Anspruch, auch hier zählt letztlich der „perfekte“ Klang. Allein, bei HiFi spielen dann aber doch auch andere Faktoren eine durchaus wesentliche Rolle, denn es handelt sich um ein Hobby, das mit all den verschiedenen Facetten ausgelebt werden soll, und dazu gehört - Hand aufs Herz - auch ein gewisser „Spieltrieb“. Es gilt, die „optimale“ Kette zu finden, beginnend bei der Quelle über Verstärker bis hin zu den Speakern, und allem was an Kabeln dazwischen bis hin zum Zubehör dazu gehört. Ein einziges Paar Lautsprecher, das all dies für sich allein erfüllt, passt da nicht so recht ins Konzept…

Ein traditioneller HiFi-Hersteller, der sich bereits seit Jahr und Tag mit Aktiv-Lautsprecher-Systemen sehr intensiv auseinander setzt, ist das schwäbische Unternehmen Nubert electronic GmbH. Bereits im Jahr 2011 präsentierte man erstmals die Nubert nuPro Serie, im Jahr 2013 bereits die zweite Generation, und führte die stetige Entwicklung und Erweiterung der Serie bis heute fort, sodass man nunmehr bereits bei der dritten Generation angelangt ist. Bislang wurde die Nubert nuPro Serie von der Nubert nuPro A Serie getragen, die besagte neue dritte Generation präsentiert sich in Form der Nubert nuPro X Serie.

Die Zeichen der Zeit erkannt…

Schon allein die Produktbezeichnung macht deutlich, dass auch Nubert electronic GmbH mit den aktiven Lautsprecher-Systemen bislang ganz klar allen voran das professionelle bzw. semiprofessionelle Umfeld im Visier hatte. Mit der neuesten Generation aber, da dürfte verstärkt das HiFi-Segment in den Fokus rücken.

Der Grund dafür ist in einem neuen Trend zu suchen, der die Welt der HiFi in den letzten Monaten erfasst. Die Zeiten wahrer Geräteburgen ist zwar nicht gänzlich passé, diese üppigen Systeme und ausufernden HiFi-Ketten verlieren aber zunehmend an Bedeutung, selbst bei sehr anspruchsvollen HiFi-Enthusiasten. Immer mehr geht der Trend hin zu Lösungen, die sich möglichst harmonisch in das persönliche Wohnumfeld integrieren lassen, zudem sorgt die zunehmende „Vernetzung“ mit all den sich daraus ergebenden Möglichkeiten dafür, dass man etwa nur noch wenige Quellgeräte sein Eigen nennt, zum Beispiel allein einen Streaming-Client, eventuell einen Schallplatten-Spieler als „analoge“ Alternative, vielfach dient gar ein Smartphone wenn nicht als einzige, aber doch als bevorzugte Quelle.

Mit dieser Entwicklung setzt sich also auch besagter Pragmatismus in der HiFi vielfach durch, wird auf möglichst „schlanke“ Systeme gesetzt, und das spielt natürlich Herstellern wie Nubert electronic GmbH direkt in die Hände. Zumal man sich ganz klar an diesem Trend orientiert und mit der neuen Nubert nuPro X Serie bestens bedient, soviel sei bereits vorweg genommen.

Was zeichnet Aktiv Lautsprecher-Systeme wie die Nubert nuPro X Serie aus?

Ganz allgemein kann festgehalten werden, dass allen voran ein Punkt ganz klar für Aktiv Lautsprecher-Systeme spricht, und zwar, dass hier der Hersteller sein Klangkonzept in reinster Form umsetzen kann. Während man bei passiven Lautsprecher-Systemen stets von nicht beeinflussbaren Faktoren abhängig ist, kommt hier alles aus einer Hand. Das komplette System bestehend aus Elektronik und eigentlichem Speaker kann perfekt aufeinander abgestimmt werden.

Dann ist da natürlich das ganz offensichtliche, und zwar der geringe Platzbedarf. Moderne Aktiv Lautsprecher-Systeme sind derart gerüstet, dass sie tatsächlich nur ein Quellgerät benötigen, und dies im einfachsten Fall einzig und allein ein Smartphone, Tablet oder PC bzw. Mac sein kann, wie etwa unser Testkandidat, die Nubert nuPro X-8000 unter Beweis stellt. Der Anwender kann somit seine HiFi-Kette auf das absolute Minimum reduzieren, jene Komponente, die absolut unerlässlich ist, und zwar der Lautsprecher selbst. Da stört es dann gar nicht, dass man hier zu etwas opulenteren Lösungen greift, nämlich ein durchaus beeindruckendes Stand-Lautsprecher-System wie eben die Nubert nuPro X-8000 als Flaggschiff der Nubert nuPro X Serie. Denn mehr als die Speaker muss man ja nicht unterbringen…

Muss man nicht, kann dies aber natürlich, dies sei auch erwähnt. Schließlich sind Lösungen wie eben die Nubert nuPro X Serie so ausgestattet, dass alle Optionen für verschiedenste Quellen und verschiedenste Anwendungsszenarien offen stehen. Abstriche bei der Funktionalität muss man also keineswegs befürchten.

Doch genug der allgemeinen Betrachtung, widmen wir uns nun ganz konkret unserem Testkandidaten, der Nubert nuPro X-8000.

Enges Verwandtschaftsverhältnis zur Nubert nuPro A Serie

Eins sei ausdrücklich festgehalten, natürlich weist die neue Nubert nuPro X Serie ein sehr enges Verwandtschaftsverhältnis zur Nubert nuPro A Serie auf, allerdings handelt es sich, darauf legt das Unternehmen aus Schwäbisch Gmünd höchsten Wert, um eine in derart vielen Bereichen verbesserte Version, dass man nahezu von einer kompletten Neuentwicklung sprechen kann. Wie bereits einleitend angedeutet, bezeichnet Nubert electronic GmbH die Nubert nuPro X Serie somit folgerichtig als dritte Generation der Nubert nuPro Aktiv-Lautsprecher-System-Familie. Die Nubert nuPro X Serie löst die Nubert nuPro A Serie aber nicht unmittelbar ab, vielmehr sollen diese beiden Serien zumindest auf absehbare Zeit Seit an Seit im Angebot des Unternehmens zu finden sein.

Der erste Kontakt…

Präsentierte sich die Nubert nuPro A Serie vergleichsweise „nüchtern“, so entschied man sich dafür, bei der Konzeption der neuen Nubert nuPro X Serie allen voran auch auf eine verfeinerte Optik zu setzen. Das Unternehmen spricht hierbei von einem moderneren, wohnraumfreundlicheren Erscheinungsbild, das einen weniger technischen Eindruck hinterlässt. Dies gilt allen voran für unseren Testkandidat, der ja das Spitzenmodell darstellt und als Stand-Lautsprecher-System auch das Größte der Serie ist.

Wobei, groß ist in diesem konkreten Fall eher relativ zu sehen, denn eigentlich ist die Nubert nuPro X-8000 mit Abmessungen von 114 cm in der Höhe, 24 cm in der Breite, und lediglich 32 cm in der Tiefe ein durchaus als schlank, geradezu grazil zu bezeichnendes Lautsprecher-System. Auch die Angabe des Gewichts erstaunt, denn hier findet man lediglich 30,2 kg im Datenblatt, und das obwohl man zu Protokoll gibt, dass man auf eine solide Konstruktion aus MDF vertraut und man in diesem Fall ja noch die gesamte Elektronik einkalkulieren muss. Das kann nicht zuletzt auch Nubert electronic GmbH auch ganz anders… Das erklärte Ziel war hier aber „wohnraumfreundlich“.

Allein auf Grund der Abmessungen der Nubert nuPro X-8000 kann man attestieren, dass es wohl zumeist kein Problem darstellen dürfte, dieses Lautsprecher-System mühelos in den Wohnraum zu integrieren. Zumal ja hier noch das neue bewusst weniger „technische“ Design dies unterstützt.

Interessant ist, dass sich die Design-Adaptierungen letztlich nur auf wenige Details beschränkt. So kaschiert man etwa die Verschraubung der Treiber in der Schallwand mit Chassis-Ringen, sodass ein wirklich sanfter Übergang zum Gehäuse gewährleistet ist und nichts die tadellose Optik trübt, selbst wenn man den im Lieferumfang natürlich enthaltenen Lautsprecher-Grill nicht aufsetzt. Da der besonders empfindliche Hochtöner nun über ein separates Metall-Gitter verfügt, macht den Lautsprecher-Grill ohnedies in den meisten Fällen obsolet. Dies erlaubt auch die direkte Bedienung an den Speakern über das in die Schallwand integrierte OLED-Display und Bedien-Panel der Speaker. Wer aber dennoch den im Lieferumfang enthaltenen Lautsprecher-Grill einsetzen will, der muss zumindest nicht befürchten, dass das gegenüber den Modellen der Nubert nuPro A Serie deutlich verbesserte Display nicht mehr ablesbar ist. Der Lautsprecher-Grill erstreckt sich zwar über die gesamte Front, verdeckt also auch das Display, die Textil-Bespannung ist aber derart hauchdünn ausgelegt, dass dieses nach wie vor deutlich durchstrahlt und klar ablesbar ist. Desweiteren muss man man anführen, dass der Lautsprecher-Grill nun nahezu mit dem Design des Speakers verschmilzt. So schmiegt sich der Lautsprecher-Grill geradezu an die Schallwand, mehr noch, selbst den nunmehr abgerundeten Seitenkanten folgt er nun auf sehr elegante Art und Weise. In Position gehalten wird er mittels Magneten.

Wie beschrieben, es sind nur Details, die die Designer hier gegenüber den bisherigen Generationen der Nubert nuPro Serie veränderten, diese reichen aber aus, um einen gänzlich neuen Eindruck zu vermitteln. Chapeau!

Keineswegs allein für eine feine Optik ist übrigens der Standfuss der Nubert nuPro X-8000 konzipiert, vielmehr wird diesem eine essentielle Rolle zuteil. Ja, die vom Hersteller als Traversen-Füsse bezeichneten Standfüsse sorgen für eine sehr grazile Erscheinung, allerdings…

Vollaktiver Dreiwege-Lautsprecher mit Bassreflex-System

Ausgelegt ist die neue Nubert nuPro X-8000 als vollaktives Dreiwege-Lautsprecher-System, wobei ein Bassreflex-System für eine besonders souveräne Abbildung bis in unterste Frequenzen sorgen soll.

Beginnen wir gleich bei diesem Bassreflex-System, denn dieses ist hier nicht wie vielfach üblich an der Rückseite heraus geführt, sondern nach unten hin. Damit ist wohl auch klar, welche Funktion wir eben rund um die Traversen-Füsse der Nubert nuPro X-8000 meinten, diese stellen einen klar definierten Abstand dar, sodass eine gleichmässige Abstrahlung des Bassreflex-Systems in den Raum garantiert ist.

Beim Tiefton-Chassis der neuen Nubert nuPro X-8000 vertraut man nicht auf einen, sondern gleich zwei Treiber mit jeweils 204 mm Polypropylen-Verbund-Membran und gibt zu Protokoll, hier das Chassis mit dem derzeit stärksten Antrieb einzusetzen, um einen gewaltigen Hub für einen garantiert überwältigenden Bassdruck und Tiefgang zu erzielen, wie es der Hersteller selbst ausdrückt.

Auch der mittlere Frequenzbereich ist würdig vertreten, und zwar mit einem 148 mm Chassis, das bis auf den kleineren Durchmesser den eben beschriebenen Woofern entspricht.

Für den Hochton-Bereich setzt man einen neu entworfenen Kalottenhochtöner ein, der einen Durchmesser von 25 mm aufweist und über eine effektivere Dämpfung sowie ein erneut verbessertes Abstrahlverhalten verfügen soll. Hierbei war es ein großes Anliegen der Entwickler speziell die Abbildung im Ultrahochton-Bereich weiter zu optimieren und eine souveräne Bühnenabbildung zu garantieren.

Angetrieben werden die Chassis von nicht weniger als vier Endstufen in hocheffizientem Class D mit einer Leistung von nicht weniger als jeweils 210 Watt. Natürlich sorgt eine Softclipping-Funktion für den Schutz der Membranen.

Die Signalverarbeitung erfolgt hier zur Gänze auf digitaler Ebene, und zwar basierend auf einem DSP, der zunächst als aktive Frequenzweiche fungiert. Damit wird sichergestellt, dass jedes Chassis ausschließlich die für dieses bestimmte Signale erhält und damit eine äußerst präzise Trennung und Linearisierung der Frequenzbereiche garantiert ist. Allen voran soll dies bei der Tiefbasswiedergabe besonders markant in Erscheinung treten, so die Ansicht der Entwickler.

Die DSP-basierte Signalverarbeitung erlaubt es zudem, eine besonders ausgeklügelte Klangregelung umzusetzen. Dass Nubert electronics GmbH hier einmal mehr auf das seit Jahr und Tag bekannte Prinzip einer Klangwaage vertraut, versteht sich als Selbstverständlichkeit. Somit lassen sich Bass- und Höhen wahlweise um bis zu zehn Dezibel an- oder absenken, ohne dabei jedoch die Balance und Harmonie der Darbietung negativ zu beeinflussen. Dies erlaubt vergleichsweise sehr subtile Eingriffe, wobei der ebenfalls implementierte 5-Band Equalizer noch detailliertere Anpassungen erlaubt. Als wäre dies noch nicht genug, steht bei der neuen Nubert nuPro X-8000 auch eine spezielle Loudness-Funktion zur Verfügung, die nach Angaben des Herstellers eine hörphysiologisch korrekte Anpassung erlaubt, indem he nach Lautstärke der Basspegel dezent angehoben wird um damit etwaige Defizite bei kleinem Pegel auszugleichen. Ein Tipp aus der Praxis: selbst wenn man derartigen Eingriffen üblicherweise skeptisch gegenüber steht, man sollte hier durchaus ein wenig experimentieren, die Eingriffsmöglichkeiten, die die Nubert nuPro X-8000 hier bietet, erlauben eine sehr feinfühlige Anpassung an die individuellen Raumverhältnisse als auch den individuellen Geschmack.

Absolut simple Bedienung

Zumal die Bedienung all dieser Funktionen bei der neuen Nubert nuPro X-8000 besonders simpel und geradezu intuitiv gelöst wurde und demzufolge ebenfalls dazu einlädt, mit den verschiedenen Parametern nach Herzenslust zu spielen…

In erster Linie steht dafür natürlich das bereits erwähnte Bedien-Panel direkt an den Speakern zur Verfügung, das neben dem neu konzipierten besser auflösendem OLED-Display ein Steuerkreuz bereit hält und alle Funktionen des Speakers im Zugriff bietet.

Deutlich komfortabler aber ist die Steuerung mittels Infrarot-Fernbedienung, die selbstverständlich im Lieferumfang enthalten ist. Hierbei muss ausdrücklich gelobt werden, dass es sich um ein sehr hochwertig anmutendes Modell handelt, und eben nicht um ein viel zu oft anzutreffendes „Billigst-Plastikteil“. Vielmehr setzten die Entwickler bei der neuen Nubert nuPro X-8000 auf eine Lösung, die schon auf Grund der Haptik Wertigkeit vermittelt und schlichtweg gut in Händen liegt. Dass damit nicht alle aber zumindest alle relevanten Funktionen im direkten Zugriff stehen, ist nicht dramatisch. Insbesondere da hier auch drei Preset-Taster zu finden sind, die vordefinierte Profile bei der Klangregelung direkt abrufen.

Die jedoch absolut intuitivste Art der Steuerung der neuen Nubert nuPro X-8000 stellt die neue Nubert X-Remote App dar, die für Apple iOS und Google Android zur Verfügung steht. Damit lässt sich wirklich alles bei der Nubert nuPro X-8000 überaus komfortabel steuern, sei es das Setup der Speaker selbst, die Klangregelung mit all ihren Möglichkeiten, die Eingangswahl und natürlich die Lautstärke. Damit ist es etwa ein Leichtes, persönliche Presets für unterschiedliche Anforderungen zu definieren, die man, wie zuvor erwähnt, jederzeit über die Infrarot-Fernbedienung abrufen kann.

Die Verbindung zwischen Speaker und Smartphone erfolgt übrigens über Bluetooth, sodass man nicht einmal eine Netzwerk-Infrastruktur in Anspruch nehmen muss.

Nun aber frisch ans Werk…

Gleich vorweg ein großes Lob an Nubert electronic GmbH. Packt man die Speaker aus, so fällt sofort das reichlich beigefügte Zubehör auf. Man ließ es sich nicht nehmen, nahezu jedwedes Kabel, was man rund um den Betrieb der Nubert nuPro X-8000 benötigen könnte, mit in die Schachtel zu packen. Der Anwender kann also sofort loslegen, gleichgültig, was auch immer er an die Speaker anschließt.

Und an Anschlüssen mangelt es der Nubert nuPro X-8000 garantiert nicht!.

Zunächst stehen am Anschluss-Panel der Nubert nuPro X-8000 zwei analoge Eingänge zur Verfügung, einmal unsymmetrisch ausgeführt als klassisches Cinchbuchsen-Pärchen mit einstellbarem Gain, zudem als symmetrischer Eingang in Form von XLR-Buchsen. Diese XLR-Buchsen verbergen aber bereits einen der zur Verfügung stehenden digitalen Eingänge, können also als so genannte AES/ EBU-Schnittstelle genutzt werden, wie sie etwa im professionellen Studio-Umfeld, eher selten im HiFi-Umfeld anzutreffen sind. Desweiteren verfügt die Nubert nuPro X-8000 über zwei koaxiale als auch zwei optische S/PDIF-Schnittstellen und zudem steht auch ein USB-Port für die direkte Verbindung mit einem PC oder Mac zur Verfügung. Besonders spannend ist ein weiterer USB-Port, den der Hersteller als USB-Versorgungsausgang bezeichnet. Hier lassen sich etwa Streaming-Clients mit Strom versorgen und dezent hinter dem Speaker verstecken. Allerdings kann dieser auch direkt als Eingang genutzt werden, und zwar über den im Lieferumfang enthaltenen HDMI-Adapter.

Es ist äußerst klug, diese Schnittstelle „nur“ als externen Adapter auszuführen, schließlich kann man so sehr einfach auf künftige Änderungen dieses Standards reagieren.

Ach ja, da war ja noch etwas mit Bluetooth… Natürlich dient Bluetooth bei der Nubert nuPro X-8000 nicht allein zur Steuerung mittels App, das integrierte Bluetooth Modul kann natürlich auch zur Verbindung mit Quellgeräten genutzt werden, etwa einem Smartphone, Tablet oder PC. Hierbei wird der Codec aptX unterstützt, sodass eine verlustfreie Signalübertragung in „CD-Qualität“ garantiert ist.

Übrigens, wir haben es ja schon erwähnt, die Signalverarbeitung der Nubert nuPro X-8000 erfolgt komplett auf digitaler Ebene. Dies bedeutet, dass analoge Signale direkt gewandelt werden. Bei den digitalen Schnittstellen versteht sich die Nubert nuPro X-8000 auf Signale mit bis zu 24 Bit und 192 kHz, wobei hier ein durchgängig digitaler Signalweg erzielt wird.

Jetzt funkt’s…

Natürlich könnte man eine Nubert nuPro X-8000 auch ganz allein für sich betreiben, in der Praxis dürfte aber ein Paar doch die bevorzugte Art und Weise des Einsatzes darstellen. Bevor der erste Ton erklingen soll, gilt es somit natürlich festzulegen, welcher Speaker der Master, welcher der Slave ist, welcher Links, welcher Rechts steht.

Doch halt, haben wir da nicht etwas vergessen? Nein, haben wir nicht! Die neue Nubert nuPro X Serie erlaubt es nämlich, die Verbindung zwischen den Speakern über Funk zu realisieren, wobei der Hersteller ausdrücklich zu Protokoll gibt, dass hierbei keinerlei Datenkompression zur Anwendung kommt und damit die volle Qualität ohne Einbussen geboten wird.

Es gilt also, die beiden Speaker zu koppeln, ihnen die zugedachte „Position“ zuzuteilen, und schon kann es losgehen.

Man kann aber, darauf sei an dieser Stelle hingewiesen, auch ganz klassisch ein Link Kabel zwischen den Speakern einsetzen, die entsprechende Schnittstelle findet sich auch bei dieser Generation am Anschluss-Panel.

Ebenso ein Cinch-Anschluss für einen zusätzlichen Subwoofer mit einstellbarer Grenzfrequenz, auch dies wollen wir nicht unterschlagen. Allerdings, und damit greifen wir unserer Klangbeurteilung schon ein wenig vor, können wir uns nicht vorstellen, dass der Wunsch nach einem derartigen Spielpartner bei der Nubert nuPro X-8000 aufkommen könnte. Lassen Sie uns hierzu nur eine Kennzahl anführen, und zwar den Frequenzbereich der Nubert nuPro X-8000, der mit 26 Hz bis 22 kHz angegeben wird.

Ein Wort noch zu den Möglichkeiten, die sich durch die neue Funkverbindung zwischen den Speakern ergibt, und zwar abseits eines klassischen Stereo-Setups.

Die Speaker der neuen Nubert nuPro X Serie eignen sich durch diese Funkverbindung auch famos für ein weitestgehend „kabelloses“ Surround-Setup im Home Cinema-Segment. Mit zwei Paar lässt sich ein Surround-Sound-System realisieren, und zwar indem man ein Paar als Links Front und Links Surround, das zweite folgerichtig als Rechts Front und Rechts Surround anschließt. Damit sind die beiden Surround-Kanäle im Prinzip „frei“ von Kabel, zumindest Signalkabel, die sonst quer durchs Zimmer verlaufen würden, lediglich eine Steckdose muss sich dann nur mehr in Reichweite befinden…

Eins sei noch erwähnt, natürlich verfügt die Nubert nuPro X-8000 über einen klassischen Hauptschalter, der diese komplett vom Stromnetz trennt. Allerdings verfügt sie auch über eine sehr komfortable Energiesparfunktionen, die nach kurzer Zeit ohne anliegende Signale den Speaker in den Standby-Modus versetzt, in dem sie weniger als 0,5 Watt Leistung zieht. Liegt wieder ein Signal an, so ist der Speaker unmittelbar betriebsbereit. Man kann sich also durchaus „leisten“, die Nubert nuPro X-8000 nicht komplett vom Stromnetz zu trennen, zumal besagter Standby-Modus auch direkt am Bedien-Panel der Speaker, mit der Fernbedienung, ja selbst mit der App aktiviert werden kann und dies somit überaus komfortabel ist.

Aus der Praxis

Die Nubert nuPro X-8000 sind mächtige Speaker, zweifelsfrei, aber nicht die Abmessungen betreffend.

Zunächst sei daher nochmals ausdrücklich angeführt, dass sich die neue Nubert nuPro X Serie als wirklich wohnraumfreundliche Lösungen präsentieren, und zwar in mehrerlei Hinsicht. Gerade bei unserem Testkandidaten Nubert nuPro X-8000, der schließlich das bislang mächtigste System der Familie darstellt, erstaunte es uns doch sehr, wie elegant und dezent sich dieser in unseren Hörraum einfügte. Hier kann man den Designern bescheinigen, dass sie genau an den richtigen Stellen ansetzten, um einen klaren Unterschied zur bisherigen Nubert nuPro A Serie zu erzielen, gleichzeitig aber eine identische Design-Sprache beibehielten, sodass man wohl beide „Familien“ durchaus miteinander kombinieren kann. Doch dies nur am Rande erwähnt.

Ebenso begeistert waren wir über die letztlich sehr kompakten Abmessungen unseres Testkandidaten, sodass wir annehmen, dass etwaige Diskussionen im Vorfeld einer Anschaffung, ob es denn nun wirklich derart „mächtige“ Speaker sein müssen, vielfach der Vergangenheit angehören dürften…

Außerdem sorgt die Konstruktion, hier vor allem das nach unten gerichtete Bassreflex-System dafür, dass sich die Nubert nuPro X-8000 sehr flexibel im Raum platzieren lässt, wenn es sein muss auch vergleichsweise nahe bei der Wand.

Mächtig ist allen voran die Anschluss-Vielfalt, die hier geboten wird. Es fehlt an nichts! An analogen Quellen wird ohnedies zumeist allein ein Schallplatten-Spieler mit entsprechender Phono-Vorstufe von Nöten sein, alles andere ist „digital“, und da bietet die Nubert nuPro X-8000 nun wirklich alle Optionen, von S/PDIF optisch und koaxial über AES/EBU, USB, sogar bis hin zu HDMI. Für welche Streaming-Lösung man auch immer sich entscheidet, ob ein CD-Player, Blu-ray Player oder TV-Gerät mit ins Spiel gebracht werden soll, alles findet hier den stets optimalen Anschluss, und wenn es „direkt drahtlos“ sein soll, dann steht Bluetooth zur Verfügung.

Für unseren Test haben wir es überwiegend „plain simple“ gehalten und einfach unser Apple MacBook Pro über USB angeschlossen, Roon gestartet, und schon konnte nach Herzenslust durch eine prall gefüllte Mediathek gestöbert werden. „Bewaffnet“ mit einem Apple iPhone stand auch eine Remote zur Verfügung, sodass die Wiedergabe gemütlich von der Couch aus gesteuert wurde, zudem natürlich auch über die Nubert X-Remote App an den optimalen Einstellungen gefeilt werden konnte. Ein Aufbau also, der eigentlich rein gar nichts mit einer klassischen HiFi-Kette zu tun hat, aber genau dies ist ja mit ein Vorteil der Nubert nuPro X-8000. Zudem musste sich die Nubert nuPro X-8000 aber auch auf analoger Seite beweisen, sodass so manch Vinyl im Testparcours zu bewerkstelligen war. Und natürlich wurde auch einfach ein Apple iPhone als Quelle direkt heran gezogen werden, denn selbst mit verlustbehafteten Inhalten direkt von Spotify muss es dieser Tage ansprechend klingen...

Und eins war schnell gewiss: verzichten muss man hier auf rein gar nichts, schon gar nicht auf beeindruckenden Klang.

Wenn Nubert electronic GmbH davon spricht, dass die Nubert nuPro X-8000 eine möglichst unverfälschte, stets souveräne Wiedergabe biete, so übertreibt das Unternehmen damit keineswegs. Allein, wir würden in diesem Zusammenhang nicht von einer audiophilen Lösung sprechen, und zwar ganz bewusst nicht. Damit verbindet man nur allzu oft eine sehr analytische Wiedergabe, ein System, das Musik geradezu seziert, und genau dies tut die Nubert nuPro X-8000 garantiert nicht. Man muss gar nicht allzu sehr zwischen den Zeilen lesen, um aus der Produktbeschreibung von Nubert electronic GmbH selbst den Hinweis vermittelt zu bekommen, dass dieser Speaker, bei aller gebotenen Verpflichtung zur unverfälschten Wiedergabe, schlichtweg Spass machen soll, und das ist keineswegs etwas Verwerfliches, selbst wenn man in „eingeweihten“ HiFi-Kreisen mitunter diesen Eindruck vermittelt bekommt.

Gleichgültig, welche Musik auch immer wir für unseren Test heran zogen, die Nubert nuPro X-8000 überzeugte mit bemerkenswerter Souveränität eine angenehme, nicht überspitzte Feinzeichnung im obersten Frequenzbereich mit einer ausgewogenen Darbietung im mittleren, und vor allem richtig satten Abbildung im untersten Frequenzbereich zu verbinden. Zudem beeindruckte das Timing, die Leichtigkeit alles genau auf den Punkt zu bringen, selbst wenn man die Nubert nuPro X-8000 mit entsprechend „fiesen“ Tracks so richtig forderte.

Auch die Klangbühne, die die Nubert nuPro X-8000 vor dem Zuhörer aufbaut, beeindruckt, denn diese lässt stets eine präzise Ortung einzelner im Fokus stehender Stimmen oder Instrumenten zu, während das „Drumherum“ für eine dichte Atmosphäre sorgt.

Letztlich kann man den Entwicklern von Nubert electronic GmbH nur bescheinigen, mit der neuen Nubert nuPro X-8000 als Flaggschiff der neuen Nubert nuPro X Serie wirklich alles richtig gemacht, der ohnedies schon feinen Nubert nuPro A Serie tatsächlich noch eins „drauf gesetzt“ zu haben. Man hat hier genau an den richtigen Stellen angesetzt, um dem Thema Aktiv-Lautsprecher im HiFi-Segment noch größere Akzeptanz zu verleihen. Es sind Lösungen wie die Nubert nuPro X-8000, die zunehmend dazu führen werden, dass man als Verfechter „klassischer HiFi-Ketten“ immer mehr in Erklärungsnot gerät, wenn man darlegen will, warum ein umfangreicher Gerätepark von Nöten sei…

Auf den Punkt gebracht

Als abschließendes Conclusio des ausführlichen Tests von sempre-audio.at kann nur eine glatte Empfehlung der Redaktion stehen. Die Nubert nuPro X-8000 ist ein famoses Beispiel dafür, dass weniger oft mehr ist, sofern es um die Anzahl der Komponenten geht. Die Nubert nuPro X-8000 hat das Zeug dazu, ein hervorragendes HiFi-System darzustellen, das weder bei der Ausstattung und damit Flexibilität, nicht beim Komfort, und schon gar nicht bei der Klangqualität und ebensowenig der Durchsetzungskraft Kompromisse erfordert. Ein durch und durch stimmiges Gesamtpaket, noch dazu zum absolut fairen Preis!

8,0 (Exzellent)

The Good

  • Ansprechendes Design
  • tadellose Verarbeitung
  • "klassischer HiFi-Look"
  • beeindruckende Leistungsreserven
  • ausgewogener Klang
  • feine Bühnenabbildung
  • Anschluss-Vielfalt
  • simple Bedienung
  • hochwertige Fernbedienung

The Bad

  • Leider kein aptX HD
8 Klang
8 Bedienung
8 Design
9 Preis/Leistung

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